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Kundenrezension

159 von 169 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es ist an der Zeit aufzuwachen!, 2. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen: Karnismus - eine Einführung (Broschiert)
"Karnismus ist auch eine gewalttätige Ideologie, denn Fleisch kann nicht ohne Töten produziert werden. Da die meisten Menschen Gewalt ablehnen, haben wir eine Reihe psychologischer und emotionaler Verteidigungsmechanismen entwickelt. Karnismus lehrt einen, wie man nicht fühlt, indem Tiere in "essbar" und "nicht essbar" eingeteilt werden."

Interview mit Melanie Joy "Wir folgen unsichtbarem Glaubenssystem" bei derStandard.at)

Dieses Buch hat mich schlicht und einfach überwältigt. Im Gegensatz zu "Peace Food" ist es sogar fundiert, denn hier wird die psychologisch-wissenschaftliche Seite des Fleischessens beleuchtet - zu 100% esoterikfrei.

Eigentlich dachte ich, dass das für mich eine recht entspannte Lektüre wird, aber weit gefehlt: Mein Kopf rauchte und jede Seite gab mir Stoff zum Nachdenken.

Es teilt sich in folgende Kapitel auf:

1. Lieben oder essen?
2. Karnismus: "Es ist halt einfach so"
3. Wie es in Wirklichkeit ist
4. Kollateralschäden: Die anderen Opfer des Karnismus
5. Fleisch und seine Mythen: Rechtfertigungen des Karnismus
6. Hinter dem karnistischen Spiegel: Der verinnerlichte Karnismus
7. Zeugnis ablegen: Vom Karnismus zum Mitgefühl

"Wie es in Wirklichkeit ist" zeigt die Hintergründe der Tierproduktion. Vieles davon kannte ich bereits und alles davon geht mir sehr zu Herzen. Es sind die Schilderungen, die keiner von uns wissen möchte, vor denen wir immer wieder die Augen verschließen. Dinge, die wir als Tierschutzpropaganda abtun, von denen wir aber dennoch insgeheim wissen: Es ist nur logisch, dass diese geschilderten Szenen der Wahrheit entsprechen müssen. Anders wäre unser Hunger auf Tier nicht zu bewältigen.

Veganer und manchmal auch Vegetarier müssen sich immer wieder vorwerfen lassen, dass sie einer Ideologie folgen, doch ist es nicht genauso Ideologie, etwas nicht zu hinterfragen, sondern zu tun, weil alle es tun und die eine Tierart in "essbar", die andere in "nicht essbar" einzuteilen, ohne dass man diese Einteilung genauer begründen könnte (mit Leid und Intelligenz funktioniert das nämlich nicht - dann hätten Hunde vor allem in Hinsicht ihrer Intelligenz das Spiel gegen die Schweine verloren und müssten auf unseren Tellern landen.

Sehr viele Überlegungen waren für mich ganz neu, obwohl ich mich ja nun schon recht lange mit dem Thema beschäftige. Die Ideologie des Fleischessens hat nun einen Namen erhalten: Karnismus. Damit wird sie benannt und aus dem Schatten geholt, sichtbar gemacht. Bewusst gemacht.

Im Gegensatz zum Vegetarismus oder Veganismus ist der Karnismus eine Ideologie, die auf flächendeckender physischer Gewalt aufbaut. Melanie Joy geht nun der Frage nach, weshalb die Mehrheit einer solchen Ideologie folgt. Dies macht sie durch und durch schlüssig und stattet alle Thesen mit wissenschaftlichen Quellennachweisen aus.

Zwar bezieht sich Melanie Joy im Buch auf die Situation in den USA, doch es gibt Fußnoten des Übersetzers, die klar machen: Deutschland steht dem in nichts nach. So verbringt auch hier der Großteil der Schweine sein Leben eingesperrt auf engstem Raum, obwohl freilebende Schweine täglich bis zu 50 km wandern. Das einzige Mal, dass sie ins Freie kommen, ist auf dem Weg in den Schlachthof. Auch hier werden die Ferkel kurz nach der Geburt ohne Betäubung kastriert und ihre Schwänze werden abgeschnitten (ebenfalls ohne Betäubung).

