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Kundenrezension

113 von 123 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zwiegespalten, 8. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ich will doch bloß sterben, Papa: Leben mit einer schizophrenen Tochter (Gebundene Ausgabe)
Als ich dieses Buch zu Ende gelesen hatte, wollte ich ihm eigentlich vier von fünf Sternen geben. Vier von fünf Sternen aus dem Grund, dass ich viel Mitgefühl mit der Familie hatte, dass ich diese Geschichte unglaublich finde und dass mir der Schreibstil (oder besser die Übersetzung) gut gefallen hat. Einen Stern hätte ich der Geschichte vorenthalten, weil... ja, warum? Genau das konnte ich nicht mit Gewissheit sagen. Es ging mit einem Gefühl beim Lesen zusammen, einem sehr unbestimmten Gefühl. Irgendetwas an dem Buch, an dem Grundtenor, ließ mich immer wieder aufhorchen und stutzig werden. Gegen Ende der Lektüre ging ich in mich und merkte, was für mich persönlich nicht stimmte. Und nach einer längeren Recherche im Internet erhält das Buch von mir zwei Sterne. Warum?
Es sind die Widersprüche, in die sich der Vater Michael Schofield immer wieder verwickelt. Und noch mehr: Von Anfang an fand ich dieses extreme "Unsere Tochter ist ein Genie, ein Genie, ein Genie" befremdlich. Dass das Mädchen einen extrem hohen IQ hat, ist Fakt. Was mir aber sauer aufgestoßen ist, ist dieses ewige Herumreiten der Familie, das Kind sei etwas Besonderes, verdiene den Nobelpreis, würde ein Heilmittel gegen Krebs finden etc. Jeder müsse sich nur auf das Kind einlassen und quasi alles mitmachen, was das Kind will, denn sie würde die Welt verändern. Es ging der Familie meistens nur darum, dass das Kind auf irgendeine Art und Weise etwas Besonderes sein muss.
Dazu kommt diese narzisstische Denken des Vaters: Nur er allein versteht Jani, nur er allein kann wirklich für sie da sein, alle anderen sind zu doof, er muss ihr immer was beibringen, selbst die Mutter ist zu dämlich. An einer Stelle des Buches sagt er ohne Witze: "Sie gehört mir." Äh... okay. Für mich hört sich dieser Mann mindestens genauso krank an wie seine Tochter.
Die Widersprüche? Nun. Er ist der aufopferndste Vater der Weltgeschichte, er tut alles für seine Tochter, er ist ja so unglaublich. Und gegen Ende des Buches kommt heraus, dass er seine Tochter, als sie ein Säugling war und viel schrie, allen Ernstes geschüttelt(!!!!!) hat. Verstehen Sie mich bitte richtig, wir reden hier von einer der schwersten Misshandlungsformen, die man einem Kleinkind respektive Säugling antun kann! Und: Wer einmal von einem schreienden Säugling so überfordert ist, dass er diesen schüttelt, lügt meiner Meinung nach, wenn er in einer solchen Situation wie der später beschriebenen ist, in welcher das Kind mit vier oder fünf Jahren dermaßen ausrastet, dass es wild um sich schlägt und auch Vater und Mutter verletzt - und der dann behauptet, in einer SOLCHEN Situation die Nerven zu behalten und das Kind nur ganz sanft fest zu halten, um ihm nicht weh zu tun.
Auch ist mir sauer aufgestoßen, dass Bodhi, Janis Bruder, anscheinend nur eine Daseinsberechtigung hat: Nämlich um als Spielkamerad für seine Schwester herzuhalten. An mehreren Stellen des Buches wird sogar explizit beschrieben, dass man Bodhi nur aus dem Grund in die Welt gesetzt hat, damit Jani einen Freund hat. Hallo??? Was sind denn das bitte für Ansichten? Hört sich das nach liebevollen Eltern an? Für mich klingt das eher nach zwei Psychos, die dermaßen von ihrer gemeinsamen Tochter besessen sind, dass man wirklich nur noch den Begriff "krankhaft" verwenden kann.
Das waren die Dinge, die mich stutzig machten und wegen derer ich im Netz nach eben dieser Familie gesucht habe. Und da gibt es viel zu entdecken: Es gibt Leute, die behaupten, die Eltern würden unter Münchhausen by Proxy leiden; es gibt Seiten, auf denen behauptet wird, der Vater habe selbst auf seiner Webseite gestanden, seine Tochter bei ihren Ausrastern geschlagen zu haben (was meiner Meinung nach eher zu jemandem passt, der bereits bei einem Säugling die Nervern verliert, s.o.) - später waren diese Beichten dann wohl gelöscht worden. Ich habe eine Dokumentation bei yout*** gesehen, bei der mir persönlich die Eltern extrem seltsam vorkamen - der Vater wirkte regelrecht lethargisch, während die Mutter mir vorkam wie ein Eichhörnchen auf Speed.
Des Weiteren gibt es wohl auch eine Stiftung, die von den Eltern ins Leben gerufen wurde, und die angeblich zwar Geld sammelt, aber noch nicht wirklich etwas mit jenem Geld bewirkt hat.
Ich muss ehrlich gestehen, ich bin sehr skeptisch, was viele Teile dieses Buches angeht. Und wenn man sich die Bewertungen auf amazon.com durchliest, stellt man fest, dass ich nicht die Einzige bin.
Daher bekommt das Buch letzten Endes nur zwei Sterne von mir.
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1-10 von 20 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.04.2014 10:21:40 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.04.2014 10:43:04 GMT+02:00
A. Zanker meint:
Ihre Skepsis in Ehren, aber leider kann ich diese nicht nachvollziehen.

