Kundenrezension

19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wodka, Weltschmerz, Windows Home: Lukianenko holt auch dich in die Tiefe!, 6. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Spiegel: Roman (Taschenbuch)
Mit diesem Buch erfüllt der Meister aus Russland wirklich alle meine Hoffnungen. Und sie werden sogar übertroffen. Wie macht der Mann das nur? Literarisches Genie und eine gesunde psychologisch geschulte Weltsicht ergeben hier eben einfach mehr als die bloße Summe von beidem. Das ist mal wieder ein Lukianeko, so reif wie ein Apfel im goldenen Oktober. Du beißt rein und gleich läuft dir der süße Saft aus den Mundwinkeln. Regt der Mann mich etwa an, in einer Rezension poetisch zu werden? Scheint so...

Wo startet das neue Spiegel-Buch, das (im Original)3 Jahre nach dem ersten Band erschienen ist?
Die Tiefe gibt es noch, aber seit dem man zuletzt von Leonid gehört hat, hat sich einiges verändert. Nicht nur die Tiefe selber, auch Diver Leonid ist ein anderer geworden. Doch nichts ist unveränderlich - und als Deeptown am Scheideweg steht, muss Leonid alle Ressourcen mobilisieren, die er noch hat, um ernsthaft eingreifen zu können. Doch seine schwierigsten Aufgaben warten nicht allein in der Tiefe, auch er selbst muss sich verändern, wenn er Aussicht auf Erfolg haben will.

Lukinaneko ist für mich wie ein William Gibson nach einer Moskauer Frischzelleninfusion: ja, auch heute kann man noch einen Abenteuer- und Entwicklungsroman über die virtuelle Realität schreiben, der einfach nur überzeugend, spannend und überraschend ist. Lukinanenkos Besonderheit ist für mich immer schon gewesen, dass er seine menschlichen Helden so schmerzhaft gut mit Identitäten, Schrullen und Motiven versehen kann, dass man meint, sie berühren und unter ihnen leben zu können. Und wie er das hier wieder einmal hinbekommt - wunderbar! All diese 19jährigen deutschen Erst-AutorInnen, die mit ihrer von Lebensentäuschung bis zum Möchtegerntabubruch reichenden literarischen Nabelschau hausieren gehen, sollten sich mal beim russischen Meister ansehen, wie man mit Worten Leben einfängt, das nicht bei der eigenen Hautoberfläche endet.

Es ist vielleicht keine große Erkenntnis, aber eben schon nach ein paar Seiten völlig offensichtlich: Lukianeko macht mit Worten dass, was seine Figur Dmitri Dibenko in ihrer Welt mit dem Deep-Programm geschaffen hat: Du siehst es nur mit den Augen, aber nach ein paar Sekunden bist du drin und dann lebst du dort bis dich jemand rausholt oder dein Timer die Verbindung kappt. Wunderbar, genau dafür wurde Unterhaltungsliteratur geschaffen.

Also: auch dieser Lukianenko ist Lesegenuss allererster Güte - kaufen!
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Von 2 Kunden verfolgt

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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.11.2011 18:41:25 GMT+01:00
Case meint:
Hallo Bücherfresser,

erst einmal danke für Ihre Rezension. Ich habe zwei Fragen, die Sie mir hoffentlich beantworten können...

1. Ist es (zwingend) notwendig Labyrinth der Spiegel (http://www.amazon.de/Labyrinth-Spiegel-Roman-Sergej-Lukianenko/dp/3453527755/ref=ntt_at_ep_dpt_5) gelesen zu haben?

2. Ich habe das Hörbuch von Spektrum (http://www.amazon.de/Spektrum-Roman-Sergej-Lukianenko/dp/3453722701/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1320773357&sr=1-1) so ca. bis zur Hälfte gehört, aber dann habe ich es irgendwann aufgegeben, weil es mich einfach nicht fesseln konnte (genau genommen hat es mich sogar regelrecht genervt, aber das lag vielleicht einfach daran, dass David Nathan den einen außerirdischen Charakter unfassbar nervig gesprochen hat :-p). Ansonsten habe ich keine Erfahrung mit Lukianenko, aber man hört ja immer wieder, dass er so großartig sei. Nun zur eigentlichen Frage: Kann ich davon ausgehen, dass Lukianenko mir generell nicht gefällt, nur weil Spektrum nicht mein Fall war? Das Buch war mir insgesamt etwas zu zäh und zu langweilig. Die ganzen (pseudo-)philosophischen Ausflüge waren einfach nicht nach meinem Geschmack. Kann ich bei den Spiegel-Büchern von einer ähnlichen Struktur ausgehen?