Viele Hundebesitzer und "Tierschützer" regen sich auf, wenn sie davon hören, dass z.B. Whippet-Welpen (Windhunderasse) kurz nach der Geburt ohne Betäubung die Wolfskralle abgeknippst wird. Genau diese Menschen essen ohne mit der Wimper zu zucken Schweinefleisch. Wo ist da die Logik? Wie kann man dieses Tun begründen?

Und doch ist es wichtig für uns, dass wir diese Unterstellungen, Tiere hätten eine höhere Schmerztoleranz, teilen. Bei Fischen ist das immer noch die gängige Ansicht, obwohl viele Forschungen inzwischen bewiesen haben, dass auch Fische sowohl Intelligenz als auch Schmerzempfinden besitzen. Auch das Leid der Milchkühe wird eindrucksvoll geschildert.

Am 01. Juni ist Weltmilchtag. Melanie Joy schreibt, dass eine Kuh ein natürliches Alter von rund 20 Jahren erreichen kann. In der Milchwirtschaft wird sie höchstens 4 Jahre alt, weil sie bis dahin körperlich völlig ausgepowert ist. Ihr letzter Gang ist der zum Schlachter. Rinderhack besteht übrigens zu einem großen Teil aus Milchkühen. Übrigens: Niedliche Kälbchen tummeln sich in fast jedem Kinderbuch. Doch wie ist die Wirklichkeit? Kälber sind Abfallprodukte der Milchindustrie. Ohne diese würde es wahrscheinlich gar kein Kalbfleisch geben.

Ein perverses, gewalttätiges System, das uns verdummen lässt.

Das Kapitel "Kollateralschäden. Die anderen Opfer des Karnismus" behandelt das noch weniger Offensichtliche: Das Opfer Mensch. Generell ist das alles überhaupt kein neues Thema. Bereits Upton Sinclair schrieb mit "Der Dschungel" ein Enthüllungsbuch über die amerikanische Fleischindustrie, die der deutschen nicht viel voraus hat.

Was hat sich geändert? Vieles: Allerdings wurde nichts besser, sondern schlimmer. Korruption, Profitwahn, Umweltschäden, Menschen- und Tierleid durch immer höhere Tötungszahlen sind seitdem fast explodiert. Viele neue Informationen bietet Melanie Joy. Ich wusste zum Beispiel nicht die Hintergründe der aktuellen "Kontrollmechanismen":

"In den 80er Jahren jedoch übertrugen neue Gesetze die Pflicht zur Qualitätssicherung von der Regierung auf die Betriebe selbst. Das bedeutet, dass heute nicht mehr in erster Linie staatliche Kontrolleure für die Detailkontrollen zuständig sind, sondern unternehmenseigene Mitarbeiter."

Joy bezieht sich hier auf Amerika und ich konnte kaum glauben, dass ähnliche Verhältnisse auch in Deutschland gelten. Doch auch hier wurde der Bock zum Gärtner gemacht, wie eine Anmerkung des Übersetzers zeigt:

"Diese Aufgabenverteilung gilt seit 1987 auch in Deutschland. Die EU-Schlachtverordnung vom 01.01.2013 legt zudem auch den Tierschutz in die Hände der Schlachthofbetreiber selbst. Statt eines Amtsveterinärs ist nun ein unternehmenseigener Tierschutzbeauftragter für die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Behandlung und Betäubung der Tiere zuständig."

Da fragt man sich doch wirklich: Soll ich jetzt eigentlich lachen oder weinen? Mir war das völlig neu, es zeigt aber zu schön, wie unser System funktioniert.

Natürlich wird auch der ökologische Preis für unser Fleisch genannt. Die Nutztierhaltung zählt nach wie vor zu den zwei oder drei Hauptverursachern der wichtigsten Umweltprobleme (Aussage der Vereinten Nationen). Außerdem ist die Tierindustrie sehr wahrscheinlich der weltweit größte Wasserverschmutzer.

Dass die Meere leergefischt werden, ist bekannt. Viele Menschen essen deshalb lieber aus ökologischen Gründen Fische aus Aquakultur. Auch das ist eine Form von sich selbst in die Tasche lügen. Die meisten Fische aus dem Meer werden nämlich an Fische in Aquakultur verfüttert. Auch Zuchtfische leben in Massentierhaltung und durch diesen hohen Besatz an Tieren muss auch hier Antibiotika gefüttert werden - was bei ans Meer angeschlossenen Becken direkt in die Umwelt gespült wird.