1. Ein weiteres Kind haben wollen, damit das 1. Kind nicht alleine ist / Ich kenne zig Leute die aus genau demselben Grund ein 2.Kind wollten, ohne dass das Erstgeborene krank war!

2. Schütteln / Das Buch zeigt überdeutlich, wie diese Eltern an ihre Grenzen kommen. Viele Eltern schütteln ihre Kinder, ohne dass sie krank sein müssen. Das wurde eingehend schon in Deutschland misshandelt seine Kinder besprochen. / Nur deswegen das Buch schlecht bewerten?

3. Der Vater / An mehreren Stellen ist ersichtlich, dass er in therapeutischer Behandlung ist und Medikamente nehmen muss. / Ich meine: Was verlangen sie eigentlich von so einem Vater? / Natürlich gibt es ihm dadurch noch lange nicht das Recht, seine Tochter schlecht, oder wie auch immer nicht angemessen zu behandeln.

4. Idealisierung der Tochter / Ich selbst habe Erfahrung im Umgang mit psychischen Erkrankungen, auch mit Schizophrenie. Wenn ich ihre Besprechung hier so lese, muss ich Ihnen wirklich sagen: Sie haben davon nicht die leiseste Ahnung und meinen auch noch hier urteilen zu können. Ich weiss wie einnehmend und lebensbestimmend diese Krankheiten auf Angehörige/Eltern/ Betroffene wirken und beeinflussen können und finde das gerade hier hervorragend herausgearbeitet. Und das die Tochter wegen ihrem IQ idealisiert wird, habe ich überhaupt nicht empfunden, im Gegenteil, hier sind Eltern die einfach ihrem Kind gerecht werden wollen und das unter extrem erschwerten Bedingungen. (Der IQ ist ein Nebenschauplatz, der aus meiner Sicht keine grosse Gewichtung trägt, wie Sie hier darstellen)

5. Wissen Sie, man kann das Haar in der Suppe immer finden, wenn man will. Gehen Sie mal in eine Klinik, oder machen Sie ein Praktikum um in Kontakt mit solchen Leuten zu kommen, die WIRKLICH unter Schizophrenie leiden. Ich glaube Ihr Urteil würde anders ausfallen. Aber natürlich ist es auch einfacher, im Internet zu recherchieren und Argumente zu sammeln, nur weil Ihnen etwas spanisch vorkommt. Hätten Sie wirkliche Erfahrungen, die sie in Kontakt mit "Schizophrenie" gebracht hätten, würden Sie vermutlich anders darüber schreiben.

