Kundenrezension

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Ihr die hier eintretet....", 21. Mai 2011
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Dante's Inferno (uncut) (Videospiel)
Eine spielerische Umsetzung der Göttlicher Komödie war lange überfällig: Was Dante da im 14. Jahrhundert zu Papier brachte, klingt doch schon an sich fast wie ein druckreifes Drehbuch: Ein einzelner Mann und seine Abstieg durch 7 Höllenkreise, einer schlimmer als der andere, und seinen Begegnungen mit den Schrecken der Nacht - die Idee liegt doch förmlich auf dem Silbertablett.
Nun ist Dantes Inferno da, und mit seinem scharfen Kontrast zwischen Gut und Böse bietet sich auch bei der Bewertung des Spiels der Direktvergleich an - und leider hat sich der Titel zumindest nach meinem Geschmack eindeutig mit vielen kleinen und großen Kinderkrankheiten versündigt. Oder um zur direkten religiösen Metapher zu greifen: Wenn Dantes Inferno vor dem hohen Richterthron stünde, dann würde die lasterhafte Wagschale zu Boden plumpsen wie ein Stein.
Ich zähle auf:

HIMMLISCH:
+ Hervorragende visuelle Aufmachung (die leider weitgehend nur Kulisse ist - s.u.)
+ Man trifft auf einige große "Sünder" der Weltgeschichte, deren Lebensknick man nach Wunsch korrigieren kann (oder eben auch nicht)
+ Die Vertreter der jeweiligen Höllenkreise lassen Tim Burton vor Neid blass werden
+ Generell sehr grimmige Atmosphäre
+ Erstklassiger Soundtrack mit einigen sehr verstörenden Klängen
+ Viele morbide Anspielungen auf den Quellentext
+ Die Steuerung ist übersichtlich und unkompliziert - die Combos fließen einem förmlich aus den Fingern.
+ Einige sehr gut inszenierte Endboss-Sequenzen
und nicht zuletzt:
+ Die Idee, Horden von ungetauften Babies als Wuselgegner in den Ring zu schicken, hat wirklich einen eigenen Geschmacklosigkeits-Oscar verdient

HÖLLISCH:
- Zuallererst: Wer einen ähnlich hohen Brutalitätsgrad erreicht wie beim griechischen Vorbild, darf sich auf eine herbe Enttäuschung gefasst machen. Denn natürlich tritt man bei Dante gegen Kreaturen an, die quasi schon tot sind, und die bluten natürlich nicht mehr. Die Finish-Moves beschränken sich daher in erster Linie auf die "Erlösung" der Seele: Wer wie Kratos anatomische Dekonstruktion am lebenden Objekt vollziehen will, ist hier eindeutig schlecht beraten
- Nach einem häufig mehr als imposanten "Eingangssaal" für den jeweiligen Höllenkreis bewegt man sich für den Rest des Levels häufig durch eintönige Korridore
- Die Auswahl an Gegnertypen ist sehr beschränkt, und wird schnell beliebig: Soll heissen, auch im Kreis "Habgier" muss man immer noch gegen die herumstöckelnden Prostituierten aus "Wollust" antreten - das ist nicht schlimm, aber ein Knick in der Atmosphäre ist es doch.
- Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist sehr unausgewogen, und wiegt sich in erster Linie nur auf den Schaden aus, den man zufügt: Auf "Medium" waren manche Bosskämpfe ein Frustpartie, die sich über mehrere Minute hinzog - stellt man vorübergehend auf "Easy" kann man die Kolosse fast umpusten
- Regelmäßige sehr überdehnte und stockende Dialogsequenzen mit dem Geist von Vergil nehmen die Dynamik aus dem Geschehen
- Der Weg zum letzten Endgegner ist eine ätzende(!) und uninnovative Durchhaltemission, während der man von Plattform zu Plattform springen, und dort Wellen von Gegnern ausschalten muss, um weiter vorgelassen zu werden.

Ganz so dramatisch, dass man "alle Hoffnung fahren lassen" muss, ist das Endergebnis zwar nicht, aber im großen und ganzen wirkt Dantes Inferno viel zu oft viel zu unbefriedigend: Dass es als GoW-Abriss auftritt, ist mir dabei mehr als egal, nur werden die ohne Zweifel vorhandenen guten Ideen aus der Vorlage nur sehr oberflächlich umgesetzt. Ein bisschen mehr Konsequenz in der Gegnerauswahl und eine größere Auswahl an Finishmoves, hätten schon wahre Wunder bewirken können. Man kann zwar als Freund des muskelbepacktem griechischen Glatzkopfs auch mit dem italienischen Pendant ein paar passable Stunden verbringen, aber aus der literarischen Vorlage hätte einfach noch soviel mehr herausgeholt werden können: Der Originaltext hatte genug Reichtum und Potential, für ein spielerisches Pandämonium - aber in seiner jetzigen Form ist es wenig mehr als eine manchmal spaßige aber häufig sehr zähflüssige Geisterbahnwart.
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