Auf die gesundheitlichen Aspekte kommt Melanie Joy auch zu sprechen und sie stellt die Frage, weshalb auf tierischen Lebensmitteln kein Warnaufdruck angebracht wird (vergleichbar mit Zigaretten - an deren Konsum durchschnittlich weniger Menschen an Krebs sterben als durch Tierkonsum).

Das Kapitel "Fleisch und seine Mythen: Rechtfertigungen des Karnismus" behandelt die drei Ns zur Rechtfertigung: Fleischessen sei normal, natürlich und notwendig. Joy zeigt recht deutlich, dass diese drei Rechtfertigungen eigentlich gar nicht wissenschaftlich fundiert sind, sondern schlicht und einfach zum Prinzip gewalttätiger Ideologien gehören. Mythen als Tatsachen ausgeben und so kritisches Denken unterbinden. Sie untermalt dies auch mit einleuchtenden Beispielen aus der Geschichte der Menschheit. Diese Rechtfertigungen seien in unserem Bewusstsein so tief verankert, dass wir sie auch kaum hinterfragen.

"Denken wir zum Beispiel daran, dass der amerikanische Tierärzteverband AVMA Kastenstände befürwortet, 60 Zentimeter breite Käfige, in denen Sauen während der Schwangerschaft eingesperrt bleiben."

In Kapitel 3 wurde bereits erwähnt, dass genau diese Art der Haltung in mehreren Ländern und einigen US-Bundesstaaten also inhuman gilt, dass sie verboten ist. Übrigens: Auch unsere deutsche Bundestierärztekammer hat sich bisher noch nicht für ein Verbot der Kastenstände ausgesprochen.

Experten, denen die meisten Glauben schenken. Der Bock wird mal wieder zum Gärtner gemacht. Wie diese Sache mit der Ernährungsbildung durch McDonalds auf deutschen Schulen. Beim Lesen des Buches frage ich mich wirklich auf fast jeder Seite, wie ich so lange die Augen verschließen konnte. So viel Zeit, in der mein logischer Menschenverstand auf Urlaub war.

Melanie Joy öffnet die Augen. Sie zeigt, dass wir alle keine sehr freien Menschen sind in unseren Entscheidungen. Wir agieren in einem sehr engen Spektrum und die meisten unserer Ansichten wurden uns mehr oder weniger in die Wiege gelegt. Wer von uns hat sich als Kleinkind dafür entschieden, Babybrei mit Hühnchen zu essen?

Das Faszinierende dabei ist, dass Vegetarier und Veganer offensichtlich genau die Menschen sind, die sich gegen Systeme wehren. Die gesellschaftliche Norm aktiv hinterfragen. In Hollywoodfilmen wären sie vermutlich Helden. In der wahren Welt werden sie bestenfalls belächelt. Was sagt das über uns und unsere Gesellschaft aus? Parallel lese ich gerade "Das geraubte Leben des Waisen Jun Do", das über die Menschen in Südkorea berichtet. Inzwischen habe ich immer mehr den Eindruck, dass wir ähnlich unfrei sind. Zwar auf eine andere Art und mit weniger Gewalt, die direkt gegen uns gerichtet ist - dennoch leben wir in diesem gewalttätigen System, verschließen die Augen, wiegen uns in Sicherheit und glauben nur das, was wir glauben wollen.

Das Kapitel "Hinter dem karnistischen Spiegel: Der verinnerlichte Karnismus" taucht noch tiefer in die menschliche Psychologie ein und die Autorin scheut nicht davor, diverse Fachbegriffe in den Raum zu werfen, sie in den Kontext zu setzen und anhand des Karnismus zu erklären.

Das Kognitive Trio besteht aus Verdinglichung, Entindividualisierung und Dichotomisierung. Diese Abwehrmechanismen sind psychische Prozesse, die bei übermäßigem Gebrauch zu abwehrbedingten Wahrnehmungsverzerrungen führen. Je mehr wir uns mit jemandem identifizieren können, umso mehr Empathie empfinden wir. Deshalb ist es innerhalb des Karnismus so wichtig, die Tiere nicht als Lebewesen zu sehen, sondern als Objekte. Und ganz besonders die Masse führt zu einer Entindividualisierung.

