Kundenrezension

16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Legenden der Leidenschaftslosigkeit oder 'Ich will nicht das Du das siehst" - die Leiden der jungen Bella, 21. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht, Teil 1 (Amazon Instant Video)
Warnung: Spoiler ahead!
Vorab: Ich habe sämtliche Bücher der Twilight Reihe verschlungen.
Beim Lesen war's auch amüsant, alles aus der Perspektive der beständig um sich selbst kreisenden Bella zu erleben.
Diese Nabelschau kennt man ja von sich selbst...mit 16 ist man eben der Mittelpunkt der Welt und gelegentlich stark verwundert, das es nicht MIB like anfängt zu regnen, wenn man Kuschelrock hörend daheim sitzt und angesichts der Ungerechtigkeit der Welt in Tränen zerfliesst.
Und genug Identifikationspotential bietet die leicht tollpatschige Figur der Bella in den Büchern ja auch.

Leider wirkt das Ganze dann verfilmt eher unfreiwillig komisch, und identifizieren kann und möchte man sich mit der Bella dann wohl auch nicht mehr.
Miesepetrig und blass stapft sie durch die Filme, und man muss sich schon sehr wundern, das nicht nur ein jahrhundertealter Vampir (an dieser Stelle ein beherztes WTF - dieser 'Greis' in Gestalt einer immer übernächtigt wirkender Blassnase wählt wirklich eine pampige 16jährige Vollpubertierende als Objekt der Begierde ?!?!???) nie endendes Interesse entwickelt, sondern auch noch ein Werwolf.
Aber genug des Vorgeplänkels...

Die Filme musste ich mir mit einer jüngeren Verwandten ansehen - für diesen Teil reservierte sie wohlweislich eine Spätvorstellung eine Zeit nach dem Kinostart.
Die Vorgänger waren immerhin immer mal für einen Lacher gut, nicht zuletzt weil diese Filme sich so ernst nehmen und dermaßen dramatisch daherkommen, das sämtliche Teile der Dark Knight Reihe von Christopher Nolan im Vergleich wie heitere, lebensbejahende Komödien wirken.

"Twilight Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht Teil I" setzt hier aber noch einen drauf.

Bereits bei den Vorbereitungen für die Hochzeit wirkt Bella, als solle sie ihrer eigenen Beisetzung beiwohnen.
(btw: unfassbar, was dieses Kind alles unternimmt, nur um den sturen steinharten Freund zu sexuellen Aktivitäten zu bewegen. Sie heiratet, obgleich sie die letzten x Filme damit zugebracht hat, dies abzulehnen.)
In ihrem Fall bedeutet die Hochzeit gleichzeitig auch Abschied von ihrer Familie, da sie sich zum Vampir umwandeln lassen möchte, und davon ausgeht danach nmd mehr wiedersehen zu können.
Die Zeremonie selbst wird dann - nach endlos langem, wie in Slo Mo anmutendem Einmarsch - eher nach dem Prinzip 'kurz&knackig' abgehandelt.
Hochzeitscrasher Jacob beweist seinen Sinn für Timing und sagt ihr kurz nach erfolgter Vermählung während der Feierlichkeiten, wie abartig ihre Pläne und was für eine Monströsität sie selbst werden wird.
Dann folgt wieder ein Highlight, als er sich in einen der visuell jämmerlichen CGI Wölfe verwandelt und jammernd davonhüpft.

