Kundenrezension

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwierige Angelegenheit, ein Statement der Band, 9. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: St.Anger (Audio CD)
Wow, auch fast schon wieder 10 Jahre her, dass Metallica St Anger veröffentlicht haben.
Was für ein fanspaltendes Album, zusätzlich der mit Abstand unkommerziellste Release der Band, allein was Sound und Songs angeht.
Außerdem versteht man das Album erst, sobald man den zugehörigen Film Some Kind Of Monster sieht: eine ehrliche, alles andere als vorteilhafte Doku über eine der größten Heavy Metal Bands aller Zeiten (jaja jetzt bleibt mir mal vorerst weg mit den Thrash Metal Wurzeln)

Fangen wir mal von vorne an: METALLICA kündigen irgendwann 1999/2000 ein neues Album an, das wieder roher und schroffer sein soll, drei Jahre später, am 5. Juni 2003 steht es fast eine ganze Woche früher im Laden, als angepeilt: Rock am Ring sollte bis dahin die Songs gehört haben.

Alles klar! Ab in den Laden, CD kaufen (damals mit zugehörigem Shirt), ab nach Hause, CD in den Player und los geht's!

Hmm... irgendwas stimmt mit meiner Anlage nicht... Der Sound klingt blechern, die Gitarren knarzen ganz schön, nur der Gesang klingt ganz okay. Während ich die Boxenkabel checke, rauscht Frantic an mir vorbei. Die Vermutung, dass das Boxenkabel oder die Hardware kaputt ist, verstärkt der Titelsong nochmals: die Snare singt regelrecht, der Sound ist schwammig, der Bass rumpelt. Okay, ich gebe auf, ich habe eventuell eine "kaputte CD" (falsches Master?). Am selben Abend treffe ich mich mit ein paar Kameraden auf ein Bierchen, alle im Besitz der CD. "Hört sich bei euch das Teil auch so blechern an?" Yep, bei allen. Okay. Unmittelbar davor habe ich das Gesamtwerk drei mal durchgehört und konnte mich nicht ganz mit dem Sound, dafür mit einer Hand voll Songs anfreunden.

Jahre später, ich lege die CD tatsächlich mal wieder ein und frage mich ernsthaft: "Was soll die Sche**e?!" Ich konnte mit keinerlei Songmaterial mehr etwas anfangen, die Riffs inspirationslos, das Gedresche (ich spiele nicht auf den früher gespielten Thrash Metal an!) einfallslos und der Gesang über weite Strecken nervig. Seitdem verstaubt das Teil.

Mitte 2012. Durch Zufall entdecke ich bei einem Umzug in einem Karton diese CD wieder und lege sie beim Autofahren ein: Das Teil zieht! Simple straight forward Songs, ein klarer Mittelfinger Richtung Hörer, Plastiksounds, Überproduktion, Pseudogefrickel, deine Mutter.
Natürlich sind die Songs alles andere als anspruchsvoll, im Vergleich zu den ersten vier Werken bis einschließlich "And Justice For All" beinahe schon eine Frechheit. Aber das Statement ist klar: "Wir sind nicht müde" unbd richtig schlecht sind ein Großteil der Songs tatsächlich nicht. Hätte die Band nicht das Szenario von der Doku durchgemacht, würden die Songs weitaus schlechter klingen. Das ist dokumentiert und leider kein Witz. Somit haben sich METALLICA dazu zusammengerauft, ein deftiges, straight forward gehendes Album zu stricken, welches ihr Statement weiter untermauert.

Somit bleibt als Fazit:
In bandtechnischer Hinsicht vielleicht ein sehr wichtiges Album, das verstanden werden will, aber auch nicht auf Zustimmung hofft. Dafür klingt der stonerlastige Sound mit den schlecht aufgenommenen und gemischten Drums zu amateurhaft (das war der damals angekündigte Garagensound). Es gibt nur zwei tatsächliche Nachteile: James Hetfield versucht manchmal gequält zu klingen, was gehörig in die Hose geht ("Purify" als das Topbeispiel hierfür). Der zweite: Die CD ist viel zu lang, den Liedern geht zu einem Großteil nach der Hälfte ganz schön die Puste aus, da sich die Arrangements wiederholen und gewisse "Breaks" leider keine Spannung aufbauen, sondern mich inzwischen nur noch zum Skippen weiterbewegen.
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 11.01.2013 10:56:32 GMT+01:00
muffy666 meint:
Hehe, cool nach der langen Zeit noch reine Rezi rauszubringen. Ich finde die Platte auch ganz gut. Das größte Problem ist nicht einmal der Sound (Ulver III - Nattens Madrigal -> DAS ist ein wirklich nur schwer hörbarer Sound...), sondern dass alle Songs viel zu lang sind. Wäre jeder Titel ne 4 Minuten Bombe, würde das Album als im besten Sinne hardcoremäßige Kampfansage richtig klicken. Aber einen Song wie St. Anger auf fast 8 Minuten aufblasen - schade! Aber dieser Song und Frantic sind mit die einzigen Titel, die ich ohne Skippen durchhören kann. Gut sind noch: Unnamed Feeling, Shoot Me Again, Sweet Amber...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.01.2013 20:22:25 GMT+01:00
Sascha meint:
Find das Alb um schwierig zu Rezensieren, zumindest objektiv. Subjektiv gesehen ist ein Album das man mag, oder nicht. Wobei es Metallica einem mit dem gebotenen überlangen Material, das zudem im Gegensatz zu allen bisherigen Veröffentlichungen unsauber und matschig ist, alles andere als schwierig machen, das Album gut dastehen zu lassen. Was auch irgendwie die Intention ist. Kam auf die Idee das Ding zu rezensieren, als ich wie gesgat per Zufall wieder die CD im Digi ausgegraben hab (mit der Rehearsal DVD, die mit Tonnen Spielfehlern gespickt ist :D )

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.01.2013 14:21:27 GMT+01:00
muffy666 meint:
Ach ja, die habe ich auch noch. Interessanterweise ist der Sound der DVD tendentiell besser. Glaubst Du, dass man die Songs mit Cubase o.ä. (oder Melodyne) halbwegs taktgenau "schneiden" kann. Ich habe mir überlegt, mir so eine Art condensed Version zu basteln, wo halt die überflüssigen Teile rausfliegen. Nur müsste man die Songs dafür halbwegs gescheit auf Timecode ziehen...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.01.2013 15:50:11 GMT+01:00
Sascha meint:
Plötzlich war das Album nur noch halb so lang, wenn überhaupt.

Und ja, glaube ich ;) Die Songs sollten aber alle auf Click eingespielt sein, sollte gut gehen.

Veröffentlicht am 10.03.2013 22:43:23 GMT+01:00
Sascha meint:
Zum Thema Sound:

Ja schon klar, ich habe Haufen alter Black Metal tapes hier, das ist grausige Qualität.

Ich redete hierbei nur von Metallica Verhältnissen :)
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Ort: Bruchsal, Baden-Württemberg

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