Kennt jemand das Tolstoi-Syndrom? Es ist im englischen Sprachraum ein gängiger Begriff für das Phänomen, dass wir Dinge mit der Zeit im Geiste wieder relativieren, verharmlosen:

"Ich weiß, dass die meisten Menschen, selbst die intelligentesten, Mühe haben, die Wahrheit - selbst die einfachste und klarste Wahrheit zu erkennen, wenn diese Wahrheit sie zwingt, Ideen für falsch zu halten, [...] auf die sie ihr Leben gegründet haben."
Lew Nikolajewitsch Tolstoi

Und noch ein tolles Zitat aus "Matrix" - Morpheus spricht zu Neo:

Du bist hier, weil Du etwas weißt. Etwas, das du nicht erklären kannst, aber du fühlst es. Du fühlst es schon dein ganzes Leben lang, dass mit der Welt etwas nicht stimmt. Du weißt nicht, was, aber es ist da, wie ein Splitter in deinem Kopf. [...] Ich will deinen Geist befreien, Neo. Aber ich kann dir nur die Tür zeigen. Durchgehen musst du ganz allein.

Jeden Tag treffen wir diese Entscheidung. Die meisten von uns treten nicht durch die Tür. Inzwischen fordert sogar die UN eine weltweite Hinwendung zu einer Ernährung ohne Fleisch und Milchprodukte.

Übrigens wurde die deutsche Ausgabe angepasst. Die amerikanische Ausgabe enthält einige Bezüge auf den Holocaust. In der Übersetzung entfielen einige Zitate, die eine zu direkte Vergleichbarkeit heutiger Formen von Unrecht zum Nationalsozialismus nahelegen.

Ein Buch, das sich in erster Linie an Fleischesser / Allesesser richtet, aber auch Vegetarier und Veganer dürften hier jede Menge Stoff zum Nachdenken bekommen.
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1-10 von 13 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.06.2013 17:57:24 GMT+02:00
B. Ines meint:
Ich lese viel und daher auch viele Rezensionen.

Diese ist eine der besten bzw. ergreifendsten, die ich bislang gelesen habe.

Vielen Dank und 5 Sterne dafür!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.06.2013 18:46:56 GMT+02:00
Vielen Dank. Das freut mich sehr :-))

Veröffentlicht am 17.07.2013 11:38:21 GMT+02:00
Zézinho meint:
Das Problem bei solchen Büchern ist aber meistens, dass sich die Zielgruppe (hier Fleischesser) nicht an sie heranwagt, sie ignoriert. Erst wenn der Veganismus irgendwie eine ernstzunehmende wirtschaftliche Perspektive (ähnlich wie Bio und Öko-Strom) entwickelt, dann kommt er auch in den Mainstream und erst dann wird sich wirklich was verändern (auch wenn diese Veränderungen dann auch schnell wieder ins Gegenteil verkehrt werden können, wie man beim Bsp. Bio sehen kann, mit dem Millionen Euro umgesetzt werden und die große Nachfrage schon wieder zum aufweichen der Standards führt, so es denn welche gibt). Natürlich sind Vegetarier und Veganer auch schon heute zu einer ernstzunehmenden Größe herangewachsen, das zeigt die Zunahme vegetarischer/veganer Gerichte in Restaurants etc. Aber um sich auch werbetechnisch gegen die Multimilliarden-Fleisch-und-Milchindustrie zu behaupten braucht es noch sehr lange und braucht es solche Bücher. Nur kann man eben keinen Steakliebhaber zum lesen diese Buches zwingen. Man könnte (wie auch Zigarettenschachteln auch) die Leute mit Schockbildern aus Schlachthäusern und Massenställen etwas für die Sache sensibilisieren. Aber da wird die Politik leider nicht mitspielen. Naja die Hoffnung stirbt zuletzt!
Danke für die Rezension

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.07.2013 14:31:01 GMT+02:00
Sterni meint:
Dem kann ich mich nur anschließen, eine wirklich sehr sehr gute Rezension. Vielen Dank dafür!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.09.2013 16:26:36 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 04.09.2013 16:27:36 GMT+02:00
Amy meint:
...ich habe mich gerade zufällig durchgeklickt und freue mich sehr über die so geniale und tolle Rezension. Super, dass Sie sich soo viel Zeit genommen haben und ich hoffe, dass noch mehr Ihren Text lesen.

