Kundenrezension

193 von 206 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ich liebe sie, und ich hasse sie auch ein bisschen! (Vergleich mit Canon 40D, Sony NEX-5N, Canon S95), 28. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fujifilm X10 Digitalkamera (12 Megapixel, 4-fach optischer Zoom, 7,1 cm (2,8 Zoll) Display) (Elektronik)
Seit ein paar Tagen habe ich nun auch eine Fuji X10, Einige Monate bin ich schon um sie herumgeschlichen, habe mich erst mal vom Blooming-Problem ("weiße Scheiben") abschrecken lassen und wollte zumindest so lange warten, bis
(a) ich mit ziemlicher Sicherheit ein Exemplar mit neuem Sensor geliefert bekomme,
(b) DPReview seinen X10-Full Review mit positivem Ergebnis veröffentlicht hat.

Nun, Stand 28. Juni 2012, gibt's den Review leider immer noch nicht, aber laut Amazon werden nur noch Kameras mit neuem Sensor geliefert. Da die Kamera demnächst mit in Urlaub gehen soll und ich mich vorher noch mit ihr vertraut machen möchte, habe ich sie halt ohne Voraussetzung (b) mal bestellt.

***** Nachtrag am 12.07.2012
Seit gestern (11.07.2012) ist der lange erwartete Full Review der X10 endlich (!) online bei DPReview. Ich kann jedem X10-Besitzer und -Kaufinteressenten, der des Englischen halbwegs mächtig ist, nur empfehlen, diesen Artikel zu lesen. Die in dieser Rezension (und ihren Kommentaren) genannten Punkte werden weitgehend bestätigt, und mit einem Gesamtergebnis von 76% erzielt die X10 eine absolut sehr gute, für die Kompaktklasse sogar ganz hervorragende Bewertung. Noch interessanter sind die systematischen Untersuchungen und Vergleiche, sowohl zu Konkurrenzprodukten als auch in diesem Fall der X10-Features untereinander (siehe z.B. Dynamikerweiterung bei Bildgröße L vs. Bildgröße M), die DPReview durchführt. Der Artikel leistet dadurch auch Aufklärungsarbeit zur Funktionsweise der Kamera, die eigentlich der X10-Bedienungsanleitung zumindest ansatzweise gut zu Gesicht gestanden hätte.
***** Nachtrag Ende

Meine fotografische Vorgeschichte spare ich mir an dieser Stelle. Wer möchte, kann sie in meiner Rezension zur Canon Powershot S95 nachlesen. Nur so viel: Ich fotografiere seit mehr als 10 Jahren digital (also seit den Anfängen der Consumer-Digitalfotografie) und besaß bzw. besitze mehr als ein Dutzend Kameras. Aktuell verwende ich aktiv, abgesehen von der X10, die Canon EOS 40D (ältere DSLR), die Sony NEX-5N (gerade 1 Jahr alte spiegellose Systemkamera) und eben die Canon S95 (ca. 2 Jahre alte Kompakte für die Hosentasche). Mit diesen werde ich die X10 auch gelegentlich vergleichen.

Warum ich eigentlich zu diesen drei Kameras noch eine weitere "brauche", wird sich manch einer fragen. Nun ja, die Fuji füllt meines Erachtens eine "Lücke": Klar, die 40D ist mit den richtigen Objektiven ein Allround-Talent, aber in vielen Situation fehl am Platze, da groß und schwer. Die S95 ist schön klein und macht tolle Bilder bis max. ISO 800, ist aber langsam und nur am kurzen Ende lichtstark. Die NEX-5N verwende ich derzeit am liebsten, da sie mit dem von mir favorisierten Sony 18-200-Objektiv in der Universalität kaum zu schlagen, brauchbar schnell ist, Spitzen-Bildqualität bis max. ISO 3200 hat, aber eben nicht lichtstark (3.5-6.3) und zumindest mit dem 18-200 doch schon wieder ein ziemlicher Klotz ist (wenn auch viel kleiner und leichter als die DSLR). Die X10 verspricht nun einen akzeptablen Kompromiss aus NEX-5N- und S95-Tugenden: Noch handlich genug, brauchbarer Brennweitenbereich, schnell, hohe Bildqualität (auch in hohen ISO), dabei auch am langen Ende lichtstark. Damit ist sie auf dem Papier der Favorit für Available Light-Situationen, in der es auf eine möglichst leichte und handliche Ausrüstung ankommt.

