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Kundenrezension

69 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zynisch, 6. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: The Wolf of Wall Street [Blu-ray] (Blu-ray)
Es ist der Subtext, der "Wolf of Wallstreet" zu einem wirklich sehenswerten Film macht. Das muss ich nach zum Teil sehr zähen 179 Minuten resümieren.
Was Scorsese mit seinen Zuschauern macht, ist genial und perfide zugleich. Er präsentiert uns einen obszönen, auf den ersten Blick sehr lockeren Film, der oberflächlich beinahe als Komödie durchgehen könnte (klammert man die dramatische, aber auch sehr kurz gehaltene Familientragödie am Ende mal aus). Leo DiCaprio spielt den rücksichtslosen, drogensüchtigen, geldgeilen Börsenzocker so charmant, dass man zwischen Ekel und Faszination schwankt. Insgeheim sympathisiert man mit seiner brutal offenen Art, schmunzelt über den Sexismus, lacht sich schlapp über seine Drogenexzesse und beneidet ihn um seine Frauen. Dass sein gesamtes Handeln auf Maßlosigkeit, "Ausbeutung" von normalen, einfachen Leuten und grenzenloser Rücksichtslosigkeit basiert, gerät in den Hintergrund. Das finde ich gut, denn es lässt den Film nicht nervig moralisierend erscheinen. Scorsese zeigt keinen betrogenen Kleinanleger, der sein ganzes Hab und Gut verloren hat durch die groteske Börsenzockerei. Er manipuliert den Zuschauer nicht durch einen sympathischen Gegenspieler zu DiCaprio - nein, er lässt jeden Kinobesucher ins offene Messer laufen. Das ist stark - aber auch gefährlich.
Denn was am Ende wohl die wenigsten im Kino verstanden hatten, ist die Tatsache, dass hier heftigste Systemkritik geübt wird und das Bild einer Mannes konstruiert wird, der von Drogen und Geld berauscht, sich und andere aufs äußerste zerstört.
Die Schlüsselszene des Films ist meiner Meinung nach das "Familiendrama" am Ende. Was zuvor geschieht ist zwar moralisch "falsch", aber eben harmlos, witzig, oberflächlich, ein Stück weit sympathisch. Man ekelt sich vor der Habgier und Sucht nach Geld und Erfolg, ertappt sich aber auch dabei, über die ebenso geldgierigen Kleinanleger und ihre naive Hoffnung auf den großen Reibach zu schmunzeln. Es ist nicht die Gier der Banker, die das System in den Abgrund geführt hat, es war die Gier eines jeden Anlegers nach immer mehr Rendite. Und wenn das ganze noch ein wenig übertrieben und exzessiv, sprich: humorig, daherkommt, fällt es umso leichter, die wahren Abgründe des Protagonisten (DiCaprio) zu übersehen.
In der Familienszene erfährt der Film jedoch eine Wende. Ein zerstörter Mensch, durch Drogen und Geldgier völlig entglitten, misshandelt seine Frau, liefert sein Kind einer unsäglichen, schwer zu ertragenden Situation aus, verliert endgültig die Kontrolle über alle seine Sinne. Es hat sich ausgeschmunzelt und ausgekichert. Es ist plötzlich bitter ernst. Man fühlt sich unwohl im Kinosessel. "Hey, war das nicht der lustige Typ, der obszöne, coole Sachen gesagt hat!?" Wo ist die Stelle zum Lachen?
Spätestens hier müsste jedem klar sein, dass aus dem heimlichen "Held" ein Filmbösewicht geworden ist. Scorsese demonstriert uns diese Metamorphose eher beiläufig, indem er darauf verzeichtet, DiCaprio (Balfore hieß er glaub ich) Einsicht, Reue oder Bedauern zu verleihen. Es geht nicht weiter um Frau und Kind, die betrogenen Anleger usw. - nein, es geht wieder um Deals, Kohle und Strafdauer. Im Knast ist die Welt wieder heile, Kohle regelt vieles. Aber im Zuschauer müsste es Klick gemacht haben, und statt heimlicher Bewunderung oder Sympathie müsste nur noch Mitleid für dieses empathilose, selbstzerstörerische Protagonisten-Wesen übrig bleiben.
Offenbar ist das aber nicht so. Denn die Quintessenz des Films ist bei vielen Zuschauern wohl eher "geiler Typ".
Vielleicht deute ich den Film komplett fehl, aber ich bin der Meinung, dass zwischen den Zeilen massive Kritik an Balfore (DiCaprio) und dem gesamten Finanzsystem geübt wird. Nur geschieht dies eben so fein und beiläufig, dass es für viele wohl leider nicht zu erkennen war.

