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Rezension bezieht sich auf: Understanding the Linux Virtual Memory Manager (Bruce Perens'' Open Source) (Taschenbuch)
Viele Bücher beschreiben den Linuxkernel (oder "verwandte" Kernel wie den FreeBSD-Kern) als "Gesamtkunstwerk" ("Understanding the Linux Kernel", "Design and Implementation of the FreeBSD Operating System"). Bei solchen Büchern muss aber zwangsweise auf die tiefergehenden Interna der jeweiligen Betriebssystemkerne verzichtet werden. Genauso gibt es Bücher für Treiberautoren ("Linux Device Drivers", "Linux-Treiber entwickeln"), die zwar ausgezeichnet die Schnittstellen in den Kernel beschreiben, aber damit eben auch nur an der Oberfläche kratzen können.Mel Gorman bereichert die Fachliteratur nun mit einem Buch, das detailliert zeigt, wie unter Linux die Speicherverwaltung organisiert ist. Der Detaillierungsgrad ist enorm: Es wird nicht nur die API für Speicherverwaltung beschrieben, sondern auch der Code und die Algorithmen, die dies ermöglichen, erklärt. Das Buch selbst gliedert sich in zwei Teile: Das "eigentliche" Buch selbst und die Anhänge. Die Anhänge enthalten eine "geführte Tour" durch den Code, und nehmen mehr als die Hälfte des Buches ein. Da die Grösse des Memory-Management-Subystems überschaubar bleibt, ist dies besonders hilfreich. Der Autor versieht hierbei den Code mit Anmerkungen, die das Verständnis wesentlich vereinfachen. Jeder, der an diesem Subsystem mitarbeiten will, musste bis jetzt den Code durcharbeiten, und zumindest vereinfachen die Anhänge sowie die beigefügten Hilfsprogramme auf der CD das erheblich. Der Teil, der das theoretische Verständnis ausbaut, also der erste Teil des Buches, ist hingegen vollständig unersetzlich, und steht bis jetzt einmalig da. Er beschreibt die Algorithmen über den Code hinaus, und gibt einem das Verständnis, mit dem sich der Code viel leichter erfassen lässt. Ausserdem referenziert der Autor Bücher, Research Papers und Konferenzunterlagen, dass eine wahre Freude ist. Das Vertiefen der Kenntnisse wird also in beide Richtungen ermöglicht: In den Kernelcode hinein, und in die fachlichen Grundlagen. Insgesamt ist das Buch aufgrund seiner komplexen Materie sehr schwierig zu lesen, und ist etwas unglücklich strukturiert: nach den APIs, und nicht nach den Aufruffolgen oder etwas Ähnlichem. Es ist auch schwierig zu unterscheiden, welche Informationen beim Leser vorrausgesetzt werden, und welche noch nicht eingeführt wurden. Generell ist das Buch aber sehr informativ, und im Übrigen auch das einzige seiner Art auf weiter Flur. Es bleibt, zusammen mit dem Autor, zu hoffen, dass weitere Bücher andere Subsysteme (z.B. I/O) genauso detailliert beschreiben werden wie dieses, das in den Schrank eines jeden gehört, der sich für Kernelprogrammierung und Betriebssystemimplementierung interessiert. Dieses Buch ist auch deswegen einmalig, weil es endlich einmal den Bogen schlägt zwischen theoretischer Informatik und ihrer Anwendung in einem hinreichend komplexen, realen System, das auch wirklich jeder einsehen kann. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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EUR 53,07 EUR 52,99
Rezensentin / Rezensent
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