Kundenrezension

32 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wagners Kosmos, 25. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Richard Wagner - Der Ring des Nibelungen [Limited Edition] [8 DVDs] (DVD)
Diese Ring-Inszenierung,die ja wie letztlich alle zu unterschiedlichsten Kommentaren geführt hat, würde ich von der Konzeption und den Bildern, kurz mit dem Ansatz "Kosmologisch,evolutionistisch charakterisieren.Beginnend mit dem Urknall im Rheingold über die Entwicklung der Evolution des Menschlichen und deren Handlungsmustern, wobei die Götter lediglich menschliche Handlungsarchetypen darstellen,bis zum Untergang der menschlichen Evolution in der Götterdämmerung mit der möglichen Pointe,der Mensch nur ein Irrläufer der Evolution oder ein Neubeginn mit anderer Perspektive.
Die plakativ negativen Einlassungen zu dieser Inszenierung kann ich nicht nachvollziehen, greifen sie doch alle sehr oberflächlich an ohne interpretatorischen Tiefgang. Also kein Ring als Anbiederung an die Event-Moderne sondern tiefgreifendes Evolutionstheater wenn man so will.Sängerisch sind alle Rollen, verglichen mit Einspielungen der Vergangenheit, außerordentlich gut besetzt.
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1-10 von 43 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 20.06.2013 13:44:37 GMT+02:00
Pelleas07 meint:
@Seidel
Schauen Sie sich als film-poetische Ergänzung zu dem von La Fura dels Baus verfolgten Konzepts einer kosmologisch-evolutionistischen Deutung des "Rings" doch mal Terrence Malicks "Tree of Life" (2011) an, sofern sie dieses Werk noch nicht kennen, oder auch Kubricks Klassiker "2001 - Odyssee im Weltraum". Die Anregung zu dem überdimensionalen Fötus im Valencia-"Ring" stammt sicherlich aus diesem Film, der ebenfalls eine kosmologisch-evolutionistische Sichtweise des Weltgeschehens vorführt (wie eben auch Malicks "Tree of Life"). Von daher zeigen sich La Fura dels Baus mit ihrer Deutung des "Rings" durchaus auf der Höhe moderner Weltdeutung. Nur geistige Dünnbrettbohrer können Carlos Pedrissa und sein Team voreilig als Stümper abtun.
Aber unabhängig davon, inwieweit das kosmologisch-evolutionistische Deutungskonzept nun als solches erkannt bzw. nachvollzogen wird, stellt die Inszenierung durch La Fura dels Baus ein zumindest optisch beeindruckendes Erlebnis dar. Schwächen in der Umsetzung einzelner Szenen bzw. Motive oder auch Wiederholungen bleiben angesichts der Größe des Werks auch in anderen Aufführungen nicht aus. Wie lange der überwältigende Eindruck der Bilder haften bleibt, wird sich erst mit der Zeit erweisen. Chéraus und Kupfers Bayreuther "Ringe" werden sich jedenfalls noch lange behaupten.

Übrigens: Vor dem Hintergrund moderner Weltdeutung in der Oper und durch die Oper kann man nur hoffen, dass Stockhausens "Licht"-Zyklus (nicht weniger gewaltig als Wagners "Ring"!) endlich die gebührende Anerkennung in unserem Kulturbetrieb und d. h. in unserer Gesellschaft zuteil wird. Denn das ist die eigentliche Musik des 20./21. Jahrhunderts. Aber opern- bzw. musikgeschichtlich schafft es unser Kulturbetrieb ja kaum über das beginnende 20. Jahrhundert hinaus. Man muss sich nur mal anschauen, welches Schattendasein ein so herausragender (Opern-)Komponist wie Aribert Reimann in unseren Opernhäusern führt. Dabei ist gerade sein jüngstes Werk, "Medea" (2009; nach Grillparzer) von frappanter Aktualität. "Lear" ein Meisterwerk sonder gleichen. Statt dessen werden Mozart, Wagner, Verdi, Strauss und Puccini rauf und runter gespielt, um nicht zu sagen zu Tode gespielt (nicht nur in Jubiläumsjahren). Da werden angeblich zu Unrecht in Vergessenheit geratene Werke "wiederentdeckt". So muss man sich über gewisse Auswüchse im sog. Regie-Theater nicht wundern. Die immer selben Werke (des 18./19. Jhdts.) in immer noch "neuerer" und noch "aktuellerer" Deutung. Wirklich modernes (zeitgenössisches) Musiktheater (des 20. / 21. Jhdts.) bleibt weitestgehend auf der Strecke. Kaum Aufführungen, kaum Einspielungen auf CD / DVD, kaum Literatur dazu. Neue Opernführer zu immer denselben Werken. Nicht umsonst wollte Pierre Boulez in den Siebziger Jahren einmal alle Opernhäuser in die Luft sprengen.