Daraufhin folgen die Flitterwochen und die lang ersehnte Hochzeitsnacht.
Es gibt also fahles Knochenklappern im mondbeschienenen Wasser (selbstverständlich jugendfrei, es ist ein bisl wie bei der Passionata Werbung aus den 90gern - der BH fällt erst wenn man die tumorgleich hervorstechende Wirbelsäule sieht und sonst nix), und am nächsten Morgen sieht man, das Eddie im Schlafzimmer gewütet haben muss wie der Fuchs im Hühnerstall - Federflug dank zerrissener Kissen, und zerstörtes Mobiliar inklusive.
Bella hingegen ähnelt entfernt einem Dalmatiner, da sie nun mit einigen Hämatomen optisch aufgewertet wurde (nun...immerhin etwas Farbe).
Aber: sie ist glücklich, hat bekommen wonach sie sich so ewig sehnte, sitzt noch liebestrunken auf dem Bette und lässt gedanklich die Liebesnacht Revue passieren - und dann kommt Eddie, der zu seiner gewöhnt steinernen Art zurückgefunden hat.
Es folgt ein Meilenstein der Filmgeschichte, was Dialoge unter Liebenden betrifft.
Er quakt unerträglich larmoyant und unsensibel vor sich hin (Blaue Flecken auf Deiner Haut / ich bin eine Missgeburt / verzeih ich mir nie), sie hält mit devoten Lobgesängen auf seine sexuellen Fähigkeiten und Liebeserklärungen dagegen an.
Nachdem er ihr dann lebenslange Abstinenz in Aussicht gestellt hat, fragt er nach ihren Wünschen fürs Frühstück.
UNFASSBAR.
(Man versuche sich nur mal ansatzweise in ihre Lage zu versetzen: gerade die große Liebe geheiratet, das erste mal überhaupt Sex gehabt - und dann zeigt Dir Dein gegenüber die kalte Schulter. Wie romantisch.)
In der darauffolgenden Zeit bettelt sie ihn förmlich um Zuwendung und sexuelle Kontakte an, er weicht stets mit waidwundem Blick aus.
Zwei Wochen nach dieser unheilschwangeren Nacht stellt Bella fest, das sie nun einen VampirMensch Hybriden in sich trägt.
Ironischerweise hat die Familie ihres Angebeteten mehr dazu zu sagen als Monsignore selbst (er sieht ihr stumm beim Speien zu, da klingelt ihr Handy und die liebe Familie erfährts), welcher nur auf rasante Weise die Koffer packt und sein schönstes Darmgrippegesicht zeigt.
Aus seiner Sicht gibt es nur eine Lösung 'Wir fliegen Heim, Vater wird das Ding aus Dir herausholen'.
Bella hält dagegen und so beginnt ihre lange Leidenszeit.
Betonung auf lang.
Sehr lang.
Unerträglich lang.
Die bislang nicht allzu geliebte 'Schwester' Rosalie wird zu Bellas einziger Verbündeter, der Rest der Familie und natürlich allen voran Eddie versuchen, sie zur Abtreibung zu motivieren.
Während Bella sich äußerlich immer mehr zu Christiane F mit Wasserbauch verwandelt, gibt es natürlich noch ein bisl Nebenherhandlung rund um's Haus der Cullens: Die Werwölfe proben den Zwergenaufstand, sowohl untereinander als auch gegenüber den Vampiren, Bellas Vater wird auch immer trauriger....achja...Weltuntergangsstimmung und Grabesstille.

Leider wird nur allzu deutlich, wie sehr die Drehbuchautoren um jede Minute Film gekämpft haben - es passiert einfach nix.
Es gibt zwei Höhepunkte: 1. Hochzeit/Flitterwochen und 2. Entbindung/Verwandlung.
Da der erste Höhepunkte noch schnell abgehandelt war, muss die Zeit bis zur Entbindung irgendwie gefüllt werden.
Leider nicht mit Charakterzeichnung oder Weiterentwicklung der Figuren, sondern nur mit viel unwichtigem Füllmaterial.
Bella leidet.
Eddie schmollt.
Die Familie ist in Sorge.
Das Werwolfrudel grollt und knurrt.

Über weite Strecken sieht man nur den Verfall Bellas, die von ihrem kleinem Insassen ähnliche gequält wird wie die Crew in Alien von den gleichnamigen Parasiten.
Sie trinkt also Blut, lässt sich malträtieren und schwört dem Kind ihre Liebe.
Kurz vor zwölf hört Edward plötzlich die Gedanken des Kindes und spontan erlischt sein Mordwunsch - und er lächelt nach 100 melancholischen Minuten wieder.
Derweil gibt das Kind weiter Zirkusvorstellungen, saugt Bella weiter aus, bricht ihr beim Stramplen munter die Knochen und zu guter letzt auch das Rückgrat.
Die Geburt (eine Art Kaiserschnitt mit Vampirzähnen ausgeführt) dürfte bei vielen 13jährigen vorerst die eigene Familienplanung ins ewige Eis geschickt haben.
Gut dass das werte Publikum zuvor 130min zum Popcornessen hatte.
Wohl bekomm's!

Die Verwandlung Bellas mutet dagegen fast nostalgisch an - ich fühlte mich bei der Reise durch die Blutgefäße und Organe stark an eine alte Folge 'es war ein mal das Leben erinnert' und war fast enttäuscht, das keine Zelle sprechenderweise eine Führung gab.