Für die Eiligen unter den Lesern im folgenden eine "Executive Summary" meiner Bewertung: Die Fuji X10 ist eine hervorragend verarbeitete, noch handliche Kamera mit sehr hoher Bildqualität, einem hervorragenden Automatik-Modus (EXR-Auto) und schnellem Autofokus. Allerdings erschließt sich ihr Konzept nicht auf Anhieb, selbst ein intensives Studium der Bedienungsanleitung hilft hier kaum weiter. Darüber hinaus leidet die Bedienbarkeit unter dem schlecht strukturierten Menü und unter der Tatsache, dass sich viele Funktionen unverständlicherweise gegenseitig ausschließen.

Nun zu den Details ...

Zwei große Kritikpunkte habe ich nach den ersten Tagen Gebrauch der X10 anzubringen:

(1) Es ist unklar, in welchen Modi und bei welchen Einstellungen man wirklich von dem Potential des EXR-Sensors (hoher Dynamikbereich bzw. reduziertes Rauschen) profitiert.
Wie schon in einer anderen Rezension beschrieben, verwendet die X10 zwei Verfahren zur Dynamikerhöhung:
(a) Jeweils die Hälfte der Pixel des EXR-Sensors werden mit 1-2 Blendenstufen Unterschied belichtet. Daraus berechnet die Kamera ein 6MP-Bild mit erhöhtem Dynamikumfang.
(b) Alle Pixel werden gleich belichtet, und die dunklen Bereiche werden vor der JPG-Bearbeitung 1-2 Blendenstufen aufgehellt.
Im EXR-DR-Modus können beide Verfahren kombiniert werden, was einen maximalen Dynamikgewinn von bis zu 4 Blendenstufen ergibt.
Im Bereich 1-2 Stufen Gewinn stellt sich die Frage nach der Wahl der Methode. Hier ist (a) natürlich vorzuziehen, da das Rauschen in den dunklen Bereichen dann geringer ist. Explizit wählen kann man aber nicht. Vielmehr ist oft unklar, wann Methode (a) zur Anwendung kommt. Gut, im EXR-HR-Modus (12 MP) kommt logischerweise Methode (b) zum Einsatz, in den EXR-DR- und -SN-Modi (6 MP) Methode (a) (wiederum logisch). Für die PASM-Modi ist es wohl grundsätzlich Methode (b), sofern die Bildgröße auf L (12 MP) steht. Aber wie ist es in den PASM-Modi, wenn man die Bildgröße grundsätzlich auf M (6 MP) stellt?? Wie ist das im Auto- (nicht EXR-Auto-) Modus? Wie im Adv.- oder SP-Modus?
Sicher kann man es erst im Nachhinein sagen: Erhält man ein 12 MP-Bild mit Dynamikerweiterung, wurde Methode (b) verwendet; erhält man ein 6 MP-Bild, war es Methode (a) (ggf. in Kombination mit (b)). Dumm nur, dass bei der Bildwiedergabe nicht einmal angezeigt wird, wieviele Pixel das Bild hat ...
Die Bedienungsanleitung bringt zu diesem Thema leider keine Erhellung. Wäre nett, wenn mich da mal jemand kompetent erleuchten könnte ...

(2) Viele Funktionen schließen sich gegenseitig aus. Beispiele:
(a) In EXR-Stellung des Wählrads (außer wenn EXR-HR fix eingestellt ist) werden keine RAW-Dateien erzeugt.
(b) Im EXR-Auto-Modus kann keine Belichtungskorrektur vorgenommen werden.
(c) Für AE-L/AF-L muss Gesichtserkennung ausgeschaltet werden (letztere habe ich mir daher auf die RAW-Taste gelegt, um wenigstens schnell wechseln zu können). Ach ja, der Fokus-Modus muss natürlich auch AF-S (nicht AF-C!) sein.
Wer zur Hölle hat sich das ausgedacht?? Eine fotografische Situation ist manchmal so schnell vorbei, da will ich nicht lange überlegen müssen, was mich z.B. jetzt gerade davon abhält, den Schärfepunkt zu speichern! Und dass es auch ohne solche künstlichen Beschränkungen geht (die Kamera müsste die "hinderlichen" Modi bei Druck auf die AE-L/AF-L-Taste ja nur temporär deaktivieren), beweisen viele andere Kameras, u.a. auch die Canon S95. In solchen Situation hasse ich die X10.