Als auf der Höhe der Zeit erweist man sich eben nicht in erster Linie mit modernen, aktualisierenden Inszenierungen altbewährter Klassiker (wozu natürlich auch Wagner, 1813-1883, zählt), sondern vor allem mit der Aufführung zeitgenössischen Musiktheaters, wie dies vom 17. bis zum 19. Jahrhundert selbstverständlich war. Die vorrangig vom sogenannten und vermeintlichen Bildungsbürgertum praktizierte ausschließliche "Klassiker"-Pflege ist kultur- und somit gesellschaftspolitisch ein Irrweg. Wagners "Kinder, schafft Neues" heißt heute eben auch: Neue Musik (und nicht nur neue Inszenierungen) in die Theater!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.06.2013 14:16:49 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.06.2013 14:37:19 GMT+02:00
Danke für die Info. Aribert Reimanns Medea habe ich auch rezensiert mit Marlis Petersen als Medea, die ich auch live als Ophelie in Hamlet gesehen habe.
Stockhausen wird wohl immer nur eine extreme Randgruppe interessieren, zumal der Aufwand seinen Lichtzyklus aufzuführen, immens ist. Die Kosten würden im Verhältnis zum Publikumsinteresse selbst subventioniertes Operntheater in die Knie zwingen. Ich meine, eine Sequenz ist mal aufgeführt worden, wenn ich mich recht erinnere.
Sicher ist Ihre Bestandsaufnahme zur Situation der modernen Oper zutreffend. Der mehrheitliche Operngeschmack geht aber stets in die Richtung einer emotionalen Ankoppelung an Musik. Diese gelingt den meisten bei modernen Werken nicht. Sie sind eher abgeschreckt, nur eine Minderheit interessiert sich dafür. Auch subventionierte Opernhäuser schauen natürlich auf den Publikumsgeschmack, auch wenn dieses System wesentlich größeren Freiraum bietet speziell für Inszenierungen. Ein Mehrheit möchte am liebsten Opas Opernkino, schön heimelig, rein ästhetisierend überzuckert, kein Libretto darf realistisch umgesetzt werden, sonst gibt es Proteste. Eben die Einforderung des berühmten "schönen" Opernabends.
Wenn Sie z.B. zur Bewegung - "Against modern Opera Productions"- auch auf Facebook lesen, überkommt einem das blanke Grauen vor so viel Einfalt. Das ist die blanke Bilderstürmerei, die in ihrer Terminologie an die Nazis erinnert. Hier feiert die Brandmarkung von "Entarteter Kunst" wieder eine Auferstehung.
Die negativen Kritiken zum Valencia Ring, die ich gelesen habe, waren so sichtbegrenzt, selbst von einem Rezensenten, der sonst für das aktuelles Musiktheater steht, daß mich solche Sichtweisen in ihrer ideologisch negativ überformten Selektivität befremden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.06.2013 13:32:01 GMT+02:00
Pelleas07 meint:
@Seidel
Ehrlich gesagt bin ich mir über den tatsächlichen Stellenwert des Valencia-"Rings" (noch) nicht so ganz im Klaren. Trotz dem von Ihnen beschriebenen Inszenierungs- und Interpretionskonzept haben wir es hier doch mit einer - sicherlich überwältigenden - Bilderflut zu tun, bei der ich mir nicht sicher bin, inwieweit sich diese tatsächlich bruchlos in obiges Konzept einfügt oder ob hier nicht auch Einiges einfach nur auf - wenn auch beeindruckende - Effekte aus ist. Wie sehr die Eindrücke Bestand behalten, wird sich mit der Zeit zeigen.

Zu Stockhausen Folgendes: Sicherlich ist der technische und finanzielle Aufwand für die Aufführung seiner Werke, ob einzeln oder erst recht im Zyklus, enorm. Und richtig ist auch, dass im Vergleich zum Kern des Opernrepertoires das Publikumsinteresse vergleichbar gering wäre. Dies kann m. E. allerdings keinen zureichenden Grund darstellen, sich dem zum Teil ja auch nur unterstellten, ja ungewollt auch gelenkten Publikumsgeschmack anzupassen. Wie, bitte schön, soll denn ein Publikum einen Zugang finden zu einem Komponisten, der wenig bis gar nicht aufgeführt wird, von dessen Werken kaum Aufnahmen bestehen bzw. zugänglich sind? Tatsächlich haben Stockhausen-Aufführungen größeren Erfolg als allgemein vermutet. 2011 wurde in Köln mit "Sonntag" der Schlussteil des "Licht"-Zyklus vollständig aufgeführt, aufgeteilt auf zwei Vorstellungen an zwei Tagen zu jeweils etwa drei Stunden, in einer Inszenierung von (?) - La Fura dels Baus!! Die Vorführungen waren ausverkauft. Eine Aufzeichnung in mehreren Teilen war im Fernsehen zu sehen.
