Kundenrezension

27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer unsere Träume stiehlt, gibt uns den Tod. ( Konfuzius), 27. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Fitzcarraldo (Einzel-DVD) (DVD)
Manaus ist die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas in Brasilien. Der Ort liegt am Rio Negro. Dieser Fluss mündet in den Amazonas.
Zu Ende des vorletzten Jahrhunderts wurde die Stadt aufgrund des Kautschukbooms, der von 1890-1915 andauerte, sehr reich. Man erbaute 1896 sogar ein Opernhaus. Das war eine Sensation, die für interessanten Gesprächsstoff in den gebildeten Schichten jener Zeit sorgte.

Werner Herzog, der Drehbuchautor und Regisseur des vorliegenden Films lässt in der ersten Szene den damaligen Operstar Enrico Caruso in diesem Opernhaus singen.
Der Protagonist Fitzcarraldo ( Klaus Kinski), ein glühender Verehrer von Verdi-Opern, ist mit seiner Geliebten( Claudia Cardinale) - einer Bordellbesitzerin - aus Iquitos angereist, einem Ort , der in jenen Tagen primär aus Bretterbuden bestand und noch gänzlich unerschlossen war.

Fitzcarraldo ist ein Träumer, mit vielen Ideen. Seine Vorstellung eine Eisenbahn durch den Dschungel zu bauen ist vor kurzem gescheitert. Doch sein eigentlicher Traum besteht darin ein Opernhaus in der grünen Hölle zu errichten, in dem auch Caruso singen soll. Fitzcarraldo möchte gewissermaßen das Paradies des Amazonas mit Verdis Kompositionen beschallen.

Dazu benötigt er Geld. Er fasst den Entschluss ein Schiff mittels einer Seilwinde über einen Berg zu schleppen, um so zu einem noch nicht ausgebeuteten Kautschukfeld zu gelangen und auf diese Weise Gewinne zu erzielen. Durchaus ist er sich im Klaren, dass dieses Unternehmen mit sehr großen Schwierigkeiten verbunden ist. Fitzcarraldo aber glaubt an sich und seinen Traum. Seine lebensbejahende Geliebte finanziert diesem "Spinner" lächelnd sein Projekt, während die reichen Kautschukbarone bereits auf sein Versagen wetten.

Es folgen traumhafte Bilder, die den Betrachter durch das Amazonas- Gebiet führen. Man sieht das gewaltige Wasser, auch das Urwald-Grün in all seinen Schattierungen und erfreut sich an den schauspielerischen Leistungen von Hunderten von Indios, die als Statisten in diesem Film für Authentizität sorgen.
Fitzcarraldo gelingt sein Unternehmen beinahe, weil ihm die Indios dabei helfen, den Dampfer über besagten Berg zu schaffen. Sie roden die mächtigen Bäume, bauen Schienen, arbeiten ununterbrochen. Auch sie haben einen Traum. Die stets für Unruhe sorgenden Flussgeister möchten sie besänftigen.

Mögen die beiden unterschiedlichen Träume auch dazu führen, dass Fitzcarraldo zunächst noch nicht den finanziellen Erfolg verbuchen kann, den er sich durch die Exkursion versprochen hat, so gelingt es ihm doch den Kautschukbaronen den Respekt abzuringen, den er für seine Leistung verdient hat. Vor Freude beinahe entrückt, lässt Fitzcarraldo auf dem Dampfer ein italienisches Orchester Verdis Musik spielen. Die Gesellschaft von Manaos und die Indios jubeln dem Opernenthusiasten vom Flussufer aus zu. Auch wenn er keine Oper im Dschungel errichtet hat, hat dieser Träumer es geschafft mit Verdis Klängen das Grün zu beschallen und zu zeigen, dass der Glaube an eine Sache Berge versetzen kann.

Der stets etwas fiebrig um sich blickende Kinski spielt die Rolle des von seiner Idee beseelten Fitzcarraldos überzeugend. Die attraktive Claudia Cardinale kommt an seiner Seite bestens zu Geltung. Kinski huldigt ihrer Schönheit sehr feinsinnig und macht sie auf dieser Weise zu Göttin des Amazonas.

Die Sensibilität, die von Kinski im Film ausgeht, besonders Hinblick auf die Kinder der Indios, seine liebevollen Blicke und seine sanfte Stimme haben mich sehr berührt.

Empfehlenswert.

PS: Verena Lueken schreibt heute, am 12. Januar 2013 in der FAZ zum Buch von Kinskis Tochter Pola, deren Vater offensichtlich sexuellen Missbrauch an ihr betrieben hat und zwar von Kindesalter an. Ich bin schockiert. Dieser Frau gehört meine ganze Anteilnahme. Kinski muss psychisch hochgradig gestört gewesen sein. Einfach nicht nachvollziehbar. Trotz allem aber muss man im Urteil zwischen den Arbeiten eines Künstlers und seinen persönlichen Abgründen differenzieren, auch wenn dies im Falle von Kindesmisshandlung nicht leicht fällt.
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Kommentare

Von 4 Kunden verfolgt

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1-10 von 16 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.07.2008 16:38:45 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 14.01.2013 08:33:47 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 28.07.2008 17:27:21 GMT+02:00
Sagittarius meint:
Liebe Helga,

Kinski hatte verschiedene Seiten-Extreme-. Es gibt natürlich auch eine ganz Wilde, sicher obzöne Seite von Kinski. Man findet diese zB in seiner Verfilmung von Paganini.

Einen schönen Abend wünscht

hans

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.07.2008 17:29:01 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 18.01.2012 13:51:35 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.07.2008 17:37:23 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 18.01.2012 13:54:12 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.07.2008 20:18:54 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 15.01.2013 15:57:38 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.07.2008 20:41:19 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 18.01.2012 13:58:04 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.07.2008 09:45:16 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 14.01.2013 08:33:57 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.07.2008 10:37:15 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 18.01.2012 13:54:21 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 15.01.2012 16:59:04 GMT+01:00
Gunther35 meint:
Ich finde den Kinski nicht so gut. Fliesbandarbeiter im Metier gruseliger Typ.

Veröffentlicht am 16.01.2012 19:50:42 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 15.01.2013 15:46:11 GMT+01:00]
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