So, nun noch eine systematischere (aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebende) Zusammenfassung der Vor- und Nachteile:

Vorteile:
+ Hervorragende Bildqualität schon bei den JPGs.
+ Sehr hohe Lichtstärke (F2.0 am kurzen und noch F2.8 am langen Ende).
+ Exzellente Verarbeitung.
+ Hervorragender Automatikmodus EXR-Auto (macht die Kamera dann doch - auch - Laien-fähig).
+ Schneller Autofokus.
+ Gesichtserkennung arbeitet erstaunlich gut (erkennt Personen sogar im Profil, was S95 und NEX-5N nicht können).
+ Schnelles Einschalten und Zoomen.
+ Frei belegbare Fn-Taste (und ab Firmware-Version 1.0.3 ist auch die RAW-Taste frei belegbar).
+ Im Pro Low Light-Modus gelingen erstaunlich einfach rauscharme Bilder bis ISO 3200.
+ Im Pro Focus-Modus gelingen sehr schöne Porträts.
+ Gelungenes Design (allerdings Geschmackssache).

Indifferent:
+/- Kein doller Videomodus, für den Gelegenheits-Filmer aber ausreichend.
+/- Blooming-Problem sollte mit neuem Sensor keines mehr sein (ich hatte die "weißen Scheiben" bisher nicht).

Nachteile:
- Für Anfänger nur bedingt geeignet (wenn Beschränkung auf EXR-Auto-Modus akzeptabel).
- Viele Funktionen schließen sich unverständlicherweise gegenseitig aus.
- Schlecht strukturiertes, daher unübersichtliches Menü.
- RAW-Support bisher dürftig (nur Lightroom ab Version 3.6 plus einige andere weniger populäre Programme unterstützen die X10, leider - noch - nicht mein favorisiertes DxO Optics Pro).
- Geringe Akku-Kapazität (Ersatz-Akku ist Pflicht).
- Langsames Speichern von RAW-Dateien (da ist die S95 schon schneller).

Ich persönlich werde die X10 auf jeden Fall behalten, da sie einfach "Charme" hat, wirklich gute Bilder macht, die beschriebene "Lücke" wirklich füllt und die genannten Vor- die Nachteile überwiegen. Außerdem kann ich sie im EXR-Auto-Modus auch einfach meiner Frau mitgeben, die zwar gern fotografiert, sich aber wenig mit den theoretischen Grundlagen beschäftigen mag. Die X10 hat als erste einen Automatik-Modus, dem ich zutraue, in >80% aller Situationen die richtigen Einstellungen zu treffen, und zwar sowohl unter technischen als auch künstlerischen Aspekten.

Unterm Strich macht das vier Sterne für die Fuji X10.

Noch etwas: Wer gelegentlich mit Blitz arbeitet, dem kann ich den Fuji EF-20 empfehlen. Sehr klein und leicht, dabei ausreichend Power in Verbindung mit der X10, harmoniert sehr gut mit der Kamera.

Taschenempfehlung: Kata DP-415, Crumpler Cupcake 1500. Wurden schon in einer anderen Rezension genannt, ich habe mir gleich beide angeschafft. Die Kata verwende ich, um die X10 noch am Gürtel transportieren zu können. Die Crumpler ist etwas größer und fasst zusätzlich zur X10 noch locker den externen EF-20 Blitz sowie die Gegenlichtblende.

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Update am 29.06.2012
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Nach etwas intensiverer Recherche im Internet und eigenen Versuchen beginne ich langsam, die Funktionsweise der X10 zu verstehen. Ich empfehle eine Google-Suche nach "Fuji X10 EXR PASM". Gleich dem ersten Link zum Fuji X Forum folgen, und schon erklärt uns ein erfahrener Anwender (sogar auf Deutsch!) die EXR-Funktion in den verschiedenen Stellungen des Wählrads. Er verlinkt dann ebenfalls noch zu einem (englischsprachigen) Beitrag auf DPReview, den es im Prinzip aber nicht mehr braucht.

