Kundenrezension

80 von 103 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Eindruck mit Tendenz zur Zwiespältigkeit in der B-Note..., 20. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nikon D5300 SLR-Digitalkamera (24,2 Megapixel, 8,1 cm (3,2 Zoll) LCD-Display, Full HD, HDMI, WiFi, GPS, AF-System mit 39 Messfeldern) Kit inkl. AF-S DX 18-105 VR Objektiv schwarz (Elektronik)
Mein Mauscursor ging eben ein paar Mal zwischen "3 Sterne" und "4 Sterne" hin und her - ich habe mich in bewährter Skeptokratie aus verschiedenen Gründen für 3 Sterne entschieden. Zur Erinnerung: für das Amazon Bewertungssystem heißt das "nicht schlecht".

Sorry, wenn es gleich stellenweise ein bißchen sehr speziell wird - einfach drüberlesen, wen es nicht interessiert.

Bevor ich ins Detail gehe sind ein paar Hintergrundinformationen vielleicht zur richtigen Einordnung meiner folgenden Kommentare hilfreich.
Eine "Spiegellose" wollte ich nicht - nennt mich ruhig altbacken, mir macht das nichts.
Ich photographiere schon sehr lange, habe als Junge in meiner Freizeit in einer Fruchtsaftverwertung Flaschen gespült um mir meine erste SLR kaufen zu können (eine Praktica mat...) Viele Jahre später habe ich dann beruflich fast zwei Dekaden lang ausschließlich Mittelformat und nur für den Print-Bereich fotografiert. Ein bißchen Erfahrung mit Photographie habe ich also.

Die D5300 habe ich mir für einen bestimmten Zweck zugelegt: sie sitzt die allermeiste Zeit auf einem speziell angefertigten Reprostativ und macht Reproduktionen von meinen Zeichnungen und Aquarellen. Dabei handelt es sich nicht um Pläne oder Konstruktionszeichnungen, dafür nimmt man nämlich besser den Computer.
Meine Bilder sind im Format zwischen 40x65 cm und 70x100 cm groß und die Reproduktionen werden vorrangig für den Druck, unmittelbar an zweiter Stelle der Wichtigkeit für mein Archiv benötigt. Der Druck eines Bildes von 70x100 cm erfordert für mittelmäßigen Offsetdruck in Originalgröße eine Mindestauflösung von 8.300 x 11.900 Pixeln (also 88 MPix) für den anspruchsvollen Kunstdruck 16.800 x 24.000 Pixel (= 384 MPix).
Weil ich mir keine der Aufnahmelösungen, die das am Stück ermöglichen (Hasselblad, Leaf...) leisten kann, dachte ich mir, daß ich mit einer guten Stitching-Lösung, einem brutal stabilen Reprostativ und einer ordentlichen kleinen Spiegelreflex ebenfalls zum Ziel kommen könnte. Um die an dieser Stelle möglicherweise unerträgliche Spannung aus diesem Text zu nehmen: es funktioniert in der Tat.

Ich hatte im Vorfeld die Gelegenheit, mit der Nikon D5200 einer Bekannten und einer Canon EOS 70D aus der Verwandtschaft meine Theorie zu überprüfen. Die Canon hat ihre Stärken sicher woanders, und das galt sowohl für eine 50er Festbrennweite als auch für ein sündhaft teures 24-70 Zoom.
Die D5200 mit dem DX 18-105 lieferte hingegen geradezu lachhaft gute Ergebnisse ab, die selbst mit dem ebenfalls geliehenen AF-S 50 1.8 G nicht zu schlagen waren.

Für meine eigene Anschaffung habe ich mich dann für die etwas teurere D5300 entschieden, weil bei ihr der Tiefpassfilter weggelassen wurde. (Allerdings konnte mir noch niemand erklären, wieso das *Weglassen* einer technischen Einrichtung den Preis des Endproduktes *erhöhen* muß...)

Der unmittelbare Vergleich in der fertigen Bilddatei zeigt ein besseres Ergebnis bei der D5300, und zwar in hohem Maße da, wo es um das Abbilden besonders feiner Strukturen geht. Der Papierfilz vermittelt seine Charakteristik, und selbst feinste Linien sind in ihrer Darstellung auf einer Ebene, die eine High-End Kunstreproduktion mühelos einholt (oberhalb von 100% gibt es kein "Überbieten" mehr).
Wenn Ihr das zuhause nachmachen wollt: der Workflow ist KameraNEF zu DxO zu AutopanoGiga. Es funktioniert *nicht* mit einem normalen Reprostativ, man braucht eine Brückenlösung.

Im Bezug darauf bin ich also mit meiner Entscheidung sehr zufrieden (schon, weil ich wieder einmal Recht hatte...).

Aber.

