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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beide Teile meiner Welt umgeben von schwarzer Sünde der Vorväter..., 25. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Katzenmenschen - Arthaus Collection Klassiker (DVD)
Der amerikanische Kritiker John McCarthy fasste 1973 den Stil des Regisseurs Jacques Tourneur wie folgt zusammen: "Seine Horrorfilme entstehen nicht nur aus der Fantasie, sondern sie handlen auch von Fantasie. Dies ist es, was ihn von anderen Filmemachern unterscheidet. Seine Domäne ist das Land zwischen Licht und Schatten, wo das Übernatürliche und das Rationale kollidieren, wo sich Illusion und Wirklichkeit überschneiden. Wenn seine Filme auf ein zentrales Thema reduziert werden können, dann darauf: Um im Dunkeln zu sehen, muss man zuerst das Licht ausmachen".
"Cat People" entstand 1942 und sein Erscheinen in der Arthaus Klassiker Collection ist für mich persönlich eine der erfreulichsten, auf dem deutschen Markt erscheinenden Veröffentlichungen im DVD-Bereich und gibt natürlich Hoffnung, dass weitere Meisterwerke von Tourneur wie "Ich folgte einem Zombie" oder "Goldenes Gift" folgen werden.
In der ersten Szene spielt ein Leierkasten, der Schauplatz ist das Raubtiergehege eines Zoos. Dort versucht die aus Serbien stammende Irina Dubrovna (Simone Simon "Bestie Mensch") den aggressiven Panther zu zeichnen. Doch sie scheint mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden zu sein, ihre Versuche auf Papier knüllt sie zusammen und wirft sie fort. Genauso faszinierend wie die junge Frau das Raubtier findet, so sehr wird auch sie von einem jungen Mann faszinierend beobachtet, es ist der Ingenieur Oliver Reed (Kent Smith), der sich spontan in die schöne Frau verguckt. Irena hat keine Freunde in Amerika, so lädt sie Oliver im Anschluss noch zu einer Tasse Tee ein. Das Haus in der Irina wohnt, wirkt geheimnisvoll. Im dunklen Gang führt eine Treppe in die Wohnung, die ebenfalls dunkel und düster wirkt. Wenn das Fenster geöffnet ist, dann hört man die die Laute der Raubkatzen vom Zoo in der Nähe. Eine Statue zeigt König Johann von Serbien, wie er eine große schwarze Katze aufspießt. Und dieses Bild gleicht einem von Irinas vor dem Gehege weggeworfenen gezeichneten Versuchen.
Irina erzählt Oliver die Geschichte ihres Dorfes in Serbien, dass in der damaligen Zeit von den Mamelucken heimgesucht wurde, die eingefallen sind. Der König vertrieb die Eindringlinge, fand aber furchtbare Dinge vor. Die Dorfbewohner verfielen einem Satanskult, weihten ihre Messen dem Teufel und waren zu Hexen geworden. Manche wurden vom König gerichtet, doch die schlimmsten und klügsten von Ihnen verschwanden in die Berge. Und seither verfolgt das Böse seit Jahrhunderten das Dorf der Geburt.
Oliver hält nicht viel von diesem Unsinn, schnell wird geheiratet. Doch die Ehe steht durch Irinas Angst unter einer starken Zerreißprobe. Sie befürchtet, wenn sie den Mann küsst oder berührt, dass sie sich in ein Raubtier verwandelt könnte. Olivers beste Freundin Alice Moore (Jane Randolph) hat auch das Gefühl, dass Irina im jetzigen Zustand ein Fall für den Psychiater ist. Kann Dr. Louis Judd (Tom Conway) der offensichtlich psychisch kranken Frau helfen und die Ehe retten ?
"Cat People" ist einer der besten Horrorfilme aller Zeiten, obwohl er bewusst darauf verzichtet, das Schrecken tatsächlich zu zeigen. So ist der gefährliche Panther immer dann am bedrohlichsten, wenn man ihn nicht sieht. Legendär ist die Szene, bei der Alice in der Nacht nach Hause läuft und langsam bemerkt, dass sie nicht nur ihre eigenen Schritte im Dunkel hört. Sie wird ängstlich, immer schneller und hat irgendwann das Gefühl von etwas Gefährlichem verfolgt zu werden, nicht nur der Zuschauer ahnt, dass hinter ihr eine totbringende Raubkatze auf der Jagd lauert.
Ebenso klasse die Sequenz im kleinen Zooladen um die Ecke, wenn Irina und Olvier das Kätzchen, dass vor Irina Angst hat, in einen Kanarienvogel umtauschen wollen. Beim Eintritt Irinas spielen alle Kleintiere in den Käfigen verrückt.
Fazinierend auch die Vermischung von Realität und dem Offenbaren einer alten Sage, die scheinbar - zumindest in den Köpfen - immer noch als präsentes Märchen existiert und durch mehrere Indizien immer mehr an Wirklichkeit gewinnt.
Kameramann Nicholas Musuraca mischt auch gekonnt in die Horrorstory expressionistische Stilmittel und Noir Optik.
Der Film wurde damals für die RKo Radio Pictures Studios ein großer Wurf, in den 80er Jahren versuchte sich Paul Schrader an einem Remake, dass zwar ganz nett unterhalten kann, aber in keiner Weise die faszinierende Art des Originals vermitteln kann.
"Cat People" gehört zu meinen vielen Lieblingsfilmen....
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 19.01.2011 21:56:00 GMT+01:00
Tonio Gas meint:
Ray über Ray... klasse, und wie Du vielleicht gesehen hast, ist mir N. Ray auch gerade recht nah, von dem ich ein paar Filme und ein ziemlich interesantes Buch rezensiert habe. Granger schätze ich sonst eigentlich nicht so sehr, aber in der Rolle kann ich ihn mir vorstellen. O'Donnell ist natürlich für den Wyler-Fan ein Muss... LG, Tonio

