Kundenrezension

10 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen 8-stimmige Volksmasse aus der Konserve, 30. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Matthäus-Passion (Audio CD)
Leider bin ich kein Freund der solistischen Besetzung der Matthäus Passion (generell von Bachs Vokalwerken). Die oft angeführte Begründung, dass Bach auch nicht mehr Sänger zur Verfügung hatte ist als zweierlei Gründen falsch: Erstens wurde für solch spezielle Aufführungen wie die der Passionen durchaus auf die größtmögliche Zahl an Sängern zurückgegriffen und zweitens hätte Bach liebend gerne (noch) mehr Sänger eingesetzt, wenn sie ihm denn zur Verfügung gestanden hätten. Bach hat CHORmusik komponiert, nicht Solistenmusik. Daher mag eine solistische Besetzung inder heutigen Zeit zwar der (angeblichen) Transparenz zu Gute kommen, von dem von Bach gewünschten und in der Komposition seiner Werke auch verwirklichten Klangideal sind sie jedoch meilenweit entfernt. Nicht umsonst wurden die Choräle von der Gemeinde mitgesungen. Und ein solistisch besetzter turba Chor spiegelt nun denn auch wirklich keine Volksmasse wieder, oder hätte sich Pilatus von 8 aufgebrachten, dabei aber differenziert und transparent schreienden, Vokalsolisten umstimmen lassen?
Da greife ich doch lieber auf Ton Koopmans wunderbare Einspielung, oder noch besser Aufführungen mit Knabenchören wie den Windsbachern zurück anstatt auf diese Aufnahme aus der Konserve.
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.04.2010 09:24:16 GMT+02:00
Sagittarius meint:
Nun können wir Bach nicht mehr fragen.Deswegen ist auch sehr müssig, darüber zu spekulieren, was er selbst gewollt hätte.Man sollte seinen eigenen Geschmack nicht zum Willen von Johann Sebastian Bach umdeuten. Die Ansichten dazu sind unterschiedlich, wie man ja auch an Zustimmung und Ablehnung zu den Rezensionen hier ablesen kann. Schön wäre es, wenn darüber eine Diskussion zu haben. Ich finde die kleine Besetzung interessant, weil damit das polyphone Geflecht deutlicher wird und nicht alles in Sopran-Massen untergeht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.05.2010 14:52:19 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.05.2010 14:57:31 GMT+02:00
Leider ist das Argument "wir können Bach nicht mehr fragen" doch schon sehr abgenutzt. Denkt man das konsequent bis zum Ende durch, stellt man die komplette Historische Aufführungspraxis in Frage (der übrigens auch Herr Kuijken zugerechnet wird). Wir haben leider auch keine Musiker mehr mit den Fertigkeiten und Kenntnissen von 1700 (was das größte Problem überhaupt ist) von daher ist an sich jede Aufführung in der heutigen Zeit eine Umsetzung des eigenen/heutigen Geschmacks.
Es bleibt uns nichts anderes übrig, als uns auf (literarische) Quellen zu verlassen und dabei weise ich im Bezug auf die doch äußerst minimalistischen Besetzungsideen der heutigen Zeit die gerne mit dem Argument begründet werden, dass es Bach ja auch so gemacht hat, auf die Eingaben, die Bach an die Verantwortlichen in Leipzig getätigt hat, mit dem Hinweis auf die äußerst mangelhaften Voraussetzungen, die geherrscht haben müssen.
Wenn ich nun daraus schließe, dass Bach sich zwar mit dem Vorhandenen arrangiert hat, allerdings sehr wohl gerne bessere verhältnisse gehabt hätte, so ist dies nicht mein eigener Geschmack, sondern eine auf historischen Quellen basierende Argumentation.
Insbesondere ist aber der Umkehrschluss fehlerhaft. Eine solistische Besetzung als historisch verbürgt darzustellen entspricht zwar den tatsächlichen Verhältnissen, diese aber sind nur aus der Not geboren.
Und nur kurz: Wenn ich mich entscheiden muss, zwischen der notwendigen Dramatik der Turbachöre und der Durchsichtigkeit des polyphonen Geflechts dieser Sätze, dann geht die Tendenz eindeutig Richtung Dramatik. Nichts war Bach wichtiger als die Bildhaftigkeit in seinen textgebundenen Kompositionen. Gott sei Dank gibt es auch Aufnahmen, bei denen man nicht wählen muss. Eine solistische Besetzung gehört hier allerdings nicht dazu.

