Kundenrezension

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brot, Spiele und ein bisschen Liebe, 18. Dezember 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Tribute von Panem - The Hunger Games [Special Edition] [Blu-ray] (Blu-ray)
Harry Potter und Twillight haben einen neuen Bestseller-Adaptionserben. War mir schon länger bekannt, aber vom Hype um die „Hunger Games“ hab ich mich bis vor kurzem nicht anstecken lassen. Die jüngste Free-TV-Premiere überraschte mich allerdings auf sehr angenehme Weise. „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ (=THG) ist gelungenes Unterhaltungskino, in welchem zwar vornehmlich zarte wie hübsche Jungdarsteller für viel Action, Hektik und Drama sorgen, kommt aber für einen an die Jugend gerichteten Blockbuster unerwartet erwachsen und schonungslos daher. Wenn wir uns jetzt nur auf Filme ähnlichen Inhalts beziehen, sind Parallelen zu Schwarzeneggers „The Running Man“ gut zu erkennen, doch während sich Arnies 1980er-Actioner nur auf reißerisches Gemetzel reduziert und mit Stephen Kings Romanvorlage „Menschenjagd“ kaum was gemeinsam hat, deckt THG scheinbar die wichtigsten und wesentlichen Inhalte des gleichnamigen Buches ab: Eine Geschichte über schieren Überlebenskampf, innerhalb wie außerhalb der Arena. Ich vermute es einfach, denn noch hab ich die gleichnamige Buchreihe nicht gelesen. Aber eines hat der Film schon jetzt geschafft: Er hat bei mir Neugier für die literarische Vorlage geweckt, von daher kann er nicht viel falsch gemacht haben.

Das Amerika der Zukunft hat sich nach vielen Kriegen in einem diktatorischen Staat namens Panem verwandelt. Dieser Staat ist in 12 Distrikte aufgeteilt, alle beherrscht vom sogenannten Kapitol. Während die Menschen im Regierungssitz ein sorgenloses Leben im Luxus und Überfluss frönen, haben die Distrikt-Bewohner mit dem täglichen Hunger zu kämpfen. Um die Distrikte unter ständiger Kontrolle zu halten, werden seit Jahrzehnten die jährlichen Hungerspiele veranstaltet. Per Los gewählte Teams, bestehend aus je einem männlichen wie weiblichen Jugendlichen, müssen sich für ihren eigenen Distrikt in einen modernen, tödlichen Gladiatorenkampf begeben. Dem letzten Überlebenden winkt ein Leben im Wohlstand. Ein Medienspektakel, das den Reichen der bloßen Unterhaltung dient, während das hungernde Volk dem Sterben der jungen Menschen nur tatenlos zuschauen kann.
Bei den nunmehr 74. Hungerspielen meldet sich Katniss Everdeen freiwillig, um das Leben ihrer jüngeren Schwester zu retten, als deren Name gezogen wird. Zusammen mit dem ihr mehr oder weniger bekannten Peeta Meelark reist sie als Tribut des Distrikt 12 ins Kapitol, wo beide ein vorbereitendes Training absolvieren, ehe sie in den blutigen Wettkampf geworfen werden…