(dpa): "Weltpremiere. Stockhausen-Oper "Sonntag" begeistert in Köln. Eine Oper der Superlative: Karlheinz Stockhausens «Sonntag» aus dem Opernzyklus «Licht» dauert mehr als sechs Stunden und galt aufgrund ihrer technischen und künstlerischen Anforderungen bislang als unspielbar. Unter großem Jubel ist im Kölner Staatenhaus nun die szenische Uraufführung gelungen. (...) Stockhausens ungeheuer komplexe, farbenreiche Musik entwickelt eine sogartige Suggestivkraft, der man sich kaum entziehen kann. Der raunende Inhalt, der eine Art kosmische Universal-Religion entwirft, die der Komponist aus Versatzstücken der Weltreligionen und esoterischen Zutaten zusammengebraut hat, ist allerdings schwer verdaulich. Dem Regieteam gelingt es dennoch auf erstaunlich selbstverständliche Weise mit einem fast naiven Zugriff, einleuchtende und archaische Bilder zu finden, die immer wieder für Überraschungen sorgen. Ein Opernerlebnis, das in jeder Hinsicht neue Dimensionen eröffnet."
Leider hat man anscheinend die Gelegenheit verpasst, eine entsprechende Einspielung in Form von CD und/oder DVD vorzunehmen. Es wäre also mehr möglich - den kulturpolitischen Willen vorausgesetzt. Häufig werden einzelne Szenen oder Akte aus dem "Licht"-Zyklus - szenisch oder konzertant - aufgeführt und sind in dieser Form zum Teil auch als CD erhältlich.

Mag Stockhausen vergleichsweise schwieriger zugänglich und deshalb in unserem Kulturbetrieb nur wenig präsent sein, so kann ich die geringe Zahl von Aufführungen der Opern Aribert Reimanns in keinster Weise nachvollziehen (ich selbst konnte zumindest "Lear" und "Medea" in Frankfurt sehen). Gerade ein Publikum, das sich doch immer so viel auf die Modernität von Wagners musikalischer Sprache zugute hält, müsste in Reimann doch einen Künstler erkennen, der als Opernkomponist konsequent in der Traditionslinie des musikalischen Dramas steht, wie es von Wagner ausgeprägt, von Strauss aufgenommen und von Komponisten wie Berg ("Wozzeck", "Lulu") oder Zimmermann ("Die Soldaten") weiterentwickelt wurde. Ebenfalls müsste Reimanns Affinität zu mythologischen bzw. märchenhaften Stoffen ("Melusine", "Troades", "Medea") doch jeden Wagner-Liebhaber unmittelbar ansprechen. Man lese doch nur mal Grillparzers Trilogie "Das Goldene Vließ", deren letzter Teil die überwiegende Grundlage für Reimanns "Medea" darstellt. Wie viele Analogien und Parallelen zwischen diesem Werk und Wagners "Ring", zwischen Medea und Brünnhilde, auch Isolde. Und "Lear": Es steckt - dramaturgisch - soviel Shakespeare in Wagners Werken (z. B. die vom Vater verstoßene Lieblingstochter: Lear-Cordelia / Wotan-Brünnhilde und vieles mehr). Dieter Borchmeyer hat in seinem Buch "Das Theater Richard Wagners" aus dem Jahr 1982 (nun wieder neu aufgelegt) ausführlich auf diese Zusammenhänge hingewiesen (ich halte im Übrigen dieses Buch für das Verständnis Wagners für ebenso grundlegend wie die neueren Werke des von Ihnen gern angeführten Udo Bermbach, der Wagner in seinem historisch-politischen und gesellschaftlichen Kontext betrachtet). Mit anderen Worten: Ein (aufgeklärtes) Wagner-Publikum müsste die Werke eines Aribert Reimann doch geradezu lieben, sich in "Lear" und in "Medea" ebenso wiederfinden wie im "Ring", im "Tristan" etc. Dazu muss aber auch unser Kulturbetrieb (Intendanten, Regisseure, Dirigenten) seinen Beitrag leisten: durch Aufführungen, durch Bewerben derselben, durch Einspielungen auf CD und DVD (ich vermisse immer noch Aufnahmen von "Troades" /nur auf LP/ und "Bernarda Albas Haus"). Es liegt nicht am Publikum alleine. Man kann nur das mögen, was man kennt. Und man kann nur kennen, was präsent und zugänglich ist.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.06.2013 14:55:20 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.06.2013 15:15:07 GMT+02:00
Wagner Publikum ist primär emotional ausgerichtet, jedenfalls nach meiner Erfahrung, nicht absolut generalisierend. Das Narkotikum der Musik involviert, der Inhalt in allen Facetten, der gesamte Hintergrund, bleibt den meisten völlig fremd. Wagnerianertum ist mehr das dumpfe Wähnen auch heute noch, mit Ausnahme der Interessenten, die einen Zugang durch Intellekt suchen. Man sieht es an Reaktionsmustern auf heutige Inszenierungen, wie oftmals gedacht wird, allerdings ohne jedes Faktenwissen und auch keinerlei Bereitschaft diesem näherzukommen.

