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Kundenrezension

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Back In Business, 4. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: We Mean Business (Audio CD)
2008 scheint etwas im Zeichen der alten Herren gestanden zu haben. Neben souveränen Platten von Fat Joe, Nas, Ice Cube, LL Cool J, KRS-One, Scarface und natürlich dem großartigen Comeback von Q-Tip liefern uns nun auch EPMD stolze 20 Jahre nach ihrem Debüt das nun 7. und vielleicht auch letzte Album "We Mean Business". Ähnlich wie bei Kollege Q-Tip versuchen die beiden keine Experimente, sondern machen den Hip Hop, den man von ihnen kennt und zeigen dabei, dass sie trotz ihrer mittlerweile 40 Lenze immer noch locker mit den jungen Cats von heute mithalten können. Neben Erick Sermon produzierten auch PMD, DJ Honda, Ty Fyffe und 9th Wonder, als Gäste sind neben den Def Squad Jungs Keith Murray und Redman auch Method Man und Raekwon vom Wu-Tang Clan, Havoc von Mobb Deep und KRS-One, aber auch unbekanntere Namen wie Skyzoo, Vic. D und Tre mit von der Partie.

Der Beginn von "We Mean Business" fällt mit "Puttin' Work In" etwas unrund aus, was dem nicht gerade als melodisch zu bezeichnenden Instrumental zu verdanken ist. Der härtere Beat wird von aggressiven Streichern dominiert, sicher ganz in Ordnung, aber kein Highlight, dafür genießt man es aber Erick, Parrish und Raekwon flowen zu hören. Ebenfalls sehr kraftvoll pumpt "What You Talkin'". Auch wenn es recht flott ist, wirkt es dennoch etwas düster, woran ein paar Schüsse auch keine Zweifel lassen. Daher passt es recht gut zu Feature Havoc, doch auch EPMD gehen hier richtig bissig zur Sache - sehr schön! Wie man sich bei "Roc-Da-Spot" schon denken kann, handelt es sich hier um einen partytauglichen Smash, der mit eingängigen Grooves, Claps und einigen Funk-Elementen zur Bewegung auffordert.

Eines meiner persönlichen Highlights findet man mit dem Ohrwurm "Blow". Die Produktion ist ein echter Traum. Dicker Bass, dazu unentwegt energiegeladene Bläser, auch ein Schalgzeug und einige Scratches sind zu hören und reißen sofort mit. Wie E-Dub und PMD hier rhymen ist einfach ein Genuss, besonders der Hook verleitet ständig zum mitrappen. Verdammt gut geht es gleich mit "Run It" weiter. Auch dieser Song hat mächtig Dampf unter der Haube, selbes gilt für die MCs, bei denen mir besonders KRS-One gefällt, aber natürlich auch die Jungs von EPMD. Etwas chilliger geht es bei "Yo" zur Sache. Zwar sehr groovy und verdammt funky, dennoch gut zum zurücklehnen geeignet. Hier steht neben Erick und Parrish der ebenfalls nicht mehr all zu junge Redman am Mic und rockt dieses genauso wie seine zwei Buddies.

"Listen Up" war die Lead-Single der Platte und ist meiner Meinung auch eine echte Bombe. Der Mix aus Claps mit dem rhythmisch trommelnden Beat und dem vielen Funk geht einfach sofort in Mark und Bein über, selbes gilt für den verzerrten Gesang von Teddy Riley und die Rhymes von EPMD - definitiv eine der besten Singles 2008. Mit "Bac Stabbers" gelang den beiden meiner Meinung nach ein weiterer sehr gelungener Track. Anstatt nach Funk klingt das Instrumental für mich eher nach einem 70er Jahre Film Soundtrack. Das ist mal was anderes, tut der Abwechslung natürlich gut und klingt nebenbei noch echt klasse. Auch etwas Rock kommt nicht zu kurz. Bei "Never Defeat 'Em" kommen krachende E-Gitarrenriffs zum Einsatz, dennoch geht ein gewisser souliger Anteil nicht verloren. Erick geht erneut wieder richtig steil, doch mich begeistert hier The Iron Lung a.k.a. Method Man am Besten.

Nach dem eher unspektakulären "Jane" folgt mit "Left 4 Dead" die einzige wirkliche Enttäuschung des Album. Es wurde von 9th Wonder produziert, was man auch zweifelsohne heraushört, dennoch liegt das Instrumental weit unter seinen Verhältnissen, wird schnell eintönig, langweilig und nervt. Da doch lieber gleich zu "They Tell Me" weiter geskippt. Dies ist der mit Abstand dunkelste Song des Albums, wirkt unheimlich, hart und bedrückend, was sehr gut zu Feature Keith Murray passt, der für mich auch etwas unter den dreien heraussticht. Der Sound von "Actin' Up" wird eindeutig von Schlagzeug und einem donnernden Beat bestimmt, im Refrain kommen dann noch ein paar abgefahrene Sounds aus der Elektronik dazu. Neben EPMD sind hier auch Vic D. und Tre vertreten, können den beiden Meistern jedoch lange nicht das Wasser reichen. Wer sich die EU-Version des Albums zugelegt hat, kommt nun noch in den Genuss eines Bonus Tracks, bevor die Scheibe endet. Dabei handelt es sich um einen Remix zu "Run It", der noch besser abgeht als das Original. Es ist eine indisch-orientalisch angehauchte Nummer, die etwas an Erick Sermon's "React" erinnert und mich total flasht.

"We Mean Business" ist ein weiterer Beleg dafür, dass Leute, die schon seit über 10 Jahren im Rapgame sind, es einfach immer noch am Besten können. Sicher schön zu sehen, dennoch auch etwas erschreckend. EPMD liefern uns zwar keine Revolution, sondern einfach das was sie können. In der heutigen Zeit sicher mal wieder sehr schön anzuhören, besonders von lyrischer Seite. Alle, die Erick und Parrish mögen, sollten auch hier gefallen finden, aber auch diejenigen, die sich etwas nach den 90ern zurück sehnen und selbst die Generation Soulja Boy wäre gut beraten sich hiermit mal zeigen zu lassen, was Hip Hop wirklich ausmacht.
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