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Kundenrezension

70 von 111 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Auf wiedersehen. Bullseye" (Dr. Schulz), 12. Februar 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Django Unchained (DVD)
Hallo zusammen,

ich habe den Film neulich mit meiner Freudin im Kino gesehen und wir können ihn nur wärmstens empfehlen. Wenn Sie eine Bewertung der DVD (Bildqualität etc.) benötigen, sollten Sie eine andere Rezension lesen. Ich konzentriere mich auf eine Bewertung des Filmes ansich.

Ich bin kein Tarantino-Jünger (habe nur Pulp Fiction bisher gesehen) und kann daher behaupten, dass ich den Film möglichst neutal beurteile. Um ganz kurz die Story zusammenzufassen: Django, ein farbiger Sklave kurz vor dem Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges, wird von dem deutschen Arzt/Kopfgeldjäger Dr. Schulz (erneut eine brilliante und famose schauspielerische Leistung von Herrn Waltz) aus seinen Fängen befreit, da er ihm zu seinem nächsten Kopfgeld helfend zur Hand gehen soll. Im Gegenzug verspricht er Django, Unterstützung bei der Befreiung seiner ebenfalls versklavten Frau. Sie befindet sich in der "Obhut" des Plantagenbesitzes Calvin Candie (Leonardo di Caprio). Simple Story. Aber allein die eröffnende Befreiungsszene ist großes Kino.

Was den Film zu etwas Besonderem macht:

- alles, was filmtechnisch wichtig ist, ist mehr als gelungen. Der Soundtrack ist wahnsinnig stark (wofür der Regisseur wohl bekannt sein soll). Über angestaubte Stücke von Ennio Morricone aus alten Terence Hill Filmen bis hin zu Hip-Hop Songs aus dem neuen Jahrtausend ist alles dabei. Unfassbar abwechslungsreich und unglaublich gut platziert. Auch, wenn es speziell ist in einem Western, und das ist der Film, einen Hip-Hop Song von Rick Ross zu hören, ist es unglaublich lässig wie Django seine Feinde in Begleitung der Musik abballert. Vielleicht auch ein Hommage an die schwarze US-Bevölkerung und die Erfinder/Vorreiter dieser Musikrichtung.

- Überhaupt ist der Film, sehr lässig. Man sieht die Gegner in Zeitlupe von Kugeln getroffen zu Boden gehen, und die Kameraführung ist insgesamt als brilliant zu bewerten.

- Die schauspielerische Leistung ist durchweg hervorragend: Jamie Foxx als lässiger, cooler Django vermittelt genau eben diese Lässigkeit. Christoph Waltz ist für mich endgültig im Hollywood-Olymp angekommen (spielt er wieder einmal alles und jeden gegen die Wand) und Leonardo di Caprio als fieser Plantagenbesitzer, und erstmal in der Rolle des Antagonisten, spielt grandios und glaubhaft. Das ist alles die erste Liga und auch schon mit einem Oscar ausgezeichnet worden. Samuel L. Jackson spielt auch mit, und zwar überaus gelungen, als altnernder Obersklave, der dem weißen Besitzer in den Arsch kriecht und so seine eigenen "Blutsbrüder" verrät. Auch absolut glaubwürdig umgesetzt. So sorgt der Charakter auch für einige Lacher in der Mitte des Films.

- Für unsere Zeit ungewöhnliche Nahaufnahmen (typisch Western) von Gesichtern und auffällige blutrote Schriftzüge zu Beginn und im Abspann des Filmes. Überhaupt die Verwendung der Farbe Rot ist stilistisch exzellent. Wenn die roten Bluttropfen eines Sklavenaufsehers auf die weißen Baumwollblüten in den Plantagen tropfen sagt das in meinen Augen viel mehr aus als das es einen Toten mehr gibt.

- Jeder Dialog ist ein Volltreffer. JEDER. Er bringt den Zuschauer entweder zum Lachen oder lässt ihm die Sprache im Halse stecken und fassunglos im Kinosessel/der Couch versinken. Immer auf den Punkt gebracht, was aber auch nötig war, um einen Film über 2 Stunden durchweg unterhaltsam zu gestalten. Allein das "Kammerspiel" beim Dinner auf der Plantage von Candie ist dialogtechnisch einzigartig und absolut fesselnd.

- Der Subplot der Sklaverei gefällt mir wahnsinnig gut. Wann gab es das das letzte Mal in einem amerikanischen Film, "Die farbe Lila"?. Darüberhinaus, und das ist das, was mich am meisten beeindruckt hat, wird dies endlich mal nicht patriotisch dargstellt. Die Sklaverei war dreckig, die Sklavenbesitzer erbarmunglos, geldgierig und schlichtweg böse und unmenschlich. Genau das vermittelt der Film richtig gut. So eine schonunglose Darstellung hätte ich einem Amerikaner wie Tarantino fast nicht zugetraut.

- ENDLICH geht man als Deutscher auch mal gestärkt aus dem Kino. Diese ewige Nazi-Vergangenheit und die einseitige Darstellung der Amerikaner kann schon weh tuen. Nicht hier, Dr. Schulz wird als clever, gutmütig und gerecht dargestellt. So sagt er auch im Film zu Candie, dass er das englische "goodbye" bevorzugt und nicht "auf Wiedersehen", da das ein erhofftes Wiedersehen impliziert. In diesem Kontext wird klar, wie abwertend Dr. Schulz die Sklaverei betrachtet. Überhaupt wird an manchen Stellen deutsch gesprochen.