Auch in Zeitungen werden Ínszenierungskonzepte teilweise schwadronierend heruntergemacht ohne jeglichen Ansatz erkennen zu lassen, dem Regisseur in seine Denkwelt zu folgen. Diese wird aber leider allzuoft nicht vorher entsprechend verbreitet, sodaß eine Plattform der Kommunikation entsteht.
Der jüngste Parsifal in der Regie von Michael Schulz und einem formidablen Thielemann Dirigat ist ein Beispiel dafür. (Wird demnächst erscheinen).
Die Meinungen über Valencia, ob primär Show oder auch Deutung, gehen wie immer, auseinander. Ich versuche die Optik mit einem subjektiven Überbau zu versehen, resultierend aus dem Subtext oder dem sonstigen Gedankenumfeld Wagners, soweit heute noch präzise erfassbar, denn jedes hervorragende Kunstwerk weist ja immer über die Zeit und die Grundintention des Künstlers hinaus.
Regie, Deutung, werden immer Interpretation sein und bleiben.
Danke für die Anregungen zu Stockhausen, habe auch zwischenzeitlich ein bißchen recherchiert und bin schlauer geworden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.06.2013 16:32:29 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.06.2013 17:53:47 GMT+02:00
Pelleas07 meint:
@Seidel
Habe den "Parsifal" der diesjährigen Salzburger Festspiele auf 3Sat gesehen. Die Aufführung hat mich insgesamt doch sehr zwiespältig zurückgelassen. Bevor ich mir ein Urteil darüber anmaße, werde ich sie sicher erst noch ein- oder mehrmals sehen müssen. Die DVD wird wohl im Juli bei der DGG erscheinen. Der Bayreuther "Parsifal" von Stefan Herheim (der ARTE-Mitschnitt ist in voller Länge bei YouTube zu sehen) spricht mich sehr an, wenngleich er, was die historischen Details angeht, schwierig zu deuten ist. Auch den Stuttgarter "Parsifal" von Bieto als Endzeitdrama mit massiver Zivilisationskritik finde ich spannend, konnte bislang allerdings nur Ausschnitte m Rahmen ener Dokumentation sehen. Ist natürlich bedauerlich, dass herausragende Inszenierungen häufig gar nicht auf DVD erscheinen und somit einem interessierten Publikum zugänglich gemacht werden. Damit sind wir wieder bei dem von mir als sehr problematisch empfundenen Kulturbetrieb, nicht nur in bezug auf Stockhausen bzw. modernes Musiktheater allgemein. Interessant ist ja nicht nur, was es so alles zu sehen und zu hören gibt, sondern auch, was alles man eben nicht zu sehen und zu hören bekommt.
Ebenfalls wie Sie sehe ich mich als gemäßigten Befürworter des Regie- bzw. Interpretationstheaters. Aber auch in dieser Ausrichtung gibt es natürlich gelungene wie gescheiterte Inszenierungen. Und man muss nicht alles gut finden. Die von Ihnen angesprochene "Proll-Ästhetik" (fast schon ein Widerspruch in sich) des Stuttgarter "Rings" lehne ich ebenfalls ab. Im derzeitigen Mannheimer "Ring" in der Inszenierung von Achim Freyer wird Siegfried im dritten Teil der Tetralogie als Clown, als dummer Hanswurst, als psychisch Kranker dargestellt. Geht so etwas wirklich zusammen mit Wagners Konzeption des "Rings", der zufolge Siegfried doch eigentlich der revolutionäre Held sein und zum Umsturz der bestehenden Verhältnisse beitragen soll? (Man schaue nur mal, mit wie viel Raffinesse, mit wie viel technischem Know-How es einzig Siegfried gelingt, das zerbrochene Schwert neu zu schmieden.) Man muss dem allem nicht ohne Weiteres zustimmen. Und abseits objektiver Kriterien gibt es natürlich auch das vollkommen berechtigte subjektive Empfinden und Urteilsvermögen. Den Valencia-"Ring" lasse ich mir gefallen, wenngleich von den auf DVD vorliegenden Aufführungen mir die beiden Bayreuther von Chéreau und Kupfer deutlich mehr zusagen.
