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Kundenrezension

26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Saxon auf dem richtigen Weg, 3. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Call to Arms (Audio CD)
Da ist es nun endlich - das neue Saxon-Album.Erst auf der Band-eigenen Hommepage für März angekündigt,dann auf den 20.Mai, ist es nun endlich soweit.Es ist ein typisches Saxon-Album geworden wie auch "The Inner Sanctum" oder davor "Unleash the Beast" typische Saxon-Alben waren.Melodie mit einer guten Dosis Härte und einer gewissen Rauheit gepaart und von der unverwechselbaren Stimme von Biff Byford veredelt - das macht Saxon aus.An der Produktion die diesmal in den USA abgemischt wurde gibt es nichts zu bemängeln,sie hört sich sehr natürlich und erdig an - vielleicht auch ganz gut das nicht wieder Charlie Bauerfeind(bei zu langer Zusammenarbeit läuft es sich manchmal tot) produziert hat - es hört sich alles frisch an und die Songs sind auf ihre wesentlichen Bestandteile reduziert worden.Daher auch die relativ kurzen Spielzeiten der Songs,und damit verbunden die Kurze Album-Spielzeit von unter 40Minuten(wenn man eine Version des Titel-Songs weglässt).Als Mit-Produzent war auch Peter Byford verantwortlich was dazu geführt hat das die Vocals etwas zu sehr in den Vordergrund gemischt wurden.Manchmal nervt es auch etwas wenn Peter Byford verschiedene Melodievarianten in den Versen wählt um etwas mehr Abwechslung ins Spiel zu bringen - passt manchmal nicht,aber vielleicht gewöhnt man sich mit der Zeit auch daran.Was mir immer sehr bei Saxon gefallen hat ist,dass die Vocals bei Saxon oft vom Sänger selbst gedoppelt werden und er damit 1. und 2. Stimme gleichzeitig singt,wie es auch auf dem aktuellen Album wieder desöfteren der Fall ist. Wie zuletzt schon auf Into the Labyrinth, so gibt es diesmal auf dem Album wieder viel zu viele Füller -- nicht wie zur Anfangszeit, als jeder Song ein Treffer war. Songs wie das schnöde lahme "Back in 79", das langweilige balladeske "Mists of Avalon", und auch die belanglosen 3 Schlussstücke "When doomsday comes","No Rest for the Wicked" und "Ballad of the working Man" können nun wirklich Niemanden hinterm Ofen vorlocken und ziehen das Album qualitativ stark nach unten. Aber die restlichen 5 Stücke sind wirklich gelungen und erinnern an die Anfangszeit -- der atmosphärische eindringliche Titelsong erinnert mich ein wenig an "Broken Heroes" und der knallige Opener "Hammer of the Gods" braucht sich hinter "Princess of the Night" nicht zu verstecken, während "Chasing the Bullet" ein Riffbetonter AC/DC-Rocker ist, der entfernt an "Strong Arm of the Law" erinnert. Also, es gibt schon ein paar Kracher-Songs auf Call to Arms.

