Kundenrezension

39 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 12 stufen bis zum ende, 1. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Thirteenth Step (Audio CD)
In Amerika gibt es ein Entwöhnungsprogramm für Drogensüchtige, das aus 12 Stufen besteht. Daran angelehnt erzählt hier ein Drogensüchtiger seine Geschichte, wie er in den Sumpf der Sucht gerät, daran zugrunde geht. Am Ende besteht doch noch Hoffnung.
Deshalb kann man das Album auch nur als Gesamtwerk betrachten.
In "the package" kauft sich der Protagonist ein Packet Drogen, daher der Titel. Er spricht hier indirekt mit seinem Dealer "I take just what i came for then im out the door again". Dann kommt der Zeitpunkt des Schusses: "time to feed the monster (die sucht)I don't need another friend".
Das Leben ist schon zur Qual geworden "comfort is a mystery
crawling out of my own skin", besteht nur noch aus der Sucht. Nach dem Schuss kommt der Absturz mit "weak and poweless" (schwach und kraftlos). Wie im ganzen Album wendet sich der Protagonist verzweifelt an seine Sucht, personifiziert sie, hier im Refrain: "Desperate and ravenous I'm so weak and powerless over you" (verzweifelt und ausgehungert bin ich schwach und kraftlos über dich)
Man fühlt sich verloren, glaubt nicht mehr an fremde Hilfe, ist ganz dem "Teufel" (der Sucht) ausgeliefert: "Little angel go away, come again some other day Devil has my ear today, I'll never hear a word you say". Den Sinn von "the nooose" habe ich noch nicht ganz verstanden. Die Methapher des Heiligenscheinringes, der zur Schlinge wird und jemanden erwürgt,
erschließt sich einem nicht sofort.
In "blue" wird wieder über sich selbst nachgedacht "I didn't want to know I just didn't want to know", wie man in das alles hineingeraten ist. "Vanishing" wird musikalisch und verbal zum Trip schlechthin. Der Text, gezischt gesungen, vermittelt sehr gut den Eindruck des Zeitpunktes direkt nach dem Schuss. Man schwebt dahin (into the air slowly disappear), weg von den Sorgen der Realität. "In Stranger" wird der Süchtige direkt angesprochen: "you're a stranger so what do i care you vanish today not the first time I hear all the lies" (Du bist ein Fremder (geworden). Also was interessiert es mich? Du verschwindest heute. Nicht das erste mal dass ich all die Lügen höre") Traurig.
In "the Outsider" schreit der Erzähler nach Hilfe "help me if you can it's just that this it's not the way I want it" (noch trauriger).
Die Gesamte Geschichte zu erzählen würde den Rahmen dieser Rezension sprengen, aber jeder sollte sich intensiv mit diesem Album auseinandersetzen. Denn am Ende gibt es neben der ganzen Qual, Orientierungslosigkeit und Einsamkeit doch noch Hoffnung:
"catch me heal me lift me back up to the sun. I choose to live, I choose to live" Er entscheidet sich für das Leben. DAS ist die dreizehnte Stufe (thirteenth step)!
Nicht das Drogenprogramm, nicht die Leute dort können dir helfen, du SELBST musst dich entscheiden zu LEBEN (so wie im letzen Song).
Ein überwältigendes Album. Musikalisch auf höchstem Niveau und intelligent. Hier wurde nichts dem Zufall überlassen. Jedes Instrument, jedes Melodiestückchen hat hier seine Bedeutung und wird zur Schaffung des großen gesamten Werkes eingesetzt.
Das heisst nicht, dass die Lieder alle hochkompliziert sind. Die Melodien erschliessen sich einem leicht und prägen sich sofort ein. Eine CD die man immer hören kann.
5+ Sterne für dieses Werk eines Meisters (Maynard).
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Kommentare


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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 09.08.2009 18:38:04 GMT+02:00
U. Findeisen meint:
Der Heiligenschein, der dich erstickt, war Thema eines Vortrages über Rückfall bei Drogenkonsum, den Maynard wohl mit angehört hat. Soll wohl in etwa heißen (denn ohne den Vortrag zu kennen ist das nicht ganz einfach zu entschlüsseln), dass man, wenn man es geschafft hat an der eigenen Größe auch wieder scheitern kann. Hoffe das hilft. lg

Veröffentlicht am 27.10.2009 14:38:44 GMT+01:00
Aristoteles meint:
Sehr gute Rezension.

Veröffentlicht am 23.09.2014 02:21:58 GMT+02:00
C. Betz meint:
In meinen Augen stimmt es nicht ganz dass das Album rein aus der Sicht des Süchtigen erzählt.
Aus dieser Sicht betrachtet ergibt sich auch der Sinn von "The Noose": Jemand, vermutlich ein Nahestehender, erkennt, dass die Person Reue tut für seine Taten. Er weiß aber, dass dies nur aus einem Grund geschieht: weil das 12 Stufen Programm es vorgibt. Er tut es nicht weil er es im tiefsten Innern glaubt.
"Recall the deeds as if they're all
Someone else's
Atrocious stories
Now you stand reborn
Before us all
So glad to see you well"
Er tut Reue und beruft sich auf das stark religiöse geprägte Entzugsprogramm, das besagt dass man von Dämonen befallen war und durch Religion ein neuer Mensch wird.
In meinen Augen ist "so glad to see you well" extrem ironisch gemeint. Der Erzähler glaubt dem Reuigen nicht.
Und die die während seiner Abhängigkeit von ihm gegangen sind kann er sowieso nicht mehr überzeugen. Sie kennen die Wahrheit (zumindest kann ich mir das But I'm more than just a little curious
How you're plannin' to go about makin' your amends
To the dead"
erklären)
Mit dem Herunterziehen des Heiligenscheins ("And not to pull your halo down
Around your neck and tug you off your cloud") ist gemeint, dass der Erzähler ihn dennoch machen lässt, er will ihn nicht entlarven, ist aber dennoch (mehr als) skeptisch.

Zumindest ist das mein Interpretationsansatz zu diesem Lied. Aber das ist natürlich Ansichtssache.
Generell liebe ich das bei diesem Album. Die Grundrichtung ist klar, aber jeder kann sich selbst Gedanken machen. Deshalb höre ich die Platte auch immer und immer wieder. Neue Sphären tun sich auf, alte verfliegen. Nichts ist wie es scheint und doch wieder so klar vor Augen.
Eines der besten Alben die ich je gehört habe. Ein Meisterwerk. Maynard in Höchstform.
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