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Kundenrezension

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reisen als Form der Kontemplation, 17. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Saigoku - Auf Japans Pilgerweg der 33 Tempel: Photographien von Simone Sassen (Gebundene Ausgabe)
Saigoku – dieser japanische Begriff steht für 33 buddhistische Tempel, die im Bereich der Präfekturen Kyoto, Nara, Osaka, etc. (Kansai-Region auf der Hauptinsel Honshu) liegen und Kannon, der Göttin der Barmherzigkeit, gewidmet sind. Kannon präsentiert sich den Pilgern und anderen Interessierten je nach Entstehungsgeschichte in ganz unterschiedlichen Erscheinungsformen, so z.B. als Pferd oder tausendarmige Göttin. Wer den Saigoku-Pilgerweg mit Erfolg absolvieren möchte, muss alle 33 Tempel gesehen haben. Die einzelnen Tempel sind zwar durchnummeriert, eine feste Reihenfolge für ihren Besuch ist aber nicht vorgeschrieben. Die Saigoku-Kannon-Route gehört zu den schwierigsten und wichtigsten Pilgerwegen in Japan.

Seit dem Jahr 1998 hat es sich nun der niederländische Schriftsteller Cees Nooteboom zur Aufgabe gemacht, den Saigoku-Pilgerweg etappenweise (bis zum Jahr 2010) zu bewältigen. Ein ungewöhnliches Unterfangen für einen Europäer, wie Nooteboom an den erstaunten Reaktionen vieler Japaner feststellen konnte. Cees Nooteboom, der 1933 in Den Haag geboren wurde, schreibt seit einigen Jahrzehnten erfolgreich Romane, Gedichte und Reiseberichte (z.B. "Rituale", "Allerseelen", "Die folgende Geschichte", "Der Buddha hinter dem Bretterzaun") und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Anne-Frank-Preis, dem Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur und dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Entscheidend beigetragen zu Cees Nootebooms Entschluss, die physisch anstrengende Pilgerreise auf sich zu nehmen, hat die Lektüre von "Die Geschichte vom Prinzen Genji". Dieser erste Roman der Weltgeschichte wurde zwischen 1004 und 1011 von Murasaki Shikibu, einer Hofdame von Kaiserin Akiko, geschrieben. Da einige der Tempel schon damals existierten, durchzieht die Welt von Prinz Genji wie ein roter Faden das Buch von Cees Nooteboom. Neben Zitaten aus dem Roman von Murasaki Shikibu führt der Niederländer aber auch viele andere japanische Legenden und Geschichten an, die die Tempel und ihren Bau betreffen. Daneben stellt Nooteboom Vergleiche zwischen Buddhismus, Shintoismus und Katholizismus an und geht auf die indischen Wurzeln des Buddhismus ein. Das heutige Japan nimmt ebenfalls Raum ein, denn mancherorts hat man mit Rolltreppen und ähnlichem dem Komfort der Pilger Vorschub geleistet, und technische Neuerungen wie Digitalkameras sind von den Tempelarealen auch nicht mehr wegzudenken. Nicht immer zur Zufriedenheit des Autors.

Das Buch im Bildbandformat (eine Neuerscheinung aus dem Schirmer/Mosel Verlag) ist so angelegt, dass die verschiedenen Tempel in der Reihenfolge ihrer Nummern vorgestellt werden. Auf jeweils ein paar Seiten erzählt Nooteboom, auf welche Weise (z.B. per Fuß oder mit einer Seilbahn) er zum jeweiligen Tempel gelangte und welche Assoziationen und Gefühle die Statuen und Gebäude bei ihm auslösten. Dabei nimmt er ein Reisetagebuch zu Hilfe, denn teilweise sieht Cees Nooteboom die Tempel schon zum zweiten Mal und kann so seine ersten Eindrücke prüfen und verschiedene Jahreszeiten auf sich wirken lassen. Auch die typischen Rituale beim Erreichen eines Tempels, wie z.B. das Abstempeln des Pilgerbuchs, werden beschrieben und mit den japanischen Ausdrücken versehen. Von der faszinierenden Andersartigkeit der verschiedenen Stempel und ihrer Kalligraphie kann der Leser sich selber ein Bild machen, denn sie sind jedem Tempel beigefügt.

Die vielen stimmungsvollen Farb-und vereinzelten Schwarzweißfotos der Tempel von außen, von Gärten, Gehwegen, Statuen, Grabsteinen, Schnitzereien, etc. stammen von Simone Sassen, Cees Nootebooms Ehefrau und professionelle Fotografin. Aussagefähige Bilder vom Inneren der Tempel gibt es dagegen nicht. Nooteboom betont in seinem Vorwort, dass Text und Fotografien völlig unabhängig voneinander entstanden sind. Simone Sassen selbst kommt nicht zu Wort und taucht auch sonst im Text nicht explizit auf. Die Abbildungen wirken persönlich und natürlich, so als wenn der Leser sie sich in seinem eigenen Reise-Album ansehen würde.

Cees Nooteboom ist bei seinen Ausführungen sehr ehrlich mit sich selbst und gibt Lücken in seinem Wissen um die japanische Kultur und Denkweisen offen zu. Was er weiß, ist aber schon mehr als genug, um die Seiten des Buchs zu füllen und gibt die Sicht eines Europäers auf ein sehr fremdartiges Land voller eigentümlicher Bräuche frei, das sich trotz seiner festen Verankerung in der Moderne viele Oasen der Ruhe und des spirituellen Umgangs mit der Natur und seiner Vergangenheit bewahrt hat. Ein schönes, Gelassenheit ausstrahlendes Buch, dem man gedanklich gern folgt und das zum Innehalten und Sich-Sammeln verleitet. In unserer hektischen Zeit ein durchaus sinnvolles Unterfangen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!
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