Kundenrezension

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5.0 von 5 Sternen Auf die harte Tour... Progressive Power Metal, 15. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Train of Thought (Audio CD)
Dream Theater knüpfen direkt an ihr Doppelalbum "Six Degrees Of Inner Turbulence" an. Auffallend ist sofort, dass die ersten Sekunden von "Train Of Thought" mit dem gleichen ostinaten atmosphärischen Ton beginnen, mit dem die zweite CD des 2002er Werks der New Yorker aufgehört hat. Dream Theater gehen den Weg weiter, den sie mit THE GLASS PRISON, dem Opener von "Six Degrees...", beschritten haben und liefern ihr bisher mit Abstand härtestes Album ab.
Nach einem kurzen, geheimnisvollen Intro gibt AS I AM die neue Marschroute gleich kompromisslos vor und präsentiert harte und rohe Heavy-Riffs. Der brachiale Opener erinnert schon sehr an frühere Metallica-Zeiten, außer natürlich vieler kleiner technischer Raffinessen, die zwischendurch immer wieder aufblitzen und die für Dream Theater typische Abwechslung bieten. Nach der hammerharten Strophe und der knisterten Spannung einer mysteriös verzerrten Bridge folgen die eindrucksvoll verzögerten Melodiebögen des Refrains. James LaBries Stimme gibts in dazu passender kühler Direktheit ohne viele Schnörkel - und auch schon mal gedoppelt.
THIS DYING SOUL ist dann die unmittelbare Fortsetzung von THE GLASS PRISON und bietet nach den Teilen I, II und III des 2002er-Vorgängers nun IV und V. Nicht nur Textstellen wie "Help me/ Save me/ Heal me/ I can't break out of this prison all alone" oder "I'm ready to break right through this prison wall" sind Referenzen zu THE GLASS PRISON, sondern auch einige musikalische Merkmale wie die von Breaks durchsetzten, schnellen Double Bass-Passagen.
ENDLESS SACRIFICE beeindruckt durch den immensen Gegensatz zwischen der ruhig gehalten Clean-Guitar-Strophe und dem hereinbrechenden, brutalen Chorus, der beeindruckend die emotionale Leere transportiert, welche durch Lyrics wie "I chose this life/ This superficial lie/ Constant compromise/ Endless Sacrifice" beschrieben wird. Der verlängerte zweite Refrain und James LaBries ungewohnt gefühlskalter Gesang vertiefen die betörende Atmosphäre des Songs weiter. Nach langen Instrumental-Stellen folgt eine energisch geladene Headbridge und dann erneut der Refrain mit noch mehr Power. Ein immenser Energieaufbau durch den gesamten Song hinweg, bei dem einem ein eiskalter Schauer über den Rücken laufen kann.
HONOR THY FATHER besticht durch die spannende Aneinanderreihung diverser komplexer Parts, rhythmischer Variationen und energiegeladener Überleitungen mit klirrend kalten Keyboard-Sounds, wobei markante Stellen wie der "On And On..."-Part immer wieder Orientierung für die Ohren schaffen. Ein ausgedehnter Instrumental-Part beeindruckt mit verfrickelten Solo-Stellen und ansprechender Durchmodulierung von Harmonien wie man es von Dream Theater gewohnt ist.
Das kurze VACANT ist der einzige 'softe' Track des kompletten Albums - in seinem Gehalt aber kaum ein echter Song, sondern vielmehr eine kleine balladenartige Überleitung mit melancholischen Klavier- und Streicherklängen.
Das lange Instrumentalstück STREAM OF CONSCIOUSNESS - wie könnte man es von einer Band wie Dream Theater anders erwarten - hat einfach keine natürlichen Feinde. Gut elf Minuten lang gibt es unendliche Variationen eines Themas (hat an sich ziemlich viel von Jazz), technische Raffinessen en masse, coole Grooves, spontan wirkende Melodien... Spannung und Abwechslung pur. Allein, was die jeweils anderen Instrumente begleitend zu unglaublich schnellen Soli als 'Hintergrundmusik' präsentieren, ist technisch so glänzend und tight, dass 99 Prozent aller anderen Schwermetallmusiker die Kinnlade runterklappen würde.
Mit der 14-Minuten-Nummer über religiösen Fanatismus, IN THE NAME OF GOD, schließt "Train Of Thought" mit einem echten Kracher. Eine genial groovende Strophe, abrupt einsetzender Chorus mit schwebender Atmosphäre und dramatischer Sounddichte, dazu James LaBries ausdrucksstarker Gesang. Nach vielen spannenden Entwicklungen und unter anderem blitzschnellen Endlos-Läufen mit loopartigem Bass und coolen Rhythmen im Hintergrund spitzt dieses Meisterstück den Energiegehalt zum Ende hin enorm zu und entlädt sich in genialen, dramatisch ausdrucksstarken Parts mit ekstatischen Vocals.
Die "Images And Words" - Zeiten mit warmen, weichen Klängen sind ganz klar vorbei. Das Ergebnis der letzten Songwriting-Sessions der New Yorker sind lange und komplexe Kompositionen, die zwar ein paar Hördurchgänge brauchen, aber durchweg überzeugen. 69 Minuten lang wird härtester Metal geboten, wobei die geschätzten technischen Glanzstücke der Band dennoch nicht zu kurz kommen. Obwohl generell die Tendenz zur Refrainstruktur vorhanden ist, würden Dream Theater es wohl nie wagen, den gleichen Part nur ein Mal ohne Variation zu wiederholen - so entstehen unzählige Details. Während die Vocals- Parts sehr straight sind, werden minutenlange Instrumentalstellen zum 'Austoben' eingebaut.
Die Atmosphäre des Albums ist brachial und unendlich heavy, vor allem durch die monströsen Gitarren - die Grundstimmung ist düster und eiskalt frostig. Dazu passen auch James LaBries sehr direkter Gesang und die unterkühlten Keyboardsounds, die an "Awake" erinnern.
Zur nachdenklichen Grundstimmung passt das gelungene Schwarz-Weiß-Artwork des Booklets mit surrealistischen Fotomontagen.
Fazit: "Train Of Thought" ist ein absolutes Meisterstück mit hervorragenden Kompositionen und überzeugendem Sound - spannend vom Anfang bis zum Ende. Dream Theater ziehen ihr Ding durch und definieren sich mit diesem Album teilweise neu - und zum ersten Mal seit einigen Studioalben erweitern sie hiermit auch einmal mehr den modernen Progressive Metal um einige Facetten. Großartig - MUSS MAN HABEN!
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