- Viele kritisieren die Brutalität des Films. Ja, er ist brutal. Es fließen literweise Blut und Django ballert die Eingeweide aus den Plantagenaufsehern. Vielleicht hätte er ab 18 und nicht ab 16 sein sollen. Aber die Sklaverei war brutal und schlimm und daher finde ich es durchaus realistisch, wenn man die Peitschenhiebe gegen Sklaven durchaus allzu intensiv nachempfindet. Der blutige Kugelhagel ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits empfindet man als Zuschauer größtenteils Gerechtigkeit (Rache), andererseits muss es wirklich nicht sein, dass ein Aufseher immer wieder in der Schusslinie getroffen wird, obwohl er da doch bereits seit einigen Schusswechwseln verletzt liegt.

- Tolle Landschaftsaufnahmen, die dem Zuseher die unendliche Weite des US-Westen vermittelt.

- Unzählige Zitate bzw. Anspielungen auf andere Spaghetti-Western.

- Der Film hat Humor, Spannung, Action und auch Schockmomente. Was will man eigentlich mehr?

Was sonst bemerkenswert ist:

- Sehen Sie den Film in gar keinem Fall als historischen Dokumentarfilm o.ä. Das Dynamit gab es zu der Zeit nicht und auch das Stück "Elise" von Beethoven gab es nicht. Kommt aber dennoch beides im Film vor. Sehen Sie den Film als actionreichen Unterhaltungsfilm, der in unserem heutigen Zeitalter durch spezielle Musik und auch Kameraführung eine Liebeserklärung an den Western der 60er und 70er Jahre ist. Sergio Leone hätte mit Sicherheit Tränen in den Augen gehabt. Ein Meisterwerk.

- Achja, bevor ich es vergesse: Die deutsche Snychronisation ist gelungen. Das englische Original würde ich dennoch vorziehen, weil der Slang unter den Sklaven besonders zum Vorschein kommt und man anderseits auch deutsch wirklich wahrnimmt (und nicht nur an den Lippenbewegungen in der deutschen Snychro sieht.

Viel Spaß beim Schauen des Filmes.

EDIT 25-02-2013

Die herausragenden Dialoge bzw. das Drehbuch von Quentin Tarantino wurde inzwischen ebenso wie Christoph Waltz (zweiter Oscar) in seiner Rolle als Dr. Schulz mit dem oscar ausgezeichnet.
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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 13.02.2013 20:57:43 GMT+01:00
Eine kleine Korrektur: Beethoven starb 1827, der Film spielt um 1858: "Für Elise" gab es also bereits. Diese Harfenszene war im Übrigen für mich einer von vielen amüsanten Seitenhieben der Alten gegen die Neue Welt, angebracht von der Neuen Welt (Tarantino). Ein anderer war die Erwähnung der Hautfarbe von Alexandre Dumas.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.02.2013 01:54:39 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.02.2013 01:58:37 GMT+01:00
Essbee meint:
Bin für konstruktive Kritik generell offen. Ihre Behauptung ist jedoch nicht korrekt. "Für elise" wurde tatsächlich schon recht früh fertiggestellt, meinen Quellen nach aber erst 1867 veröffentlicht.

Mir ist noch was aufgefallen: der Kopf der Nofretete (in calvins Haus) wurde auch erst zu Beginn des 20.Jahrhundert entdeckt. Aber Anachronismus hin oder her. Das sollte auch nicht die Kernaussage meiner Rezension sein.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.02.2013 12:37:14 GMT+01:00
TheRogue8 meint:
@ S. Bergemann

Eine ausgesprochen gelungene Rezension, die mich neugierig auf den Film gemacht hat.
Sachlich, in der Tat neutral, aussagekräftig und - ganz wichtig - absolut spoilerfrei. Toll!

Veröffentlicht am 15.02.2013 16:28:23 GMT+01:00
S. BERGEMANN ! Meine Herangehensweise ist eine andere, aber diese Rezension gefällt mir sehr.
Sobald Django auf BLURAY erscheint, werde ich auch zu dieser Thematik rezensieren
und von meiner bisherigen Linie abweichen, indem ich etwas ausführlicher als bisher
rezensierend referieren werde. Nur finde ich Rezensenten anstrengend, die aus ihrer Kritik
ein 100 Seiten-Epos machen!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.02.2013 22:53:34 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.02.2013 23:15:17 GMT+01:00
Nun ja, da das Stück von Beethoven 1810 fertig gestellt worden war, würde ich schon sagen, dass es das Stück 1858 *gab* (es *existierte* sozusagen). Insofern ist Ihre Behauptung "...und auch das Stück "Elise" von Beethoven gab es nicht" inkorrekt. Eine völlig andere Frage ist nun, woher es die Harfenistin (wohlgemerkt nicht die *Darstellerin* der Harfenistin) genau hatte, obwohl es Herr Nohl vom Wikipedia-Eintrag erst 1867 veröffentlicht hat. Dies kann abschließend nur QT klären. Evtl. hatte Dr. King S. selbst eine Abschrift im wackelnden Zahn nach Amerika gebracht (möglich, da seine Familie mit der Familie der Widmungsträgerin gut befreundet war), wo es ihm dann auf unrühmliche Weise von Calvins Knechten unter Federführung des einen ganz ganz Bösen entwendet und der Harfenistin zugespielt worden war. Sie verstehen, typisch QT halt ;-)
Zum Schluss: Danke für Ihre aufwändige, gut zu lesende Kritik!

Veröffentlicht am 25.05.2013 17:05:34 GMT+02:00
C. Wagner meint:
Vielen Dank, wirklich eine ganz tolle Rezension!! Bei einigen Sachen hatte ich exakt die gleichen Gedanken, z.B. die Nazi-Vergangenheit betreffend und die Synchronisation!
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