7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Literatur erster Klasse!, 5. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Richter und sein Henker (Taschenbuch)
Auf einer abgelegenen Bergstraße in der Zentralschweiz wird Polizeileutnant Schmied tot aufgefunden - erschossen. Der von schwerer Krankheit gezeichnete Protagonist und Vorgesetzte des Opfers Kommissär Bärlach wird mit der Aufklärung des Falles betraut und spinnt ein imaginäres Netz um den mutmaßlichen Täter, ironischerweise dessen neuen Assistenten, der ihn hierbei auch noch tatkräftig unterstützt und sich selbst, Zug um Zug, die Schlinge um den Hals immer enger zieht, ohne es selbst zu bemerken. Kriminalassistent Tschanz leitet die Ermittlungen im Vordergrund während der Kommissär selbst im Hintergrund die Fäden zieht und ein Katz-und-Maus-Spiel auf höchstem psychologischem Niveau aufzieht. Durch einige kriminalistische Kunstgriffe hofft Kommissär Bärlach nebenbei, doch für ihn in der Hauptsache, eine uralte Rechnung mit seinem jahrzehntelangen Widersacher Gastmann zu begleichen, der vor den Augen des Kommissärs, vor 30 Jahren aufgrund einer Wette der beiden einen Mord begann, der aber bis jetzt aus Mangel an Beweisen ungesühnt blieb. So versucht Bärlach Gastmann für einen Mord zur Rechenschaft zu ziehen, mit dem dieser nichts zu tun hat ... Mit "Kommissär Bärlach" ("Der Verdacht", "Die Katze, die gern Mäuse frisst") erschafft Friedrich Dürrenmatt eine Kriminalfigur, die stark autobiographische Elemente offenbart. Mit schweizerischer Gemütlichkeit, kriminalistischem Scharfsinn und der Gabe Dinge, wenn sie auch noch so weit hergeholt sein mögen in Verbindung zu bringen, meistert er alle Schwierigkeiten auf seine unkonventionelle und für seinen Vorgesetzten unwissenschaftliche Art der Verbrechensbekämpfung. Den Eindruck dass der immer etwas griesgrämige Bärlach nicht alles unter Kontrolle haben könnte kommt erst gar nicht auf. Dem Leser gibt der Autor das Gefühl ein Teil des Kommissärs zu sein, auch wenn sich der Betrachter immer ein Stück in der Ferne befindet. Nachdem man sich in Friedrich Dürrenmatts nicht ganz einfachen, etwas langsamen und manchmal ausufernden Erzählstil "eingelesen" hat, fesselt einen nicht nur die bis zur letzten Zeile spannende Story mit ihrem nicht erwarteten Ausgang; die stark philosophischen Inhalte dieses Werkes regen zum Nachdenken an. So versteht es Dürrenmatt glänzend den Täter zum Opfer werden zu lassen, wobei die Sympathien des Lesers ständig von einer Person zur anderen wechseln. Einzig die allgegenwärtigen Sticheleien gegen seine Heimat Schweiz die so schlecht zu sein scheint wie das Wetter während des ganzen Falles "nerven" etwas.
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Der Richter und sein Henker 3257225350
Friedrich Dürrenmatt
Diogenes Verlag
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Literatur erster Klasse!
Auf einer abgelegenen Bergstraße in der Zentralschweiz wird Polizeileutnant Schmied tot aufgefunden - erschossen. Der von schwerer Krankheit gezeichnete Protagonist und Vorgesetzte des Opfers Kommissär Bärlach wird mit der Aufklärung des Falles betraut und spinnt ein imaginäres Netz um den mutmaßlichen Täter, ironischerweise dessen neuen Assistenten, der ihn hierbei auch noch tatkräftig unterstützt und sich selbst, Zug um Zug, die Schlinge um den Hals immer enger zieht, ohne es selbst zu bemerken. Kriminalassistent Tschanz leitet die Ermittlungen im Vordergrund während der Kommissär selbst im Hintergrund die Fäden zieht und ein Katz-und-Maus-Spiel auf höchstem psychologischem Niveau aufzieht. Durch einige kriminalistische Kunstgriffe hofft Kommissär Bärlach nebenbei, doch für ihn in der Hauptsache, eine uralte Rechnung mit seinem jahrzehntelangen Widersacher Gastmann zu begleichen, der vor den Augen des Kommissärs, vor 30 Jahren aufgrund einer Wette der beiden einen Mord begann, der aber bis jetzt aus Mangel an Beweisen ungesühnt blieb. So versucht Bärlach Gastmann für einen Mord zur Rechenschaft zu ziehen, mit dem dieser nichts zu tun hat ...
Mit "Kommissär Bärlach" ("Der Verdacht", "Die Katze, die gern Mäuse frisst") erschafft Friedrich Dürrenmatt eine Kriminalfigur, die stark autobiographische Elemente offenbart. Mit schweizerischer Gemütlichkeit, kriminalistischem Scharfsinn und der Gabe Dinge, wenn sie auch noch so weit hergeholt sein mögen in Verbindung zu bringen, meistert er alle Schwierigkeiten auf seine unkonventionelle und für seinen Vorgesetzten unwissenschaftliche Art der Verbrechensbekämpfung. Den Eindruck dass der immer etwas griesgrämige Bärlach nicht alles unter Kontrolle haben könnte kommt erst gar nicht auf. Dem Leser gibt der Autor das Gefühl ein Teil des Kommissärs zu sein, auch wenn sich der Betrachter immer ein Stück in der Ferne befindet.
Nachdem man sich in Friedrich Dürrenmatts nicht ganz einfachen, etwas langsamen und manchmal ausufernden Erzählstil "eingelesen" hat, fesselt einen nicht nur die bis zur letzten Zeile spannende Story mit ihrem nicht erwarteten Ausgang; die stark philosophischen Inhalte dieses Werkes regen zum Nachdenken an. So versteht es Dürrenmatt glänzend den Täter zum Opfer werden zu lassen, wobei die Sympathien des Lesers ständig von einer Person zur anderen wechseln.
Einzig die allgegenwärtigen Sticheleien gegen seine Heimat Schweiz die so schlecht zu sein scheint wie das Wetter während des ganzen Falles "nerven" etwas.
Wolfgang Gonsch
5. April 2005
- Insgesamt:
5

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Ort: Passau
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