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Kundenrezension

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Thema verfehlt, 10. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Sketching: Zeichentechniken für Produktdesigner (Gebundene Ausgabe)
Skribbeln und das damit verbundene farbige und zügige Skizzieren ist nach wie vor ein effektives und universelles Medium zum Visualisieren von Ideen und gibt mehr Freiraum für Kreativität und Dynamik als die Entwicklung von Produkten am Computer. Die virtuellen Computerbilder wirken oft emotionslos und aufgrund darstellerischer Neutralität oft wie austauschbarer Einheitsbrei. Dies haben mittlerweile auch die Hochschulen für Produktdesign erkannt und neigen ebenfalls dazu, in den Erstsemestern wieder verstärkt den Umgang mit den klassischen Zeicheninstrumenten zu erproben. Dazu zählen unter anderen natürlich Marker und Polychromos.

Auch bei Produktpräsentation sollte die Freihandzeichnung in ihrer Überzeugungskraft auf potentielle Kundschaft nicht unterschätzt werden. Die Zeichnungen wirken nicht statisch, sondern dynamisch. Erste Entwürfe können sogar Vorort bei der Kundschaft angefertigt werden, um die Ideen sofort für den potentiellen Auftrag einzufangen. Dabei ist der Effekt auch teilweise davon unabhängig, ob man zum Bleistift, Kugelschreiber oder Marker greift. Der Einsatz der Stilmittel orientiert sich in erster Linie an der Vielschichtigkeit des Projekts. Dazu gehören neben dem dynamischen Strich, ein breites Repertoire an Formen, Perspektiven, Farbkombinationen, Hintergründen, Texturen sowie Kenntnisse über Materialoberflächen. Spannung lässt sich erzeugen durch überzogene Perspektiven, Darstellung mit extremen Fokus, starken Änderungen in der Proportion oder einem gewagten Farbeinsatz. Die Kunst des erfahrenen Zeichners besteht im Weglassen. Wer genau weiß, was eine Form ausmacht, kann reduzieren, wie es z.B. gute Comiczeichner machen. Durch das Weglassen entstehen Freiräume, in denen sich das Design klarer zeigt.

Die Autoren dieses Fachbuchs unterrichten beide Zeichentechniken für den Designbereich. Koos Eissen ist Dozent an der Technischen Universität Delft und betreut Klassen für Freihandzeichnen an der Fakultät für Industriedesign. Roselien Steuer ist 3-D-Sound-Artistin und unterrichtet in Teilzeit an der Fakultät für Bildende Kunst und Design an der Kunsthochschule Utrecht. Das Buch ist daher auch in Kooperation mit den beiden Hochschulen entstanden und ist vorwiegend an Studenten des Fachs adressiert.

Das Layout und die Gestaltung des Buchs sind durchaus als gelungen zu bezeichnen. Es werden auch Möglichkeiten, wie der Einsatz von Fotos im Kontext zur Markerzeichnung, dargelegt. Manchmal wirken die Fotografien zu dynamisch, weil sie zu intensiv mit den Zeichnungen gemixt werden und lenken meines Erachtens oft effekthascherisch vom Thema der Zeichentechniken ab.

Informationen zu den Arbeitsmaterialien (Lineale, Marker, usw.) und auch wichtige Basisübungen zur Strichführung oder Flächendarstellung, wie sie z.B. im deutschen Standardbuch "Darstellungstechnik" von Alexander Ott zu finden sind, unterbleiben leider ganz. Für ebenso bedenklich halte ich aus didaktischer Sicht den Aufbau des Buchs für Einsteiger ins Fachgebiet oder für Autodidakten, die sich Taktiken in beruflichen Überschneidungsbereichen zum Design antrainieren möchten. Das liegt vor allem an der lexikalen Struktur, dem zu intensiven Bezug zu irgendwelchen Zeichnungen aus bekannten Designbüros (Collagen, Scribble - Zeichnunen,...) und daran, dass die Autoren wirklich nirgends eine Schritt für Schritt - Anleitung zur Kolorierung eines Projekts darstellen. Und gerade das wäre wichtig gewesen, weil beim Zeichnen mit Markern ähnlich wie in der Aquarellmalerei ein falscher Strich das Projekt bereits verdirbt. Es werden nicht einmal einfache technische Tricks erläutert, wie man z.B. bestimmte Lichteffekte (Lichtpunkte, Strahlen,...) zeichentechnisch herstellt.

Die ausgewählten Objekte zählen zur Designavantgarde. Diese Tatsache sensibilisiert zwar für aktuelle Formentrends, aber verliert dadurch die Konzentration auf die Darstellung vielseitiger Materialien in Form von Texturen. Kunststoff und Metall dominieren. Das gilt auch für die abgebildeten Möbel, die allesamt dem Plastikdesign zuzuordnen sind. Das hat der Autor Alexander Ott im Kapitel Möbel seines Buchs "Darstellungstechnik" wesentlich besser gelöst, auch wenn ich mir dort noch einiges mehr erhofft hätte (aber ich kenne leider kein Buch, indem es intensiver oder besser ausgearbeitet wurde).

