6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sam wechselt das Genre, 13. September 2010
= Spaßfaktor:
Rezension bezieht sich auf: Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction (uncut) (Computerspiel)
Gleich vorweg: Ich habe Splinter Cell: Conviction nicht gekauft. Ein Freund tat es. Ich wusste zuvor um den aberwitzigen Kopierschutz und hätte den Teufel getan. Zudem beklage ich mich im Nachhinein ungerne, wenn ich es habe kommen sehen. Deshalb zum Thema "Böses Ubisoft" an dieser Stelle auch nicht mehr als ein Stern für Spiel und Spaß als Zeichen meiner Anteilnahme. Ich schritt also mit einem Freund zu Werke - ein Level er, eines ich - immer im Wechsel. Bei Elf an der Zahl nicht viel Zeit, um sich mit den Feinheiten eines Stealth-Shooters vertraut zu machen. Wie praktisch, dass das hier gar keiner sein wollte. Nachdem man bereits für Double Agent das ausgefeilte Schleich-und-Versteck-System Chaos Theory's entschärft hatte, wurde die Spielmechanik nun vollends umgekrempelt. Ab sofort gilt: 1. Schatten sind 'was für Feiglinge. Dahin die Tage, in denen man mittels Mausrad die Anpirschgeschwindigkeit tarierte und im Schutze der Dunkelheit "Ich sehe was, was du nicht siehst!" spielen durfte. Es gibt nur noch "sichtbar" oder "unsichtbar", wobei "unsichtbar" ständig relativiert wird. Relativiert wie in "unsichtbar, bis die bösen Jungs die Fünf-Meter-Wohlfühlgrenze passieren" oder "unsichtbar, wenn die Wache keine Taschenlampe trägt", was weiß Gott nicht oft vorkommt. Wer den Wendepunkt der Gezeiten begriffen hat, hockt sich hinter eine Deckung und feuert aus allen Rohren. Menschenleben bedeuten ohnehin nichts mehr und zumeist ist es völlig belanglos, ob man unentdeckt bleibt ... 2. Mord und Totschlag. Schon klar, es geht hier um Pappis kleinen Liebling und da versteht dieser wenig Spaß. Dass Sams Pfad allerdings derart viele Leichen säumen und er selbst bei seinen einst so komischen Verhören nun jedweden Charme vermissen lässt, beraubt ihn alles, was ihn zuvor einmalig machte. Die Synchronstimme allein reicht einfach nicht, um Fisher-Flair zu vermitteln. Gegenspieler werden, einmal im Schwitzkasten, grundsätzlich getötet. Zuweilen schießt er ihnen gar noch in den Kopf, selbst wenn es viel unspektakulärer ginge. Ich habe beinahe zehn Minuten nach einer Möglichkeit gesucht, die Waffe wegzustecken, weil ich gar nicht einsah, jedem armen Wachmann das Gesicht wegzupusten. Auch die Ausrüstung vorrangig darauf aus. Drei von sechs "Hilfsmitteln" verursachen lautstarke Explosionen, Waffen mit Schalldämpfern sind rar, wenn man sie nicht selbst dran montiert. Taktische Raffinesse ist für die Katz', weil es anders viel schneller geht - ohne Sanktionen. Wozu einen Gegner als menschlichen Schild rekrutieren, wenn dessen Kameraden ohne zu zögern das Feuer eröffnen? Um drei Kugeln mehr einzustecken ...? Blödsinn! Fazit: Sam ist alt geworden. Man sieht es nicht nur an seinen grau-melierten Schläfen, sondern auch daran, dass er inzwischen lieber schießt denn schleicht. Aus Splinter Cell wurde just ein Third Person-Shooter; einige Level und Aufgaben zielen auf nichts anderes als auf nackte Ballerei. Und ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass Spiele sämtlicher Genres sich mehr und mehr ähneln. Sandbox-Aufguss Mafia 2, Stealth-Imitat Splinter Cell und Action-Rollenspiel Alpha Protocol unterscheiden sich punkto Spielmechanik kaum noch voneinander. Zwei Sterne hätte ich ungeachtet des Kopierschutzes schließlich allenfalls locker gemacht. Nicht, weil das Spiel derart lausig ist, sondern weil es im wahrsten Sinne aus der Reihe tanzt und nicht hält, was der Name verspricht. Vom Kauf würde ich demnach so oder so abraten.