Natürlich bietet es sich mir an, wenn man den schon mal brauchbare 24 Mpixel machen kann, auch meine Skulpturen zu photographieren, und für die Referenzaufnahmen ist meine Fuji dann vielleicht auch schon ein bißchen zu alt.
Sobald es um die Anschaffung notwendigen Zubehörs geht (mit der neuen Kamera will ich natürlich auch ein bißchen Spaß haben, sie ist ja putzig und recht portabel) kommt man sich, mit Verlaub, restlos versch...ummelt vor. Bitte, Herrschaften: ein Akku für 79 Euro? Ein Infrarotauslöser für 39 Euro? Eine Netzadapter-"Lösung" für zusammen fast 160 Euro? Seid Ihr mit dem Klammersack gepudert?
Und: kein Batteriegriff für das Ding? Und wo tu' ich meinen kleinen Finger hin?

Um hinten anzufangen: einen Batteriegriff gibt es von einem Drittanbieter: MeiKe MK-D5300, für ein bis zwei EN-EL14(a) Akkus. 36,99, versandkostenfrei, aus Deutschland, war innerhalb 24 Stunden da. VHBW verkauft kompatible Akkus für 39,90 - DREI Stück... und liefert einen kompletten Netzadapter (die schwachsinninge Akku-Attrappe mitsamt dem Spannungswandler) für 34,90. Der Infrarotauslöser ist mit 9,95 nicht überbezahlt.

Wenn man zudem in so etwas ähnlichem wie einem Atelier arbeitet, wo vermutlich auch der eine oder andere Computer herumsteht, da liegt es nahe, sich um eine tethering-Lösung umzutun. Zumal die D5300 ja eine WiFi Anbindung ermöglicht. Pustekuchen.
Die Kamera läßt sich über Tablets/"smart"Phones genau soweit steuern, daß ein Spät-Teenie seine Facebook-Selfies damit knipsen kann. Echte Funktionalität wird der Werbewirksamkeit und den schlechten letzten Quartalsergebnissen geopfert - und sowieso, mit einem Betriebssystem-Exoten wie Windows 7 will die Nikon doch nichts zu tun haben. Weil die CaptureNX-Probe, die ich mir geladen habe, mich sowieso im Vergleich zu DxO (zum gleichen Preis) so garnicht überzeugen konnte, habe ich mich auch für die Fernsteuerung auf die Suche nach etwas anderem gemacht.

Unter der Bezeichnung "digiCamControl" (die Domain heißt digicamcontrol pünktchen com) bietet der Programmierer Duka Istvan eine USB-basierende Lösung an (die wireless im Zusammenspiel mit einem Tablet funktionieren soll. Ich zweifle nicht daran, aber das habe ich nicht probiert). Das Program ist ein Füllhorn, ich bin längst noch nicht durch: Automatisiertes Schärfentiefe-Stacking , Bracketing, Intervallauslösung, Langzeitbelichtung, Live-View auf dem Rechner, Bildübertragung, Multi-Kamera-Steuerung, und, und, und....
Der Preis ist recht günstig: 0,00 Euro: Freeware. Mir war sie eine Spende wert. Aus dem Text bis hierher ist ja wohl schon hervorgegangen, was ich für ein Geizkragen bin, und wenn *ich* freiwillig 50 Euro rausrücke, dann heißt das was.

Bevor ich jetzt resümiere noch zwei Dinge, die mich an der D5300 nerven:
Wie ich oben schon angemerkt habe: die Kamera ist unten (in Fahrtrichtung rechts) zwei Zentimeter zu kurz. Obwohl der Batteriegriff optisch nicht der volle Brüller ist, tut er viel für die Ergonomie des Gehäuses, ganz besonders, wenn man mit einer schwereren Linse anrückt.
Der zweite Punkt sind die Autofokuszeiten im Live-View-Modus. Das Gepumpe ist nicht mehr wirklich auf der Höhe der Zeit.

Und zum Schluß das angedrohte Resumeé: Alles in allem drei Komma fünf Sterne - besser als "nicht schlecht", aber auch kein uneingeschränktes "gefällt mir". Die Bildqualität, die die Kamera unter kontrollierten Bedingungen abliefert, ist schlicht super, zieht man den Preis des Gehäuses ins Kalkül. Das AF-S 18-105 DX schlägt, gefühlt, zehnmal so teuere andere Linsen. Für die Repros steht es auf 55 mm, die (minimalste) Verzeichnung, die es produziert, bügelt DxO zu excellenten Ergebnissen aus.
Was die Stimmung vermiest, ist die Melker-Mentalität zusammen mit dem Proprietäts-Unsinn. Der ist keineswegs nur Nikon-spezifisch, ärgert mich aber trotzdem, erhält mir andererseits aber so meine Kritikfähigkeit auch im Alter.