Besonderen Fokus legen die Autoren darauf, die Möglichkeiten verschiedener perspektivischer Blickrichtungen darzustellen. Und auch hier versagt dieses Buch gemessen an der Seitenanzahl zu diesem Fachgebiet auf ganzer Linie. Es werden weder perspektivische Techniken (Fluchtpunkte, Punktmethode, Netzhautperspektive, usw.) erläutert, noch dargestellt, wie man z.B. aus einem Rechteck oder einer Raute über Drittelung der Diagonalen eine perfekt aussehende Ellipse erzeugt, obwohl die Ellipse ein eigenes Kapitel mit rund 28 Seiten in diesem Buch für sich allein besitzt. Stattdessen erzählt man Ihnen etwas über Tangenten.

Das Buch ist aufgrund des Titels "Sketching - Zeichentechniken für Produktdesigner ein übler Etikettenschwindel, der bereits im Vorwort etwas versteckt aufgedeckt wird. Zitat: (...) Über Zeichentechniken sind bereits viele Bücher geschrieben worden. Die meisten davon enthalten Anleitungen zum Zeichnen, erklären Regeln der Perspektive und den Einsatz von Zeichenmaterialien und stellen die Ergebnisse anhand von Zeichnungen dar. Diesen Prozess wollen sie umkehren: Anstatt anzuleiten und Ergebnisse zu zeigen, wollen wir den Leser dazu anregen, selbst aktiv zu werden, nach Informationen in den Arbeiten zu suchen und daraus zu lernen (...)."

Und dazu braucht man dieses Buch??? Nicht wirklich!!!! Wäre dieses Buch eine wissenschaftliche studentische Leistung, würden die Autoren in ihrer Rolle als Hochschuldozenten dieses Buch sicher mit mangelhaft und dem Vermerk "Thema verfehlt" bewerten. Von mir gibt es noch zwei Sternchen, weil ich ein gutmütiger Mensch bin. Die dargestellten Zeichnungen - dazu zählen auch die zahllosen halbherzigen Beispiele - aus renommierten Designbüros, motivieren nicht einmal zum Nachzeichnen. Es ist ein inhaltsloses Bilderbuch mit Bildern, die notdürftig in eine Struktur gezwungen wurden, und selbst das Lesen der unqualifizierten Kommentare (Niveau: Schüler Klasse 10 Gymnasium) zu den Abbildungen sollten Sie sich ersparen, denn diese entbehren jeglicher wissenschaftlicher Betrachtung. Dazu kommen dann noch zahllose inhaltslose Erläuterungen zu Zeichentechniken, die irgendwie niemandem dienlich sind. Das Tragikomische an diesem Buch ist die Tatsache, dass es nicht weiß, was es sein soll. Aufgrund der Struktur und der Kommentare wird sich das wohl jeder Leser fragen, der das Vorwort übersprungen hat.

Die Kapitel gliedern sich, wie nachfolgend: 1. Seitenansichten, 2. Perspektivisches Zeichnen, 3. Vereinfachung von Formen, 4. Grundformen und Schattierungen, 5. Ellipse als Bezugspunkt, 6. Rundungen, 7. Ebenen / Querschnitte, 8. Ideenerfindung, 9. Erklärende Zeichnungen, 10. Oberfläche und Texturen, 11. Kontext.

Zum Erlernen der Zeichentechniken gibt es bessere Bücher, wie z.B. "Darstellungstechnik" von Alexander Ott oder das Buch "Ideen Visualisieren" von Gregor Kriztian und Nesrin Schlempp - Ülker. Wer die englische Sprache nicht scheut, dem sei auch noch das Buch "Presentation Techniques" von Dick Powell empfohlen. Bei Powell gibt es des Öfteren Schritt für Schritt Anleitungen, dafür sind aber die Objekte etwas antiquiert. Diese drei Bücher sind meines Erachtens sinnvolle Anschaffungen für Studenten, die man auch immer noch bei amazon gelistet findet. Im Profibereich gibt es ebenfalls gute Bücher, die ich bei hauptberuflichen Produktdesignern gesichtet habe. Diese stammten vorwiegend aus dem japanischen und amerikanischen Raum und überstiegen nach meinen Recherchen allerdings schon weit die 80 Euro Grenze. Diese erfüllen dann allerdings auch eher die Ziele, welche die Autoren im Vorwort dieses Buchs als Intention benennen.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 13.08.2013 08:09:26 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.08.2013 12:52:39 GMT+02:00
M. Perk meint:
Vielen Dank für ihre Rezension!

Ich besitze das Buch selbst und würde das Buch auch keinem Designstudenten empfehlen, besonders dann nicht, wenn es als Einstieg in Design-Zeichentechniken verwendet werden soll.

Bitte nennen Sie doch noch die Titel der "professionelleren" Bücher die Sie am Schluss erwähnt haben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.08.2013 15:13:47 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 31.08.2013 15:14:09 GMT+02:00
Bodo meint:
Die Titel der "professionelleren" Bücher würden mich auch sehr interessieren
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