Veröffentlicht am 29.12.2010 00:53:50 GMT+01:00
moralist meint:
Sie sind nicht auf der Höhe der musikwissenschaftlichen Diskussion. Sie dürfen natürlich hier schreiben, was ihnen gefällt und was nicht. Aber argumentieren Sie bitte nicht mit dem was Bach gewollt hätte, wenn er andere Kräfte zur Verfügung gehabt hätte. Der Satz "Bach hat CHORmusik komponiert, nicht Solistenmusik" ist nichts weiter als eine längst musikwissenschaftlich überholte Behauptung! Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich schätze die Aufnahmen von Herreweghe, Gardiner, Beringer (mit den Windsbachern) und natürlich auch Koopman durchaus, ich habe die Passionen auch schon als Mitglied von (Kammer-)Chören selbst gesungen, auch mit sog. modernen Instrumenten, aber wenn Sie diese Aufnahme nur wegen der solistischen Besetzung der Chöre mit einem Stern abqualifizieren, scheint mir dass dieses Urteil eher von purer Ablehnung als von Beschäftigung mit der tatsächlichen Aufnahme begründet zu sein. Haben Sie die Aufnahme überhaupt (gehört), und nicht nur die kleinen Schnipsel hier angehört. Was sagen Sie zum Orchester, zur Leistung der Solisten, die - für Sie anscheinend unerträglich, für Bach selbstverständlich - gleichzeitig Choristen sind? Und was meinen Sie mit "Aufnahme aus der Konserve?". Ist es Ihnen entgangen, dass diese Aufnahme auch - sehr erfolgreich - im Vorfeld der Aufnahme live aufgeführt wurde?
Alles in allem keine Rezension! Sie haben sich nicht mit der tatsächlichen Aufnahme auseinandergesetzt, sondern nur ihren Ressentiments freien Lauf gelassen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.04.2012 13:46:46 GMT+02:00
Tony Soprano meint:
Dem Rezensenten geht Ideologie über Klangqualität. Ist das eine schöne Aufnahme, eine schöne Einspielung? Das ist doch entscheidend und nicht Ihre Ideologie, die sich vor die Sache stellt und sie verstellt. Durch die ideologischen Ohren hören Sie nichts mehr. Das ist sehr traurig.

Veröffentlicht am 08.01.2014 17:03:09 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.01.2014 17:04:13 GMT+01:00
Itzlbritzl meint:
Die Matthäus-Passion besteht nicht nur aus Chor-Teilen, deren solistische Besetzung man gut finden kann oder eben nicht.

Was sagen Sie zu hervorragenden Aufnahmequalität dieser Produktion? Was sagen Sie zum Orchester? Zu Tempi, Affekten, Phrasierung usw…?

Ich möchte Sie nicht für Ihre persönliche Meinung abqualifizieren. Diese Einspielung aber mit einem von fünf Sternen zu bewerten und auf keinen Aspekt außer der solistischen Auffühung einzugehen, zeigt eine gewisse Borniertheit, oder dokumentiert schlichtweg, dass Sie sich nicht wirklich mit der Aufnahem beschäftigt haben. Ein Cabrio mit Hardtop ist noch lange kein schlechtes Auto, nur weil die persönliche Präferenz in Richtung Stoffverdeck gehen mag. Lesen Sie mal ein paar Interviews mit den Pionieren der Historischen Auffühungspraxis und/oder der solistischen Besetzung von Bachs Werken. Nicht einmal die sind sind in Ihren Ideen und Interpretationen so festgefahren, wie Sie es zu sein scheinen.

Zum Fachlichen: Bach hat viele Werke (mehrfach) transponiert, ihre Instrumentierung geändert, sprich die Werke den jeweiligen Gegebenheiten der Aufführungsorte angepasst. Bei der Matthäus-Passion weiß ich es nicht genau aber allein von der Johannes-Passion gibt es glaube ich 4 bekannte Fassungen. Bach war kein freischaffender Künstler, der sich in seiner Fantasie ausmahlen konnte, dass wir (knapp 300 Jahre später) seine Werk idealsieren und ihn zum größten musikalischen Genie aller Zeiten erheben. Er war zu Lebzeiten kein Superstar und konnte nicht davon ausgehen, einmal als solcher zu gelten. Die allermeisten „Biographen“ kommen sogar eher zu dem Schluss, er habe sich gar nicht als Künstler begriffen, sondern als sehr guter „Handwerker“. Das Beleuchten seiner Lebensumstände, seiner Person (soweit möglich) und des immer weiteren Anpassens vieler seiner Werke, lassen die Argumentation, Bach habe für irgendein Ideal, ein Wunschbild (zum Beispiel einen 80-Mann-Chor) komponiert völlig ins Leere laufen. Dass Solisten Chorsänger waren und umgekehrt war zu seiner Zeit das Normalste der Welt.

Die Argumentation, dass Bach sicher gern technisch sicherere, moderne Instrumente und große Chöre gehabt hätte, kann man schon ohne jede Fachkenntnis in diesem Kontext nicht gelten lassen. OK, gehabt hätte er Sie vielleicht schon gern, ABER: hätte Bach zu seiner Zeit diese Möglichkeiten zur Verfügung gehabt, hätte dieses unvergleichliche Genie sicher auch anders komponiert! Dass ein Kirchenmusiker im Barock bei seinen sakralen Kompositionen (seine Zeiten als Hofkomponist waren vorbei), die in erster Linie einmal lithurgische GEBRAUCHSMUSIK waren, die in seinem Umfeld vorhandenen Ressourcen ignoriert haben soll, erscheint mir eher unwahrscheinlich. Zum Genius wurde Bach durch die Geschichte und die Historiker erhoben (zurecht)! Das sollte man beim Blick in die Vergangenheit nicht vergessen!
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