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Kundenrezension

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beware the Pig, 3. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Hatfields & McCoys [Blu-ray] (Blu-ray)
Wer sich an opulent und detailreich gefilmten Western-Mini-Serien wie „Lonesome Dove“ (1989), „Return to Lonesome Dove“ (1993) oder „Broken Trail“ (2006) und auch an Kevin Costners Western „Open Range“ (2003) erfreuen kann und einen langen Atem hat, um die elegische Langsamkeit, die dem Genre eben oft innewohnt und die es im Herzen eines Liebhabers zu etwas so Besonderem macht, goutieren zu können, für den dürfte auch Kevin Reynolds‘ Mini-Serie „Hatfields & McCoys“ aus dem Jahre 2012 ein filmisches Festmahl sein.

„Hatfields & McCoys“ erzählt die Fehde der beiden Familien aus dem Grenzgebiet zwischen Kentucky und West Virginia, die von 1863 bis 1891 im Tug-Fork-Tal in den Appalachen wütete. Nachdem Jim Vance (Tom Berenger), der Onkel des Hatfield-Patriarchen Devil Anse (Kevin Costner), Asa Harmon McCoy, der in die Unionsarmee eingetreten war, getötet hat, wird der erste Grundstein für den Zwist zwischen den beiden Familien gelegt, doch ein ernstes Aufflammen der Fehde erfolgt erst 1879 im Zuge eines Rechtsstreites um ein Schwein, den Richter Valentine „Wall“ Hatfield (Powers Boothe) zugunsten der Hatfields entscheidet, woraufhin zwei McCoy-Brüder einen Hauptzeugen, einen Anverwandten der Hatfields, töten. Vollends eskaliert der Konflikt allerdings, als die McCoys Devil Anses Sohn Johnse (Matt Barr) bei einem mehr als nur romantischen Stelldichein mit der McCoy-Tochter Roseanne (Lindsay Pulsipher) erwischen. Bald schon greift Patriarch Randall McCoy (Bill Paxton) auf die Hilfe von Kopfgeldjägern, darunter der gewissenlose und sadistische „Bad Frank“ Phillips (Andrew Howard) zurück, und es entsteht so etwas wie ein Bürgerkrieg im Kleinen.

Regisseur Kevin Reynolds gelingt es sehr überzeugend, die historischen Tatsachen so aufzubereiten, daß sie die Handlung dramaturgisch tragen, was natürlich dazu führt, daß wir es hier nicht mit einem sklavisch an der Realität orientierten Quasi-Dokumentarfilm zu tun haben. Die Protagonisten sind dabei durchaus Menschen mit ihren Ecken und Kanten, wobei einzelne Nebenfiguren, wie der rauhbeinige und blutdürstige Jim Vance oder der intrigante Anwalt Perry Cline (Ronan Vibert) indes zu recht eindimensionalen Charakteren geraten. Die Serie nimmt sich Zeit, um den Konflikt und die Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern recht ausführlich und facettenreich darzustellen, wenngleich insgesamt mehr Sympathie für die Hatfields als die McCoys erweckt wird.

So erscheint Randall McCoy als ein frömmlerischer Verlierertyp, den sein stures Festhalten an seinem soldatischen Eid zu Beginn des Filmes beinahe dazu bringt, seine Existenz zu verlieren, während der Deserteur Devil Anse die Jahre des Bürgerkrieges dazu nutzen kann, sich eine solide wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Als Randall ihn vor seiner Desertion ermahnt, was denn geschehen würde, wenn jeder Soldat nach eigenem Ermessen entscheiden würde, wann er genug für einen Krieg geopfert habe, entgegnet ihm Devil Anse, daß dann die meisten Kriege wohl von sehr kurzer Dauer sein würden. Ironischerweise wird das Hatfield-Oberhaupt diesen Grundsatz jedoch im Hinblick auf den tödlichen Zwist zwischen den beiden Familien jahrelang mißachten, was einen großen Teil des Blutvergießens erst ermöglicht. Zudem sehen wir gleich bei seiner Rückkehr aus dem Bürgerkrieg, wie entschlossen und gewissenlos er handeln kann, wenn seiner Meinung nach das Wohl seiner Familie auf dem Spiel steht: Denn um seinen Onkel Vance zu schützen, scheut er auch vor einem kaltblütigen Mord an einem Wehrlosen nicht zurück. Im Verlauf der Fehde betont er anfangs mehrmals, daß ein Nachgeben dazu führen würde, die Hatfields auch von anderen Seiten her für Übergriffe verwundbar zu machen – hier bot eben der Familienzusammenhalt gegenüber dem institutionalisierten Gesetz anscheinend den größeren Schutz, was dann die Hemmschwelle zu Selbstjustiz und Blutrache sinken ließ. Anders als sein Bruder, der Richter, hegt Devil Anse denn auch ein tiefverwurzeltes Mißtrauen gegen die Institutionen des Staates, womit er am Ende indes auch Recht behalten soll.

Dennoch ist Devil Anse insofern sympathischer, als er am Ende aus Einsicht und Überwindung seiner ursprünglichen Denkmuster für ein Einlenken im Streit eintritt. Der frömmelnde und in einer Mischung aus Selbstgerechtigkeit – beispielsweise der verfemten Tochter gegenüber – und Selbstmitleid – mit Vorliebe salbadert er gegenüber seiner Frau davon, was er ihr eigentlich alles hätte kaufen wollen, hätte es das Leben gnädiger mit ihm gemeint – badende Randall jedoch verliert angesichts wiederholter Schicksalsschläge schließlich den Glauben an Gott und wirkt zu einem menschlichen Wrack.

Aber auch die Nebenfiguren laden zum Nachdenken und Diskutieren ein – man bedenke nur Hatfields Verhältnis zu seinen so unterschiedlichen Söhnen Johnse – er ist eher willenlos und selbstmitleidig – und Cap (Boyd Holbrook) – der jüngere Bruder geht ganz in der Fehde auf – und die atemberaubende Szene am Fluß.

„Hatfields & McCoys“ hat alle Eigenschaften einer gelungenen Western-Mini-Serie: Eine großzügige Ausstattung, Liebe zum Detail, eine ausgewogene Mischung zwischen Langsamkeit, in der wir Landschaften und Figuren kennenlernen dürfen, und Action und beweist, daß es auch heute noch möglich ist, qualitativ hochwertige Westernkost zuzubereiten.

Das BR-Paket besteht aus zwei Discs, deren eine als Extras ein Making-of sowie das Musikvideo zum Titelsong bietet. Meinen Dank an Mitrezensenten und Westernfreund Raimund Heß für diesen Tip!
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 04.02.2014 01:47:05 GMT+01:00
Raimund Heß meint:
Hallo Tristram,
freut mich, dass dich meine Rezi dazu bewogen hat, dir diese Mini-Serie zuzulegen und sie dir so gefallen hat, dass du jetzt selbst eine schreiben wolltest, und zwar eine sehr gute.
Liebe Grüße,
Raimund

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.02.2014 17:54:50 GMT+01:00
Lieber Raimund,

danke für die Blumen!

LG
Tristram
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