Vielen Dank schon mal im Voraus! : )

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.11.2011 19:37:50 GMT+01:00
Hallo Case,

Um auf Ihre erste Frage einzugehen: "zwingend" notwendig ist natürlich so eine Sache. Aber ich denke: ja, es ist notwendig, den ersten Band zu kennen, wenn Sie wirklich Freude am Buch haben möchten. Die Spannung, die z.B. auf den ersten 170 Seiten für mich vor allem dadurch entstand, dass ich wissen wollte, was mit den Divern seit dem letzten Band passiert ist und weshalb der Leonid, der Protagonist, in der Verfassung ist, in der er dem Leser entgegen tritt, würde sich ohne einen Bezug auf Band 1 gar nicht einstellen können. Auch das Innenleben und die sozialen Beziehungen des Helden zu anderen Handlungsträgern erschließt sich ohne Vorkenntnis nur sehr schwer oder gar nicht.

Zu Ihrer zweiten Frage. Da ich persönlich an Hörbüchern grundsätzlich keine Freude habe, fällt es mir recht schwer zu entscheiden, ob durch eine als unangenehm empfundenen Sprecher bzw. dessen Interpretation der Zugang zum zugrundeliegenden Buch sozusagen verdorben werden kann. Vorstellen kann ich es mir aber. Davon abgesehen ist das, was sie als "(pseudo-)philosophischen Ausflüge" bezeichnen, für viele Leser wie mich oft gerade das Salz in der Suppe. Zugegeben, mitunter kann das auch mal zuviel des Guten sein, aber grundsätzlich setzt der Autor in einer ganz spezifischen Tradition Menschen in Situationen, an denen sie wachsen oder gebrochen werden. Und er lässt dabei den Leser vergleichsweise intensiv an den vielen Reflexionen seiner Figuren über die Welt und die Geschehnisse, denen sie ausgeliefert sind und über die sie versuchen, Kontrolle zu (zurück) zu gewinnen, teilhaben. Wenn Sie das als unnötig oder zäh, jedenfalls störend empfinden (und vielen anderen wird es sicher ähnlich gehen), werden Sie grundsätzlich wenig Freude am Werk haben. Auch die Spiegel-Bücher sind voll davon, haben also genau diese, wie sie es formulieren, Struktur.

Nach meinem Empfinden hat Lukianenko aber in seinen Jugendbüchern genau diese Elemente sehr sparsam eingesetzt. Vielleicht versuchen Sie es mit dem Ritter der vierzig Inseln oder Trix Solier (das für mich fast zu geradlinig ist und mit zu wenig Innenschau ausgestattet ist). Es sind aber alles gute Bücher, hundert Prozent Lukianenko, aber ohne all das, was Ihnen bei den anderen Büchern die Lesefreude raubt. Viel Spaß damit!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.11.2011 21:11:07 GMT+01:00
Case meint:
Danke für die schnelle und ausführliche Antwort.
Ich bin eigentlich auch nicht so der Hörbuch-Fan, aber ich hatte diesen Audible-Gutschein und dachte mir "warum nicht". Außerdem wollte ich immer mal einen Eindruck von Lukianenko bekommen, also hat das ganz gut gepasst. Anfänglich hat mich das Buch auch angesprochen, aber irgendwann hatte ich das Gefühl, dass die Handlung nur noch so vor sich hindümpelt. Die Länge an sich ist nicht das Problem. Ich lese oft dicke Schinken wie z.B. Die Hyperion Gesänge von Dan Simmons oder die Neuromancer-Trilogie von Gibson usw. Na ja es ist eben Geschmackssache. Eventuell versuche ich mich nochmal an den Spiegel-Büchern, da sich der Klappentext schon sehr interessant anhört. Ich werde mir auf jeden Fall die Leseprobe auf den Kindle laden...nur schade, dass der erste Teil ohnehin nur als (teures) Taschenbuch verfügbar ist : (

Nochmals vielen Dank : )

Veröffentlicht am 18.11.2011 11:12:36 GMT+01:00
wolfgang meint:
Ahhh, erst das wunderschöne Buch fertig gelesen und dann noch diese Rezension gefunden, die für mich Lukianenko auf den Punkt bringt! Kann ich perfekt nachvollziehen. Ein pralles Buch, spannend, lebendig, anregend - fast möchte man Russe werden, wenn die da wirklich so sind ;-)

Veröffentlicht am 02.04.2014 10:01:56 GMT+02:00
"Wo startet das neue Spiegel-Buch, das (im Original) immerhin 13 Jahre nach dem ersten Band erschienen ist?"

Wirklich? Das Buch ist von 1998, doch nach dem Erfolg des Wächter Zyklus, veröffentlicht der Verlag alles was der Herr mal niedergeschrieben hat.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.04.2014 17:47:28 GMT+02:00
Ja, das habe ich unklar beschrieben. Also im russischen Original erschien der zweite Band drei Jahre nach dem ersten, der deutsche 2. Band erschien 13 Jahre nach dem russischen ersten. Wird angepasst.
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