Kundenrezension

133 von 154 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichte ist "die Summe der Selbsttäuschungen der Besiegten" (S.24), 6. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Vom Ende einer Geschichte: Roman (Gebundene Ausgabe)
In seinem nicht einmal 200 Seiten dünnen Roman "Vom Ende einer Geschichte", welcher - meiner Meinung nach zurecht - in diesem Jahr den renommierten Booker Prize gewonnen hat, erzählt der Autor Julian Barnes eindrucksvoll eine Geschichte über die Reflektion der eigenen Vergangenheit und dem kritischen Umgang mit sich selbst.

Der Ich-Erzähler, Tony Webster, erinnert sich im ersten Teil des Romans an seine eigene Jugend Ende der Fünfziger, Anfang der Sechziger Jahre in London zurück. Zu Schulzeiten gesellte sich zu seinem Freundeskreis, der bis dahin mit Alex, Colin und ihm aus drei Jungen bestanden hatte, der stille, aber hoch intelligente und sehr philosophisch denkende Adrian Finn. Nach der Schule trennten sich die Wege der Jungen, Tony studierte in Bristol, Adrian bekam das Stipendium für Cambridge, und der Kontakt wurde sporadisch. Tonys erste Freundin Veronica war für ihn eine Enttäuschung. Sie manipulierte ihn, ließ ihn zappeln und schon bald war Schluss. Später eröffnet Adrian ihm, dass er nun eine Beziehung mit Veronica hat und bittet um seine Erlaubnis, worauf Tony ungehalten reagiert. Der Kontakt der beiden jungen Männer endet.
Mit nur 22 Jahren nimmt sich Adrian das Leben und hinterlässt nur einen Abschiedbrief mit hochphilosophischen Erklärungen.

Mehr als 40 Jahre vergehen, in denen Tony ein ganz normales Leben führt, heiratet, eine Tochter und ein Enkelkind bekommt, geschieden und pensioniert wird. Doch dann holt ihn die Vergangenheit plötzlich wieder ein, denn Veronicas Mutter, die er nur ein einziges Mal gesehen hatte, hat ihn in ihrem Testament bedacht: 500 Pfund und Adrians Tagebuch soll er bekommen. Da Veronica dieses aber zurückhält, ist er gezwungen sich in seinen ungenauen Erinnerungen noch einmal intensiv mit seiner Vergangenheit zu beschäftigen und auch kritisch zu hinterfragen, ob er das Bild, das er all die Jahre von der Beziehung zu Veronica und von Adrians Tod hatte, wirklich richtig ist, oder ob er sich nicht vielleicht doch selbst getäuscht hat.

Berührend und voller überraschender Wendungen blickt der Ich-Erzähler auf sich selbst zurück und riss mich beim Lesen mit jeder Seite und ohne die kleinste Länge mit. Ein wirklich gelungener Roman, der einen nachdenklich stimmt und wohl noch lange in Erinnerung bleibt. Wirklich sehr lesenswert.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.07.2012 08:19:01 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.07.2012 08:45:04 GMT+02:00
derhirsch meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.07.2012 22:30:23 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.07.2012 22:31:24 GMT+02:00
Sarah O. meint:
Nun ja, das Buch habe ich ja bereits vor mehr als einem halben Jahr gelesen. Den genauen Wortlaut habe ich daher nicht mehr im Kopf und das Buch auch gerade nicht zum Nachschlagen zur Hand.

Aus einer Pfanne, die lachend geworfen wird, allerdings eine lachende Pfanne zu machen, ist meiner Meinung nach eine sprachliche Fehlinterpretation ihrerseits.
Ich habe das Buch als sehr lesenswert empfunden, insbesondere inhaltlich. Sprachlich ist es mir nicht in genauer Erinnerung geblieben, auch sicher nicht negativ (mir scheint auch, dass sich in meiner Rezension kein "meisterlich" in diesem oder einem anderen Zusammenhang findet). Auch über Ihre Beispiele kann ich mich nicht sonderlich aufregen. Das Grinsen ist vielleicht tatsächlich eine etwas unglückliche Übersetzung (ich kenne das Original nicht), aber nichts, womit ich mich lange befassen wollen würde.
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