Kundenrezension

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5.0 von 5 Sternen Heimat und Herkunft, der ewige Zwiespalt, 12. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Ich küss dich, Kismet: Eine Deutsche am Bosporus (Broschiert)
*

Die erfolgreiche Autorin Hatice Akyün hat genug von den vielen Etiketten, die ihr aufgedrückt worden sind. 1972 kam sie als kleines Mädchen von Anatolien nach Duisburg und war zuerst das Türkenkind, dann das Bergmannskind, dann eine Deutsch-Türkin, eine Deutsche mit, politisch korrektem, Migrationshintergrund, um schliesslich heute als Muslima durchzugehen. Dabei kennt die Arme den Koran kaum und wird trotzdem ständig zu allen spezifischen Fernsehdiskussionsrunden eingeladen, da sie als türkische "Quotenfrau" überall allerhöchste Aufmerksamkeit erzielt. Ihre Meinung zur deutsch-türkischen Freundschaft, zur Integration oder zur Rolle der Frau im Islam ist gefragt!

In ihrem Buch "Ich küss dich, Kismet" (Schicksal) beschreibt sie eine Reise der Selbstfindung nach Istanbul. Akyün fühlte sich immer schon in Duisburg zuhause. Die Hochöfen, das Autobahnkreuz, die Strassen, die Parks, hier waren ihre Kindheitserinnerungen, hier hatte sie studiert, hier war sie verwurzelt, auch wenn sie heute in Berlin wohnt und arbeitet. Als alleinerziehende Mutter einer süßen kleinen Tochter stellt sie sich die Frage, wo sie eigentlich herkommt. Als sie in die Türkei aufbricht, kommt die Tochter zu den Ex-Schwiegereltern. Der türkische Taxifahrer fragt sie auf dem Weg zum Flughafen: „Geht es in die Heimat?“ – „Ja-.“ – „Und für wie lange?“ – „Für immer.“ Sie macht den Aufbruch wahr, von der die Generation ihrer Eltern immer nur geredet hat. Hatice Akyüns Heimat liegt in Akpinar Köyü, einem kleinen anatolischen Dorf, aus dem ihre Eltern 1972 in eine bessere Zukunft aufbrachen. Bei der Ankunft in Istanbul trifft Akyün auf ihre Schwester Fatma, die sie zur Begrüßung schief ansieht. „So kannst du hier nicht auf die Straße“, sagt sie ihrer Schwester und verwandelt sie erstmal in eine Glamourtürkin. "Du musst erst mal renoviert werden", meinte sie und Hatice dachte dabei auch an die kleine Wohnung, die sie von ihrem Vater geschenkt bekommen hatte un ddie sie in desolatem Zustand vorgefunden hatte. In Istanbul war für sie vieles total chaotisch, schleppend, problematisch, auch undurchsichtig. Die Wirtschaft der Türkei boomt, vieles verändert sich in rasend schnellem Tempo und die Autorin sucht nach einem Halt in all dem Chaos und vor allem in ihrem Selbstverständnis. Sie sucht gezielt nach einer deutschen Bäckerei, sucht nach deutschsprechenden Türken, um sich an ihren Wurzeln festzuhalten. Vor allem ihr Zeitverständnis ist nicht das selbe- sie ist immer viel zu früh bei Terminen. Und doch berührt sie der Besuch in Akpinar Köyü: „Ich stand auf dem Friedhof, und die Hälfte der Grabsteine trug den Namen meiner Mutter, die andere den Namen meines Vaters.“ Hier war auch Heimat. Doch sie stellt nach 6 Monaten in der Türkei fest, dass sie zwar von dort kommt, aber nicht mehr dort hingehört. Ihre Kultur ist in Deutschland. "Deutschland hat ein neues Gesicht, das Gesicht von vielen dunkelhaarigen Menschen mit braunen Augen, die auch das neue Deutschland verkörpern," sagt sie voller Stolz auf ihre Heimat Deutschland.

Akyün hat Istanbul die Chance gegeben, sie zu bekehren. Sie hat ihre Heimat gesucht und der Untertitel ihres Buches verrät alles: „Eine Deutsche am Bosporus“.
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Jouvancourt
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   

Ort: München

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