Auf keinen Fall sollte meines Erachtens auf die mythologische Ebene in Wagner-Inszenierungen vollständig verzichtet werden. Ohne an dieser Stelle weiter auf die Komplexität und Symbolkraft des Mythos eingehen zu wollen: Wagner dachte sich schon etwas dabei, als er auf den Mythos (bzw. die Sage) -der für ihn weit mehr ist als "nur" ein Transport-Rahmen - zurückgriff und den mit dem "Rienzi" einmalig eingeschlagenen Weg der historisch-naturalistischen Oper nicht weiter verfolgte. Ein so starkes Symbol wie die Weltesche (mit Wotans daraus geschnitztem Speer) lässt sich nicht so ohne Weiteres, d. h. nicht ohne Beschränkung und Verkürzung der Bedeutung, in zeitgenössische "aktuellere" Bilder umsetzen. Und Wagner war als gebürtiger Sachse sicher auch von der Sage um den legendären sächsischen Weltenbaum Irminsul beeindruckt. In diesem Zusammenhang verstehe ich übrigens auch nicht, wie einzelne Rezensenten / Kritiker die -im Übrigen hoch ästhetische - Bayreuther "Tristan"-Inszenierung von J. P. Ponnelle als zu "brav" abtun können. Mir jedenfalls hat sich vor allem der gespaltene Baum(-stamm) des dritten Aktes unauslöschlich als Sinnbild der Trennung des Liebespaares wie auch der inneren Zerrissenheit der Protagonisten eingeprägt, nachdem der blühende (Welten-)Baum das Paar im zweiten Akt noch geschützt und geborgen hatte (wenn auch nur bis zu ihrer Entdeckung). Und auch Heiner Müllers Bayreuther "Tristan" mit seiner archetypischen (mythologischen) Figurenkonzeption ist ein Geniestreich sonder gleichen.

Der "schöne" Opernabend ist bei (auch) intellektuellem Zugang bei praktisch keiner Oper (mehr) denkbar. Selbst bei so melodramatischen (darf man sagen: gefühlsduseligen?) Werken wie "La Bohème" muss man angesichts dessen, was sich da auf der Bühne abspielt, schon erschrecken. Vielleicht ist es also gar nicht in erster Linie die (moderne) Musik an sich (in Horror- und Science-Fiction-Filmen scheint diese ja auch nicht zu stören), warum ein großer Teil des Publikums Opern wie "Wozzeck", "Lulu", "Die Soldaten" etc. distanziert bis ablehnend gegenübersteht. Weil dort nämlich das gesellschaftliche Grauen, das in Form von Unterdrückung, Ausbeutung, Mord, sexueller Missbrauch, Vergewaltigung usw. drastisch auf der Bühne vergegenwärtigt wird, einfach keinen "schönen" Opernabend mehr zulässt. Und wahrscheinlich liegt einer der Hauptgründe für die Ablehnung "moderner" Inszenierungen des sog. Regie-Theaters auch darin begründet, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse hier offener dargelegt werden und somit kein Wohlgefühl mehr aufkommen lassen. Es wäre somit mehr als nur eine Frage des subjektiven ästhetischen Empfindens, mehr als die Frage, welche Bühnenbilder und Kostüme man persönlich nun als "schön" empfindet oder nicht. Nur, wenn jemand unbedingt in (s)einer vermeintlich "heilen", wenn auch illusionären Welt (weiter-)leben möchte, hat er dann nicht auch das Recht dazu? Eine Verbesserung der Welt alleine durch die Kunst ist angesichts des globalen Geschehens ebenfalls reine Illusion.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.06.2013 17:30:52 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.06.2013 17:59:05 GMT+02:00
Sicher sehe auch ich einige Inszenierungen als eher weniger gelungen an, mir geht es allerdings immer um den Freiraum auch "scheitern" zu können. Die Ansätze einiger traditioneller Fundamentalisten machen mir eher Angst, denn sie erinnern mich fatal an das Dritte Reich in ihren Beschimpfungen. Ich habe auch keine Probleme mit deutlicher Ablehnung einer Inszenierung, wenn dann der Regisseur nicht als Kranker beschimpft wird. Er hat nur seine subjektive Bildsprache entwickelt, mehr nicht, die mir natürlich in ihrer Deutung nicht gefallen muß. Dabei gehe ich allerdings immer von einer deckenden Zusammenarbeit mit dem Bühnenbildner aus als ein gemeinsames Konzept.

