Kundenrezension

94 von 102 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel Potential - jeden Cent wert, 13. Januar 2013
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Rezension bezieht sich auf: AMD FX 8320 Octa-Core Prozessor (3,5GHz, Socket AM3+, 16MB Cache, 125 Watt) (Personal Computers)
Die Suche nach der gewünschten CPU ist heutzutage nicht einfach. Gab es früher fast ausschließlich Single-Core Varianten, die man lediglich von der Taktung bzw. dem angegebenen Leistungsindex (z.B. "Athlon XP 1800+") unterscheiden brauchte, gestaltet sich das mittlerweile schwieriger. Die Multi-Core-Varianten haben sich längst durchgesetzt. CPUs zwischen zwei und acht Kernen (und mehr) stehen zur Auswahl. Dazu gesellen sich mittlerweile noch die Modelle mit integriertem Grafikkern. Wenn man es dann auch noch "wagt" eine AMD-CPU in die Suche mit einzuschließen, geht der Spaß erst richtig los.

Von AMD wird seit Jahren eher abgeraten. Und schnell wird man bei Diskussionen darüber zu den Lagern der AMD-Fanboys und Intel-Fanboys zugeordnet. Ich kenne die Posts fast in- und auswendig und bin dieser überdrüssig geworden. Es ist immer wieder das Gleiche: "AMD ist schlecht und Intel das Maß der Dinge".
So jedenfalls das Schubladendenken. Fest steht: Intel ist in den Disziplinen Leistung pro Rechenkern und Leistung pro Watt grundsätzlich vorne. Und AMD leistet sich mit der Vorstellung einer neuen CPU Generation auch schon einmal eine kleine Blamage (Phenom I, Bulldozer) und hinkt in der Technik (Fertigungsgröße/Nanometer) auch hinterher. Aber ist das alles? Klare Antwort: Nein.

AMD schafft es trotzdem immer wieder interessante Prozessoren zur Verfügung zu stellen. Letztes bekannteres Beispiel: die Desktop-Trinity-Modelle (z.B. A10-5800K). Deren Gesamtpaket ist leistungsmäßig bei Betrachtung des integrierten Grafikchips um einiges interessanter, als vergleichbare Intel-Prozessoren. Zwar kommt auch hier wieder die höhere Leistungsaufnahme ins Spiel; diese wäre aber auch bei einer zusätzlichen dedizierten Grafikeinheit vorhanden. Preislich sind die AMDs oft interessanter plaziert (die passenden Mainboards sind auch oft günstiger). Zudem ist die CPU bei den meisten Anwendern eh zu über 90% der Zeit im Idle (Stromsparmodus). Die Aufregung ist also völlig umsonst. Eine kleine Anmerkung vielleicht noch an dieser Stelle: Warum darf eine Grafikkarte über 200 Watt verbrauchen (es stört niemanden) und bei einer CPU, die 125 Watt benötigt werden die Keulen ausgeteilt? Ich verstehe es nicht.

Kommen wir nun zum eigentlichen Produkt.
Beim FX 8320 bzw. allen Modellen aus dieser Baureihe („Vishera“, „Piledriver“) handelt es sich um eine überarbeitete Variante der Bulldozer-Architektur und den Quasi-Nachfolger des FX 8120. Und diese Änderungen haben sich gelohnt.

Die Änderungen im Detail:

• Unterstützung von FMA3, welches von Intel mit der Haswell Architektur eingeführt wird
• Instruktionen zur Bit(masken)manipulation: BMI1 (Intel kompatibel) und TBM (AMD-spezifisch)
• Unterstützung für Gleitkommazahlen halber Genauigkeit: F16C
• Überarbeiteter und schnellerer L2 Cache
• Neue Clock-Mesh (Nur bei Trinity Version)
• Doppelt so großer Level 1 TLB für Daten (64 statt 32 Einträge)

Das Fazit der Presse bei der Vorstellung war durchweg positiv. Einige Auszüge:

ComputerBase: „Auferstanden aus Ruinen“; „...und am Ende heißt es auch in diesem Fall wieder: Operation gelungen!“

PC Games Hardware: „Der FX-8320 bietet für 155 Euro eine enorm hohe Anwendungsleistung bei Multithreading und deklassiert hier jegliche preisliche Intel-Konkurrenz“

Natürlich wurde auch hier wieder der Stromverbrauch gerügt. Aber auch hier nochmal eine kleine Anmerkung: Eine CPU, die zwar mehr Strom verbraucht, aber schneller fertig ist (Rendern), ist unterm Strich weniger leistungsineffizient.