Nur diese Deep Purple-Hammond-Orgel bei 2 Stücken ist für meine Begriffe etwas fehl am Platze,man wollte mal etwas anderes versuchen - nicht sehr gelungen,passt nicht zu Saxon.Ohnehin gehen mir Kommentare auf den Senkel die einem weissmachen wollen das man unbedingt Neuerungen in der Musik braucht und es ohne "Musikalische Weiterentwicklung" nicht geht - denen sei gesagt dass ich mir meine Helden kaufe weil sie diese Musik spielen und keine andere Musik - wenn ich andere Musik hören will kaufe ich mir eine andere Gruppe - abgesehen davon dass es meist auch kein Gutes Album werden würde wenn sie plötzlich versuchen auf den aktuellen Trend aufzuspringen und sich plötzlich anhören wollen wie "Machine Head" oder neuere "Metallica".Nee, die Jungs haben Ihren Stil seit 30Jahren gefunden und sollten davon auch keinen Millimeter abweichen,denn dass können sie am besten und dass wollen die echten Fans auch hören. Saxon versuchen ja schon seit Metalhead(1999) innovativ zu sein und eventuell neue Käuferschichten zu erobern, seit dem sind ja auf jedem Album moderate moderne Kompositionen zu hören, die zeitgemäss sein sollen. Mit dieser toleranten Musikausrichtung an die Moderne ist natürlich auch klar dass es Viele Hartgesottene Altfans gibt, die mit den neueren Alben eben nicht mehr zu 100% zufrieden sind, sondern vielleicht nur noch zu 75%, sofern man sich aber nicht zu sehr von seinen Wurzeln entfernt und man zusätzlich neue Käuferschichten anzieht und die Altfans diese Kurskorrektur und ein sich anbiedern an den Zeitgeist gerade noch so verkraften können, geht die Neuausrichtung natürlich in dem Sinne auf, dass sich mehr Tonträger und auch mehr Konzerteinnahmen verkaufen lassen und sich damit ein höherer Gewinn generieren lässt und man damit einhergehend auch immer wieder Plattenfirmen findet die einen gerne unter Vertrag nehmen und man damit auch regelmässig Tonträger herausbringen kann. Auch diesmal hat man mit Songs wie "When Doomsday Comes", "No Rest for the Wicked" und auch "Mists of Avalon" seinen Tribut an die Moderne abgeleistet, allerdings verzettelt man sich mit diesen "Experimenten" zu sehr im Niemandsland, was das Album auch wiederum unnütz verweichlicht, obwohl es wieder mal an der Zeit wäre ein reinrassiges Saxon-Album auf die Menschheit loszulassen, ohne Attribute an die Moderne - einfach voll auf die Zwölf und auch wieder mit richtigen Klischeehaften Songtiteln(Krieger,Schwerter,Schlachten,Blut,Tot,Party,Verteidiger des Guten im Kampf gegen das Böse usw...), die einfach zum Hardrock/Heavy Metal-Bereich passen wollen. In den vergangenen 15 Jahren hat man ja versucht viele Songtitel zu kreieren, die nicht gleich auf Heavy Metal schliessen lassen. Aber gerade dieses Klischeebeladene fehlt mir mittlerweile etwas bei Saxon - es ist halt auch schwierig für eine Band Ihren Weg durch alle Unwägbarkeiten des harten Musikbusiness zu gehen und zu finden - was heute noch absolut richtig ist, kann morgen schon wieder überholt sein. Mir ist es sowieso wichtiger dass sich das Songmaterial gut reimt und singen lässt, als das alles zwangsläufig auf sinnvolle Sozialkritik am System hinaus laufen muss - wenn ich mich bilden möchte, dann lese ich Fachlitaratur oder schaue mir Politik-Sendungen an - kaufe mir aber kein Saxon-Album - davon möchte ich mich erstklassig unterhalten lassen - nicht mehr und nicht weniger und normalerweise gerade dem Alltag entfliehen.

Zu den Songs:
1.Der furiose Opener Heavy Metal-Kracher "Hammer of the Gods" erinnert mich vom Einstieg her sofort an seelige "Denim and Leather"-Zeiten.Eine schnelle riffbetonte Hymne mit Niveau und schmackes dahinter.Wie damals "Princess of the Night" 5/5
2."Back in 79" ist ein langsam gehaltener Rocker in Denim and Leather-Art mit Chören die den Refrain singen(grölen), allerdings bei weitem schlechter als das grosse Vorbild.Reisst mich nicht mit - kommt auch live nicht sehr gut an - sehr langweilig und einfältig 2/5
3."Surviving against the Odds" ist ein ähnlich geiler Abgeh-Song wie "Hammer of the Gods" - auch gute Verse und der Refrain geht sofort ins Ohr.Richtig guter Saxon-typischer Gute-Laune-Rocker 4/5
