Kundenrezension

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas durchwachsen ..., 6. März 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Back on the Streets (Expanded Edition) (Audio CD)
... präsentiert sich das im Frühjahr 1978 aufgenommene Album "Back On The Streets" von Gary Moore, der sich hier noch spür- und hörbar auf der Suche nach seiner musikalischen Identität befindet: Während die eine Hälfte des Albums Colosseum II-inspirierten Jazzrock bietet, gibt's auf der anderen Hälfte eher traditionellen (Hard-)Rock a la Thin Lizzy zu hören. Das mag man abwechslungsreich finden, lässt das Album allerdings auch seltsam zerrissen klingen und hat zudem den Nachteil, dass man schon beide Musikrichtungen gleichermaßen mögen muss, um das Album über seine gesamte Länge hinweg genießen zu können. Mir ist das - als jemandem, dem Thin Lizzy und Gary Moores Virgin-Alben der 80er deutlich näher sind als Colosseum II - einigermaßen schwer gefallen.

Hauptgrund hierfür sind die drei reinen Instrumentals "Flight Of The Snow Moose", "Hurricane" und "What Would You Rather Bee Or Wasp", die mit 17 von 37 Minuten beinähe die Hälfte der Spielzeit des regulären Albums einnehmen. Technisch ist das natürlich höchst beeindruckend, was Gary Moore hier an der Gitarre abliefert, aber während er sein Gitarrenspiel auf späteren Alben - bei aller Prägnanz - beinahe immer in songdienlicher Weise einbringt, ist es hier derart dominant und ist das hier in einem solchen Maße reines Gitarrengefrickel, dass ich diese Stücke eigentlich nur langweilig, anstrengend und nervend fand. Der Titelsong und "Fanatical Fascists" sind brauchbare, aber auch nicht wirklich starke Rocksongs, während die Highlights ganz klar eine bluesige Fassung des Lizzy-Klassikers "Don't Believe A Word" und die Traumballade "Parisienne Walkways" sind, welche Gary Moore in England gar einen wohlverdienten Single-Hit bescherte und dazu beitrug, ihn einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Insgesamt für mich nur ein Drei-Sterne-Album, wobei ausgesprochene Gitarrenfreaks und dem Jazzrock etwas mehr zugetane Musikfreunde beruhigt noch einen Stern draufschlagen können. Wer ein Freund von Gary Moores Alben zwischen "Corridors Of Power" (1982) und "After The War" (1989) ist, dem sei an dieser Stelle definitiv eher zu dem bereits Anfang 1981 aufgenommenen, in Europa allerdings erst 1984 veröffentlichten "Dirty Fingers" geraten, das als Quasi-Vorgänger von "Corridors Of Power" Rock am laufenden Band - und mit "Rest In Peace" zudem eine Killerballade - bietet und völlig ohne Jazzrock auskommt.

Kurz zur Qualität dieser Wiederveröffentlichung aus dem Jahre 2012: Remastered hat Andy Pearce, der bereits bei der Saxon-Box "The Carrere Years" hervorragende Arbeit geleistet hat und auch hier überzeugt. Loudness War und übermäßige Dynamikkompression hatten erfreulicherweise keine Chance (das Album hat einen DR-Wert von 11); lediglich die Gitarren klingen mir gelegentlich einen Hauch zu schrill, aber insgesamt klingt das Album klar besser als frühere CD-Veröffentlichungen. Die Bonustracks sind unspektakulär und waren auch schon anderenorts zu bekommen: "Track Nine" (noch ein nerviges Instrumental) und "Spanish Guitar" in gleich dreifacher Ausfertigung - eine hübsche, aber nicht weltbewegende Ballade. Da hätte es definitiv noch haufenweise Rareres und Besseres gegeben, allem voran die beiden bis heute unveröffentlichten Session-Outtakes "Track Ten" (eine rein instrumentale Ballade) und "Road To Pain" (eine langsame Pop-Ballade). Die Bonus-Sektion fällt also, wie bei vielen Wiederveröffentlichungen, wieder einmal reichlich enttäuschend aus, d.h. auch hier herrscht insgesamt nicht mehr als Drei-Sterne-Niveau.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 

Kommentare


Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.06.2014 22:47:23 GMT+02:00
Falke meint:
"Technisch ist das natürlich höchst beeindruckend, was Gary Moore hier an der Gitarre abliefert, aber während er sein Gitarrenspiel auf späteren Alben - bei aller Prägnanz - beinahe immer in songdienlicher Weise einbringt, ist es hier derart dominant und ist das hier in einem solchen Maße reines Gitarrengefrickel, dass ich diese Stücke eigentlich nur langweilig, anstrengend und nervend fand."

Wenn ich bösartig wäre, würde ich sagen, dass jemand, der Moores "Flight of the Snow Moose" als "Gitarrengefrickel" bezeichnet, auch Robert Schumanns "Rheinische" als Lärm bezeichnen würde. Klar ist, dass Moore in den Instrumentalstücken von klassischer Musik inspiriert ist, am ehesten vielleicht von Korsakovs "Der Hummelflug". Da er alles mit E-Gitarre umsetzt, sehe ich das schon als große Kunst an. Man muss sich auf die Songs einlassen und sehen, ob sie passen. Ich denke, dass Moore die Bewegungen eines Schnee-Elchs in "Flight of the Snow Moose" musikalisch gut nachbildet. Jedenfalls kann ich mir das gut vorstellen. Bei der Komposition "Hurrican" habe ich größere Probleme, was auch damit zusammenhängt, dass ich nie einen Hurrican erlebt habe (zum Glück). Moores Song vermittelt aber einen sehr bedrohlichen Eindruck (vor allem auch durch den Schlagzeugeinsatz).

Vielleicht braucht man etwas länger, um die Qualität der Songs zu erkennen. Aber irgendwann kommt man auf den Trichter, dass auf dem Album alle Songs gut sind.
‹ Zurück 1 Weiter ›

Details

Artikel

Rezensentin / Rezensent


Top-Rezensenten Rang: 34.811