Dieses Buch gar mit 2* Sternen zu beurteilen, nur weil Sie ihr Misstrauen im Internet füttern, halte ich zumindest für vermessen oder noch besser für arrogant. Hätten Sie nur ein Stäubchen jener Verzweiflung erlebt, von der hier die Rede ist, könnten Sie nicht so über ein Lebensschicksal, eines Mädchens und einer Familie schreiben, die Schwerstes durchzumachen hatte und hat. Und ob sie auch nur im Kern, die Verzweiflung dieser Familie erfasst haben, die überdeutlich den Grundtonus dieses Buches durchdringt, bezweifle ich. Man könnte meinen, Sie sind meilenweit von einer solchen Erfahrung entfernt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.04.2014 14:33:39 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.04.2014 17:39:19 GMT+02:00
Dat Fienchen meint:
Zu Punkt 1: Auch mein Mann und ich wollen mindestens noch ein Kind, unter anderem aus dem Grund, damit unsere Tochter ein Geschwister hat. Das ist aber nicht der alleinige und auch nicht der Hauptgrund. So wird es aber bei Familie Schofield an einigen Stellen im Buch dargestellt.

Zu Punkt 2: Ich habe, ehrlich gesagt, dein Eindruck, dass Sie die Überreaktion des Vaters ein wenig verharmlosen. Und ihr Kommentar zeigt auch deutlich, dass Sie den Kern meiner Aussage diesbezüglich nicht verstanden haben. Es ging mir nicht einmal explizit darum, dass der Vater den Säugling geschüttelt hat, sondern dass der Vater bei einem schreienden, wenig schlafenden Säugling überreagiert und dann später der beste, liebevollste und geduldigste Vater ist, wenn das fünfjährige Kind dermaßen kratzt, beißt und um sich schlägt, dass selbst der Vater davon Blessuren davon trägt. Des Weiteren gibt es unter anderem folgendes Zitat, welches sich immer wieder im Netz findet: "We tried everything. Positive reinforcement. Negative reinforcement. Hitting her back (I won't tell you how many people told us that all she needed was a good beating). We took all her toys away. We gave her toys away. We tried starving her. We did EVERYTHING we could to try and break her. Nothing worked."
"The violence became so bad that at times Susan and I both lost it and hit Jani as hard as we could. We hit in impotent rage."
Klingt das wie derselbe Vater im Buch? Ich denke nicht. Zumal auch Herr Schofield am Anfang des Buches selbst erklärt, er habe in vielen Situationen anders reagiert als er sich das selbst wünschen würde. In welchen denn? Im Buch ist von keiner einzigen Situation die Rede, bei der ich sagen würde: "DA hättest du aber anders reagieren müssen!" (in Bezug auf Jani). Bleibt die Frage, weshalb ein Vater, der doch stets so toll reagiert hat, ein solches Statement am Anfang des Buches abgeben muss...

Zu Punkt 3:
Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Er ist in therapeutischer Behandlung und nimmt Medikamente, was ich nicht verharmlosen will - und beides gibt ihm nicht das Recht, sein Kind schlecht zu behandeln. Wenn ein Elternteil so starke Medikamente nimmt und/oder in Therapie ist und dadurch sein Kind nicht adäquat versorgen/behandeln kann, sollte man sich die Frage stellen, ob das Kind nicht generell in staatlicher Obhut oder zumindest mit einem Familienhelfer o.ä. besser aufgehoben wäre.

Punkt 4:
Es ist lustig, wie Sie mir vorwerfen, über andere zu urteilen und dabei selbst über mich urteilen.
Ein Schwank aus meinem Leben: Als ich 17 war, wurde meine beste Freundin schizophren. Wissen Sie, wie viele Nächte ich an ihrem Bett gesessen und versucht habe, sie davon abzuhalten, aus dem Fenster zu springen, weil "die Stimmen" ihr sagten, sie könne fliegen? Wie oft ich die Deckenlampe abgeschraubt habe, um ihr zu beweisen, dass da keine Kamera drin ist? Wie oft ich versucht habe, ihr zu erklären, dass die roten Autos sie nicht verfolgen, sondern nur ganz normale Autos sind und dass die Satellitenschüssel da hinten an der Hauswand ganz sicher nicht da hängt, um sich zu überwachen?
Sie haben keine Ahnung von mir und wissen doch alles besser. Wie gesagt, sehr amüsant. Und ich kann nur noch einmal betonen: Wenn ein Vater (oder generell ein Elternteil) nicht in der Lage ist (auch aufgrund einer psychischen Erkrankung!), sein Kind adäquat zu versorgen, müssen Maßnahmen ergriffen werden. AUCH wenn es darum geht, das Kind dermaßen zu idealisieren, dass es schon krank ist ("Sie gehört mir" - entschuldigen Sie, aber das klingt definitiv krank für mich).
Und dass der IQ ein Nebenschauplatz ist, habe ich ganz und gar nicht so empfunden, im Gegenteil. Es geht den Eltern darum, dass ihr Kind etwas Besonderes sein soll, auf die eine oder andere Art. Genau so kam es im Buch für mich rüber.

