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Eeingeschworener Männerbund in Ost und West, 28. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Putz- und Flickstunde: Zwei Kalte Krieger erinnern sich (Gebundene Ausgabe)
Die Idee ist einfach. Zwei befreundete Schriftsteller, beide in einem anderen der zwei deutschen Staaten aufgewachsen, treffen sich und unterhalten sich über ihren Wehrdienst. Sten Nadolny diente in den 60er Jahren, freiwillig vorzeitig und verlängert vor seinem Studium, in der Bundeswehr, Jens Sparschuh in den 80ern, nach abgeschlossenen Studium und Promotion in der NVA. Zwei ehemalige Soldaten, zweier feindlicher Armeen, zweier deutscher Staaten. Was sagen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Wehrdienste über die Staaten, über das politische System dieser Staaten, über deren Gesellschaft und über die Menschen darin? Die Gespräche die Sparschuh und Nadolny führten, sind in Putz- und Flickstunde zu lesen. Die Sprache ist einfach, schließlich ist es ein niedergeschriebenes Gespräch. Entsprechend schnell liest sich das Buch. Es ist sicher für die Eingeweihten, also all Jene, die irgendwann oder auch gegenwärtig Wehrdienst leisteten bzw. leisten, weitaus interessanter. Sicher wird jeder ehemaliger Soldat, sich sofort an seine Militärzeit erinnern. Wird die eigenen Erfahrungen mit den gelesenen vergleichen, wird vertrautes Vokabular und vertraute Szenarien finden. Aber Nadolny und Sparschuh führen hier kein abgehobenes Fachgespräch, sondern erklären für alle Unwissenden die Eigenheiten, Hintergründe und Ausdrücke des Mikrokosmos Militär. So enthält es selbst für Nicht-Eingeweihte, einige interessante Details. Erstaunlicherweise gibt es beim genauen Hinsehen, zumindest für Außenstehende, mehr Gemeinsamkeiten, als Unterschiede des Wehrdienstes beider Staaten. Wahrscheinlich liegt es an der Geschlossenheit der Militär-Systeme. Die Militärzeit als verschworene Männergemeinschaft, als Gegensatz zum "zivilen Leben". Und irgendwie erscheint einem das Ganze als überkommenes Relikt aus einer fernen, fremden Zeit. Genau das ist es vielleicht auch. Interessant wäre zusätzlich, ein Vergleich mit dem heutigen Wehrdienst, der diese Vermutung dann vielleicht auch wieder relativieren würde.
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Putz- und Flickstunde: Zwei Kalte Krieger erinnern sich 3492052304
Sten Nadolny
Piper
Putz- und Flickstunde: Zwei Kalte Krieger erinnern sich
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Eeingeschworener Männerbund in Ost und West
Die Idee ist einfach. Zwei befreundete Schriftsteller, beide in einem anderen der zwei deutschen Staaten aufgewachsen, treffen sich und unterhalten sich über ihren Wehrdienst. Sten Nadolny diente in den 60er Jahren, freiwillig vorzeitig und verlängert vor seinem Studium, in der Bundeswehr, Jens Sparschuh in den 80ern, nach abgeschlossenen Studium und Promotion in der NVA. Zwei ehemalige Soldaten, zweier feindlicher Armeen, zweier deutscher Staaten. Was sagen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Wehrdienste über die Staaten, über das politische System dieser Staaten, über deren Gesellschaft und über die Menschen darin?
Die Gespräche die Sparschuh und Nadolny führten, sind in Putz- und Flickstunde zu lesen. Die Sprache ist einfach, schließlich ist es ein niedergeschriebenes Gespräch. Entsprechend schnell liest sich das Buch. Es ist sicher für die Eingeweihten, also all Jene, die irgendwann oder auch gegenwärtig Wehrdienst leisteten bzw. leisten, weitaus interessanter. Sicher wird jeder ehemaliger Soldat, sich sofort an seine Militärzeit erinnern. Wird die eigenen Erfahrungen mit den gelesenen vergleichen, wird vertrautes Vokabular und vertraute Szenarien finden. Aber Nadolny und Sparschuh führen hier kein abgehobenes Fachgespräch, sondern erklären für alle Unwissenden die Eigenheiten, Hintergründe und Ausdrücke des Mikrokosmos Militär. So enthält es selbst für Nicht-Eingeweihte, einige interessante Details. Erstaunlicherweise gibt es beim genauen Hinsehen, zumindest für Außenstehende, mehr Gemeinsamkeiten, als Unterschiede des Wehrdienstes beider Staaten. Wahrscheinlich liegt es an der Geschlossenheit der Militär-Systeme. Die Militärzeit als verschworene Männergemeinschaft, als Gegensatz zum "zivilen Leben". Und irgendwie erscheint einem das Ganze als überkommenes Relikt aus einer fernen, fremden Zeit. Genau das ist es vielleicht auch. Interessant wäre zusätzlich, ein Vergleich mit dem heutigen Wehrdienst, der diese Vermutung dann vielleicht auch wieder relativieren würde.
Kultur-Ostbayern.de
28. Januar 2010
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5

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