Kundenrezension

79 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Heilige Krieger" und "universale Monarchen", 12. Dezember 2004
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Rezension bezieht sich auf: Das Buch vom meditativen Leben. Die Shambala-Lehren vom Pfad des Kriegers zur Selbstverwirklichung im täglichen Leben (Taschenbuch)
Der Buchtitel kann falsche Erwartungen wecken. Wer sich von Chögyam Trungpas „Buch vom meditativen Leben" einen pragmatischen Wegweiser für die Integration von Mediation ins Alltagleben verspricht, ist hier eindeutig an der falschen Adresse. Der englische Originaltitel des Buches „Shambala - The Sacred Path of the Warrior" zeigt deutlicher, was zwischen den Buchdeckeln zu erwarten ist. Der Otto Wilhelm Barth Verlag wird schon gewusst haben, warum er den nur bedingt verkaufsträchtigen Buchtitel „der heilige Pfad des Kriegers" nicht übernommen hat. Soviel vorab: das Buch ist ein tiefgründiges Werk, dass die Grundelemente der meditativen „Shambhala-Schulung" in ausdrucksstarker und klarer Sprache darlegt. Es ist das Bodhisattva-Ideal des nördlichen Buddhismus, das Ideal vom befreiten, erleuchteten Menschen, der sein Leben in den Dienst seiner Mitwelt stellt, das dieser Schulung zugrunde liegt. Trungpa kommt in seinem Buch mit einem Minimum an buddhistischer Begrifflichkeit aus. Stattdessen führt er ein in die metaphorisch-symbolische Sprachwelt der Shambala-Tradition. Dort ist die Rede vom „heiligen Krieger", der „Drala" (elementare Energie des Seienden) erweckt, indem er die „Große Östlichen Sonne" erblickt. Sanftmütigkeit und die Kraft des „Windpferdes" stehen ihm zur Seite wenn er in den „kosmischen Spiegel" schaut und die „heilige Welt" erblickt. An dieses Vokabular konnte ich mich schwer beim Lesen gewöhnen, besonders dann, wenn die Metaphorik allzu sehr ins Martialische abdriftet. Eine Leseprobe: „Die Unergründlichkeit ist strahlend und furchtlos, weil sich der Krieger von seiner Vision der Östlichen Sonne leiten läßt. Mit vollem Einsatz (...) kannst du (...) authentische Gegenwart erlagen, um in den Seinszustand des universalen Monarchen einzutreten. Öffne dich und gib furchtlos, dann trägst du dazu bei, eine machtvolle Welt von Kriegern zu schaffen." Sicher, Trungpa wird nicht müde zu versichern, sein Krieger hätte mit Krieg nichts am Hut und seine Monarchen nichts mit Despotentum, gleichwohl bleibt ein solches Vokabular schwere Kost, und wird durch den Verweis auf die Samurai-Kultur Japans auch nicht verdaulicher.
Fazit: kein Buch für Buddhismus-Einsteiger und auch für Fortgeschrittene aufgrund seines eigenwilligen Vokabulars nicht ganz unbedenklich. Denn wenn es da vom Erleuchteten heisst, keinerlei „Zweifel" trübten mehr sein Handeln, dann hat das den fundamentalistischen Beigeschmack, der immer dann entsteht, wenn einer sein Wissen für absolut setzt und nicht mehr in Frage stellen kann.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.09.2009 15:18:10 GMT+02:00
Marcas meint:
Wenn man von Buddhismus nicht viel Ahnung hat und vergisst, dass die Praxis der Meditation erst grundlegendes Verständnis für die Theorie mit sich bringt, sollte man vorsichtig mit Buchrezensionen sein. Zumal die Terminologie zwar eigenwillig, aber im Kontext zu den Shambhala-Lehren zu sehen ist. Und mit keinerlei Zwiefel, ist ganz sicher nicht die Abwesenheit von Zweifel an einer Lehre gemeint.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.12.2009 19:59:01 GMT+01:00
Dr. P. meint:
Woher wissen Sie, dass der Rezensent "nicht viel Ahnung" vom Buddhismus hat? Mit solchen Spekulationen sollte man vorsichtig sein. Man könnte daneben liegen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.04.2010 12:23:25 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.04.2010 12:35:15 GMT+02:00
Chidao meint:
Zweifellos hat uns der Rezensent einen Dienst erwiesen, indem er klarstellte, daß es sich bei dem Buch nicht um einen für Einsteiger geeigneten Leitfaden zur Meditation handelt - wie der Titel vermuten läßt. Die meisten Interessenten dieses Werkes werden keine langjährigen Buddhisten sein, die fundiertes Wissen über einen speziellen Zweig dieser Lehre vorweisen können. Sie werden vielmehr 'nur Bahnhof' verstehen - was nicht gerade die Motivation erhöht, sich weiter in die gesamte Thematik einzuarbeiten.

Ein Buchtip für alle, die mehr an der meditativen Praxis und nicht so sehr an ihrem buddhistischen 'Unterbau' interessiert sind:

Andreas Baar - Sachbuch Meditation

Ich habe bisher kein besseres Praxisbuch zur Meditation in Händen gehalten.

Veröffentlicht am 02.07.2011 11:22:04 GMT+02:00
M. Haushofer meint:
Ich finde, das, was im Mind geschieht und ruhig bezweifelt werden soll / darf, und "Soseinszustände", die einem zufallen bzw. in die man hin und wieder gelangen kann, nicht zu verwechseln sind (kann man auch nicht, wenn man beides kennt). Dieser unbezweifelte Seinszustand ist Erleben. Wer dies im Leben vermisst und unbewusst sucht, wird durch die Worte und die Ausstrahlung Chögyams eine positive Resonanz, ein Echo in sich spüren, auch wenn er es noch nicht gleich versteht.

Veröffentlicht am 08.12.2011 18:34:35 GMT+01:00
Renata meint:
Herzlichen Dank für Ihre Rezension. Sie ist sehr hilfreich für eine Anfägerin wie mich. Mit derartigen fremdartigen bzw. ungewohnten Formulierungen käme ich nicht zurecht. Danke.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.12.2011 11:24:28 GMT+01:00
Dr. P. meint:
Schön, dass das hilfreich war. Wie gesagt: zum Einstieg ist das Buch nicht geeignet. Da empfehle ich: Steve Hagen: "Buddhismus kurz und bündig." Umwerfend gut.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.05.2013 22:03:29 GMT+02:00
outdoorfreak meint:
Das weiss man wenn man die Rezession liest und selber praktiziert.
Marcas hat das völlig richtig geschrieben.
Es geht hierbei eben um Erfahrung und nicht um intelektuelles Wissen. Trungpa ist einer der besten buddhistischen Autoren überhaupt, aber er erschliesst sich nur sehr geübten Praktikern. Die seine Bücher ja nicht mehr brauchen :) Willkommen in der Welt des torlosen Tores

Veröffentlicht am 10.10.2013 07:27:03 GMT+02:00
Thomas meint:
Danke für diese Rezension. Mir ist es an anderer Stelle mit Trungpas Formulierungen schon ähnlich gegangen, und jetzt, da ich wieder in seine Arbeit einsteigen wollte, läßt es mich erst einmal zögern. Chögyam Trungpa ist ja für mich zweifelsohne einer der ganz großen Lehrer, aber die Gefahr der Fremdbestimmung durch das gewählte Vokabular ist groß und würde mir im Moment nicht gut tun. Danke also!
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