Kundenrezension

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Koch Media Film Noir (?) Collection, 27. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Der unheimliche Gast (DVD)
Es gibt Hunderte interessanter Werke aus dem Kanon des klassischen Film Noirs von 1941 bis 1959, die bis dato in Deutschland weder als BD- noch als DVD-Editionen vorliegen. Und es gibt die hochwertig editierte, einzige Reihe digitaler Bildträger in Deutschland, die solchen Filmwerken explizit gewidmet ist, die Film Noir Collection der Koch Media GmbH. Aber genau diese Serie, welche bis dato 17 Titel zählt, schafft es, inzwischen wiederholt Filme zu präsentieren, welche entweder nur am Rand oder rein gar nichts mit dem klassischen Film Noir zu tun haben.

So auch nun wieder, da mit Robert Siodmaks Unter Verdacht (USA 1944) als Nummer 16 ein im spätviktorianischen England angesiedeltes Gerichtsdrama veröffentlicht wird, was bestenfalls beiläufig als vom Film Noir gestreift durchgeht. Absolut nichts mit dem Film Noir zu tun, hat der Klassiker subtilen Horrorfilms Der unheimliche Gast (USA 1944) von Lewis Allen, der hier als BD und als DVD erscheinen wird, die 17. Veröffentlichung der Koch-Media-Reihe. Beide Filme sind erstklassig, vor allem letzterer ist in der Film Noir Collection aber völlig fehl am Platz.

Und so bleibt die Frage: Warum gerät ausgerechnet hier, wo editorisch Fachkenntnis markiert werden soll, die Auswahl vieler Titel derart daneben?
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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.03.2014 20:09:35 GMT+02:00
christine meint:
Hallo Matthias,
Du hast natürlich recht, dass ein Teil der hier veröffentlichten Filme gar keine Noirs sind, aber ich freue mich trotzdem auf diese Veröffentlichung, auch wenn ich mit meiner englischen DVD ganz zufrieden bin. "Tolle amerikanische Schwarz-Weiß-Filme der 30er bis 50er Jahre ohne bisherige deutsche Veröffentlichung" wäre vielleicht ein zutreffenderer, aber marketingmäßig schauriger Titel der Serie.
Ich suche ja noch dringend eine bessere Veröffentlichung von Litvaks "The Long Night" (die Cornerstone Media- DVD knarzt ganz schrecklich!), DAS wäre natürlich ein wahrer Veröffentlichungscoup. Ich träume mal weiter.
LG, Christine

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.03.2014 22:22:19 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.03.2014 22:22:40 GMT+02:00
Hallo Christine,
wie du siehst, vergebe ich vier Sterne, und ich vergebe Sie an den Film, nicht aber wegen dessen Erscheinen in der Film Noir Collection. Natürlich freut es auch mich, dass immerhin hier - neben der Arthaus Retrospektive inzwischen das letzte Forum für Kinoklassiker auf BD/DVD! - ab und zu einige Perlen der Vergangenheit erscheinen. Meine Kritik bezieht sich vor allem auf das, was hier nicht (!) herauskommt, obwohl es im Grunde genau hier erscheinen sollte: The Hitch-Hiker, The Glass Key, Raw Deal, Body and Soul, The October Man, Kiss Tomorrow Goodbye, Human Desire, The Long Night, Pitfall, D.O.A., New York Confidential... und Dutzende anderer Klassiker, deren Rechte selten noch bei den großen Studios liegen. Denn all die gibt es in vielen Ländern längst, in Deutschland aber nicht. Viele Grüße, Matthias

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.03.2014 23:18:55 GMT+02:00
christine meint:
Ach, Du machst mir den Mund ganz wässerig.
Gute Nacht, Christine

Veröffentlicht am 09.04.2014 14:22:09 GMT+02:00
Arno Nym meint:
Hallo Matthias, ich habe mir erlaubt, die Frage "Koch Media" direkt zu stellen. Hier die Antwort: "der Film Noir ist kein Genre an sich und eine genaue Defintion ist sehr umstritten. Wir halten uns bei der Auswahl voranging an die Devise, dass der Film Noir stilistisch betrachtet werden muss, als ein Film, in welchem die Einflüsse von Expressionismus und Neorealismus aufgegriffen werden. Wir sind daher der Meinung, dass beide Filme sich ganz gut in die Reihe einfügen. Bei der Titelauswahl berücksichtigen wir auch Titel, die bereits von Filmwissenschaftlern als Film Noir vorgestellt wurden." - Die Antwort macht es meines Erachtens nicht bessser, denn man Filme wie "You And Me" oder "Der General starb im Morgengrauen" als passend für die Reihe betrachtet, dann haben die Verantwortlichen scheinbar wenig Ahnung.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.04.2014 17:54:45 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.04.2014 17:55:26 GMT+02:00
Ja, ich stimme zu 100% zu. Die Antwort von Koch Media ist zwar gut gemeint, sie lässt quasi die richtigen Akkorde ertönen, aber die Titelauswahl bleibt gerade dadurch in Frage gestellt. 1. Der Neorealismus entwickelte sich erst im Italien der Nachkriegszeit, also parallel zum Film Noir in den USA. Relevant für den Filmstil des Film Noirs ab 1941 waren a) der Expressionismus der 20er und 30er Jahre und b) der Poetische Realismus im Frankreich der 30er, dazu natürlich der klassische Gangsterfilm in den USA - ebenfalls ab 1930. Und 2. sind genau die Titel "Der unheimliche Gast" und "Unter Verdacht" in der gesamten internationalen Sekundärliteratur zum klassischen Film Noir von Foster Hirsch über Alain Silver bis zu Eddie Mueller einfach nirgendwo genannt und zwar bewusst nicht. Massenweise Grusel- und Horrorfilme im Hollywood der 30er und 40er waren stilistisch vom Expressionismus beeinflusst und sind deshalb kein Film Noir. Und natürlich war Robert Siodmak ein Stilist und Pionier des Film Noir, aber mit "Unter Verdacht" (wie auch mit anderen Werken) eben nun mal nicht oder nur marginal.