Kurz zusammenfasst, sind die Kernaussagen:
- Das Verhalten der Kamera bei "Bildgröße" L (12 MP) ist komplett anders als bei M (6 MP). Wie schon oben geschlussfolgert, kommt bei L (12 MP) immer Methode (b) zur Dynamikerweiterung zum Einsatz.
- Wenn die "Bildgröße" generell auf M (6 MP) eingestellt wird, nutzt die Kamera grundsätzlich (in allen Stellungen des Wählrads, auch PASM) Methode (a) zur Dynamikerweiterung oder Rauschreduzierung. Es stehen dann auch RAW-Format, manuelle Belichtungskorrektur etc., also all die Dinge, die im EXR-Auto-Modus nicht funktionieren, zur Verfügung.
- Daraus folgen die idealen Grundeinstellungen für die Fuji X10:
(a) Bildgröße M (6 MP).
(b) DR Auto (der Beitrag bei DPReview empfiehlt sogar fix 400% einzustellen).
(c) Auto-ISO (je nach persönlichem Geschmack evtl. auf 800 oder 1600 ISO begrenzt).
(d) RAW+JPEG (um zumindest die in JPG misslungenen Fotos noch durch RAW-Bearbeitung retten zu können).

Damit wird die Arbeitsweise der EXR-Funktion deutlich klarer! Ich habe meine Kamera bereits entsprechend eingestellt, erste Testaufnahmen in der Dämmerung gemacht, und die im Vergleich zu 12 MP wirklich wesentlich besseren Ergebnisse selbst bei hoher ISO und im JPG-Format bestätigen die Aussagen: Selbst bei ISO 1600 eine Wahnsinns-Detailtreue und in dunklen Bereichen zwar sichtbares, aber kaum störendes Rauschen, da es wirklich wie Filmkorn aussieht.
Einziger Nachteil dieser Grundeinstellung ist die generelle Beschränkung auf 6 MP (auch wenn man natürlich für eine Reihe von Aufnahmen immer wieder umschalten kann), aber darin sehe ich keinen wesentlichen Nachteil. Zu Hoch-Zeiten der Fuji F30/F31fd reichten uns die 6 MP auch locker aus. Der Beitragsautor auf DPReview sagt sogar, dass der Unterschied zwischen X10-Bildern mit 6 MP und 12 MP gemäß seinen Vergleichstests marginal sei, oft der 6 MP-Modus sogar bessere Ergebnisse liefere.

Wenn man die Arbeitsweise eines Produkts versteht, sieht man es gleich mit anderen Augen. Ich werde meine X10 in Zukunft also noch weniger hassen. ;-) Eigentlich bin ich jetzt sogar genau an dem Punkt, den ich bei der Rezension der Canon S95 herbeigesehnt habe, angekommen: Eine Kamera mit relativ großem Sensor (im Vergleich zum Marktüblichen), relativ geringer Auflösung und intelligenten Algorithmen, um aus dieser Hardware das Beste zu machen. Die Hersteller haben mich (und all die Anderen, die diesen Wunsch hatten) erhört! :-)

Bei den vier Sternen bleibt es trotzdem vorerst, da mir die gegenseitigen Funktionsausschlüsse nach wie vor blödsinnig und unnötig, aber in manchen Situation eben hinderlich erscheinen. Wer weiß, vielleicht verbessert Fuji diese Dinge ja noch per Firmware-Update. Davon abgesehen, ist die X10 wirklich eine Traumkamera.

Übrigens: Die Einstellungen, die ich für die JPG-Entwicklung in der Kamera als optimal empfinde, entsprechen fast genau den Empfehlungen im Fuji X Forums-Beitrag:
- Farbe MHOCH (einziger Unterschied),
- Schärfe MHART,
- Rauschreduktion MNIED,
alles andere auf STD.

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Update am 03.07.2012
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Hier noch ein Zubehör-Tipp (wurde hier irgendwo in den Kommentaren zu einer Rezension schon einmal genannt): Wer auf den Schutz des Objektivs vor Verschmutzung und Kratzern Wert legt, kann beim amerikanischen Versender 2filter.com einen "Marumi 40mm Multicoated UV filter for the Fuji X10" bestellen. Kosten inkl. Versand ca. 40 Dollar (bei derzeitigem Kurs 33-34 Euro), Lieferdauer ca. eine Woche. Der Filter passt PERFEKT in das (wohl etwas unübliche) Filtergewinde der X10. Die Objektiv-Schutzkappe passt auch mit aufgesetztem Filter noch.
In Deutschland ist dieser Filter, Stand 03.07.2012, leider noch nicht direkt erhältlich.

