Kundenrezension

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Walzer in die Dunkelheit, 21. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Leopard: Roman (Taschenbuch)
Sizilien 1860:
Don Fabrizio, der Fürst von Salina, langweilt sich die meiste Zeit. Vergnügen und Abwechslung bereiten ihm lediglich die neuesten Eskapaden seines Neffen Tancredi, den er den eigenen Kindern vorzieht. Außerdem macht er sich hin und wieder einen Spaß daraus, Pater Pirrone zu provozieren, indem er ihn immer wieder mal dazu zwingt, den Fürsten auf seinem Weg zu den Prostituierten der Stadt zu begleiten, die er aufsucht, um sich seiner Männlichkeit zu versichern. Als die Familie, wie alljährlich, den Wohnsitz ins ländlichere Donnafugata wechselt, überschlagen sich die Ereignisse. Zum einen erobern die Truppen Garibaldis weite Teile Italiens und sorgen so für einen politischen Umbruch im Lande. Zum anderen bittet Tancredi seinen Onkel, sich beim werben um die schöne Angelica, der Tochter von Don Calogero Sedara, für ihn einzusetzen.
Don Fabrizio spürt, das sich in ihm etwas verändert. Er beginnt zu reflektieren. Über sein Leben, seinen Stand, seine Familiengeschichte. Über das, was war, das, was ist und das, was bleibt.

"Alles muss sich verändern, damit es bleibt wie es ist."

Giuseppe Tomasi di Lampedusa entwirft in seinem posthum erschienenen "Il Gattopardo" ein Gemälde von einem Roman, welcher an sprachlicher Eleganz nicht zu überbieten ist. Er ist Satz für Satz von zeitloser Schönheit, brilliant formuliert und von großer Wahrhaftigkeit. Ein Fest der Sinne. Zudem bildet das Werk ein umfassendes Portrait vom Niedergang einer Gesellschaft, der ausschlaggebend war für den Beginn eines neuen Zeitalters. Des weiteren stellt es eine vielschichtige Auseinandersetzung mit den Themen Alter, Vergänglichkeit und Tod dar. Nicht zuletzt lernt man viel über Italien, die Italiener und noch mehr über Sizilien und die Sizilianer.

Ein Jahrhundertroman (erschienen 1958), dem ein Jahrhundertfilm folgte (Luchino Visconti, 1962).
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 03.02.2013 15:24:08 GMT+01:00
Sabaga meint:
Ich bin ganz überrascht hier von Dir als überzeugten und fast ausschließlichen Westernrezensenten eine ganz andere Welt zu entdecken. Den“ Leoparden“ habe ich vor ca. 15-20 Jahren gelesen, hatte mir“ Piepers italienische Bibliothek“ bestellt mit einigen Bänden, alle ganz besonders, wie ich fand. Du hast die Szenerie des Romans ganz großartig beschrieben. Ich spüre den heißen Wind und die Trockenheit, die die Familie überfällt, als sie per Kutsche nach Donnafugata, dem vielzimmrigen Sommersitz der Salinas aufbrechen, der besonders die Frauen zum Lockern ihrer standesgemäßen Verhüllung in Kleidung und Gemüt verführt, alle freuen sich auf das trotz aller Konventionen doch gelöstere Leben auf dem Landsitz. Und der geliebte Neffe Tancredi, wie er mit seiner Verlobten durch die verlassenen nicht mehr benutzten Zimmerfluchten stöbert. Ich habe noch so viele Einzelheiten des Romans im Gedächtnis. Die katholische Keuschheit und Kühle der Gattin, der der Leopard ganz pragmatisch auszuweichen versteht, der Vater der Braut, der die sich auflösenden gesellschaftlichen Strukturen mit Bauernschläue für sich nutzen kann und aufsteigt im Karussell der Bedeutenden und dem alten Adel durch Geldadel gleichgestellt zu sein hofft. Ein Roman, zum Seufzen schön und zum Heulen traurig, der mich lange nicht losließ und Markierungen hinterließ in meinem Leserleben.

Vielleicht interessiert es Dich als Leser mit Affinität zum Westen/Western, das Garibaldi
nach der Niederschlagung der Römischen Republik 1849 in die USA emigrierte und in New York zunächst eine Fabrik gründete, ich glaube es war eine Keksfabrik. Ich las es bei Oriana Fallaci „Die Wut und der Stolz“.
Im Übrigen finde ich auch Deine Rezi über den neuen Django sehr sehr gut, aber ein „nützlich“ Klick wurde auch von mir nicht angenommen. Komisch. Aber was soll das mit den „nützlich“ Klicks, ich lese die Rezis grundsätzlich nicht nach den Nützlichkeitsklicksangaben, da schaue ich gar nicht hin, und kann mir vorstellen das Viele so vorgehen. Schade ist nur, dass Deine Rezi ansich im Mittlefeld verschwindet, da sind viele Leser schon ermüdet und lesen sich nicht so weit durch.

