Kundenrezension

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 5 Punkte: Weil er den Wein bewertet und nicht das Etikett!, 9. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Gault&Millau WeinGuide Deutschland 2014: Der Weinführer. 9000 ausgewählte und bewertete Weine sowie 1000 der besten Winzer und Weingüter - alle Weine verkostet und bewertet durch erfahrene Experten (Broschiert)
Zugegeben, ich ärgere mich jedes Jahr ein bisschen über dieses Buch. Weil ich hier einen Wein leicht überbewertet und dort einen Winzer leicht unterbewertet finde. Wer sich halbwegs ernsthaft mit dem Thema Wein auseinandersetzt, weiß aber auch, dass Weinbewertungen immer ein subjektives Moment in sich tragen - ganz abgesehen davon, dass Weine, zumal in ihrer frühen Jugend, eigenartige Veränderungen vollziehen. Die Faßprobe eines 2013er Mosel-Rieslings GG wird heute ganz anders schmecken als derselbe Wein in sechs Monaten nach seiner Abfüllung. Ganz zu schweigen davon, was wir in vier Jahren schmecken werden, wenn wir denselben Wein im Glas haben.
"Wein-Profis" wissen – unter Abzug des genannten subjektiven Moments – derlei Veränderungen einzuschätzen und in ihre Bewertungen "einzupreisen".
Im Laufe meiner Weintrinker- und Weinsammler-Karriere habe ich genau darum den Gault-Millau immer mehr zu schätzen gelernt. Den Riesling, den ich heute besonders gern trinke, fand ich im 2010er Gault-Millau, meinen momentanen Favoriten unter den Spätburgundern im 2007er. Ich habe gelernt, dass ich mich auf die Bewertungen und Prognosen der Gault-Millau-Weinkritiker "im Prinzip" verlassen kann, wohl wissend, dass es dieses subjektive Moment gibt, bei den Weinkritikern ebenso wie bei mir.

Und je mehr ich mich mit dem Thema Wein und anderen Weinführern beschäftige, desto mehr wächst mir der Gault-Millau ans Herz. Eichelmann ist im Prinzip nicht schlecht, aber er ignoriert Ikonen der deutschen Weinkultur und nennt sein Buch denoch dreist "Standardwerk". Beim Feinschmecker denke ich, die Autoren trinken sich je einmal quer durch die ProWein und längs durch die Mainzer Weinbörse und fertig ist ihr Büchlein. Zum Falstaff fällt mir eigentlioch gar nichts ein, außer, dass er wohl von einem begnadeten Grafik-Designer gemacht wird, der den Weinkritikern (wenn überhaupt) nur begrenztes Mitspracherecht einräumt.

Was dieser Jahrgang der Gault-Millau wirklich taugt, werden wir wissen, wenn wir die darin bewerteten Weine entkorken. Einstweilen verlasse ich mich auf meine außerordentlich guten Erfahrungen mit diesem Weinführer und seinen Bewertungen.

p.s.: Kürzlich probierte ich den 2012 "Deidesheimer Herrgottsacker" vom Reichsrat von Buhl aus Deidesheim. 10 Euro für diese Pulle fand ich ziemlich dreist. Und ich beschloss, genau diesen Wein zum Lackmustest für die einschlägigen Weinführer zu machen. – Eichelmann gab großzügig 86 Punkte, Gault-Millau meierte den Wein mit 80 Punkten ab. Mich deucht, der eine hat das Etikett besichtigt und bewertet und der andere hat den Wein auch probiert und sich vom großen Namen nicht blenden lassen.

Schon darum 5 Sterne für den Gault-Millau!
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.04.2014 10:13:48 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.04.2014 10:48:59 GMT+02:00
Frank Weber meint:
Insgesamt kann ich Ihre Bewertung nachvollziehen, auch für mich ist der GM der Standardführer in Sachen Weinauswahl.

In den letzten Jahren hat allerdings der von Ihnen gescholtene Feinschmecker bei mir mehr und mehr Beachtung gefunden. Der Grund liegt ganz einfach darin, dass aus meiner Sicht der Feinschmecker der einzige Weinführer ist, bei dem ohne Rücksicht auf das Renommee des jeweiligen Weinguts an weniger gelungenen Kollektionen offen Kritik geäußert wird. Das findet man weder im GM noch im Eichelmann in dieser deutlichen Form.

Gutes Beispiel ist z.B. der von Ihnen genannte RvB. Der Text ist im GM doch sehr vage gehalten. Im Feinschmecker geht es bei einigen Bewertungen ganz anders zur Sache. Da wird z.B. zu Martin Tesch klar gesagt, dass die Lagenunterschiede der 2012er Kollektion diesmal nicht gut herausgearbeitet sind, während Eichelmann und GM voll des Lobes sind. In diesem Stil gibt es eine ganze Reihe an Kritiken, in denen der Feinschmecker von den beiden anderen doch ziemlich deutlich abweicht. Auch wenn da natürlich einiges an Subjektivität drinsteckt, finde ich diese klaren Ansagen angenehm. GM und Eichelmann scheinen insgesamt mehr "Klientelpflege" zu betreiben.

Vom 12er "Deidesheimer Herrgottsacker" vom Reichsrat hab ich übrigens auch noch eine Flasche im Keller lagern. Bin gespannt, ob der wirklich so übel ist. Der 2011er war durchaus gelungen.
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