Ich habe mich für diese CPU entschieden, weil sie - wie schon erwähnt - ganz klar bei der Anwendungssoftware punktet. Ich möchte mich vor allem verstärkt in die Virtualisierung stürzen. Und wenn man den einzelnen, virtuellen Maschinen mehrere Kerne zuweisen kann und am Ende für den Hauptrechner auch noch etwas übrig bleibt, ist das eine feine Sache.
Natürlich wird auch gezockt. Und da wird es wohl kaum ein Spiel die nächsten drei Jahre geben, mit dem die CPU nicht fertig werden sollte.

Es sei denn, man zählt sich zum Lager der Qualitäts-Neurotiker, die beim Zocken alles auf High-End stellen wollen. Die greifen dann doch besser zur Intel-Konkurrenz.

Wenn es auch etwas weniger sein darf, dem sei der Sechs-Kerner FX 6300 ans Herz gelegt. Der ist auf 95 Watt spezifiziert und für Gamer auch eine sehr interessante, da günstige Alternative. Der FX 8300, ebenfalls auf 95 Watt ausgelegt, steht in den Startlöchern und rundet die Achtkerner-Palette leistungsmäßig nach unten ab.

Ich bin bisher jedenfalls sehr zufrieden. Für rund 150 Euro (Stand: Januar 2013) bekommt man eine sehr leistungsfähige CPU, die zwar ein paar Schwächen hat, aber insgesamt doch sehr viele Stärken. Zudem unterstützt Ihr einen Hersteller, der es die letzten Jahre echt nicht leicht hatte und in der Schieflage ist. Das Herz der CPU – der „Die“ wird übrigens nach wie vor in Deutschland gefertigt (Dresden). Also auch noch „Made in Germany“ (naja nicht ganz: „Diffused in Germany – made in Malaysia).

*** Update ***

27.07.14: Seit über anderthalb Jahren werkelt der Prozi nun in meinem Rechner und ich kann nur sagen, dass ich mehr als zufrieden bin. Die Leistung für rechenintensive Anwendungen (Rendering, wie z.B. Blender / Computerspiele) ist auch heute noch mehr als ausreichend und ich bin mir sicher, dass sich daran in der nächsten Zeit nichts ändern wird. Übertaktet habe ich den Prozessor bis jetzt nicht. Warum auch? Was mir auch sehr gut gefällt, sind die niedrigen Temperaturen (15°C im Idle, ca. 40°C bei Last im Sommer, Dachwohnung), die für sich sprechen (CPU-Kühler: Alpenföhn Groß Clock'ner). Bei Intel Prozessoren ab der 3000er Serie (Ivy Bridge) muss man da schon selbst Hand anlegen (Heatspreader entfernen, bessere Wärmeleitpaste auftragen), um solche Werte zu erreichen.
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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 18.03.2013 13:44:58 GMT+01:00
beob8er meint:
Ich habe mich damals lange genug vorm Intel-P3 gesessen. AMD sei Dank, im Kampf um die damals notwendigen Taktraten. Sicherlich habe ich auch schon in der jetzigen Zeit des öfteren zu Intel rübergeschielt. Ich halte aber lieber die Fahnenstage für AMD, denn Konkurrenz belebt das Geschäft. Angesichts der Preise und der Kompatibilität bei AMD, habe ich eher die Möglichkeit meine Hardware aufzustocken bzw. zu erweitern. Ich kann Dir da nur zustimmen, was dem Stromverbrauch CPU & GPU angeht. Ich wünsche Dir noch viel Spaß mit dem neuen CPU.

Veröffentlicht am 15.06.2013 11:48:21 GMT+02:00
I.P. meint:
Hallo DukeWue,

Das mit der GPU ist ein Aspekt den man nicht unterschätzen kann, aber der Stromverbrauch ist auch noch höher wenn ein dedizierter Grafikchip eingebaut wurde (wie bei mir), Zusammen mit der Wärmeabgabe ist das eine unangenehme Mischung, der PC heizt die Bude und du darfst extra dafür zahlen.

