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Rezension bezieht sich auf: Stabat Mater / Motets (Audio CD)
Nach Elias Canetti hat "jede allzu intime Verehrung wahrhaft großer Werke etwas bombastisches". Ein solches wahrhaft großes Werk ist das knapp achtminütige "Stabat mater" von Josquin Desprez in der fantastischen Aufnahme von Herreweghe. Es handelt sich um reine Vokalmusik, besungen wird der Schmerz Marias angesichts des Kreuzestodes von Jesus.... dabei betritt man wunderbare, dichte Klangräume, es ist als ergieße sich ein Strom, bald leuchten helle, bald wieder dunklere Farben, bis sich die Musik zu ihrem Höhepunkt steigert. Man meint fast, diese Musik käme von einem anderen Stern, werde von dort zu uns herübergerufen.Der Thematik des "Stabat mater" haben sich viele Komponisten angenommen, etwa auch Antonin Dvorak. Dvoraks Werk wurde als gewaltig, stellenweise sogar gewalttätig bezeichnet. Das Stabat Mater des Josquin Desprez wird dagegen in einem langsamen, getragenen Rhythmus vorgetragen, vermisst also fast jede äußere Bewegtheit und doch, wie bewegt diese Musik, wie sehr ist es berechtigt, sie als "gewaltig" zu bezeichnen! Aber ich fürchte, den eingangs zitierten Satz von Canetti nicht genügend beherzigt zu haben.... Die restlichen Motetten bleiben hinter dem Stabat mater weit zurück. Lediglich der letzte (15 Minuten lange) Titel "Miserere mei, Deus" ist auch sehr hörenswert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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