Amy

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.09.2013 11:26:45 GMT+02:00
Caspar David meint:
Ich möchte mich ebenfalls für diese Rezension bedanken! Das Buch kenne ich noch nicht, aber schon diese Besprechung macht die Welt für mich etwas reicher.

Veröffentlicht am 18.11.2013 20:28:20 GMT+01:00
Sehr geehrte Susanne K.

Für Ihre Rezenssion möchte ich Ihnen von Herzen danken.
Es ist Ihnen gelungen, mit einem roten Faden die brennendsten Probleme und Widersprüche unserer
gewalttätigen "Wurst-und Braten-Gesellschaft" miteinander zu verbinden.

Wenn Sie gestatten(?), würde ich diesen Text gerne an "Noch-Fleischesser" versenden und auch gerne für Leserbriefe verwenden.

Die Bedenken von "Zézinho", dass solche Bücher nur von jenen gelesen werde, die bereits über den Teller-Rand blicken, nicht aber von jenen, die die Blutsuppe aus dem Teller schlürfen, sind natürlich nicht unberechtigt...aber das Feuer der Erkenntnis muss immer erst einmal entfacht werden....
und dazu bedarf es Initialzündungen...und dafür braucht es widerum SOLCHE Bücher und bedarf es solcher Texte, wie Ihre Rezenssion.

Ich bin in den 60er Jahren groß geworden....damals lagen in jedem Dorf unzählige Hunde ein Leben lang an der Kette, streunten verwahrloste
Haustiere über das Land, wurden Pferde ein Leben lang -mit dem Kopf gegen die Wand-, in Ständerhaltung angebunden,
wurden erschossene Füchse an die Kühlerhaube gebunden und triumphierend bis zur nächsten Dorfkneipe gefahren,
hatte nahezu jede Frau Nerzmäntel im Schrank hängen.....keiner dachte sich irgend etwas dabei. Das war alles völlig "normal".

Aber dann wurden diese Brutalitäten immer häufiger hinterfragt und schließlich konnte man auch Verbesserungen erreichen.
Am besten kann man Veränderungen erreichen, wenn es gelingt, die EMPATHIE von Menschen anzuregen...

EMPATHIE in VERBINDUNG mit INTELLIGENZ,
VERANTWORTUNGSBEWUSSTSEIN und AUFKLÄRUNG ist meiner Meinung nach, der Schlüssel zur Veränderung.

Mit dem Internet wurde die Möglichkeit der AUFKLÄRUNG immens erweitert.
Ein EMPATHISCHER, INTELLIGENTER, VERANTWORTUNGSBEWUSSTER
Mensch kann sich eigentlich diesem WISSEN nicht mehr entziehen.

Daher sollte man unermüdlich daran arbeiten, den "Noch-Fleischliebhabern" das zugehörige WISSEN zu deren "LIBHABEREI" zu vermitteln.
Wer empathisch ist, hinterfragt sein Handeln und beschreitet nahezu zwangsläufig -früher oder später- einen anderen "Konsumweg".

Wer übrig bleibt, wird sich immer mehr - davon bin ich überzeugt - auf einen Weg in das Abseits begeben....die Hinweise hierfür, mehren sich.

Vielleicht können wir noch erleben, dass Fleischessen zu einem ähnlichen Stigma wird, wie das RAUCHEN!

Ich halte das durchaus für möglich.
Man bedenke, wie schnell (!) sich zu diesem Thema der Wind gedreht hat, als ALLE Fakten unübersehbar (!)
auf dem Tisch lagen. Als es schließlich keine einzige Ausrede mehr gab,
die sich ein Raucher zu seiner "Verteidigung" auf die rosarote Brille oder sein vorgehaltenes Schutzschild
schreiben konnte, war es schlagartig aus, mit dem rücksichtslosen Konsum von Tabakrauch.

Plötzlich wussten alle, mit etwas Hirn unter der Kalotte: Rauchen ist nicht chic und cool...sondern hochriskant und u.a. zu 100 %
GESELLSCHAFTS SCHÄDIGEND (!), denn diese SUCHT ist ursächlich verantwortlich für brutalste Umweltzerstörung, grausamste Kinderarbeit, schlimmste Folgeerkrankungen, immense Krankenkassenbelastungen, etc)
HEUTE sind Raucher nicht mehr die COOLEN, sondern die LOOSER. Man betrachtet sie voller Mitleid und Unbehagen.

