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Kundenrezension

79 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geniale Selbstvermarktung mit weniger genialem Inhalt, 18. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Buyology: Warum wir kaufen, was wir kaufen (Gebundene Ausgabe)
Was ist ein Erweckungserlebnis und wozu kann es führen? Wie kann ich auf einen fahrenden Zug aufspringen und innert kürzester Zeit im Führerstand stehen? Wie bringe ich Widersprüche in ein stimmiges Bild? Und wie stelle ich es am besten an, fremde Leistungen als meine eigenen auszugeben? Auf solche und ganz viele andere Fragen erhält der Leser in diesem Buch von Martin Lindstrom Antworten. Enttäuscht wird nur, wer glaubt, der Autor würde viel Neues erzählen und eine praktische Einführung in das faszinierende Gebiet Neuromarketing geben. Der Schlusssatz ist daher bezeichnend. Er lautet: "Wenn Sie diese Reise zum Verständnis Ihres Kaufverhaltens fortsetzen möchten, dann besuchen Sie meine Website und die Welt, die wir - mit allen ihren Wahrheiten und Lügen - eben erst zu verstehen beginnen."

Fasst man den Inhalt auf einige Seiten zusammen und liest dann, dass sein Autor vom Time Magazin für seine Arbeit im Bereich Neuromarketing zu einem der 100 einflussreichsten Menschen der Welt gekürt wurde, kann man ermessen, wie virtuos Martin Lindstrom alle Register des Selbstmarketing beherrscht. Brauchte Philip Kotler noch einige Jahrzehnte, zahlreiche Publikationen und den Harvard-Nimbus, um es zum Marketing-Guru zu schaffen, genügten dem pfiffigen Dänen ein paar Jährchen und wenige Publikation. Das ist zweifellos eine Leistung, auf die Lindstrom stolz sein darf. Und das ist er denn auch, weist er doch in regelmäßigen Abständen darauf hin, wie bahnbrechend seine Studien sind und dass er an 300 von 365 Tagen auf der ganzen Welt als Referent oder Berater auftritt. Und solle der Leser in einem Hotel Freude haben, wenn ihn zwei Spiegeleier-Dotter richtig anstrahlen, dann kann er auf Seite 155 nachlesen, wer ihm dieses Glück beschert hat. Inzwischen scheint der Autor tatsächlich selber davon überzeugt, dass ihm kein Berufskollege gewachsen ist und mit ihm zusammen auf der Bühne erscheinen darf. Daher gibt es selbstverständlich auch keine brauchbare Literaturliste. Die Angaben von Internetsites und die wenigen Titel in der prosaischen Danksagung an Informanten sind kein Ersatz. Im Gegenteil, sie suggerieren, Martin Lindstrom hätte sonst keine anderen Hilfen in Anspruch genommen. Dass er sogar "Corporate Religion" seines Landsmannes Jesper Kunde verschweigt, ist an der Grenze zur Unverschämtheit.

Da Genies einen Sonderstatus genießen, könnte man Lindstrom seine Egomanie noch verzeihen, wenn er denn auch tatsächlich von Bahnbrechendem berichten würde. Tut er aber nicht. Auch wenn er mit dem Hinweis, dass er die weltweit größte Neuromarketing-Studie durchführte, solche Erwartungen weckt. Der weniger informierte Leser wird Lindstrom auch abnehmen, dass er der Erste war, der die Merkmale erfolgreicher Religionsgemeinschaften entdeckte. Stimmt natürlich ebenso wenig wie andere Behauptungen. Aber was soll's. Die Masche verfängt und bescherte ihm den angestrebten Ruhm. Und immerhin hat das den Vorteil, dass es die Lehre vom Homo oeconomicus künftig noch schwerer haben wird, Nachwuchsjünger zu rekrutieren. Denn auch wenn Martin Lindstrom alles andere als ein schlüssiges und praktikables Alternativmodell vorstellt, sagte er seinen Lesern doch klipp und klar, dass wir die Kraft des Unbewussten unterschätzen. Und vielleicht wird der eine oder andere ein ähnlichen Erweckungserlebnis wie Martin Lindstrom haben, als er den Leitartikel "In Search of the Buy Botton" in einer Ausgabe von Forbes las. Würde dies eintreffen, hätte sich die Lektüre ja schon gelohnt.

Sicher einen Gewinn aus ihrer Lesearbeit beziehen auch all jene, die gerne wahre und legendenhafte Geschichten aus der Marketing- und Werbewelt haben. Und wer bisher keine Ahnung hatte, was er sich unter Spiegelneuronen, somatische Marker oder Neuroimaging vorstellen soll, wird zumindest mit ersten Erklärungsversuchen vertraut gemacht. Nur sollte er dem Autor nicht immer auf den Leim gehen, wenn dieser Ursache und Wirkung verwechselt oder Studienergebnisse vom Einzelfall aufs Allgemeine ausweitet. Schlüssige Beweisführungen sind ohnehin nicht das Ding von Martin Lindstrom, wie er mit der Zigarretten-Studie selber eindrücklich beweist. So warnt er am Anfang seines Buches davor, mit Angst zu operieren, um dann gegen den Schluss hin mit Beispielen aufzuwarten, wo dies bestens funktioniert. Nebst der aufdringlichen Eigenwerbung sind es die vielen argumentativen Ungenauigkeiten, die mich stören. Wer Michail Gorbatschow als Beispiel anführt, dass sich Produkte auch mit physisch weniger attraktiven Menschen verkaufen lassen, sollte dem Leser auch noch etwas über die Anziehungskraft von Macht erzählen.

Mein Fazit: Seit "Marken-Kids", dem Erweckungserlebnis von Martin Lindstrom und eigenen Begegnungen mit ihm sind lediglich sechs Jahre vergangen. Aber bei der Lektüre des neusten Buches wurde ich das Gefühl nicht los, dass er inzwischen mehr damit beschäftigt ist, sich selber zur Marke zu machen als den Gründen nachzugehen, warum neurowissenschaftliche Erkenntnisse einem Unternehmen beim Aufbau seiner Marke helfen können. Das Buch richtet zwar keinen Schaden an, bringt aber auch keine bahnbrechenden Erkenntnisse.
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