Ich render nicht, keine Frage, aber Anwendungen unterstützen MEISTENS nur 4 Kerne, diese Aspekte waren Ausschlaggebend das ich mir einen Intel i5 3570K für 180 ¤uronen gekauft habe (wenn ich die Lebensdauer von Prozessoren berücksichtige, die steigenden Strompreise, dann wird aus dem 150-Euro-Prozessor ganz schnell ein kleiner Mobilfunkvertrag).

Die Marke ist mir Grundsätzlich egal, ich gehe nach Kosten- Nutzenfaktor und da ist Intel Momentan vorne. Selbstverständlich ist es lächerlich sich einen Xtreme Prozessor von Intel zu kaufen Preis- Leistung fürn Arsch.

Danke dir das du dir so viel Zeit genommen hast um diesen Artikel zu beschreiben!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.07.2013 23:09:27 GMT+02:00
Moin I.P.,
Ich will mir auch einen neuen PC anschaffen und tendiere zwischen AMD FX 8320 Octa-Core Prozessor und dem Intel i5 3570K. Das Problem ist das ich echte Entscheidungsprobleme habe. Welchen würdest du nur von der Preis/Leistung nehmen? (und nicht von Stromfressen)

Veröffentlicht am 27.09.2013 11:49:32 GMT+02:00
Erich Balling meint:
Hab mir nun auch diese CPU gekauft, da ich jede Woche 8-12 Videos für Youtube rendere. Zudem halte ich es so, dass ich 2-4 Kerne Spiel XY zuweise und 4-6 Kerne Sony Vegas. So kann ich Videos rendern, aber auch gleichzeitig anspruchsvoll und ohne Leistungsverlust daddeln. Zu dem Preis erhält man ein sehr flexibles Produkt, wenn man weis wie man die 8 Kerne einsetzen kann.

mfg

Veröffentlicht am 24.10.2013 15:42:50 GMT+02:00
N. Rogge meint:
Ich denke kaum das Intel länger halten wird außerdem sind die neuen Intel Sockel fürn Arsch ! Der LGA 775 mit seinen Kontaktknöpfen ist noch der beste. Ich freue mich schon auf die leute die in 3 - 4 Jahren Intel verfluchen :D

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.02.2015 06:30:54 GMT+01:00
Valyr meint:
@ N. Rogge
Einfach Peinlich.

@ Thema
Ich möchte noch dazusagen, auch bei Grafikkarten wird entzwichen sehr auf den Stromverbrauch geachtet.
Das ist also nicht so wie du sagst, bei einer (AMD) Cpu wird selbstverständlich der hohe stromverbrauch hervorgehoben da es cpu's gibt die das besser vormachen. Es gibt immer einen bezugspunkt bei so einer aussage, das ist in der Regel dann die CPU die, in diesem fall, die die beste leistung pro Watt generiert, egal ob das entsprechende Referenz produkt von amd oder intel kommt.

@Dr. Hans-victor Grueber
Kommt auf das anwendungsgebiet an, für den durschnittsnutzer eher den i5. (unten dazu mehr)
Bedenke bitte das der Stromverbrauch einen direkten einfluss auf das Preis/Leistungsverhältnis hat, je nach userverhalten mehr oder weniger. Aber selbst wenn man das aussen vorlässt wird in geschätzten 95% der Fälle der Intel die bessere Preis/Leistung bieten.

@thema
Das totschlagargument für 6 oder mehr kernen ist das der ''normale'' user damit schlichtweg nichts anfangen kann. Es gibt praktisch keine Anwendungen dafür.
@ Erich Balling
Ja, aber 8-12 Videos in der woche für youtube rendern WÄREND man spielt, ist nichts was der ''normale'' user macht.
- Aber klar, es gibt dafür sicherlich anwendungsgebiete - für den normalen Gamer, und das ist die mehrheit die derartig starke cpu's kauft, ist die komplette Architektur eigentlich nutzlos.

Anbei denke ich sowieso das, egal ob von AMD oder Intel, allgemein viel zu starke cpu's gekauft werden die für die nutzer praktisch keinen vorteil bieten, ausser vll das sie sagen können ''ich hab nen i7 12080'' oder sowas. Ich selbst nutze einen i5 3te generation (ivy bridge, eben wegen dem stromverbrauch.) Und selbst dieser ist praktisch immer unterfordert.
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