Würde ich sie mir wieder kaufen? Zwei Tage nach Eintreffen: nein. Jetzt, wo ich mir in mühseliger Kleinarbeit einen Weg ergoogelt habe, wie ich dem Melkschemel ausweichen kann, ja.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 

Kommentare

Von 3 Kunden verfolgt

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-10 von 11 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 09.03.2014 02:36:11 GMT+01:00
J. Lietz meint:
Batterien und Fernauslöser sind billiger, wenn man sie von Fremdanbietern kauft und Software von spezialisierten Softwarefirmen ist besser als die der Kamerahersteller. Nach dieser Logik kann bei ihnen ja keine Kamera mehr als 3 Sterne bekommen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.03.2014 07:25:47 GMT+01:00
M. Armbrust meint:
Hm, ja - dafür lasse ich mir aber nicht das Licht in Säcken ins Haus tragen, nur weil die Säcke hübsch teuer sind.

Veröffentlicht am 31.03.2014 08:31:28 GMT+02:00
Johann meint:
M.Armbrust hat einfach recht diese ganze Abzockestrategie die aber mittlerweile eigentlich alle Anbieter fahren ist echt zum Kotzen und daher sind 3 Sterne eh schon toll

Veröffentlicht am 24.04.2014 12:19:01 GMT+02:00
frankjj meint:
Ja das ist doch mittlerweile üblich und man weiß das, dass Firmen günstige "Starterprodukte" bieten um an sich zu fesseln und das neuste Welten besser seien soll. Schön ist das nicht aber die Kamera kann dafür nichts. Diese macht für das Geld exzellente Fotos. Wenn dir die "Politik" von Nikon(Canon,..) nicht gefällt sein doch clever und hole dir die D5200, die ist mehr oder weniger genauso gut , aber günstiger und das Zubehör auch. Ich finde es gut, dass du auf die möglichen Folgekosten hinweist aber persönlich schaue nach den Bewertungen um etwas über die Kamera zu erfahren und nicht über die Firmenpolitik. Ich brauche auch kein Zubehör, da sie für mich einfach meine Reisekamera ist.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.05.2014 13:09:10 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.05.2014 13:10:58 GMT+02:00
Dr.Jo meint:
Sehe ich genau so @frankjj - und bei allem Respekt: Wie oft bei Rezensenten, wird erstmal gezeigt was sie für „einen in der Hose“ haben ;) , um dann viel später erst auf den Punkt zu kommen (gähn).
Das peripheres Gerödel durchaus seinen Preis hat (wenn man denn schon bockig ist und nicht auf Fremdanbieter ausweichen will) ist doch klar. Doch sollte ein „erfolgreicher Reproduktionskünstler“ wenigstens ein wenig in seine Arbeit investieren können; Geiz hin oder her. Und, man sollte über die Jahre dazu gelernt haben. Warum also nicht einfach nur mal die Kamera als Werkzeug auf den Punkt bewerten?
Trotzdem gebe ich eine positive Bewertung für die Rezension, da sie mich wenigstens ein wenig amüsiert hat :)

Veröffentlicht am 24.05.2014 20:57:46 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.05.2014 20:58:01 GMT+02:00
LOSD meint:
Gute Rezension mit vielseitigen Informationen über das Gesamtsystem Nikon/D5300. Wer lesen kann, der kann eine klare Empfehlung für eine Repro und "Reisekamera" finden, wie auch die Warnung vor überteuertem Zubehör. Die Alternativvorschläge sind sehr hilfreich.
Danke.

Veröffentlicht am 23.06.2014 14:16:29 GMT+02:00
Herr Armbrust sollte wissen, dass Reproduktionen von Gemälden und Grafiken immer noch am besten mit einer Festbrennweite zu erzielen sind. Ich nehme dazu immer noch meine Analogkamera Praktina IIA mit Zeissobjektiv Flexon 2.0/50mm-Baujahr 1960.
scheumann.dierk@web.de

Veröffentlicht am 26.06.2014 06:26:22 GMT+02:00
Johann meint:
Diese Lösung find ich noch besser wenn es um Wifi oder USB geht
http://gwegner.de/know-how/camera-wlan-mit-dslrdashboard/

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.06.2014 07:38:20 GMT+02:00
M. Armbrust meint:
Danke für den Link, sehe ich mir in Ruhe an!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.06.2014 07:41:56 GMT+02:00
M. Armbrust meint:
Und wie machen Sie das Stitching, Herr Scheumann? Mit Nagelschere und Tesafilm?
Wenn ich analoge Reproduktionen machen wollte und bereit wäre, den Umsetzungsverlust über einen Filmscanner in Kauf zu nehmen (D <3.8 ...), würde ich meine gute alte GX680 nehmen.
‹ Zurück 1 2 Weiter ›