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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
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Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns: Roman (Taschenbuch)
Der Erzählstil ist prosaisch und die Handlungen befinden sich abseits einer von John Grisham und Stephen King verwöhnten Schnellleserschaft. Für dieses Buch braucht man Zeit, auch weil manche Passagen hölzern sind und mitunter so zäh zu beißen sind, das man sich vorkommt, als würde man auf Granit beißen. Aber auch das zeigt auf die Kunst, die Steinbeck beherrscht. Er geht ins Detail und stellt sich als verliebter Beobachter vor. Er erzählt die Geschichte einer Familie, die zur Zeit des Goldrausches nach Kalifornien zieht. Sie pendeln von der Ost an die Westküste und verdienen jämmerliches Brotgeld unter erbärmlichen Verhältnissen, die hunderte von Menschen anstreben, um nach dem Essen greifen zu können, das bei uns heutzutage auf den Tellern vergammelt. Steinbeck schildert eine Tragik auf hintergründigem Niveau; es scheint, als würde nicht er, sondern der Leser die Tiefe seiner eindringlichen Erzählung verstehen, mit der er seine Figuren und die Handlungen beschreibt. Das Buch ist eine tiefschürfende und ergreifende Erfahrung. Unter der oberflächlichen Beobachtungsgabe, die Steinbeck vorweist, lauert der Kern des Verfänglichen, ein Kern, der einen zum Nachdenken bringt und einen begeistert, weil die emotionale Gewalt der Geschichte in einen dringt, ohne das Steinbeck die Gedanken der Menschen beschreibt. Der Leser ist genötigt, in die Figuren einzusteigen, diese mit ihren Handlungen zu erfahren, mit ihnen zu leiden und zu verzweifeln. Steinbeck lässt einen auf keiner Seite vergessen, mit welch einfachen Mitteln er es zustande bringt, eine Welt zu reflektieren, der es an Gefühlslosigkeit, Sehnsüchten und Existenzkämpfen nicht mangelt.Als ich das Buch zu Ende las und mich zwang es zuzuklappen, spürte ich wie die emotionale Zerrüttung der Figuren auf mich überstieg und das nur, weil Steinbeck seinen Figuren alles abverlangte, sie aber immer weiterkämpften, in einer Welt, der nichts übrig bleibt, als die Hoffnung aus jedem Cent zu saugen, den sie verdienen und der sie vor dem Untergang bewahrt. In einer Welt, die kein Mensch der heutigen Zeit überleben würde, wenn wir hineingeworfen werden würden. Es ist ein faszinierendes Buch, für alle, die sich die Zeit nehmen wollen, einem Erzähler von außergewöhnlicher Sprachkunst zuzuhören, der in feinfühliger Art eine Geschichte geschrieben hat, die sie so nicht mehr lesen werden. Und das mit einer Stimme, die ich nirgends anders las. Es bietet Zeit zum Nachdenken, zum Schwelgen und Zeit um das Wertvolle des Glücks zu erkennen, dem wir täglich ausgesetzt sind und es blind hinnehmen. Diese Menschen haben es nicht, können sich aber öfter zu einem Lachen verleiten lassen, als es dem Leser gegönnt sein wird. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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EUR 11,90
Rezensentin / Rezensent
![]() Ort: Albstadt, Baden-Württemberg Deutschland
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