Zu Punkt 5 brauche ich, denke ich, nichts mehr zu sagen, siehe Punkt 4.

"Dieses Buch gar mit 2* Sternen zu beurteilen, nur weil Sie ihr Misstrauen im Internet füttern, halte ich zumindest für vermessen oder noch besser für arrogant."
Ich geb dem Buch auch drei Sterne, wenn es Ihren Tag versüßt. Nur für Sie. :-)

"Man könnte meinen, Sie sind meilenweit von einer solchen Erfahrung entfernt."
Wie gesagt: Laufen Sie mal in meinen Schuhen rum, dann können Sie über mich urteilen. Was für Erfahrungen ich in meinem Leben gemacht habe, geht wahrscheinlich auch weit über Ihren Horizont. Von einer schizophrenen besten Freundin über einen soziopathischen Vater (ja, mit einem IQ über 150, stellen Sie sich das vor), bis hin zu beginnender Magersucht und alkoholkranken Verwandten war alles dabei. Glauben Sie mir, ich weiß hautnah, was das Wort Verzweiflung bedeutet.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.04.2014 15:57:07 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.04.2014 21:25:51 GMT+02:00
Just me meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.04.2014 16:29:14 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.04.2014 16:31:22 GMT+02:00
Dat Fienchen meint:
Auch Sie haben anscheinend nicht ganz verstanden, worum es mir geht. Es geht mir nicht um das Verhalten des Vaters - jeder Mensch hat Belastungsgrenzen; jeder Mensch "tickt" irgendwann aus, wenn diese dauerhaft überschritten werden. Es ging mir nicht darum, die Eltern im Umgang mit ihrem Kind/ihren Kindern zu verurteilen. Es ging mir um die unerträgliche Selbstbeweihräucherung des Vaters. Alle anderen machen alles verkehrt, ob Ärzte, Psychiater, Psychologen oder die eigene Mutter, nur er selbst ist in der Lage, das Kind zu verstehen. Selbsteinsicht ist auch auf den letzten Seiten nicht vorhanden.
Dass man nicht immer Ruhe bewahren kann, ja, selbst dass die Eltern gegenüber dem Kind handgreiflich geworden sind, ist, wenn auch nicht verständlich, so doch nachvollziehbar. Aber der Vater, der das Kind bereits als Säugling geschüttelt hat, weil es nicht schlafen wollte oder konnte und viel geschrien hat, kann mir nicht erzählen, dass er absolute Ruhe bewahrt, wenn das Kind dann beißt, kratzt, schlägt, schreit und tritt. Und dies in Kombination mit oben erwähnten Zitaten zeigt für mich, dass irgendein findiger Agent Mr. Schofield dazu geraten hat, bestimmte Passagen aus dem Buch zu streichen. Ergo ist das Buch für mich keine Autobiographie bzw. Erfahrungsbericht, sondern hat nur bedingt autobiographischen Wert, denn der Vater stellt sich anscheinend sehr viel besser dar als er ist. Davon abgesehen würde ich meinem Mann in den Allerwertesten treten, wenn er sich in einem Buch derart über seine Ehefrau äußern würde.
Vielleicht habe ich das jetzt noch einmal klar gemacht; ich hoffe es zumindest.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.04.2014 21:22:48 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.04.2014 23:00:33 GMT+02:00
Just me meint:
Hallo Dat Fienchen,
Sie mögen viel Erfahrungen haben und Ihr Ansicht hat sicher auch ihre Berechtigung.
Dass der Vater sich unerträglich selbst "beweihräuchert" kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Er schreibt über seine Stärken und Schwächen und die vielen Irrtümer im Ringen um die optimale Vorgehensweise im Angesicht der lebensbedrohlichen Erkrankung seiner Tochter. Dabei beschönigt er auch nicht, welche Belastungen sich dadurch für die Partnerbeziehung ergeben haben. Auch die vielen Ärzte, Psychiater, Psychologen können mit ihren verschiedenen Therapieansätzen keine Heilung bewirken und gehen auf Distanz. Ich finde es richtig, dass der Vater sich nicht in Konkurrenz zu den Therapeuten sieht, sondern sich immer wieder erlaubt, seiner Tochter trotz aller Schwierigkeiten bedingungslose väterliche Liebe entgegen zu bringen auf seine ihm mögliche einzigartige Weise. Er hat deshalb wohl das Empfinden, dass keiner seine Tochter so liebt wie er. Dieser rote Faden zieht sich durchs ganze Buch, so dass es meiner Meinung nach bezüglich der Hauptaussagen keine Rolle spielt, ob
ein findiger Agent einige Passagen gekürzt oder gestrichen hat.
Vermutlich glaubt auch die Mutter(Ehefrau), dass niemand ihre Tochter so liebt wie sie es auf ihre Weise tut....
...auch ich bin so eine Mutter, die immer das Beste für ihr Kind will:-))
Für mich ist das keine Beweihräucherung, sondern das normalste auf der Welt,
auch ganz besonders dann, wenn sich das Kind in großer Gefahr befindet.
Jede solidarische Unterstützung, jede verständnisvolle Lösungsstrategie erscheint mir dann wie die Rettung aus großer Not. Danke für das mutige Buch!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.04.2014 22:19:56 GMT+02:00
Ich habe das Buch gelesen und kann die Meinung von Dat Fienchen voll und ganz nachvollziehen.