Lieben Gruß- Sabaga

Veröffentlicht am 03.02.2013 15:35:52 GMT+01:00
Sabaga meint:
Nein, Deine Django Rezi steht bei den 5 Sternen an 4. Stelle, habe noch mal nachgeschaut, da ist man noch frisch und so versinkt Dein Text dann doch nicht in der Vielzahl von Rezensionen. Das wäre auch sehr sehr schade gewesen.
mfg Sabaga

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.02.2013 19:00:42 GMT+01:00
Eddie Lomax meint:
Hallo Sabaga,

es freut mich sehr, das Dir meine Texte gefallen. Den Weg von einem guten Buch zu einem guten Film finde ich gar nicht so weit. Von Oriana Fallaci habe ich bisher noch nichts gelesen, werde mich aber dank Deiner Empfehlung zu gegebener Zeit damit auseinandersetzen. So führt eins zum anderen. "Der Leopard" ist schon ein besonderes Buch. Als ehemaliger Vielleser suche ich mittlerweile etwas genauer aus und arbeite eine imaginäre Liste von Werken ab, von denen ich denke das man sie mal gelesen haben sollte. Lampedusas Text sticht aus alledem noch hervor. Selten habe ich ein Werk von solcher Dichte und Nachhaltigkeit gelesen. Was DJANGO betrifft, die Klicks finde ich nicht so wichtig und ich glaube es geht aus dem Text hervor, wen er anspricht.

Herzliche Grüße und einen schönen Sonntagabend, Eddie.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.02.2013 00:38:57 GMT+01:00
Sabaga meint:
Hallo Eddie,
freue mich, von Dir eine Reaktion erfahren zu haben. Aber Vorsicht vor Oriana Fallacis „Die Wut und der Stolz“. Sie war mal eine Starreporterin und auch Kriegsberichterstatterin. "Die Wut und der Stolz", ist kein Roman , sondern, ja wie soll man es benennen, ihre ganz persönliche Sicht auf die europäische Welt. Für diese hegt sie nur Verachtung einschließlich für ihre italienischen Wurzeln, hauptsächlich aus dem Grund, da Europa zu schwach sei, sich gegen islamische Infiltration zu wehren, zu schwach und zu feige. Dabei ergießt sie sich recht üppig in regelrechte Haßtriaden gegen den Islam, seine Menschen, seine Kultur. Ohne jede Differenzierung oder die kleinste Anerkennung für das islamische Spektrum unserer Welt, sprüht sie Geiffer, der sicher von einigen Zeitgenossen gerne geleckt wird, wie viele 5 Sternerezensionen auch hier bei Amazon zeigen. Man muss schon sehr geduldig, nachsichtig und um Toleranz bemüht sein, die sie selbst keineswegs übt, um aus dem Büchlein das auszusieben, was durchaus Berechtigung haben mag. Kurz "Die Wut und der Stolz" habe ich aus Intersse gelesen, aber es ist keine Empfehlung von mir.

Als ich dieses Buch von der Fallachi las, mit ihren Ausführungen auch zu Garibaldi, spulte ich sogleich zurück zum Leoparden und dachte, aha ... so war das. Ich freue mich immer, wenn sich aus unterschiedlichsten Richtungen plötzlich Fäden verknüpfen lassen. Aber ich hätte dieses Buch hier gar nicht benennen sollen, damit lege ich eine falsche Spur.

Wollte dies gerne richtig stellen.

Lieben Gruß, Sabaga

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.02.2013 09:15:51 GMT+01:00
Eddie Lomax meint:
Hallo Sabaga,

wer die Fallaci war und das sie umstritten ist, war mir durchaus bekannt. Ich hatte nur noch nichts von ihr gelesen. Ich danke Dir trotzdem für die Erläuterung. Die Verknüpfungen aus den verschiedensten Richtungen betreffend kann ich nur sagen, das es mir da ähnlich geht wie Dir. Ich lasse mich beinahe ausschließlich von derartigen Verbindungen leiten in meinem Leseverhalten. Das schlägt sich natürlich auch darauf nieder, welche Filme man sich anschaut, welche Musik man hört u.s.w..Überhaupt freue ich mich jedes Mal aufs neue. wenn ich eine solche Verknüpfung entdecke an Stellen, wo ich sie niemals vermutet hätte und Hinweise auf einen Zusammenhang finde.

Eine schöne Woche und herzliche Grüße, Eddie.
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