Wie aus der Bezeichnung zu erkennen, handelt es sich um einen reinen UV-Filter, also im Prinzip ein reines Schutzglas, das keinerlei optische Nachteile mit sich bringt.
Ja, ich weiß, es gibt auch die Fotografen-Fraktion, die überzeugt ist, dass jede zusätzliche Glasfläche vor dem Objektiv eine Bildqualitätsminderung mit sich bringt. In der Theorie stimmt das auch, in der Praxis ist diese Minderung aber derart gering (wenn überhaupt vorhanden), dass der positive Effekt (Schutz des Objektivs) den theoretisch vorhandenen negativen Effekt (Bildqualitätsminderung) deutlich überwiegt. Zumindest ist das meine langjährige Erfahrung; ich habe bisher noch jedes Objektiv mit einem hochwertigen, mehrschichtvergüteten UV-Filter (meist B&W MRC) versehen und selbst bei Canon L-Linsen keinerlei Nachteile feststellen können.

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Update am 16.07.2012
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Nochmal ein Update nach inzwischen mehrwöchiger Nutzung ...

Da es zur Zeit noch keine RAW-Konverter gibt, die das Potential des EXR-Sensors wirklich ausnutzen (siehe dazu auch den von mir erwähnten Full Review auf DPReview), verwende ich inzwischen gern die interne RAW-Konvertierung in der Kamera. Anfangs als reine Notlösung angesehen, muss ich inzwischen sagen, dass das recht schnell geht und sich insbesondere zur Korrektur von Fehlbelichtungen und Fehlern beim Weißabgleich eignet. Zwar hat man kein sofortiges visuelles Feedback wie am PC, sondern legt erst mal "nach Gefühl" die wesentlichen Parameter fest. Dann lässt man die Kamera konvertieren und begutachtet das Ergebnis. Wenn es passt, speichert man es (die Kamera legt dann eine zusätzliche JPEG-Datei an, also sowohl die RAW- als auch die ursprüngliche JPEG-Datei bleiben erhalten) oder geht in die Einstellungen zurück und verbessert sie iterativ, bis das Ergebnis zufrieden stellt.
Klar, diese Veränderungen könnte man auch am PC/Mac auf dem JPEG vornehmen. Der große Vorteil der internen RAW-Konvertierung ist aber, dass diese auf Basis der signifikant höheren Farbauflösung im RAW erfolgt und damit im Gegensatz zur JPEG-Bearbeitung nicht verlustbehaftet ist.

Den Parameter "Schatten-Ton" (oder so ähnlich) habe ich inzwischen von STD auf MWEICH umgestellt. Damit erhalten die JPEGs in den dunklen Bildpartien eine noch bessere Durchzeichnung. Das kann man aber nur einstellen, wenn man die ISO fest auf kleiner/gleich 800 oder AUTO-ISO auf 800 begrenzt hat! Andernfalls sind die Einstellungen MWEICH und SOFT ausgegraut, aber man weiß erst mal nicht warum ... Hat mal wieder etwas gedauert, bis ich das herausgefunden hatte. Wenn man in dieser Einstellung dann die ISO z.B. wieder auf AUTO(1600) stellt, lässt die Kamera das zu und gibt einen Hinweis, dass "Schatten-Ton" automatisch auf STD gestellt wird. Diesen Ansatz finde ich gut, nämlich einfach einen Hinweis zu geben, warum etwas gerade nicht eingestellt werden kann oder welche anderweitigen Folgen eine Einstellung hat, Leider ist dieses Konzept nicht konsequent durchgezogen worden.

Trotz dieser kleinen Ärgernisse arbeite ich nach wie vor sehr gerne mit der X10 und möchte sie nicht mehr missen. Wie erwartet, stört mich auch die Beschränkung auf 6 MP in keiner Weise. Vergleiche ich Fotos, die ich sowohl mit meiner NEX-5N (16 MP) als auch mit der X10 (6 MP) gemacht habe, vermisse ich bei der X10 keine Details. Wer natürlich ständig massive Crops macht oder großformatige Ausdrucke braucht, wird das anders sehen. Alle anderen werden wie ich mit dem 6 MP-Modus mehr als zufrieden sein.
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Kommentare