Die Bildsprache von Achim Freyer in Mannheim ist ein Kosmos für sich, mit dem man sich intensiv auseinandersezen muß. Sicher kann man die auch ablehnen, keine Frage. Ich fand seinen Freischütz - auch auf DVD- Rezension - in seiner prall, bewußt überzeichnenden Bildsprache, sehr amüsant, weil er damit aus meiner Sicht die Trivialsubstanz des Librettos gebrochen hat. Auch den Konvitschny Freischütz fand ich gelungen, obwohl heftig angefeindet, während mir die Bildsprache von Ruth Berghaus weniger adäquat erschien.
Der "Schulz" Parsifal erschliesst sich mir ganz gut. Den Herheim Parsifal finde ich von der Konzeption sehr überzeugend. Mache mir aber nicht mehr die Arbeit in den Rezensionen Interpretationsaspekte zu schreiben,denn der ernsthafte, aufgeschlossene Wagnerianer wird sich seinen Weg zur bildlichen Interpretation selbst erarbeiten und darauf auch Wert legen, während der fundamentalistische Wagnerianer ohnehin alles ablehnt, was ihm rein emotional nicht paßt. Er ist weder lernwillig noch lernfähig. Ich finde es dagegen bereichernd dazuzulernen, den Horizont zu erweitern, nicht stehenzubleiben. Ich sehe Richard Wagner primär als Suchenden, während traditionelle Wagnerianer immer ihren Heilsapostel aufgeführt sehen wollen, so wie sich den vorstellen wollen,denn an Fakten orientieren sie sich nicht.
Ich sehe Inszenierungen immer als "work in progress" im Spiegel der Zeit. Dabei gefallen mir aber traditionelle Konzepte z.B. von David McVicar auch sehr gut, wie zum Beispiel seine vorzüglichen Meistersinger aus Glyndebourne und sein Troubadur an der MET.
Den ersten Kupfer Ring finde ich herausragend, auch der Kopenhagen Ring gefällt mir in seiner Konzeption sehr gut.
Generell sehe ich auch, daß sich meine Eindrücke von Inszenierungen durchaus auch graduell wandeln können, im Laufe weitergehender Beschäftigung mit der Materie.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.06.2013 17:56:46 GMT+02:00
Pelleas07 meint:
@Seidel
Habe meinen obigen Beitrag noch etwas erweitert. Für heute verabschiede ich mich. MfG

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.06.2013 18:03:43 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.06.2013 19:47:25 GMT+02:00
Sicher soll jeder auch seine Vorstellung von einem schönen Opernabend haben dürfen, bei dem Libretti ästhetisiert werden oder nicht selektiv zugespitzt auf Neudeutung, auf Aktualisierung gedroschen sind.
Problematisch finde ich nur die Beschimpfungsreaktionen und speziell die Wortwahl. Darauf bin ich dann in einigen Rezensionen speziell eingestiegen, habe Inszenierungen "verteidigt".
Darauf bin ich allerdings erst auf Kommentare unter meinen Rezensionen eingestiegen, mit denen ich grundsätzlich keine Probleme habe, die ich aber bei bestimmten Ansätzen, faktisch völlig unsinnig sah. Hier bestand keinerlei Ahnung von der Rezeptionsgeschichte der Oper und man ging schlicht von nachweisbar falschen Vorstellungen aus.
Persönlich erlebe ich die realistische Umsetzung von Libretti der Opern wesentlich überzeugender, aber viele wollen die nicht sehen, um sich genussfähig zu halten. Natürlich keine illusionäre Weltverbesserung durch Kunst, sondern nur das Einbinden in gesellschaftliche Prozesse, wie das immer schon war. Viele Werke, die heute keinen Unmut mehr hervorrufen können, ja geradezu als harmlos gelten, waren früher Aufreger wie z.B. Cosi fan tutte, Don Giovanni. Aber auch Verdi hatte permanent mit der Zensur zu kämpfen.
Insofern finde ich unsere Zeit bereichernd mit der Freiheit der Kunst. Daß sich einige Operngeher an ihren Opernhäuser gequält fühlen, kann ich auch menschlich gut nachvollziehen, denn ich möchte ja auch keine Diktatur des reinen Intellekts.
Im übrigen erlebe ich auch die mythisch grundierten Wagner Interpretationen auf der Bühne am Überzeugendsten, diesbezüglich rein optisch auch den zweiten Kupfer Ring auf der "Liceu" DVD oder auch den Amsterdam Ring in der Regie von Pierre Audi unter Hartmut Haenchen.
Meine Formulierung "Transportrahmen" greift sicherlich inhaltlich zu kurz, kein Zweifel, sollte aber als dazu gedacht sein, kurz zu benennen, daß der bürgerlicher Realismus nicht die einzig optische Möglichkeit darstellt. Sicher müßte man bei Wagner immer komplex argumentieren, ist nur aufwendiger, vor allem, wenn man ohnehin weis, daß sich bestimmte Wagnerianer davon nichts anziehen wollen sondern alles negieren, was ihnen nicht unmittelbar greifbar ist.
