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Kundenrezension

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Medikament ohne Nebenwirkungen, 20. März 2009
Rezension bezieht sich auf: French Kiss (Audio CD)
In der musikalisch interessanten Übergangsphase von der legendären Bluesband der späten Sechziger zu der mega-erfolgreichen Pop-Rock-Gruppe von 1975 bis heute war Bob Welch zwischen 1971 und 1974 verantwortlich für einige der besten Songs in der mittlerweile mehr als 40-jährigen Geschichte von Fleetwood Mac.

Gefolgt von zwei Alben seiner Hardrock-Kombo Paris mit eher bescheidenen Erfolgen, entschied sich der Gitarrist und Sänger schließlich für eine Solokarriere. Und die begann 1977 mit einem Paukenschlag. Umgarnt von einer Dame, die einem Mitglied des damals erfolgreichen Duos Baccara ("Yes Sir, I Can Boogie") nicht unähnlich sah, präsentierte sich der kalifornische Sunnyboy auf dem Cover seines Debütalbums FRENCH KISS.

In der Hülle steckte eine LP, deren Wirkung der eines stimmungsaufhellenden Medikamentes ohne Nebenwirkungen entsprach. Heißt: zwölf Titel ohne einen einzigen Ausfall und haufenweise Ohrwürmer, die man einfach nicht mehr vergessen konnte. So mancher Song dieses Albums hing einem stunden- oder gar tagelang nach, ohne dass es einen störte. Ganz im Gegenteil.

Bereits auf dem wunderbaren Fleetwood-Mac-Album BARE TREES von 1972 hatte Welchs Song "Sentimental Lady" seine Premiere gefeiert. Nun bildete er - elegant aufgepeppt mit Unterstützung von drei Fleetwood-Mac-Mitgliedern - den Auftakt von FRENCH KISS und wanderte prompt auf Platz 7 der US-Single-Charts, gefolgt von den zwei weiteren Auskopplungen "Ebony Eyes" und "Hot Love, Cold World".

FRENCH KISS selber erreichte Platz 20 und hielt sich völlig zu Recht satte 45 (!) Wochen in den amerikanischen Album-Charts, während Europa inklusive Deutschland dieses Ereignis vollkommen verschlief.

1977 erschienen so legendäre Klassiker wie RUMOURS von Fleetwood Mac, OUT OF THE BLUE vom Electric Light Orchestra und BOOK OF DREAMS von der Steve Miller Band. Wer diese genialen Scheiben liebt, wird garantiert auch FRENCH KISS lieben.

Von 1979 bis 1983 veröffentlichte Bob Welch fünf weitere Alben, konnte damit aber weder an die Magie noch an den Erfolg von FRENCH KISS anknüpfen. Der Nachfolger THREE HEARTS erreichte zwar sogar Platz 19, hielt sich aber nur schlappe 10 Wochen in den US-Charts, während THE OTHER ONE, BOB WELCH, MAN OVERBOARD und EYE CONTACT allesamt abstürzten. Gleiches geschah auch mit Bob Welch selber, der für viele Jahre im Drogennebel versank, ehe er schließlich 1999 mit einem Jazz-Album auf die Musikszene zurück kehrte.

FRENCH KISS aber ist ein Werk für die Ewigkeit: 36 Minuten glitzernder, perfekt inszenierter Pop-Rock-Glamour mit tollen Gitarren und einem Himmel voller Geigen. Zeitlos. Ganz großes Tennis.

Die Zeitschrift "musik express" schrieb seinerzeit: 'FRENCH KISS ist ein Ausbund an gutem Geschmack und unter Garantie ein Album, das jeder Punk mit Freude zertreten würde'. Bei Letzterem bin ich mir gar nicht mal so sicher, denn Punks wissen durchaus, was wirklich gut ist!
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.03.2009 21:28:35 GMT+02:00
vintage meint:
Hey,
das Bob Welch überhaupt noch jemand kennt hätte ich nicht gedacht.
Schöne Rezension, Herr Schwoch.
Hier kommt der wahre Musikfreund durch.
Gruß,
vintage99

Veröffentlicht am 10.07.2009 12:39:38 GMT+02:00
Hans Oswald meint:
hschwoch: volle Punktzahl für diese Rezension ! Volle Zustimmung und interessante Details.
Und dazu einen Tip für ein vergleichbares und ebenso vergessenes Singer/Songwriter Album: Brent Bourgeouis / Same von 1990.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.08.2009 15:28:58 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.08.2009 15:32:40 GMT+02:00
H. Schwoch meint:
Hi Hans, ich habe mir die CD von Brent Bourgeois inzwischen für ein paar Euro besorgt, kann aber leider keine Ähnlichkeit mit Bob Welch feststellen. Die BB-Scheibe ist für meine Begriffe doch eher ruhiger, zurück genommener Songwriter-Pop und geht manchmal fast ein bisschen ins jazz-popppige (was ich, außer bei Steely Dan, nicht so mag.)

Habe übrigens gerade festgestellt, dass er früher bei der Gruppe Bourgeois Tagg war, die in den 80ern mit dem wunderbar nach den Beatles klingenden "I Don't Mind At All" einen Hit hatte.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.01.2013 22:24:34 GMT+01:00
Hans Oswald meint:
...wieder mal hier und jetzt erst gelesen: BB jazzig ? emp finde und höre ich nicht so. steely dan - anderer planet !
auch ist BB nicht ruhiger als BW (imo) - der vielschichtige POP ansatz ist doch wirklich ähnlich und wenn ICH beide alben
nacheinander genieße glaube ich absolut in der gleichen HÖR schublade zu grooven....
"one kiss is a danerous drug" + "ebony eyes" - you know !

Veröffentlicht am 28.07.2013 23:14:16 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.07.2013 23:15:19 GMT+02:00
fam.bemmel meint:
Auf weitere - geniale - Musik zu hoffen wäre vergebens: Bob Welch hat sich selbst gemeuchelt!
Vergeblich den nächsten Erfolg gesucht und niemals mehr gefunden.
Hartes Schicksal. Aber diese Platte ist somit eine Art Denkmal.
Möge er nun Frieden haben.
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