Ich bin selbst Pädagogin und sehe große Schwächen in der Erziehung und auch dem Umgang mit den Institutionen. Ein Beispiel ist das Gespräch mit der Schulleitung, wo deutlich klar wird, der Vater unterstelle, dass diese gar nicht helfen wolle. In einer Klasse befinden sich stets unterschiedliche Kinder und ein jedes hat einen Anspruch auf angemessene Förderung. Das demnach ein Förderung in einer kleineren Gruppe besser wäre, scheint dem Autor nicht so ganz einzuleuchten.

Auch halte ich es ein großes Wagnis, dieses Buch zu veröffentlichen. Die Pubertät und damit eine sehr sensible Lebensphase steht der Tochter erst noch bevor. Dass die Entwicklung seiner Tochter vielleicht durch das Ausbreiten detaillierter Lebensdetails vor der Weltöffentlichkeit beeinträchtigt werden könnte, scheint dem guten Herren vollkommen egal zu sein.

Die Anmaßung, das zweite Kind nur wegen dem ersten bekommen zu haben halte ich für ungeheuerlich. Vielleicht auch aus dem Hintergrund, dass ich mir stets ein Geschwisterchen gewünscht habe und sehr glücklich war, als meine Mutter erneut schwanger wurde (damals war ich sieben). Meine Schwester war kein gesundes Kind (sie ist schwer geistig behindert und muss immernoch gewickelt und gefüttert worden, obwohl sie das zwanzigste Lebensjahr schon seit längerem erreicht hat). Ich bin mit den Vorwürfen aufgewachsen, es wäre allein meine Schuld, dass das Leben meiner Eltern durch ihre Pflege so aus den Fugen geraten sei, weil sie sie nur wegen mir bekommen hätten. Erst in den letzten Jahren gelang es mir, mich von diesen Schuldzuweisungen emotional zu distanzieren. Auch wenn im Buch keine ausgesprochene Schuldzuweisungen gegenüber der Tochter erhoben werden, bin ich mir nicht sicher, ob sie manches, nach dem Lesen des Buches nicht so auffassen könnte. Schließlich wird auf jeder Seite deutlich, wie negativ das Verhalten Jannis die Familie beeinflusst.