Von 4 Kunden verfolgt

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1-10 von 23 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.07.2012 19:28:34 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.07.2012 19:30:01 GMT+02:00
synonimus meint:
Sehr geehrter Abacus "Frank", ganz herzlichen Dank für Ihre Wahnsinnsarbeit, die Sie sich mit dieser hervorragenden Rezension gemacht haben. Sie bringt meine Erfahrungen genau auf den Punkt. Ich habe die Fuji X10 seit 29.06. (ausnahmsweise nicht von Amazon), fotografiere seit 10 Jahren digital (u. a. Ixus 30, Ixus 960, Canon 60D) und arbeite mich auch in technische Neuerungen in der Regel schnell ein. Bei der Fuji ist mir das jedoch bis jetzt noch nicht ganz gelungen, ist wirklich eine immense Umstellung, wenn man von Canon kommt. Habe z. B. noch keine Möglichkeit gefunden, das Datum erneut einzustellen, nachdem ich das erste Mal versehentlich weitergedrückt habe. Scheinbar bleibt mir nur, den Akku einige Zeit aus der Kamera zu entfernen, damit das Menü für die Grundeinstellungen wieder erscheint.
Gestern hatte ich auch ausführlich Gelegenheit, bei einer Ausstellung ohne Blitz im Lowlight-Bereich zu fotografieren. Habe ausschließlich Zeitautomatik verwendet. Die Ergebnisse am Display waren wirklich beeindruckend, am PC habe ich dann bei einigen Bildern doch Schwächen gesehen, wobei das Jammern auf hohem Niveau ist, denn es waren wirklich schwierige Lichtverhältnisse, dafür eine hohe Prozentzahl an sehr guten Ergebnissen und ich möchte nicht wissen, wie die Ergebnisse mit einer anderen Kamera ausgesehen hätten. Was mir nicht so gut gefällt, ist bei meinem Exemplar teils ein Farbstich in Richtung Magenta und Fotos im Außenbereich (z. B. Personen im Vordergrund und dahinter Garten), da sind meine Ixus-Kameras besser. Aber vermutlich muss ich da ebenfalls erst die richtige Einstellung finden, z. B. im EXR-Modus. So war ich bis jetzt immer hin- und hergerissen zwischen den grandiosen Aufnahmen im Lowlightbereich einerseits und den Schwächen andererseits, nachdem die Kosten für eine "Viert"-Kamera dann doch enorm sind. Nach Ihrer Beschreibung habe ich nun heute in den EXR-Modus umgestellt und die bemerkenswerten Unterschiede festgestellt.
Dank Ihrer Rezension werde ich die Kamera nun doch behalten, weil sie im Lowlight-Bereich auch bei mir genau die Lücke füllt, nämlich aufgrund der Lichtstärke und der Geschwindigkeit der Kamera gestochen scharfe Fotos ohne Blitz zu machen, was mir bei meiner Ixus 960 wegen der langen Auslöseverzögerung selten gelungen ist, auch wenn ich sie ansonsten bis heute nicht missen möchte, weil sie ebenfalls exzellente Bilder macht.
Also nochmals ganz herzlichen Dank für Ihre super Rezension.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.07.2012 21:05:04 GMT+02:00
Datum einstellen:Gehen Sie ins Hauptmenü. Auf Seite 1/6 finden Sie Datum und Uhrzeit. Hier wird eingestellt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.07.2012 07:36:56 GMT+02:00
synonimus meint:
Herzlichen Dank, Herr Probst. Hat funktioniert. Soviel nur zur Struktur des Menüs. Ich hatte das Hauptmenü nicht gefunden, hätte das allerdings in der Bedienungsanleitung auch auf den ersten Seiten erwartet.
Ansonsten bin ich mittlerweile restlos begeistert von der Kamera.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.07.2012 08:32:07 GMT+02:00
Die Begeisterung teilen wir, obwohl das nur eine unter meinen zahlreichen Kameras ist. Sollten Sie mehr wissen wollen zu den Aufnahmemodi der Kamera, dann melden Sie sich im Fuji X Forum an, dort steht jede Menge drin. Die Kamera macht mehr Sinn, wenn Sie im RAW Format - bei dieser Kamera RAW+Jpeg - fotografieren. Übrigens es gibt zur Kamera eine praktische und schöne zum Retro -Stil passende Ledertasche, schauen Siemeine Rezension dort an.
Viel Spass noch mit der Kamera!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.07.2012 13:31:39 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.07.2012 13:51:23 GMT+02:00
@synonimus: Danke für Ihr Lob.
So viel Arbeit ist es gar nicht mal, wenn man den Gedankenfluss mal im Kopf hat und "nur" runterschreiben muss. Ich schreibe Rezensionen - auch - in gewisser Weise aus Eigennutz, da mir das hilft, meine Erfahrungen und Gedanken zu "sortieren" und zu fixieren.

