Kundenrezension

20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abgehoben und elitär: Progressiver geht es nicht, 7. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Bitches Brew (Audio CD)
Mit dieser Doppel-LP wurde Miles Davis auch bei Hörern von Beat- und Popmusik bekannt. Noch heute finden manche den ersten Einstieg in die Welt des Jazz mit einer Platte / CD von Miles Davis. Für "Bitches Brew" mit seinem gelungenen Cover wurde 1970 in Jugendzeitschriften geworben, es verkaufte sich sehr gut. Mit einer halben Million die bis dato (neben Kind of Blue) kommerziell erfolgreichste Jazzproduktion.
"Bitches Brew" ist allerdings keine leichte Kost. Selbst Psychedelic-Gruppen wie Grafeful Dead oder Soft Machine klingen vergleichsweise eingängig. Obwohl ich kein Liebhaber von Free Jazz bin höre ich "Bitches Brew" recht häufig und gern.
So viele begabte und bekannte Jazz-Musiker auf einer Produktion findet man selbst bei Miles Davis nicht oft (Davis, Herbie Hancock, Chick Corea, Airto, John Mac Laughlin gibt sein Debüt, Wayne Shorter, ...).
Die Musik ist sehr komplex, jemand hat mal gesagt sie würde die emotionale Bandbreite der Stadt N.Y.C. ausdrücken. Ansprechend, verwirrend, beängstigend bis graziös und schön.
Zaubert mit (z.T.) 3 ! E-Pianos eine exotische Atmosphäre in den Raum. Schiebt man den Bass-Regler seiner Stereoanlage nach oben, spürt man den Groove der Rhytmus-Section noch stärker, "Bitches Brew" gilt als die erste Jazzplatte mit unterlegten Beatrhytmen.
- "Spanish Key", Miles hatte sich schon seit 1958 gerne von spanischer Musik beinflussen lassen. Der Rhytmus - als Kontrast zu den melodieführenden Blasinstrumenten und der flamencoartigen Gitarrenfigur von John Mc Laughlin - ist hier besonders treibend.
- "Bitches Brew", 27 Minuten, baut sich auf einer immer wiederholenden Bass-Linie auf. Es gab in einem New Yorker Lokal ein Gericht mit gleichem Namen auf der Speisekarte. So kam Miles Davis auf den Titel.
- "Miles Runs the Voodoo down" - mit seinen afrikanischen Elementen - ist die zugänglichste Kollage des ganzen Gebräus und hat fast so etwas wie eine einprägsame Melodie. War sogar in Kurzform auf Single erschienen und wurde angeblich in manchen New Yorker Juke-Boxen gerne gewählt.
- "Sanctuary" ist die Ruhe und Entspannung nach den langen Titeln.
- Das Cover zeigt gelungen und würdevoll Motive aus Afrika (links) und der Neuen Welt (Ozean). Auch die einfach gehaltenen Liner Notes erweckten den Eindruck eines bahnbrechenden Debüts. Zu einer Zeit, als Miles Davis schon fast Zwanzig Jahre Platten veröffentlichte. Fazit: Sehr originell und gelungen, als Einstieg vielleicht eher "Sketches of Spain", "Kind of Blue" oder "In a Silent Way" nehmen.
Es gibt keine bekannte Produktion in Jazz und Rock, die mehr "far out" klingt als die 90 Minuten von "Bitches Brew"! Die Tonqualität war schon 1970 gut, sie wurde digital noch überarbeitet zu einem Hörgenuss.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.09.2009 00:09:17 GMT+02:00
Byrd meint:
Eine sehr schöne Rezension. Vielen Dank!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.01.2010 11:20:26 GMT+01:00
Carl meint:
Free Jazz ist das nicht im Entferntesten. Damit wollte Miles nie etwas zu tun haben. Ausserdem war die Klangqualtiät und Abmischung der frühen Ausgaben lausig. Erst jetzt sind die Aufnahmen richtig hörbar.
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