Ich halte den Autoren für narzisstisch und selbstgerecht, zudem fehlt ihm selbst eine gewisse Empathiefähigkeit.
Ich kann nicht verstehen, warum Dat Fienchen für ihre wirklich nachvollziehbare Rezension so angegangen wird.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.04.2014 08:08:30 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.04.2014 08:09:02 GMT+02:00
Just me meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.04.2014 12:35:25 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.04.2014 12:40:04 GMT+02:00
A. Zanker meint:
@ Viellesende

Danke für Ihre Rückmeldung, die ich mit Ihnen teile. Interessant ist doch das immerhin 14 von 17 Bewertungen dieses Buch mit einer 5*-Bewertung versehen und die schlechteste Bewertung am meisten Zustimmung erfährt. Ich hoffe für dieses Buch nicht, wie es ja oft am Buchmarkt vorkommt, dass es alle "schlecht" bewerten aber dafür kaufen müssen, denn dieses Buch ist es nicht, auch wenn es klar der subjektiven Beurteilung unterliegt, wie natürlich jedes Buch. So bleibt letztendlich abzuwarten, wie lange sich dieses Buch am Buchmarkt halten wird, denn es ist vor kurzem in die Spiegelbestsellerliste eingestiegen und künftige Bewertungen ausfallen werden. Auch ich finde an diesem Buch nicht alles gut oder perfekt, doch der Grundtonus, die Grundbotschaft dieses Buches finde ich eine Bereicherung für den Buchmarkt / Sparte Sachbuch. Denn es erzählt von der schwierigen Lebensbewältigung und Lebenskrise, die von einer Krankheit ausgeht, vor der wir alle kapitulieren müssen. Es gibt eben jene Lebensmomente, wo wir Menschen in die Knie gezwungen werden, auch wenn es für uns die Hölle ist. Dieses Buch erzählt von dieser Hölle und dem ungebrochenen Willen, dem eigenen Kind Unterstützung zu bieten, auch wenn (fast) alles aussichtslos erscheint. Das ist das Wesentliche, was für mich an diesem Buch zählt, der Rest - der hier als "Kritik" verbreitet wird, zählt für mich leider nicht, denn das von was ich hier schreibe, hat dann eben doch die grössere Gewichtung, trotz aller Argumente, die mich dann eben doch nicht überzeugen. Der Vater des Kindes tut es für mich, trotz seiner "Fehler und Unzulänglichkeiten", die auch ich nicht immer für gut heisse oder toleriere, doch was dieser Mensch aus der tiefsten Seele seines Herzens für seine Tochter tut, halte ich dann eben doch für bewunderungswürdig, selbst dann, wenn ihm "Ausrutscher" passieren, vielleicht gerade deswegen, weil mir die darin einhergehende Verzweiflung und Überforderung mit einer psychischen Erkrankung wie der hier Geschilderten, dann eben doch allzu vertraut und auch menschlich ist...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.04.2014 17:59:23 GMT+02:00
Dat Fienchen meint:
Lieber Herr Zanker, ehrlich gesagt ist es mir schnuppe, wie andere Leute das Buch bewerten. Ich habe meine Meinung und diese auch, wie ich finde, sinnvoll begründet. Ob Sie das dann nachvollziehen können oder nicht, bleibt Ihre Sache. Ich bin eben kein Mensch, der einfach alles "schluckt", sondern ich hinterfrage kritisch, und eine Familie Schofield, die meint, ein Buch über ihre schizophrene Tochter schreiben und diese auf eine solche Art in die Öffentlichkeit zerren zu müssen, ohne Namensänderung, Verfälschungen o.ä., die die Privatsphäre des Mädchens schützen würden, muss sich auch kritische Stimmen gefallen lassen.
Und wenn Sie sagen, dass der Grundtonus des Buches für Sie zählt - ja, da frage ich mich doch, warum nicht alle Bücher auf der Spiegel-Bestsellerliste landen, denn viele Bücher haben einen tollen Grundtonus. Das heißt aber trotzdem nicht, dass sie gut sind.
Und von welchen Fehlern und Unzulänglichkeiten des Vaters sprechen Sie? Von denen, die verschwiegen werden und die man erst nach einer langen Recherche herausfindet, weil sie im Buch gar keinen Platz finden? Mhm...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.04.2014 18:00:29 GMT+02:00
Dat Fienchen meint:
Vielen Dank! Ich denke, die "Hilfreich"-Bewertungen sprechen ebenso für sich.

"Ich halte den Autoren für narzisstisch und selbstgerecht, zudem fehlt ihm selbst eine gewisse Empathiefähigkeit."
Genau das war auch mein Eindruck von Mr. Schofield.
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