Raucher, die sich eben noch in der Mitte der Gesellschaft sahen, stehen nun am Rande > ausgegrenzt, bestenfalls bemitleidet und vielfachem Unverständniss und Kopfschütteln ausgesetzt, weggesperrt in "Isolier-Bereiche", konfrontiert mit der Frage: "...ach Sie rauchen?...WARUM?...gibt es
irgend einen nachvollziehbaren Grund, sich selbst und andere derart zu schädigen?....)

Nun muss man bedenken, auch Fleischessen (!) ist ein Suchtverhalten! ALLE Argumente sprechen DAGEGEN, es zu tun.
Diese Argumente werden immer schwerwiegender und ähneln dem, was Raucher gerade aus ihrer "schönen" Traumwelt vertreibt:
Denn immer mehr Fische in diesem Strom des Wahnsinns besinnen sich eines anderen und schwimmen nun GEGEN den Strom!

Heute werden Vegetarier und Veganer nicht mehr als "Spinner" angesehen. Eigentlich weiß jeder, der seine Sinne zusammen hat,
dass der irrsinnige Konsum an Fleisch entweder aufhören muss, oder uns MENSCHEN (!) -direkt nach unseren Opfern- ebenfalls
in den Abgrund befördern wird.

Wir haben also guten Grund zu hoffen, dass EMPATHIE, VERANTWORTUNGSBEWUSSTSEIN , INTELLIGENZ und WISSEN den Zug in die Zukunft der Menschheit besteigen werden und die Unverbesserlichen solange auf dem Abstellgleis zurück gelassen werden, bis sie bereit sind,
sich der Verantwortung für die Gemeinschaft zu besinnen.

Sollte unser Zug in die Zukunft allerdings weiterterhin von der "Bratwurstfraktion" gekapert werden, dann werden diese - an ihren gefüllten Fleischtöpfen- nur noch die letzte "Abriss-Party" des Planeten feiern können.
Blindheit, Empathielosigkeit, Stumpfheit, Egoismus und Geldgier werden dann -auf Bergen von Tierleichen- einen vollends zerstörten Planeten hinterlassen.
Es braucht also WECKRUFE und ENGAGEMENT um die Weichen in eine Richtung zu stellen, die lebenswert ist.
Für unsere Kinder, unseren Planeten, unsere Mitgeschöpfe.
Arbeiten wir daran. Meinen Dank an alle, die dies -auf welche Art auch immer- bereits tun.
Einer kann nicht alles tun, aber ALLE können etwas tun....lassen wir uns nicht entmutigen und stellen wir uns an der Seite der Geschundenen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.12.2013 03:46:32 GMT+01:00
Nico meint:
Wirklich ein sehr guter Beitrag.Dem kann ich nur zustimmen!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.01.2014 12:41:21 GMT+01:00
Sukram meint:
Seit wann schrecken Schockbilder ab, bzw. sensibilisieren? Ich habe noch von keinem Raucher gehört, der wegen Bildern das Rauchen aufgegeben hat. Ausserdem, in den meisten Schulen wird irgendwann mind. 1 Film über schlechte Tierhaltung gezeigt.... geändert hat das auch nix. Der einzige Unterschied zwischen dem Menschen und zB einem Wolf in dem Punkt, ist jener, das der Wolf nur mit Körperkraft auf die Jagd gehen muss und ein Tier erlegen muss um es zu Essen. Der Mensch musste das in der Steinzeit auch tun.... heute hat er sich Ställe gebaut, züchtet die Tiere, und schlachtet Sie unter geordneten Bedingungen... DAS ist Moralisch evtl. verwerflich... das wir unser Fleisch fertigportioniert im Supermarkt kaufen, anstatt die Kuh eigenhändig niederzurangeln... am Essen von Fleisch selbst, finde ich nichts verwerflich, da es natürlich ist und nichts anderes.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.01.2014 15:26:30 GMT+01:00
Nico meint:
Wenn sie nur dass als Argument bringen,dann haben sie sich leider nicht besonders umfangreich über die Zusammenhänge und Folgen der Fleischproduktion informiert.
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