Ich habe auch Bieitos Don Giovanni rezensiert, fand ihn teils sehr interessant, andererseits in bestimmten Szenen auch recht aufgesetzt drastisch. Es gibt eine optische Penetranz, die ich wiederum interpretatorisch nicht sinnvoll erlebe, weil sie für das Regiekonzept nicht zwingend ist, die Überzeugungskraft herabsetzt, durch diesen spekulativen Provokativeffekt. Diese Absicht würde Bieito natürlich klar zurückweisen. Regisseure habe es auch sehr schwer sich durchzusetzen und jeder versucht die Lücke zu sehen, wie er sich einen Namen machen kann. Wobei ich ihnen das nicht als Primäraspekt unterstellen würde, wie das gerne gemacht wird.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.06.2013 15:01:32 GMT+02:00
Pelleas07 meint:
@Seidel
Ich habe vieler Ihrer Rezensionen (und Kommentare) mit großem Interesse gelesen und sehe in der Frage des grundsätzlichen Umgangs mit Opern(-aufführungen) überwiegend Übereinstimmungen zwischen uns, wenngleich die Beurteilungen einzelner Werke bzw. Inszenierungen natürlich auseinander gehen können. Überrascht war ich allerdings, mit welchem Eifer Sie bisweilen auf sachlich vollkommen unfundierte Rezensionen und Kommentare eingegangen sind (ich denke da nur an "Schneecindy" und Andere). Mir persönlich wäre es gar nicht der Mühe wert, mich da auf irgendwelche Diskussionen einzulassen, die letztlich vollkommen fruchtlos bleiben müssen, weil es bei der betreffenden Seite schlichtweg an Bewusstsein und Intellekt fehlt, wie entsprechende Beschimpfungen von Regisseuren, Bühnenbildnern etc. belegen. Ich akzeptiere aber auch, dass ein Großteil des Publikums ein rein emotionales oder kulinarisches Verhältnis zu Musik hat. Sicherlich haben Sie Recht damit, dass eine bestimmte Sorte von Opernliebhabern (hochemotional, unkritisch, unsachlich) unter Wagneranhängern häufiger zu finden ist als im Rest des Publikums. Dies liegt, wie Sie selbst am besten wissen, natürlich auch an Wagners Vorstellungswelten und seiner Musik selbst. Für mich selbst lehne ich die Bezeichnung "Wagnerianer" im Übrigen ab.

Ein Wort zu Achim Freyer: Als Mannheimer kenne ich seine Inszenierungen von Chérubinis "Medea" (die damals als Oper des Jahres ausgezeichnet wurde) und "La Traviata" am Nationaltheater und war somit bereits mit seiner Ästhetik (z. B. die Masken) vertraut. Sein Inszenierungskonzept für den Mannheimer "Ring" wurde in der lokalen Presse (Interviews mit dem Regisseur etc.) ausführlich erörtert und ist auch in den Programmheften dargelegt. Mir ging es oben nicht um meine Gesamteinschätzung der Aufführungen, die in ihrer Gesamtheit tatsächlich viel zu komplex sind, als dass man hier ein schnelles und abschließendes Urteil fällen könnte. Freyers Bildsprache ist in jedem Fall beeindruckend, wenn auch in Ihrer Bedeutung nicht immer gleich nachvollziehbar. Seine dramaturgische Konzeption der Siegfried-Figur als Clown bzw. Hanswurst hingegen rief nicht nur bei mir Befremden hervor. Sicher wird man gegen Wagner einwenden können, dass sein Siegfried die ihm im "Ring" zugedachte Rolle als "freier Held", als quasi Revolutionär gar nicht ausfüllen kann, weil auch er letztlich nur Wotans Instrument ist.

Die Videographie zum "Freischütz" empfinde ich insgesamt als unbefriedigend. Rolf Liebermanns traditionell-naturalistische Inszenierung an der Hamburger Staatsoper (gesehen auf YouTube) besticht zwar durch Liebe zum Detail, die filmische Ästhetik des Ganzen ist doch aber sehr altbacken und erinnert stellenweise an volkstümelnde Heimatfilme der Nachkriegszeit. Als problematisch dabei empfinde ich, dass so auch die die im guten Sinne romantischen, liedhaften Nummern wie "Durch die Wälder, durch die Auen..." oder "Wir winden dir den Jungfernkranz" leicht als volkstümlich in einem banalen Sinn wahrgenommen werden (können).
Die Berghaus-Inszenierung wirkt bzw. ist zwar sehr ästhetisch, kollidiert für meinen Geschmack aber zu sehr mit dem romantisch-volksliedhaften Charakter der Musik. Auch dämonische Szenen wie die in der Wolfsschlucht werden durch die Bühne meines Erachtens atmosphärisch nicht wirklich adäquat wiedergegeben.