Ich gebe dem Film 3 Stern - er hat eine stark Aussage und ist vom Regisseur gut konzipiert, allerdings gibt es durchaus viele Längen und ein hohes Risiko, vor lauter nackten Frauen, Drogen und coolen Sprüchen die Perfidität und Rücksichtslosigkeit des Finanzsystems zu verherrlichen. Sorry, Herr Scorsese, vielleicht überfordern Sie ganz einfach den Prototyp des Popcorn-Kinogängers...
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1-10 von 13 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.02.2014 09:30:31 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 06.02.2014 20:08:21 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 06.02.2014 09:38:08 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 06.02.2014 20:08:27 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 06.02.2014 09:42:04 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 06.02.2014 20:08:31 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 06.02.2014 10:33:16 GMT+01:00
R. Wilhelm meint:
Es ist seine Meinung.. ich finde die Rezension super. Nur die Bewertung am Ende passt so gar nicht, wie ich finde.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.02.2014 12:39:34 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 06.02.2014 20:08:38 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 06.02.2014 12:44:25 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 06.02.2014 20:08:44 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.02.2014 17:55:33 GMT+01:00
thomthom meint:
Lieber le44442244,

ich kann gut verstehen, dass Sie zu diesem Film eine etwas andere Meinung haben, allerdings möchte ich Sie auf zwei Dinge hinweisen:
1. Bewerte ich den Film keineswegs negativ,
2. bitte ich darum, mir nicht die Worte im Munde zu verdrehen.

In Ihren sehr zahlreichen Kommentaren erwecken Sie den Eindruck, als würden Sie sich an jedem Satzfetzen stören und ihn zu widerlegen versuchen. Ich kann im Detail nicht auf alles eingehen, möchte aber versuchen, zu verdeutlichen, warum ich zu einem eher ambivalenten Urteil komme.
Der Film ist hervorragend konzipiert, erscheint mir jedoch an einigen Stellen etwas lang. Scorsese unterlässt es zudem in seinem Film ein "wertendes Element" einzubauen. Er erzählt die Geschichte sehr neutral und unabhängig.
Das finde ich persönlich angenehm und sehr interessant, bleibt doch genug Spielraum, um eigene Schlüsse aus diesem Film zu ziehen. Allerdings birgt genau diese Neutralität auch die Gefahr, dass ein Teil des Publikums den Film als Verherrlichung von Gier, Verantwortungslosigkeit und Rücksichtslosigkeit missversteht (hier, finde ich, verdrehen Sie meine Worte ganz schön...).
Der Zuschauer muss schon dazu bereit sein, in der letzten Stunde des Films vom Bild des coolen, draufgängerischen, smarten Zocker abzurücken und die Sympathie und Identifikation mit dem Protagonisten ein Stück weit aufzugeben.
Über die Wahl der Sterne können wir ewig diskutieren, ich gebe ihm 3, manch anderer 4, irgendwo in diesem Segment würde ich ihn ansiedeln.
Ich erwarte im Übrigen nicht, dass Sie oder sonst jemand meine Meinung TEILT, ich wünsche mir nur, dass Sie und vllt der ein oder andere Leser sich auf meine Meinung einlässt. Das gehört doch schließlich zum guten Ton in einer Unterhaltung. Und da finde ich Begriffe wie "dumm", "doof", "daneben", "falsch" nicht so besonders passend.

Schöne Grüße

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.02.2014 20:01:43 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 06.02.2014 20:08:52 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 08.02.2014 14:32:07 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 13.02.2014 09:23:02 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 05.06.2014 09:37:07 GMT+02:00
zsuzsa vaczi meint:
Ich habe mir über Ihre Rezension Gedanken gemacht. Sie schreiben sinngemäß, wenn ich Sie richtig verstehe, dass der Zuschauer den Protagonisten zuerst sympatisch findet, sich mit ihm identifiziert und dann, als der zum Schluss zusammenbricht seine Sympatie für ihn verliert.

Es ist für mich sehr interessant zu lesen, dass ein anderer Mensch diese Figur sympatisch oder beneideswert findet. Ich versuche mich da hineinzuversetzen und kann mir noch am ehesten den Neid vorstellen, z.B., wie Sie auch schreiben den Neid auf seine Frauen, auf seine sexuelle Excessen. Und kann mir auch den Neid auf sein Geld vorstellen.

Doch insgesamt komme ich da nicht mit, muss ich sagen. Für mich ist diese Figur so abstoßend, so fehlgeleitet, und mit ihm natürlich alle Mitglieder seiner Firma. Da spielt der DiCaprio schon hervorragend, finde ich - ich konnte sogar in bestimmten Sequenzen seine Orientierungslosigkeit und Schrecken sehen, welche Gefühle er dann natürlich mit noch mehr Drogen betäubt.

Ihrem Lob für den Regisseur schließe ich mich voll an. Er zeigt dieses Leben, er zeigt, dass die Broker wirklich alles kriegen können, was wir alle ja haben wollen, doch zeigt er auch - und dies ohne eine moralisierende Figur in der Geschichte - welchen nie-enden-wollenden Schmerz die Gier mit sich bringt.

Was Sie über die Anleger schreiben finde ich sehr treffend. Die Broker sind nur das Vergrößerungsglas, aber wenn es um Gier und Geldgier geht, sind wir alle gemeint, auch wir alle Kleinen, die den Sonderangeboten nachgehen....
Grüße: Zsuzsa Vaczi
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