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Kundenrezension

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschöpf trifft Schöpfer - reizvolles Spiel, 27. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Sherlock Holmes - Folge 9: Die Elfen von Cottingley (Audio CD)
Die "geheimen" Fälle, die bei Titania Medien von Sherlock Holmes gelöst werden, zeichneten sich bisher schon durch die Lust aus, im Zeitkolorit des frühen 20. Jahrhunderts zu malen und dabei virulente Themen und zeitgenössische Strömungen, den "Zeitgeist" erlebbar zu machen (denken wir an Freakshows, Kinderhandel und -arbeit etc.). Der jüngste und offenbar auch letzte Fall der "geheimen" Fälle übersteigert diese Tendenz zur Reflektion des geistigen Umfelds, in dem Arthur Conan Doyle seine Original-Geschichten verfasste, um einen zusätzlichen dramatischen "Twist": zum einen wird hier ein historisch verbürgtes Ereignis dramatisiert und zum andern tritt der Schöpfer von Sherlock Holmes der von ihm kreierten Figur gegenüber.
Die Elfen von Cottingley sind der perfekte Brennspiegel für alles, was die 1910er Jahre auszeichnet: rückwärts gewandte Romantik, die mit ihrer Elfen- und Feenwelt in Literatur, Malerei und auf der Bühne ("Peter Pan" wird explizit erwähnt) für die Flucht vor den (Kriegs-)Traumata und der Realität des technischen Zeitalters steht, ein idealer Schutzraum vor der kalten Wirklichkeit dieser Epoche. Ferner (und das heute aktueller denn je!) wird eben jene fortschrittliche Technik (hier: der Fotografie) eingesetzt, um die angebliche Existenz der abgelichteten Feenwesen zu beglaubigen. Mediale Manipulation in ihren Kinderschuhen, aber auch hier schon meinungsbildend und wirklichkeitsstiftend, wer könnte den Zeitgenossen verdenken, dass das junge Medium der Fotografie als "Beweismittel" herangezogen wird.
Soviel zur Zeitgeschichte, wie sie sich in dieser Episode spiegelt - der eigentliche Clou der Geschichte ist aber, dass dem skeptischen Rationalisten Holmes der Mann gegenübertritt, der diese Figur geschaffen hat und doch selbst ein völlig konträres Weltbild vertrat: Arthur Conan Doyle, der fest an die Echtheit der fotografierten Elfen glaubte und dies auch in verschiedenen Publikationen vertrat.
"Sechs Personen suchen einen Autor" (so ein Stück von Pirandello) hier mal umgekehrt: ein Autor sucht seine eigene Figur auf und streitet mit ihr quasi auf der von ihm geschaffenen Fiktionsebene - oder betritt Holmes die Wirklichkeit seines Schöpfers?
Diese Gedankenspiele genussvoll zu verfolgen macht den großen Reiz dieser Hörspielfolge aus, das Spiel der Ebenen und die Verschränkung von Historie und Fiktion, Biographie und Werk.
Ist auch diesmal der Kriminalfall nicht allzu tragisch und völlig unblutig, so ist er doch ein reizvolles Spiel mit Autor und Figur, das die "geheimen" Fälle (die ja in gewisser Weise Variationen über das bekannte Holmes-Thema darstellen) quasi essayistisch resümiert und Lust macht, auch die bekannten "echten" Fälle der angekündigten nächsten Folgen zu verfolgen, zumal die Sprecher, wie immer bei Titania, erstklassig agieren. Man ist gespannt, dem Ermittlerduo auf bekanntem Terrain wiederzubegnen!
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.11.2013 20:20:56 GMT+01:00
A. Gurski meint:
Ihre Rezension ist ganz interessant zu lesen und ich bewerte sie bewusst nicht, da ich Ihre Meinung zwar nicht teile, aber nachvollziehen kann. Die Frage, die sich mich aber stellt, ist, ob man mit seiner Machart der Hörspiele nicht völlig den momentanen Zeitgeist und die Wünsche vieler Hörer unbeachtet lässt. Es mag ja sein, dass dieses Hörspiel inhaltlich fast ein historisch korrekter Querschnitt verschiedener Strömungen des anfänglichen zwanzigsten Jahrhunderts zu sein scheint und diese sehr nuancenreich einfängt, jedoch kann und sollte dies meiner Meinung nicht der Schwerpunkt eines Hörspiels am Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts sein, da der Fokus mehr auf der Unterhaltung und weniger auf einer Art Geschichtsstunde liegen sollte.
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