Veröffentlicht am 24.04.2014 14:26:03 GMT+02:00
Ritschi meint:
Sehr geehrter Herr Merkelbach,

zum "unheimlichen Gast" kann ich mich nicht äußern, da ich diesen Film (noch) nicht kenne, wohl aber zum zweitgenannten Film:

"Unter Verdacht" ist ein Art Hybrid, der sich genreseitig nur schwer einordnen lässt und gehört, wie Sie richtigerweise anmerken, nicht gerade zum Kanon des klassischen Film Noir. Gleichwohl besitzt der Film einige typische Stilelemente, auf Grund derer man ihn durchaus auch unter diesem Sammelbegriff subsumieren kann: Ein ANTIHELD (Philip Marshall) wähnt sich auf Grund moralischer und gesellschaftlicher Sachzwänge in einer vermeintlich AUSWEGLOSEN SITUATION (Ehebruch) und trifft eine FATALE FEHLENTSCHEIDUNG, indem er einen Doppelmord begeht.

Angesichts dieser Merkmale (aber auch mangels einer allgemein anerkannten filmwissenschaftlichen Definition) erscheint eine Vermarktung von "Unter Verdacht" als "Film Noir" keineswegs abwegig, eher naheliegend. Viele Noirs, insbesondere die unüberschaubaren B-Movies, zeichnen sich mehr durch Form als durch Inhalt aus. So ist beispielsweise "Zeuge gesucht" -bildtechnisch betrachtet- ein Referenzexemplar, inhaltlich dagegen recht schwach. Bei "Unter Verdacht" ist es genau umgekehrt - er besticht vor allem durch filmkünstlerische Aspekte (Dramaturgie, Schauspielkunst, Dialoggestaltung), weniger durch optische Oberflächenpolitur. Zudem handelt es sich hierbei um eine echte Filmrarität, die bereits seit etlichen Jahren nicht mehr im Fernsehen zu sehen und deshalb mehr als überfällig war.

Ich freue mich jedenfalls darüber, dass dieser Film überhaupt als Kauf-DVD erscheint. So kann ich meinen unzulänglichen TV-Mitschnitt endlich entsorgen und meine Rezension unter einem deutschsprachigen Artikel einstellen.

Mit besten Grüßen
"Ritschi"

@Cristine: Vielen Dank nochmals, dass Du mich auf diese Neuerscheinung aufmerksam gemacht hast. Ich bin mir sicher: Der wird Dir gefallen!

Veröffentlicht am 04.06.2014 04:26:00 GMT+02:00
Ach, Leute. Wollt ihr einen sehr guten Film, der nie mehr im Fernsehen laufen wird und bisher nur als Import-DVD zu haben war, endlich einmal in einer vernünftigen deutschen Fassung sehen, oder darüber jammern, daß er unter der falschen Bezeichung "film noir" veröffentlicht wird? Anders als andere Veröffentlichungen auch nicht als "limitierte Edition", die nur den Preis hochtreibt. Mir geht es jedenfalls um den Film, nicht darum, was auf der Verpackung steht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.06.2014 11:14:20 GMT+02:00
Hallo Dr. Strangelove, kann ich an dieser Stelle über die dezidiert dem "Film Noir" zugerechnete Serie der Koch Media GmbH denn keine Aussage treffen? Ich sage überhaupt nichts gegen den Film, finde dessen VÖ durchaus begrüßenswert, gebe ihm die verdienten 4 Sterne, aber... dass in der "Film Noir Collection" bei 17 Titeln (seit 2008) insgesamt mal locker ein Drittel davon fast nichts mit Film Noir zu tun haben, während Hunderte (!) von Film-Noir-Klassikern in Deutschland noch nie auf einer DVD erschienen, ist einfach enttäuschend. Wie immer man es dreht und wendet: Der Umgang mit Filmklassikern in Deutschland ist schlicht verbesserungswürdig. Und insofern ist natürlich jede ungekürzte Edition in guter Bildqualität auch erfreulich, klar!
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