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.01.2011 11:49:03 GMT+01:00
Ray meint:
Hallo Tonio, du meinst "Im Schatten der Nacht"...ich finde die beiden waren doch klasse als Paar. Da hat einfach die Chemie gestimmt. Farley Granger mag ich aber auch in "Fremder im Zug" und "Cocktail für eine Leiche". Und Cathy 0´Donnell bleibt natürlich unvergessen in "Die besten Jahre unseres Lebens" und "Polizeirevier 21".
LG Ray

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.01.2011 17:43:18 GMT+01:00
Tonio Gas meint:
Aaaah, stimmt, ich hatte diese beiden Rezis gelesen und dann bei der falschen gepostet... Zu Katzenmenschen kann ich nur sagen, dass ich den Film vermutlich ebenso schätzen würde wie Du, denn aus dem Stalle hatte es mir "Der Leichendieb" doch sehr angetan. Bei Tourneur bin ich nicht ganz so firm und kenne nur den wirklich guten Noir "Out Of The Past". Aber wie Du vielleicht schon weißt, schätze ich Robert Wise sehr. Über den habe ich auch ein Buch gelesen, Der unbestechliche Blick, und es macht den Eindruck, als sei Produzent Val Lewton sehr stark in den kreativen Prozess der RKO-Horror-Reihe eingebunden gewesen, sodass der Regisseur ruhig Tourneur oder Wise heißen kann und die Filme dennoch gleichermaßen gut und alle von dem ähnlichen geschickten Umgang mit indirekter Optik und Akustik geprägt sind. Du hast ja diese Sache mit den Pfoten beschrieben, Wise arbeitet in "Der Leichendieb" ganz ähnlich (und er durfte ja auch als Regie-Erstling an die Fortsetzung der Katzenmenschen ran, das passt ganz gut). Vielleicht lege ich mir mal die Lewton-Box mit 8 oder 9 Filmen zu, dann habe ich auch die Katzenmenschen.
Natürlich liegst Du bei mir richtig, wenn Du wegen O'Donnell die Wylers erwähnst, wobei ich sie in "Polizeirevier 21" fast noch besser finde. Das ist aber sehr subjektiv, denn ich finde Teresa Wright in "Die besten Jahre..." sooo gut, dass es die O'Donnell im Vergleich schwer hat. Gleichwohl ist diese sehr intime, persönliche Szene (und wie Du sicherlich weißt, echte Szene, da es ein kriegsversehrter Laiendarsteller war) ein wirklicher emotionaler Höhepunkt, bei dem auch Männer mal weinen können, und der dennoch nicht kitschig ist: Harold Russell nimmt diese Haken ab und zeigt sich erstmals in seiner "Nacktheit", und O'Donnell gibt zu erkennen, dass ihr das nichts ausmachen wird. Wir glauben ihr sofort, ein magischer Moment. LG. Tonio

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.06.2011 13:07:27 GMT+02:00
Armin Schwab meint:
Ich fand das Remake mit Nastasia Kinki besser.
Aber is ja wohl geschmackssache ;-)
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