Kurz nach der 'Geburt' lösen sich dann sämtliche Probleme rappzapp in Wohlgefallen auf - der gute Jacob wird auf den kleinen Wurm geprägt (&entwickelt regelrecht hellseherische Fähigkeiten, als er in einer Vorausschau Minibella bis zum Teenie morphen sieht...mal ernthaft - ein 18jähriger und ein Neugeborenes?! Da zuckt meine Augenbraue...), der drohende Kampf mit den anderen Werwölfen wird daraufhin in einer schier endlosen Sequenz via Telepathie verhindert (oha...er ist geprägt...ja dann Jungs...da können wir nix tun...los, wir gehen Hasen jagen, die schmecken auch...subbi) und Friede ist im Wald.

Bella erblüht dann in der letzten Filmminute zur richtigen Schönheit heran...nicht nur das sich sämtliche Kncoehnbrüche richten, nein, auch ihr Haar erhält neuen Schwung und beeindruckendes Volumen. Auf magische Weise geht die Vampirisierung uch mit bronzefarbenen, stark aufgetragenem Lidschatten sowie Eyeliner einher...(Visagistin inside?).
Ein Augenschlag ist ihr vergönnt uuuuuund
ENDE.

Amen.
dieser Film beeindruckt durch absolute Gefühllosigkeit, und das gerade in dem Teil in dem diese über 3 Teile aufgebaute und hochstilisierte Liebesgeschichte ihren glanzvollen Höhepunkt finden sollte.
Außer den Lippenbekenntnissen bekommt man keine Zuneigungsbekundungen mit, und das liegt nicht zugleich an Eiskönig Edward, der sich den gesamten Film affektiv nivelliert von allen distanziert und das macht, was er am besten kann: sich selbst Vorwürfe.
Bella/Stewart hat zumindest 2x gelächelt - da schweige ic gnädig zu ihren sonstigen Leistungen.
Wobei es wirklich absolut ersatunlich ist, das sie so an dem kleinen Parasiten hängt - und an ihrem Ehemann, der sich gewiss keine Hoffnungen auf den PReis als 'Ehemann des Jahres' machen müsste.
Der Film zeichnet sich vor allem durch unglaubliche Längen aus - in jeder Folge GZSZ oder Grey's Anatomy bekommt man mehr geboten und erfährt mehr über die Charaktere als bei diesem Glanzstück.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 22.08.2014 01:17:18 GMT+02:00
Chilischote meint:
Danke für die hochunterhaltsame Rezension! ;o)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.09.2014 21:48:06 GMT+02:00
Aridwen meint:
Besser hätte man es nicht sagen können! Herrliche Rezession, sehr unterhaltsam und allemal besser, als der Film selbst!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.10.2014 04:29:16 GMT+02:00
SmilingJeany meint:
Danke danke...mir hat das Verfassen auch deutlich mehr Spaß gemacht als der Film... ;)

Veröffentlicht am 08.10.2014 17:22:12 GMT+02:00
Mario meint:
Man muss dem Film aber zugute halten, dass er besser ist als Teil 2, mit der dauerdepressiven Bella. Da fehlte eigentlich nur die Ritzszene um vollkommen zum Emo zu werden. Hier wirkte sie dagegen fast euphorisch.
Was mich aber die meiste zeit aufgeregt hat sind Stewarts Hasenzähne. Wenn man ein scheiß Gebiss hat einfach ma Fresse schließen, die wirkt als ob sie sich jede Minute auf die Unterlippe beißt. Ich weiß das häts nicht viel besser gemacht aber die Rolle der Bella hätte man weit besser besetzen können

Veröffentlicht am 19.10.2014 16:38:56 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.10.2014 16:39:55 GMT+02:00
LORD BÄRCHEN meint:
"den film mit einer jüngeren verwandten anschauen"
ha ha......ICH AUCH! na ja, mit der tochter eines freundes- kommt aufs gleiche raus.
aufgrund meiner schockstarre nach dem film war ich nur zu einer kurzen betrachtungsweise in der lage, aber die twilightfans ließen mich bitterlich büßen!
JULI 2014! ok, könnte der grund sein, warum diese fanbestien nicht über dich herfielen! amüsant geschrieben, JEANY!

;-)

Veröffentlicht am 21.10.2014 11:52:47 GMT+02:00
Voja meint:
Vielen lieben Dank für diesen herrlichen Kommentar zu dem nicht ganz so herrlichen Film. Ich bin selber Fan der Bücher (auch wenn Bella mich ab Teil 3 nur noch genervt hat) und empfinde die Filme als Misshandlung eben jener.
Deine Rezension trifft den Nagel auf den Kopf und gefällt besser als dieser absolut langweilige Film.
Einen Daumen nach oben :D
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