4."Mists of Avalon" ist sehr mystisch und langatmig aufgebaut.Es kommt die vorher angesprochene Orgel zum Einsatz. Schnellere Verse wechseln sich mit dem verträumten Refrain ab. Ich hätte diese Halbballade nicht gebraucht, besonders weil das nächste Stück(Titelsong) wieder in Balladenrichtung geht. Bei mir kommt bei diesem Song einfach keine Stimmung auf 2/5
5."Call to Arms" ist eine gefühlvoll und innig gesungene Anti-Kriegs-Halb-Ballade mit einem kraftvollen Refrain.In Halb-Balladen hatten Saxon schon traditionell immer Ihre Stärken 5/5
6."Chasing the Bullet" ist ein AC/DC-ähnlicher Party-Rocker mit einem durchgehenden sägenden Grundriff, im Mid-Tempo gehalten.Im Stile von "Get down and dirty" oder "Terminal Velocity".Groovt und rockt cool und lässig ab - für solche Songs liebe ich Saxon(Habe noch keinen Saxon-Fan getroffen der nicht auch AC/DC gerne hört). Hardrock vom allerfeinsten 5/5
7."Afterburner" ist dann der obligatorische schnelle Quoten-Speed-Song, der nicht fehlen darf (eigentlich mag ich schnelle Songs)- leider kein "Heavy Metal Thunder"-Niveau - eher wie "Nighthunter",jedoch besser als "Hellcat" vom letzten Album 3/5
8."When doomsday comes" - der 2 Song mit Orgel.Gefällt mir hier etwas besser.Ist ein atmosphärischer Song im Midtempo und ein Filmsoundtrack für einen mir bisher unbekannten Film - Irgendwie ein Saxon-untypischer Song, der eher von Deep Purple stammen könnte, aber nichts besonderes darstellt, überhaupt fallen die letzten 3 Songs ab 3/5
9."No Rest for the wicked" ist abermals im Midtempo-Bereich gehalten.Der Song mit dem "modernsten Riffing" auf dem Album, hat allerdings einen ganz guten einprägsamen Refrain - Hörbarer Durchschnitt 3/5
10. Das bemüht wirkende "Ballad for the working man" geht entgegen des Titels doch ganz flott nach vorne,aber er ist recht bieder und einfallslos komponiert - ein paar nette zweistimmige Gitarrenläufe reichen leider nicht um hier noch was zu reissen - der Refrain ist leider auch nicht gelungen 2/5
11."Orchesterversion von Call to Arms" - damit die 40-Minuten-Marke doch noch überschritten wird hat man diese eigentlich überflüssige Version dazugepackt.Das Lied ist genausogut wie auch in der normalen Rock-Version,allerdings mit Orchester hinterlegt.Hört sich stark nach Orchester vom Key-Board und nicht nach echtem Orchester an.Für mich ein Bonus-Track,daher ohne Wertung.

Alles in Allem ein mittelstarkes Album mit einem erdigen,kraftvollen Sound und einer Rückbesinnung auf traditionelle Stärken -- also die Mindestvoraussetzungen wurden erreicht, viel mehr aber nicht. Positiv ist zu erwähnen dass keine echte (Liebes-)Ballade enthalten ist,bei denen Saxon zu 80% sowieso versagen.Die kurze Spielzeit führt dazu das man das Album ohne grössere Langeweile konzentriert mit Spass durchhören kann.
Da es mit Song 1+6 zwei richtig starke Rocker gibt und der nachdenkliche Titelsong gelungen ist - es daneben aber auch sehr viel durchschnittliches zu hören gibt und ein absoluter Überhit fehlt, sind denke ich 3 Sterne eine gerechte Benotung für ein durchschnittliches Album,dass zwar wegen seiner Kompaktheit etwas besser ist als zuletzt "Into the Labyrinth", aber immer noch genügend Luft nach oben hat um noch den ein oder anderen draufzusetzen. Es ist zwar schön dass sich Saxon vom Musikstil her teilweise wieder etwas mehr auf Ihre Frühwerke besinnen und damit weniger Bombast vorherrscht und moderne Soundanbiderungen an die Neuzeit so gut wie aussen vorbleiben -- man besinnt sich auf das wesentliche und kommt schneller auf den Punkt -- jedoch sollten eben auch die Kompositionen gut sein und dass ist leider bei 5 Songs nicht der Fall. Für 4 oder gar 5 Sterne braucht man ein durchgehend gutes Album auf hohem Niveau oder eben einige ganz herausragende Songs - beides bietet dieses Album nicht."Wheels of Steel","Strong Arm of the Law","Denim and Leather","Power and the Glory","Innocence is no Excuse","Solid Ball of Rock","Unleash the Beast" und "The Inner Sanctum" hatten dieses 5-Sterne-Niveau.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 07.05.2016 19:20:24 GMT+02:00
Tim T. meint:
interessante und ausführliche Rezension :)
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