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Kundenrezension

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Über den Dächern der Stadt .. schicke Limited Edition mit Figur :D (Xbox 360-Fassung gespielt), 14. März 2008
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Assassin's Creed - Limited Edition (Videospiel)
Eines gleich vorweg: Ich habe mir die Limited Edition des Spiels mit der schicken Altairs-Figur für meine Xbox 360 geholt. Ich finde den allgemeinen Trend momentan ganz cool, von Spielen auch besondere Fassungen raus zu bringen, beispielsweise wie bei "BioShock" mit der Big Daddy-Figur. Ob man für so ein Goodie ein paar Euro mehr ausgeben will muss jeder für sich selbst entscheiden - am eigentlichen Spiel gibt es nämlich keine Veränderungen. Dennoch sieht so eine Figur natürlich toll im Schrank aus ;-)

Der Assassine Altairs ist durch seine arrogante Vorgehensweise in Ungnade gefallen und muss seinem Meister erst wieder beweisen dass er es wert ist, noch in dem Geheimbund und am Leben bleiben zu dürfen. Also muss er wichtige Persönlichkeiten zur Strecke bringen, um sich so wieder seinen alten Rang und den Respekt aufs Neue zu verdienen. Als Assassine beherrscht er leises und unauffälliges vorgehen und ist ein Meister im klettern, sodass Häuserfassaden kein Problem für ihn darstellen. Der Clou an der Geschichte: Die Story spielt eigentlich in der Gegenwart im Körper eines Nachfahren von Altairs. Dieser wurde verschleppt und erlebt die Geschehnisse seines Vorfahrens, indem seine DNA mittels einer Sci-Fi-Maschine an die des Vorfahren angeglichen wird...

Klingt etwas abgehoben, ist aber ziemlich cool ;-) Vor allem was die Entwickler dadurch mit dem ganzen Setting angestellt haben. So gibt es keine normale Lebensenergie, sondern die Lebenspunkte spiegeln quasi die DNA-Synchronisation mit seinem Vorfahren wieder. Hat man die Verbindung verloren, stirbt man quasi. Und es gibt auch nicht einfach unsichtbare Wände, die einen davor hindern in Gebiete zu kommen, zu denen man noch nicht darf, sondern von diesen Orten hat man quasi noch keine Erinnerung. Ich finde das ziemlich cool realisiert. Genauso wie über die Dächer der Städte zu sprinten und von einer Fassade zur anderen zur hüpfen. Ich musste mich zwar erst einmal dran gewöhnen und habe den Anfang des Spiels lieber auf dem Boden verbracht. Aber nach gewisser Eingewöhnung gehen die Klettereinlagen locker von der Hand und machen einfach Laune. Und technisch gibt sich das Spiel ohnehin kaum Blöße. Die Städte sind voll mit Leuten, man hat eine enorme Weitsicht über das Gebiet (besonders auf einem Aussichtsturm) und sowohl die Hintergrundmusik als auch die deutsche Sprachausgabe sind sehr gut gelungen. Dieses mittelalterliche Flair kommt einfach sehr gut rüber, auch wenn ich die Optik manchmal etwas zu grau-in-grau gefunden habe. Und normalerweise stehe ich nicht so auf Schleich-Spielchen, aber sich mit Altairs durch die Menge zu schleichen, an sein Opfer heran und dann mit der kleinen Klinge von hinten niederzustrecken und von Dannen zu ziehen als sei nix gewesen - das macht Laune ;)

Etwas weniger Laune kommt beim Abwechslungsreichtum und der Interaktivität auf. Zwar unterscheiden sich die Städte und auch die Opfer voneinander, aber im Grunde läuft es von Stadtgebiet zu Stadtgebiet immer gleich ab: Man sucht sich einen Aussichtturm und überblickt von da aus das Gebiet, sodass man auf der Karte nun die anderen Türme bzw. wichtige Stellen angezeigt bekommt. Nun kann man Leute befragen, Gespräche belauschen oder Informanten bei ihren Problemchen helfen (z.B. innerhalb einer Zeit Leute töten oder Flaggen einsammeln). Hat man eine gewisse Anzahl davon bestanden, so darf man sich im Büro zeigen und den Auftrag in Empfang nehmen. Und dann wird das Hauptziel angezeigt ist zum Abschuss freigegeben ;-) Ja, und dieses Prinzip wiederholt sich von Opfer zu Opfer. Natürlich macht dies Spaß, aber etwas mehr Abwechslung wäre nicht schlecht gewesen. Und was Interaktivität angeht: Zwar sind die Gebiete voller Menschen und es wirkt lebendig, aber reden kann man nur mit den Schlüsselpersonen. Und man wird zwar etwa von Bettlerinnen angequatscht die eine milde Gabe von einem wollen bzw. am Straßenrand sind unzählige Händler mit ihren Waren - aber in dem Spiel gibt es leider keine Währung. Dabei wäre es echt klasse gewesen etwa von besiegten Gegnern Geld aufsammeln zu können um sich dann neue Ausrüstung kaufen zu können oder bessere Waffen und so was. Ich finde dadurch geht enormes Potential verloren. Und es gibt zwar Flaggen einzusammeln bzw. eine gewisse Anzahl an Templern zu erledigen, aber für alle müsste man wirklich jede verwinkelte Gasse durchlaufen und sonderlich motiviert hat mich das nicht. Im Grunde heißt das, dass die Welt zwar groß ist und voller Menschen, aber man unterm Strich zu wenig dort anstellen kann. Die Handlung fand ich an sich gut, hat aber keine großen Überraschungen und irgendwie hab ich geahnt wer wohl Altairs letztes Opfer sein wird. Dafür ist der Mystery-Touch am Ende echt gelungen. Und als letzten Negativpunkt: Die Idee mit dem Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist ja nett, aber mich nervten auf Dauer die Abstecher in die aktuelle Zeit und fand sie eher als störendes Beiwerk. Der Grund ist der, dass dort einfach fast nichts passiert und alles ziemlich lahm abläuft, weil man auch nicht rennen kann. Und störrisch steuert er sich auch noch, weil man etwa nur mit den Personen reden kann, wenn man an einer bestimmten Stelle steht. Grade im Vergleich zur coolen Vergangenheit eine Enttäuschung.

Ich finde aus "Assassin's Creed" hätte man noch mehr machen können. Trotzdem hat es mir echt Freude bereitet über die Dächer zu hüpfen und ein Opfer nach dem anderen auszuschalten. Für eine Fortsetzung würde ich mir etwa Geld wünschen, welches man sammeln und dann wieder ausgeben kann.

Pro:
+ stimmige Optik mit schicker Weitsicht und vielen Leuten auf den Straßen
+ passende Hintergrundmusik für den Flair und gelungene deutsche Synchro
+ sprinten über die Dächer - einfach cool
+ Mystery-Touch am Ende der Geschichte

Contra:
- Missionen variieren zu wenig
- es gibt in den Städten zu wenig zu tun (z.B. kein Handel möglich)
- die Story hat mich nicht umgehauen
- Gegenwarts-Abschnitte im Vergleich zur Vergangenheit dröge und langweilig

Bewertung: 7 von 10 Sternen
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