Zweigeteilt zeigt sich die Adaption des ersten von drei „Hunger Games“-Bänden. Beginnend mit der gründlichen Einführung der wichtigsten Figuren und der gegebenen Ausgangssituation bringt THG dem Zuschauer die Welt von Panem näher. In kalten Bildern werden mittellose, hungernde Menschen gezeigt, junge wie alte, die nur harte Arbeit unter widrigen Umständen kennen und über wenig Hab und Brot verfügen. Heranwachsende müssen sich gegen ihren Willen per Blutabgabe in Teilnehmerlisten für die Spiele anmelden, wird ihnen doch mit propagandistischen Mitteln eingetrichtert, dass die Kämpfe nur dem Friedensweck und als Mahnung an die Kriegsgräuel der Vergangenheit dienen. Jene, die dann letztendlich für die tödlichen Spiele gezogen werden, verlassen ihre von Elend und Leid geprägte Heimat und treten in eine völlig gegensätzliche Welt, das besagte Kapitol. Ein Ort des schillernden Prunks, Reichtums und von maßloser Dekadenz, in überaus kräftigen wie gewollt-kitschigen Farben getaucht, dass einem bei diesen Anblick die eigenen Augen fast brennen, bedenkt man die kühlgehaltene Einleitung des 12. Distrikts. Dort feiern die Reichen und Spektakel-Süchtigen die jungen Kämpfer wie Popstars, während die Medien das Ganze im DSDS-schen Format kräftig ausschlachten. Hier vereint THG Bezüge zur NS-Geschichte mit moderner Mediensatire.
Sowie die Spielteilnehmer die Arena betreten und der Startschuss fällt, ist Survival-Action pur angesagt, und Holla die Waldfee, für einen Jugendfilm geht THG ganz schön ins Eingemachte. Trotz geschickter Schnell-Schnitte kann man nicht behaupten, dass es soft zugeht, die bebilderte Gewalt ist trotz aller Schnelligkeit ziemlich direkt und für ne 12er-Freigabe ungeahnt hoch, ähnlich wie zuletzt bei der „Herr der Ringe“-Trilogie, wo sich die Alterseinstufung auf ähnlich dünnem Eis bewegte. Hier kämpfen Teenager wahrhaftig bis aufs Blut, widerum hält die Kamera nicht unnötig lange beim gegenseitigem Abschlachten drauf. Keine Verharmlosung, was wohl ganz dem Buchstoff entspricht, aber auch kein visuelles Ergötzen am Blutbad, da haben die Filmemacher eine gute Mitte getroffen.

Auf technischer Seite kann man kaum meckern, den Kulissen, Kostüme und Sets sieht man den Aufwand ohne Frage an, und auch das im gesunden Maße gehaltene Effektfeuerwerk sieht nicht schlecht aus, mal abgesehen von diesen CGI-Bullterriern gegen Ende, aber für das verhältnismäßig kleine Budget (80 Mio. US-Dollar sind für solch einen Blockbuster fast schon unverschämt günstig kalkuliert) sieht das Gesamtergebnis noch edel genug aus. Auch der Soundtrack weiss zu gefallen, der den Puls des Sehers besonders dann in die Höhe treibt, wenn Katniss im dichten Arena-Wald um ihr Leben rennt.
Das dickste Lob haben die Jungdarsteller verdient, allen voran Jennifer Lawrence und Josh Hutcherson, die eine sehr ansprechende Leistung an den Tag legen, denn gerade durch deren tollen Einsatz wirkt THG erst so richtig reif, weit weg vom befürchteten Teenie-Kitsch, den manch Unwissender dem Film vorschnell nachsagen möchte. Daneben gesellen sich außerdem etablierte Herrschaften wie Lenny Kravitz, Woody Harrelson, Stanley Tucci und Donald Sutherland dazu. Letzterer hätte ruhig etwas mehr Screentime erhalten dürfen, um seine Bösewichtsrolle noch stärker ausspielen zu können, greifbar bleibt sein tyrannischer Präsident Snow aber auch so. Aber vielleicht hat man daran bewusst gespart, um im jüngsten Sequel "Catching Fire" richtig aus dem Vollen zu schöpfen. Spätestens beim DVD-/BR-Release werde ich es wohl erfahren.

Fazit:
Wer denkt, THG wäre harmloses Jugend-Kino wie die Abenteuer des populären Zauberlehrlings oder das Vampir/Mensch-Geschmachte, könnte falscher gar nicht liegen. Der erste von insgesamt vier geplanten "Hungerspielen"-Filmen überzeugt mit guten Darstellern, treffender Optik, einer cleveren Story mit leichtem Anspruchsgehalt und solider Action von ungeahnter Härte. Anders ausgedrückt: Eine Ausnahmeerscheinung und absolut kein Gute-Laune-Streifen, welchen auch das ältere Publikum nicht verachten sollte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

Schreiben Sie als erste Person zu dieser Rezension einen Kommentar.

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 


Details

Artikel

Rezensentin / Rezensent

S. K.
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   

Ort: Sauerland

Top-Rezensenten Rang: 621