Achim Freyers Inszenierung als ein ironisch gebrochenes Stück Bauern- bzw. Kindertheater entlarvt die Sehnsucht des Publikums nach (vorindustrieller) Volkstümlichkeit als ebenso banal, wenn nicht infantil, wie es die Begeisterung für entsprechende Fernsehproduktionen ist. Dies ist natürlich ein schlüssiger Ansatz, der im Übrigen auch für die "Meistersinger" interessant wäre, trifft meinen persönlichen Geschmack aber nicht wirklich.
So sagt mir Konwitschnys Fassung tatsächlich am meisten zu, vermag, wenn auch wiederum ironisch gebrochen, die Dämonie des Stücks (Wolfsschlucht, Samiel) am ehesten zu transportieren.
Auf weitere Editionen auf DVD bleibt also zu warten. Falk Richters Inszenierung von den Salzburger Festspielen vor ein paar Jahren wäre vielleicht eine Veröffentlichung wert (nicht in erster Line wegen der schönen jungen nackten Frauen), sofern ein Mitschnitt existiert.

Weiter oben hatte ich auf Borchmeyers Wagner-Buch aus dem Jahr 1982 (Neuauflage 2013) verwiesen. Da ich nicht weiß, inwieweit sie das Werk kennen bzw. Interesse an einer entsprechenden Lektüre hätten, gestatte ich mir den Hinweis auf meine aktuelle Rezension dazu. Die meines Vor-Rezensenten erschien mir trotz positiver Bewertung als nicht zureichend. Im Gegenzug würde ich Sie bitten, mir mitzuteilen ob Sie Bermbachs "Alles ist nach seiner Art" gelesen haben und evtl. empfehlen würden oder nicht, da es hierzu keine Rezension gibt. "Blühendes Leid" und "Mythos Wagner" sind mir bekannt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.06.2013 18:35:14 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.06.2013 19:04:32 GMT+02:00
"Alles ist nach seiner Art" habe ich noch nicht gelesen, weil ich zur Zeit Probleme habe, mich nicht total zu überfrachten mit Material. Habe noch sehr viel Lektüre auf Halde.
Das Borchmeyer Buch werden ich mir aufgrund Ihrer Rezension beschaffen, weil ich möglichst viele Perspektiven kennenlernen will.
Der Mannheimer Ring soll ja evtl. komplett auf DVD erscheinen, falls die Finanzierung zustande kommt, bisher ja wohl nur die Dokumentation gesichert?
Generell habe ich für solche eigenständigen, multidimensionalen Köpfe wie Achim Freyer eine Schwäche.
Der Freischütz in der Robert Wilson Inszenierung ist noch nicht auf DVD erschienen. Er hat ja auch ein ganz spezielles Konzept, eine statisch "phantastische" Art.
Wagnerianer bin ich auch nicht, weil ich unkritische Vereinnahmung ablehne, kein absolutes Identifikationsmoment habe, ich verstehe mich als begeisterter, aber kritischer Betrachter. Thomas Mann sprach ja von "enthusiastischer Ambivalenz."
Seine Ausführungen zu Wagner sind für mich mit das Bemerkenswerteste was man lesen kann.
Mein Eingehen auf diese grenzdebilen Rezensionen resultiert daraus, daß ich verstehen wollte, wie diese Leute "ticken", die Reaktionsmuster studieren. Sie wüten ja nur noch mit "nicht hilfreich" Klicks, trauen sich nie eine Meinung zu schreiben, weil sie keinerlei Argumente haben. Diese Leute habe eher ein psychisches Problem. Eine Mischung aus totalem Unwissen, Wissensverweigerung und Beschimpfungsritus und tauchen immer mit neuen Pseudonymen auf. An der Art zu schreiben, erkennt man sofort, das ist wieder der/die Gleiche, nur mit anderem Pseudonym auf Tour. Eine Art Zwangshaltung offenbar. Es ist die "Art des gesunden Volksempfindens" vor der jeder Künstler Angst haben müßte, wenn sich die politische Verhältnisse wieder faschistisch gestalten würden.
Zwei Rezensenten haben die Art zu schreiben geändert, nicht mehr in der Schimpfkanonadenmanier wie früher. Nachdem sie fortlaufend Kommentare bei mir geschrieben haben, die inhaltlicher Nonsens waren, habe ich sie mit Fakten konfrontiert. Generell habe ich aber auch kein Problem mit einer harten Kritik an einer Inszenierung, wenn sie nicht in der Manier der Leute geschrieben ist, die für sich einen Alleinvertretungsanspruch auf das, was Kunst ist, reklamieren, dabei schlicht ahnungslos sind.
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