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Kundenrezension

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen belanglos und unprofessionell, 22. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Keiner war dabei: Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht (Gebundene Ausgabe)
"Keiner war dabei" oder "Feminismus in Zeiten des Bürgerkriegs"

Als Geschichtestudent schärft man mit der Zeit seinen Blick für die politischen Vorgänge hinter den Kulissen und so habe ich mich von Anfang an geweigert die durch die Medien vermittelte Version des Jugoslawienkrieges zu glauben. Aus Mangel an Zeit und an jugoslawischen Bekannten (ich selbst bin Österreicher) hatte ich mich beim Milosevic Prozess noch nicht näher mit der Thematik auseinandergesetzt, nun habe ich aus aktuellem Anlass (Auslieferung von General Mladic) beschlossen mir ein Buch von einem (ex-)jugoslawischen Autor zu kaufen, von dem ich eine objektivere Sicht auf den Bürgerkrieg erhoffte als die von den westlichen Medien übermittelte.

Leider habe ich mit Slavenka Drakulic weit daneben gegriffen. Hinter dem jugoslawischen Namen der Autorin versteckt sich dieselbe Erklärung des Bürgerkriegs, die BBC, CNN & Co. seit Mitte der 90er propagieren: die Serben (Milosevic-Karadzic-Mladic) sind schuld, und im Prinzip ist ganz Jugoslawien ein Land von Mördern und Nationalisten, Gott sei Dank gibt es die NATO und das Tribunal in Haag um Gerechtigkeit unter die Wilden zu bringen
(den Grund für diese Botschaft des Buches gibt die Autorin sogar selbst an: in ihren "Danksagungen" findet sich eine Liste der westlichen Geldgeber)

Zum Inhalt:

Die Autorin beschreibt ihre passive Teilnahme an den Prozessen einiger (hauptsächlich "bosno-serbischer") Kriegsverbrecher in Den Haag und beurteilt diese nach dem immer wiederkehrenden Muster: die angeklagten Männer seien "klein", "schwach" oder vor dem Krieg "unbedeutend" gewesen: das ist also der Grund wieso sie "diese abscheulichen und menschenverachtenden Verbrechen" verübt haben. (Siegmund Freud hat schon Bäder genommen die tiefgründiger waren als die Psychogramme der Autorin).

Positive Eigenschaften wie Mut und Willensstärke findet sie hingegen in jeder auftretenden Frauengestalt, ob afrikanische Richterin, muslimisches Vergewaltigungsopfer oder Angeklagte Biljana Plavsic und das geht soweit dass sie richterliche Befangenheit gutheißt (!) und sagt (in einer Art feministischen Umnachtung - nachdem sie erfolgreich aufgezeigt hat wie in Den Haag mit zweierlei (Straf-) Maß gemessen wird - dass sie dies "verstehen und akzeptieren kann" (!!)

Das Buch hat weniger mit wissenschaftlicher Arbeit oder seriösem Journalismus zu tun als mit dem belanglosen Manifest einer frustrierten Feministin, da die Autorin die Beschreibungen der Prozesse hauptsächlich dazu nutzt ihrem persönlichen Hass Raum zu geben: Hass auf Männer, Hass auf Tito und den Sozialismus und ganz besonders: Hass auf die Serben. Auch mit Ihren Eltern scheint die Autorin ein ernstes Problem gehabt zu haben: in Mladic erkennt sie ihren Vater wieder, in Mira Markovic (Milosevics Ehefrau) Ihre Mutter und kaum wurde die "Ähnlichkeit" erkannt zögert die Autorin nicht alle anderen Eigenschaften ihrer Eltern zu übertragen was zu einer Mutmaßung über die Gründe für den Selbstmord von Mladics Tochter (als deren Seelenverwandte sie sich fühlt ohne sie jemals getroffen zu haben) oder in der Behauptung das Ehepaar Milosevic sei autistisch (!!) ausufert.(So wir ein von Milosevic vor dem Tribunal angesprochener Teilfaktor für den Konflikt, nämlich die Finanzierung und Förderung des Bürgerkriegs von außen wird von ihr durch Verweis auf ebendiesen Autismus "entkräftet"!!!)

Des Weiteren schreckt die Autorin nicht davor zurück die Angeklagten zu beleidigen und herabzusetzen (sodass man verleitet wird mit den Angeklagten zu sympathisieren) , das Wort "mutmaßlich" gehört anscheinend nicht zu ihrem Wortschatz und ihre Serbenfeindlichkeit ist auf jeder Seite zu spüren (das geht so weit, dass die Autorin andeutet für Serbien sei zwar das Den Haager Tribunal notwendig, Kroatien könne über seine Kriegsverbrecher aber mittlerweile selbst richten), und diese Liste ließe sich beliebig lang fortsetzen.

Fazit:
Nach der Lektüre dieser respektlosen 195 Seiten weiß man genau so wenig von der Wahrheit wie zuvor aber (-und das ist das einzige positive an diesem Buch, und der Grund wieso ich überhaupt einen Stern verleihe -) zumindest wird man davon überzeugt dass die im Buch gelieferte Version (und somit auch die der westlichen Berichterstattung) weit davon entfernt ist, und man wird der Propaganda in den Medien nicht mehr trauen und sich auf die Suche nach einem anderen objektiveren Buch machen, so wie ich es jetzt tun werde.

PS: Ich möchte darauf hinweisen dass ein Bürgerkrieg eine ernstere und kompliziertere Angelegenheit ist als der Kampf für die Gleichberechtigung der Geschlechter, deswegen ist davon Abstand zu nehmen eine Scheinabhandlung von Ersterem als Vorwand für die Ziele von Letzterem zu nehmen.

A.K.
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 13.01.2012 18:41:41 GMT+01:00
muskulor meint:
die tatsache, dass das buch einige schwaechen hat, ist nicht zu leugnen. jedoch ist die grundidee korrekt mit blick auf die taeter. jeder konnte es werden und sein. selbst wenn die faelle erfunden waeren, waeren sie gleichzeitig real...im krieg damals.

PS: den krieg in bosnien buergerkrieg zu nennen ist fragwuerdig. in bezug auf den krieg in kroatien jedoch unhaltbar.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.05.2014 00:11:17 GMT+02:00
zamazon meint:
keine ahnung, was von dieser kritik zu halten ist. im orf kulturjournal machte die autorin jedenfalls einen stimmigen eindruck.
die frage wäre: was empfiehlt den drhackebeil, um der komplexen wahrheit zumindest näher zu kommen? welche quellen zieht A.K. heran, als alternative zur bbc oder nato-presseabteilung? welche methodik empfiehlt er?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.05.2014 00:19:50 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 06.05.2014 00:20:19 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.05.2014 00:21:53 GMT+02:00
DrHackebeil meint:
der film 'the weight of chains' hat mir zuletzt sehr gut gefallen und kommt mir sehr differenziert vor! als methodik empfehle ich im allgemeinen mehrheitsmeinungen zu misstrauen und im speziellen dieses buch rein psychoanalytisch zu deuten ;)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.05.2014 11:11:09 GMT+02:00
zamazon meint:
danke, habe den film auf youtube gefunden u werde ihn mir demnächst ansehen.
ist es nicht so, dass, statistisch UND erfahrungsmäßig betrachtet die fehlerquote der "mehrheitsmeinungen" nicht höher ist, als die der nischenmeinungen? ich meine festgestellt zu haben, wenn man mehrheit... u nische... abwiegt, hat die mehrheit..., bei größeren zusammenhängen zumindest einen leichten vorteil. verlass ist leider auf keine von beiden.
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