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Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction (uncut) B0010WTCV0
Ubisoft
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Sam wechselt das Genre
Gleich vorweg: Ich habe Splinter Cell: Conviction nicht gekauft. Ein Freund tat es. Ich wusste zuvor um den aberwitzigen Kopierschutz und hätte den Teufel getan. Zudem beklage ich mich im Nachhinein ungerne, wenn ich es habe kommen sehen. Deshalb zum Thema "Böses Ubisoft" an dieser Stelle auch nicht mehr als ein Stern für Spiel und Spaß als Zeichen meiner Anteilnahme.
Ich schritt also mit einem Freund zu Werke - ein Level er, eines ich - immer im Wechsel. Bei Elf an der Zahl nicht viel Zeit, um sich mit den Feinheiten eines Stealth-Shooters vertraut zu machen. Wie praktisch, dass das hier gar keiner sein wollte. Nachdem man bereits für Double Agent das ausgefeilte Schleich-und-Versteck-System Chaos Theory's entschärft hatte, wurde die Spielmechanik nun vollends umgekrempelt. Ab sofort gilt:
1. Schatten sind 'was für Feiglinge. Dahin die Tage, in denen man mittels Mausrad die Anpirschgeschwindigkeit tarierte und im Schutze der Dunkelheit "Ich sehe was, was du nicht siehst!" spielen durfte. Es gibt nur noch "sichtbar" oder "unsichtbar", wobei "unsichtbar" ständig relativiert wird. Relativiert wie in "unsichtbar, bis die bösen Jungs die Fünf-Meter-Wohlfühlgrenze passieren" oder "unsichtbar, wenn die Wache keine Taschenlampe trägt", was weiß Gott nicht oft vorkommt. Wer den Wendepunkt der Gezeiten begriffen hat, hockt sich hinter eine Deckung und feuert aus allen Rohren. Menschenleben bedeuten ohnehin nichts mehr und zumeist ist es völlig belanglos, ob man unentdeckt bleibt ...
2. Mord und Totschlag. Schon klar, es geht hier um Pappis kleinen Liebling und da versteht dieser wenig Spaß. Dass Sams Pfad allerdings derart viele Leichen säumen und er selbst bei seinen einst so komischen Verhören nun jedweden Charme vermissen lässt, beraubt ihn alles, was ihn zuvor einmalig machte. Die Synchronstimme allein reicht einfach nicht, um Fisher-Flair zu vermitteln. Gegenspieler werden, einmal im Schwitzkasten, grundsätzlich getötet. Zuweilen schießt er ihnen gar noch in den Kopf, selbst wenn es viel unspektakulärer ginge. Ich habe beinahe zehn Minuten nach einer Möglichkeit gesucht, die Waffe wegzustecken, weil ich gar nicht einsah, jedem armen Wachmann das Gesicht wegzupusten.
Auch die Ausrüstung vorrangig darauf aus. Drei von sechs "Hilfsmitteln" verursachen lautstarke Explosionen, Waffen mit Schalldämpfern sind rar, wenn man sie nicht selbst dran montiert. Taktische Raffinesse ist für die Katz', weil es anders viel schneller geht - ohne Sanktionen. Wozu einen Gegner als menschlichen Schild rekrutieren, wenn dessen Kameraden ohne zu zögern das Feuer eröffnen? Um drei Kugeln mehr einzustecken ...? Blödsinn!
Fazit: Sam ist alt geworden. Man sieht es nicht nur an seinen grau-melierten Schläfen, sondern auch daran, dass er inzwischen lieber schießt denn schleicht. Aus Splinter Cell wurde just ein Third Person-Shooter; einige Level und Aufgaben zielen auf nichts anderes als auf nackte Ballerei. Und ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass Spiele sämtlicher Genres sich mehr und mehr ähneln. Sandbox-Aufguss Mafia 2, Stealth-Imitat Splinter Cell und Action-Rollenspiel Alpha Protocol unterscheiden sich punkto Spielmechanik kaum noch voneinander. Zwei Sterne hätte ich ungeachtet des Kopierschutzes schließlich allenfalls locker gemacht. Nicht, weil das Spiel derart lausig ist, sondern weil es im wahrsten Sinne aus der Reihe tanzt und nicht hält, was der Name verspricht. Vom Kauf würde ich demnach so oder so abraten.
Erlkoenig
13. September 2010
- = Spaßfaktor:
5
- Insgesamt:
5

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Ort: Rostock
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