Kundenrezension

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut, aber sieht denn keiner die Schwächen?, 10. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Dunkle Turm, Band 3: Tot (Taschenbuch)
„tot." ist ein Buch, das in den Rezensionen hier fast einstimmig gefeiert wird, von vielen wird es als der beste Teil von Kings Saga bezeichnet. Ich muss gestehen, dass ich das nicht ganz nachvollziehen kann (genauso wenig wie, dass „Glas" von nicht wenigen als langweilig und von der Hauptgeschichte ablenkend empfunden wurde).
Nach „Schwarz" und dem brillanten "Drei" hatte ich große Erwartungen, doch diese wurden zwar nicht vollständig, aber doch nicht wenig enttäuscht. Ich sag erst das Positive: „tot." hat ohne Zweifel einen hohen Ideenreichtum: Blaine der Mono, der Pfad des Balkens, Jake, der hinter jeder Tür, die er sieht, wie besessen einen Durchgang nach Mittwelt vermutet, all das ist Stephen King at his best, die Faszination des Turms in seiner reinsten Form. Auch scheint Jake Kings Lieblingscharakter hier zu sein, aber man weiß ja, wie gut er kindliche Charaktere im Griff hat. So, jetzt kommt die Kritik: Die anderen Charaktere sind mir hier zu blass. Roland, der in „Drei" so intensiv beschrieben wurde, wie man es sich als Leser nur vorstellen kann, verliert in der ersten Hälfte des Buches fast den Verstand, aber was tut King? Er geht kaum darauf ein und bleibt bei beliebigen, oberflächlichen Beschreibungen, als wäre es ihm lästig, sich näher damit zu befassen. Susannah bekommt, jetzt von ihrer schizophrenen Störung annähernd geheilt, kein eigenes Profil. Da die Geschichte von Odetta und Detta nun erzählt scheint, gelingt es King hier definitiv nicht, ihr einen eigenen Charakter zu geben, sie ist als Figur für mich zu schwammig und leblos geblieben (Erst in „Wolfsmond" gewinnt sie wieder etwas an Tiefe). Zudem wirkte die gesamte, recht handlungsarme und gestreckte erste Hälfte des Buches auf mich mehr wie ein Nachtrag zu „Drei" (da erst hier das eigentliche „Ziehen" beendet wird), als wie der Anfang zu einem weiteren Teil der Saga. Der fast lachhaft plakativen Poltergeist-Einlage konnte ich auch nichts abgewinnen, King kann solchen Horror doch wirklich besser. Erst mit dem zweiten Teil nimmt die Geschichte wirklich Fahrt auf, hier gibt es endlich Handlung, Action und Abenteuer, wie man es sich wünscht. Der Cliffhanger am Ende ist eindrucksvoll, aber weist auf ein weiteres Problem des Buches hin: Es fehlt an inhaltlicher und erzählerischer Geschlossenheit. Die beiden Teile des Romans stehen relativ episodenhaft nebeneinander, ohne dass viel Wert auf durchgehende Dramaturgie gelegt wird. Auch schreibt King durchweg nicht mit der sprachlichen Raffinesse und Schärfe, die andere seiner Bücher auszeichnen (so z.B. auch „Glas"). Manche Dialoge wirken beliebig und unausgereift, manches wird überflüssigerweise wiederholt und insgesamt fragt man sich, wieso es stolze 747 Seiten brauchte, um diese Geschichte zu erzählen. Bei aller Kritik (die auch als eingefleischter DT-Fan erlaubt sein sollte) behält das Buch dennoch die Faszination und Magie der Saga bei und vertieft die Mythologie mit originellen Einfällen und bizarren Personen und Orten, an denen man zehren kann. Als Teil der DT-Saga natürlich von essenzieller Bedeutung, aber insgesamt wäre mehr Handlung und eine stärkere Präsenz der Figuren erwünscht gewesen. All diese Versprechen löst King allerdings mit „Glas" auf atemberaubende Weise ein.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.01.2010 20:16:37 GMT+01:00
clavigo meint:
Sehr gute Rezension.
Fand tot auch bei weitem nicht den Besten Teil
Allerdings ist gerade der zweite Teil dieses Buches wieder gewohnt stark

Veröffentlicht am 02.12.2010 15:34:23 GMT+01:00
Melia meint:
Die haben "Beam" mit "Balken" übersetzt??? Ich hab das Buch auf Englisch gelesen und mir bei "beam" immer eine Art unsichtbaren Leitstrahl vorgestellt, aber sicher keinen Balken.
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