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Interessante Besetzung,
11. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Entführung aus dem Serail-the Sony Opera House (Audio CD)
Die Sony hat mit dem Archiv der längst verschwundenen Firma Eurodisc auch diese wenig bekannte, aber sehr interessant besetzte Aufnahme von 1978 übernommen und dankenswerter Weise in dieser preiswerten Ausgabe neu herausgebracht.
Edita Gruberova stand damals gerade am Anfang ihrer internationalen Karriere, hatte ihre Manierismen, die in vielen ihrer Mozartaufnahmen so irritieren, noch nicht voll entwickelt (v. a. die Eigenschaft, hohe Töne hochzuziehen, "scooping" genannt) und beeindruckt durch ihre Virtuosität, gerade, aber nicht nur in der Martern-Arie.
Francisco Araiza war damals auf dem Weg, Peter Schreier als international führender Mozart-Tenor abzulösen. Der Mexikaner hatte auf jeden Fall die schönere Stimme, auch die nötige Beweglichkeit für die Koloraturen der Partien. In dieser Aufnahme, einer seiner ersten, singt er noch recht vorsichtig, aber mit balsamischem Wohlklang
Der Sänger des Osmin, Roland Bracht, ist sicherlich weniger prominent als die beiden anderen Hauptdarsteller. Wer aber in den letzten 30 Jahren regelmäßig die Stuttgarter Oper besucht hat, kennt seine Qualitäten als Darsteller, seine kernige Bassstimme, seinen Humor, gepaart mit der nötigen Beweglichkeit für diese schwierige Rolle. Ein guter Osmin, besser als viele prominentere Kollegen.
Gudrun Ebel ist eine charmante Blonde mit leichten Höhenproblemen, Norbert Orth
ein kerniger Pedrillo.
Heinz Wallberg dirigiert am Pult des Münchner Rundfunkorchesters einen eher traditionellen, etwas gemütlichen Mozart ohne die großen emotionalen Ausbrüche.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist für heutige Verhältnisse, dass die gesprochenen Partien nicht von den Sängern übernommen, sondern mit Schauspielern besetzt werden, deren Stimmen sich doch sehr von denen der Sänger unterscheiden - eine eigentlich eher in den 50ern gängige Praxis. So entsteht nicht unbedingt eine Einheit. Trotzdem: Eine hörenswerte Aufnahme.
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