Kundenrezension

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Witziger Stil - Fragwürdige Botschaft, 13. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Alk: Fast ein medizinisches Sachbuch (Taschenbuch)
Der Stil dieses Buches ist witzig und geistreich, die Fakten sind lehrreich und interessant, die Grundaussage hingegen ist fragwürdig bis ärgerlich.
Witzig, weil der Autor schreibend einen Sound erzeugt, der dem Leser ein Dauergrinsen aufs Gesicht zaubert, etwa wenn er die "typischen Vertreterinnen des Sekt-Alkoholismus" beschreibt, die "hartnäckig von hin uns wieder ein Piccolo für den Kreislauf schwafeln, und dabei Leberwerte wie der späte Boris Jelzin haben". Da malt man als Leser glatt drei Ausrufezeichen an den Rand. Mein Leseexemplar hat sehr viele Ausrufezeichen. Hier schreibt einer die Alkohol-Version von "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", und das Ganze im Stil eines Otto-Sketches! Grandios.

Leider spricht der Autor den Knackpunkt der Volksdroge Alk mit keinem Wort an: Wer viel Alk wegstecken KANN, ist ein Held. Wer viel Alk wegstecken MUSS, ist Abschaum. Nun sind beides medizinisch gesehen leider zwei Seiten einer Medaille. Und hier wird das Buch ein Ärgernis (zumindest für Leser, die eine Entgiftungsstation noch nicht von innen gesehen haben und darauf auch keine Lust haben). Denn die einzige Lösung ist es, mit dieser Droge - und nichts anderes ist Alk - vorsichtig umzugehen, sehr vorsichtig sogar. Doch die Leute, die genau dies tun, nennt der Autor abschätzig "Hobby-Trinker" oder "Amateure", und macht sich über ihr - Zitat - "Gelaber vom Guten Tropfen" lustig. Wer den Tag hingegen schon mit einem Wodka beginnt (beginnen muss), der darf sich laut Borowiak PROFI nennen. Wer das Wort "Parkbank" nicht mehr buchstabieren kann, hat es gar zum "Vollprofi" geschafft. Wow! Wer wäre das nicht gerne, ein Profi? Und sei's nur im "Fässchen-Weghauen"!
Der Grundtenor des Buches ist daher: Saufen ist cool. Erst jenseits des "Kontrollverlustes" hat man ein Problem. Nein: das Problem beginnt viel früher, denn die Grenze zum Kontrollverlust (d.h. ab hier ist man eine Marionette von ALK) ist nicht nur fließend, sondern - schlimmer noch - aus der Innenperspektive des Alkis gar nicht als solche zu erkennen.
Fazit: Ein kundiges und witziges Buch, das leider dem gängigen Mythos vom heroischen Trinker Vorschub leistet.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.02.2014 16:12:54 GMT+01:00
Daph meint:
Ich frage mich, wie man dieses Buch so falsch verstehen kann.
Der Grundtenor ist mit Sicherheit nicht "Saufen ist cool".
Ziel des Spotts beim "Gelaber vom guten Tropfen" ist nicht das geringere Leistungsfähigkeit beim Alk-Konsum des Amateurs sondern das Schönreden des Konsums, das hier als (Selbst-) Betrug und Warnzeichen für ein Suchtproblem entlarvt wird.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.12.2014 18:24:25 GMT+01:00
S.E. meint:
Seh ich genauso! Allein schon dieses Getue darüber, wie gesunheitsfördernd ein Glas Rotwein am Tag ist. Welcher Weintrinker beläßt es denn bitte schön bei einem Glas. Und dann diese widerlichen Rituale: Erst am Korken riechen, dann "genußvoll" das Glas schwenken, um das Bukett zu riechen, dann ein Schlückchen trinken, die Augen zum Himmel verdrehen... Nach dem x-ten Glas, und darum geht's, schmeckt das Zeug alles gleich...
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