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Gute Kamera, aber die Bildqualität entspricht auch nur Kompaktkameraniveau,
5. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Sony DSC-HX20VB Cyber-shot Digitalkamera (18,2 Megapixel, 20-fach opt. Zoom, 7,5 cm (3 Zoll) Display, Schwenkpanorama) schwarz (Elektronik)
Die Sony ist eine gute Kamera, aber man sollte keine Wunderdinge von ihr erwarten, trotz der hier vertretenen euphorischen Rezensionen, die vor lauter Begeisterung über die Bildqualität suggerieren, dass es sich um die perfekte Kamera handelt.
Davon ist auch die Sony noch ein Stück weit entfernt.
Hier ist die Rede von "Es ist in keiner der gemachten Aufnahmen auch nur die Spur von Bildrauschen oder partieller Unschärfe zu erkennen. Von hunderten geschossenen Fotos sind so gut wie keine misslungen", "Die Fotoqualität ist hervorragend" oder "auch in der Wohnung, geniale Ergebnisse".
Da wird einem ja schwindlig. Wenn man das liest, könnte man denken, dass DSLRs (Digitale Spiegelreflexkameras) mit dem Erscheinen der DSC-HX20V überflüssig wären, denn die Bildqualität ist ja offenbar sowohl indoor als auch outdoor nicht zu übertreffen.
Fakt ist: Man stellt auch als absoluter Laie Rauschen und Verzeichnungen fest!
Das hat seine Ursache in dem kleinen Sensor, der überflüssigerweise über 18 Millionen Pixel beherbergen muss, in Verbindung mit der Optik, die aufgrund des 20-fachen Zooms relativ lichtschwach ist und zu Verzerrungen neigt.
Ich besitze seit Wochen sowohl die HX20V als auch die Panasonic TZ31 zusätzlich zu meiner Bridgekamera FZ38, und sie nehmen sich beide nicht viel, sie machen bei Tageslicht für Kompaktkameraverhältnisse gute Fotos und der Videomodus ist so gut, dass er den meisten Käufern die Mitnahme eines separaten Camcorders ersparen dürfte. Letzteres kann man leider von der ebenfalls ausprobierten Fuji F770EXR nicht behaupten, weshalb sie für mich als Option ausschied.
Bei Videoaufnahmen gibt es nur eine Zoomgeschwindigkeit, dafür kann man bei der HX20V die Mikrofonempfindlichkeit absenken - gut für Konzertaufnahmen. Der Ton ist bei der Sony auch deutlich voller als bei der Pana. Außerdem sind bei ihr die 1080/50p-Aufnahmen weitgehend ruckelfrei, während man bei der TZ31 bei Schwenks oder durchlaufenden Motiven Stroboskop-Effekte beobachten kann. Dafür ist deren Zoommotor fast völlig geräuschlos, während der der Sony bei Aufnahmen in der leisen Wohnung hörbar ist.
Bilder, die von der Sony z.B. bei Feiern in größeren Räumen mit Blitz aufgenommen werden sollen, sind im Vergleich zur Bridgekamera nahezu unbrauchbar. Der Blitz reicht einfach nicht aus, wenn der Raum größer als ein handelsübliches Wohnzimmer ist, und dann rauscht es unerträglich (natürlich auch ohne Blitz).
Das Komplettbild auf einem Full-HD-Monitor betrachtet mag noch überzeugend aussehen, aber wehe, man zoomt in Richtung Pixel-zu-Pixel-Wiedergabe. Da sehen Gesichter teilweise grässlich entstellt aus, weil die Automatik z.B. ein Auge wegretuschiert hat oder den Mund auf die komplette untere Gesichtshälfte erweitert hat, um künstlich Rauschen zu vermeiden und echte Details mit Rauschen verwechselt hat!
Bei diesem Anlass hatte ich die TZ31 nicht benutzt, daher kann ich nicht behaupten, dass sie besser oder schlechter gewesen wäre.
Tendenziell macht die TZ31 eher kühlere Bilder (leichter Blaustich) und die Sony eher wärmere (leichter Gelbstich). Einen größeren Einfluss auf den Weißabgleich hat aber, welche Komponente im Motiv man anvisiert, so dass man auch hin und wieder das umgekehrte Ergebnis feststellt (TZ31 wärmer, Sony kühler). Will man bei der Panasonic zu starke Kontraste und Farben vermeiden, sollte man den iA-Modus und die i.Belichtung vermeiden, diese Funktion übertreibt bei bestimmten Lichtverhältnissen ein wenig, so dass Details im Licht und im Dunkel absaufen.
Die Sony macht ausgezeichnete HDR-Fotos, bei der TZ31 ist diese Funktion leider unwirksam.
Die Panoramafunktion ist bei beiden Klasse, die Bildstabilisierung beeindruckend.
Die Akkulaufzeiten sind lächerlich, wenn man zuvor eine Bridgekamera wie eine FZ38 gewohnt war.
Das GPS ist bei beiden für Schnappschüsse an wechselnden Orten unbrauchbar, weil es jeweils zu lange braucht bis zur Positionsbestimmung. Es empfiehlt sich in beiden Fällen das Laden der GPS-Hilfsdaten, was die Positionsbestimmung beschleunigt.
Bei der Pana verdeckt man mit dem linken Zeigefinger gerne mal das Mikro für den linken Kanal, bei der Sony unweigerlich den Ausklappblitz. Die HX20V ist etwas größer, passt aber noch in die Hosentasche.
Der Sony-Monitor löst höher auf.
RAW-Format beherrschen beide nicht.
Für die Sony gibt es bis heute kein ausführliches Handbuch, ich bezweifle auch, dass noch eins kommt. Man kann sich aber online mit diesem "i-Manual" behelfen: [ ... ]
Mein Fazit: Beide Kameras haben ihre Existenzberechtigung, die HX20V liegt im Videobereich und beim HDR-Modus vorne, ist dafür aber 70 Euro teurer.
Wie immer gilt: Trauen Sie keiner Rezension, machen Sie sich selbst ein Bild! Amazon ist erfahrungsgemäß bei Rücksendungen immer fair und schnell, so dass der Kaufpreis nur für kurze Zeit ausgeliehen ist.
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