Natürlich freut es mich, wenn ich anderen Käufern/Interessenten mit meiner Rezension hilfreich sein konnte.

Auf Ihr Problem mit der Datumseinstellung ist ja schon ein anderer Leser eingegangen. Da kann man mal sehen, wie unübersichtlich das Menü der X10 tatsächlich ist. =8-)

Der gelegentlichen Magenta-Stich ist mir inzwischen auch schon untergekommen. Das hat aber eigentlich nichts mit dem Belichtungsmodus zu tun. Vielmehr liegt hier schlicht der automatische Weißabgleich daneben.
Um das zu vermeiden, könnte man den Weißabgleich für die derzeitigen Lichtverhältnisse fixieren, d.h. ihn entweder auf eine der vorgegebenen Profile einstellen (sofern es "passt"), oder vorher ausmessen und einstellen (geht, glaube ich, in der Kamera, braucht also kein zusätzliches Farbtemperatur-Messgerät). Für Schnappschüsse taugt der Ansatz freilich kaum; hier hilft nur: RAW fotografieren und den korrekten Weißabgleich am Computer einstellen. Zwar kann man natürlich auch noch das JPG noch nachträglich korrigieren, aber das ist schnell mit Qualitätsverlust verbunden, da jede der drei Grundfarben im JPG nur noch mit 8 Bit anstatt der bei RAW üblichen 12-14 Bit kodiert ist. Der Unterschied ist beträchtlich.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.07.2012 17:52:18 GMT+02:00
synonimus meint:
Vielen Dank für die Hinweise. Man merkt, da sprechen die Profis. Meine Begeisterung kam auch hauptsächlich auf, weil ich schon aus dem Fujiforum (ich denke, da gibt es nur eines) einige Tipps beherzigt und die dort angegebenen optimalen Einstellungen übernommen hatte. Wenn ich auf die Schnelle gefunden hätte, wo man RAW + JPG einstellt, hätte ich das auch gemacht. Aber jetzt bin ich ja schon etwas weiter und lerne täglich dazu. Gott sei Dank gibt es Leute wie Sie, die Ihre Erfahrungen der Öffentlichkeit kund tun.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.07.2012 18:41:58 GMT+02:00
1. Möglichkeit: Hauptmenü Seite 4/6 einstellen auf RAW+Jpeg. So mache ich es weil ich diese Einstellung nie ändere. Nur so nutzen Sie alle EXR Funktionen.
2. Möglichkeit: Sie drücken mehrere Sekunden die RAW Taste, dann können Sie diese Taste neu belegen. Ich habe hier Dynamikumfang eingestellt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.07.2012 21:58:51 GMT+02:00
Interessant. :-)
Ich habe ebenfalls dauerhaft RAW+Jpeg aktiviert. Klar, das hat auch Nachteile (mehr Speicherplatz, längere Speicherzeiten, geringere Serienbildrate), aber das finde ich akzeptabel, und eben nur so lässt man sich alle Möglichkeiten der Nachbearbeitung offen.
Dynamikumfang liegt bei mir auf der Fn-Taste. Die RAW-Taste habe ich mit der Gesichtserkennung belegt, um diese zwecks Nutzung von AE-L/AF-L schnell abschalten zu können.
So macht's halt jeder, wie er's am besten empfindet. Dafür sind konfigurierbare Tasten ja auch da. :-)
ACHTUNG: Um die RAW-Taste frei belegen zu können, muss die Kamera mindestens Firmware-Version 1.03 haben (zur Überprüfung Display/Back gedrückt halten, während Sie die Kamera einschalten). Ggf. ist ein Update notwendig.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.07.2012 06:10:59 GMT+02:00
Ich lösche nachträglich alle Jpegs, weil ich die Fotos in Lightroom bearbeite. Das mit mehr Speicherplatz stimmt nur bedingt, denn im SN Modus hat die Datei eine Grösse von ca. 10 MB, während sie in den anderen Modi ca 20 MB hat.

Veröffentlicht am 10.07.2012 18:59:40 GMT+02:00
Jan Westphal meint:
Das nenne ich mal eine Rezension, danke für die aufschlussreichen Zeilen!
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