Kundenrezension

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Menschlich!, 17. November 2010
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Rezension bezieht sich auf: Sechs Suiten für Violoncello (Audio CD)
Im Gegensatz zu den Sonaten und Partiten für Violine solo, deren zutiefst menschlicher Ausdruck dem in den sechs Suiten für Violoncello solo zum Ausdruck gebrachten in nichts nachsteht, betonen letztere den Tanzcharakter und das Körperliche schon allein aufgrund der Haltung beim Cellospielen mehr als erstere. Die völlige Hingabe an das Instrument, geradezu eine erotische Verschmelzung mit demselben ist nicht nur vom Komponisten vorgesehen, sondern auch zwingend notwendig für eine empathische und emotionale Interpretation.
Unter der breiten Diskographie dieser Meilensteine abendländischer Musikgeschichte ragt die vorliegende Einspielung von 1960 durch Pierre Fournier besonders hervor, die zurecht innerhalb der verdienstvollen Serie der "Originals" in bestechender Tonqualität wieder veröffentlicht wurde.

Wie wenige andere Cellisten lässt sich Fournier bei seiner individuellen und bis heute nichts an Bedeutung eingebüßt habenden Deutung der bachschen Suiten auf die eben angesprochene Körperlichkeit ein. Es ist erstaunlich, wie stark er den Tanzcharakter der Stücke hervorhebt. Allen Kritikern zum Trotze, die behaupten, dass Bach keineswegs im Sinne gehabt habe, die von ihm in regelmäßiger Abfolge verwandten Tänze in ihrem speziellen Habitus zu betonen, setzt der Cellist seine Vorstellungen um, verzichtet demütig auf allzu große Virtuosität.
Er wählt durchgängig gehende Tempi, in erster Linie ist sein Vortrag dahingehend aber homogen und einheitlich. Seine zarte und dezente Farbgebung vor allem in den Sarabandes korrespondiert prächtig sowie in selten gehörter Weise mit den übrigen Tanzsätzen und macht die Sarabande jedes Mal zum Zentrum der Suite.
In den jeweiligen Préludes, in denen sich auch Bach den wenigsten Konventionen gegenübersah, versteht es Fournier trefflich, passende und geschmackvolle Akzente zu setzen. Durch sein straffes Spiel lädt er seine Interpretation mit viel innerer Spannung auf, die den Facettenreichtum noch steigern.
Zuletzt bleibt sein farbiges und perlendes Spiel zu erwähnen, das er stets prickelnd abstuft. Hinzu kommt die menschliche Wärme seiner Deutung. Dass Bachs Kompositionen zeitlos gültig sind und geradezu als aus Stein gemeißelt erscheinen, bringt Fournier unmissverständlich zum Ausdruck.

Fazit: Vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss, aber dennoch eine bis heute maßstabsetzende und - menschliche Einspielung!
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 15.02.2013 23:11:24 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.02.2013 23:13:02 GMT+01:00
PHofmann meint:
tut mir leid, aber diese rezension bleibt in kenntnislosem konzertführergeschwafel stecken.
wahr ist: die aufnahmetechnik ist miserabel (dumpf und farbarm, woran das remastern nichts ändert), fourniers spiel virtuos, aber in der artikulation sehr anfechtbar und einförmig. kein vergleich mit starker und schiff oder selbst lipkind. also kaum mehr als ein stück überholter rezeptionsgeschichte. für sammler.
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