Kundenrezension

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Imposante Schauwerte, musikalisch gut, 18. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Parsifal [2 DVDs] (DVD)
Diese Inszenierung von F. Girard an der MET anlässlich des Wagner-Jahrs 2013 löste die doch sehr naturalistisch-verstaubte Inszenierung von O. Schenk ab und ist diesbezüglich durchaus ein Gewinn. Girard schafft imposante Bühnenbilder mit großartigen Schauwerten, insbesondere auch die Lichtregie trägt einiges zum Gelingen dieser Inszenierung bei. Die Idee, dass es um eine Vereinigung von Gegensätzlichem geht, trägt bis zu einem gewissen Punkt, allerdings erreicht Girard jetzt bei Weitem nicht den Grad an inhaltlicher oder gar philosophischer Durchdringung, die einem Herheim in Bayreuth gelungen ist (diese DVD steht bedauerlicherweise noch aus). Und auch eine Mielitz in Wien oder ein Lehnhoff in Baden-Baden hatten da mehr zu sagen. Nichts desto trotz ist die Inszenierung in Ordnung, bleibt letztlich in einem konventionellen Rahmen, auch wenn sie in moderner Optik daher kommt.
Musikalisch ist es eine gute Aufführung geworden, auch wenn Gatti die eine oder andere Länge dirigiert (er ist hier aber deutlich besser als bei den reichlich verunglückten Meistersingern aus Salzburg im gleichen Jahr). Es ist ein sehr getragener Parsifal, der insbesondere in den weihevollen Momenten auch sehr berührt, während in den dramatischeren Passagen insbesondere im 2. Akt nicht alles ganz gelingt.
Sängerisch ist das alles auf hohem Niveau. Überragend J. Kaufmann, der den Wechsel vom reinen Toren zum mitleidvoll Wissenden wundervoll stimmlich wie darstellerisch meistert. Auch R. Pape ist ein durch und durch überzeugender Gurnemanz, Mattei ein expressiv leidender Amfortas. Nikitin als Klingsor überzieht vielleicht etwas an Heftigkeit, ist aber durchaus angemessen bedrohlich. K. Dalayman ist eine hinreichend ausdrucksstarke Kundry, die stimmlich nicht immer stet singt, in der Summe aber in Ordnung geht. Chor und Orchester auf gutem Niveau.
In der Summe also ein überzeugender Parsifal mit kleineren Schwächen. Von der Inszenierung her hat mir die Lehnhoff-Aufführung in Baden-Baden besser gefallen (da sie ein stimmigeres Gesamtkonzept verfolgt) und die noch ausstehende DVD von Herheims sensationeller Inszenierung in Bayreuth bleibt ein diesbezüglich noch unerfüllter Wunsch. Aber alleine für J. Kaufmann und R. Pape lohnt sich dieser Parsifal.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.04.2014 12:14:55 GMT+02:00
Sagichnicht meint:
Bezieht sich die Rezension auf die DVD oder die Blu-ray?
Welche Tonformate weist die Blu-ray auf - für mich ein wichtiges Argument für oder gegen einen Kauf.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.04.2014 17:25:12 GMT+02:00
opernfan meint:
Ich beziehe mich auf die DVD, über die Blu-ray kann ich leider nichts sagen, aber die DVD weist neben Stereo auch Dolby auf...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.04.2014 22:39:48 GMT+02:00
Sagichnicht meint:
Danke für die Info!
Ich gehöre der konservativen Stereo-Fraktion an und manche Blu-rays weisen keine PCM-Spur oder wenigsten Dolby 2.0 auf sondern lediglich Dolby true HD oder o.ä. auf, die zwar kompatibel sind, jedoch auf einem High End Stereo System - meiner Meinung nach - nicht gut klingen. Als Beispiel und Warnung nenne ich die Powaqqatsi-Blu-ray. Mir ist guter Sound wichtiger, als ein HD-Bild.
Nochmals besten Dank & FG
WM

Veröffentlicht am 01.05.2014 11:44:33 GMT+02:00
justus meint:
Mir ist jede "naturalistisch- verstaubte" ( wie sich der Rezensent auszudrücken beliebt) Inszenierung eines Otto Schenk tausendmal lieber, weil w e r k g e t r e u e r , als viele der sich modern oder gar avantgardistisch gebende Machwerke neuerer Zeit. Für mich ist das aristotelische (Dramen-) Prinzip der Einheit von Zeit, Ort und Handlung immer noch gültig. Scheußliche Darbietungen wie den Bayreuther Holländer, wo "Tippsen" und " Büroschwengel" Lampen oder Aktienpakete einpacken - und damit die Chöre der Frauen und Seeleute darstellen sollen - das ist doch einfach ein Graus! Als Blindem mögen einem diese künstlichen Hypermodernprodukte noch gefallen können, wenn die musikalische Darbietung stimmt. Aber für den Zuschauer ist es eine Zumuntung sonder Gleichen. Dass die großen Werke aller großen Meister der Poesie und Musik zeitlos sind, bedeutet doch nicht, dass man sie optisch wie theatralisch vergewaltigen muss - um sie einem mehr als zweifelhaften Zeitgeschmack anzupassen!
Ich habe sehr junge Menschen in verschiedenen Inszenierungen wagnerscher Opern erlebt. Die einhellige Meinung: Wir können diese herausragende Musik und die Handlung nicht mit der "modernistischen" Inszenierung in Übereinstimmung bringen. Die realistische Form gefällt uns einfach besser, weil wir da verstehen, was der Komponist/ Autor sagen will.
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