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5.0 von 5 Sternen Genial, Genialer, Partials, 18. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Aufbruch: Partials I (Gebundene Ausgabe)
Inhalt
Nahezu die gesamte Menschheit ist vor 11 Jahren durch einen verheerenden Krieg gegen die Partials, künstliche erschaffene Menschen, ums Leben gekommen. Nur wenige 1000 Überlebende, unter Ihnen die 16-jährige Kira, haben sich auf Long Island zurückgezogen und kämpfen noch immer erbittert um ihr Überleben. Denn nicht nur der Krieg gegen die Partials, die eigens zur Kriegsführung erschaffen wurden, hatte furchtbare Ausmaße, zu allem Übel treibt auch noch eine unheilbare Krankheit ihr Unwesen. Das RM-Virus macht es den verbleibenden Menschen unmöglich gesunde Nachkommen zu zeugen, jedes Baby, was geboren wird, stirbt innerhalb weniger Tage an der schrecklichen Seuche. Das Ende der Menschheit ist Nahe und die Jungmedizinerin Kira hat es sich zur Aufgabe gemacht eine Therapie gegen RM zu finden, sie begibt sich auf eine gefährliche Reise auf Leben und Tod und entdeckt dabei, dass sie nicht die einzige bedrohte Spezies sind. Sie lässt alles hinter sich und stößt auf alles verändernde Informationen…

Meinung
Seit ich dieses Buch entdeckt habe, musste ich es haben. Ich habe viel erwartet und noch mehr bekommen. Wenn ich begeistert bin, strotzen meine „Rezensionen“ nur so vor Subjektivität, ich hoffe ihr verzeiht mir.

Der Schreibstil ist auf eine besondere Art außergewöhnlich. Der Autor vermag es informative Sachverhalte einzuspeisen und zu umschreiben, ohne eine Sättigungsgrenze zu erreichen. Man fühlt sich als Leser zu keiner Zeit zu detailliert informiert, im Gegenteil die Vielfalt der medizinischen Abläufe, gepaart mit Erläuterungen zur Geschichte der Menschheit und Partials, zeigt einem eine Welt, die gleichermaßen beängstigend, wie auch faszinierend ist. Inmitten dieses durchaus denkbaren Zukunftsszenarios werden so viele typisch menschliche Begebenheiten widergespiegelt, dass man förmlich zum nachdenken genötigt wird. Das i-Tüpfelchen setzt ein durchweg genialer Humor auf, der an so mancher Stelle absolut den meinen trifft.

Die Geschichte ist eine jener, die mich über das Lesen hinaus beschäftigt haben. Ich liebe gute Story's, die mir und auch dem Rest der Menschheit eine sinnvolle Botschaft vermitteln, eine Zukunft zeigen, wie sie sein könnte und dies in einer geradlinigen Genialität zum Leben erwecken. Wenn man als Leser beginnt sich selbst zu fragen, was man in dieser Situation tun würde, weiß man meist schon, dass sich etwas Bedeutendes auftut. Dieses Gefühl hatte ich in diesem Buch schon sehr zeitig. Eine gute Dystopie zeichnet sich vor allem durch die Verbindung zur heutigen Zeit aus. Fakt mit der Fiktion zu verbinden und den Leser so in den Tiefen seiner Gefühlswelt zu erschüttern, ist eine Meisterleistung, die Dan Wells an dieser Stelle mehr als gut gelungen ist. Nicht selten habe ich die emotionalen Reaktionen und Handlungsweisen der Protagonisten beinahe selbst gespürt. Die Frage: „Was wäre wenn?“ war mein steter Begleiter. Dieses Buch ist so voller Informationen, Ereignisse und Werte, dass ich keine Sekunde Verschnaufpause hatte. Es ist so unglaublich viel passiert, einmal im Fortgang der Geschichte, wie auch in meinem Kopf zur Verarbeitung der mehrschichtigen Wahrheiten. Hinzu kam ein recht großes Spektrum an medizinischen Abläufen, Forschungen und ein wenig Virologie, was dem Ganzen einen besonders tollen Aspekt verliehen hat.
Herr Wells führt einen in eine Welt, in der es kaum noch Menschen gibt und der Fortbestand unserer Spezies nicht länger gewährleistet ist. Die Überlebenden eines alles vernichtenden Krieges werden nun von einem schrecklichen Virus heimgesucht, der jedes Neugeborene in kürzester Zeit dahinrafft. Schon diese Vorstellung allein ist mehr als grausam, doch der Lösung dieses Problems steht zusätzlich eine absolut unmenschliche Wahrheit entgegen. Jede junge Frau ab 18 Jahren ist verpflichtet schwanger zu werden, immer und immer wieder. Ein Kind zu verlieren ist bereits in unserer Welt, das wohl Schrecklichste, was einer Mutter passieren kann. Doch hier wissen die Frauen vorher, dass jedes einzelne ihrer Babys, welche sie 9 Monate unter ihrem Herzen tragen, sterben wird. Und ihnen bleibt keine Wahl, denn die Obrigkeit schreibt es so vor. Sie sieht in der fortwährenden Fortpflanzung die einzige Chance irgendwann ein gesundes Baby hervorzubringen. Mich hat vor allem dieser Teil der Geschichte sehr ins Grübeln gebracht. Denn ob diese seelische Belastung, die diese unglaublich jungen Frauen erleben müssen, sinnvoll ist, ist fraglich. Der Erfolg und der Nutzen dieser „Prozedur“ gehen gegen null. Gleichzeitig wird den „Übrigen“ die Chance verbaut irgendwann glücklich zu werden und den Rest ihres Lebens in Zufriedenheit zu verbringen. Somit werden nicht nur keine lebenden Kinder mehr geboren, sondern ebenso wird das Leben, der „Übrigen“ unumstößlich ausgelöscht. Warum genau wird stets nach Fortbestand gestrebt? Liegt die Lösung nicht vielleicht darin, das Leben so zu Leben, dass es mit Glück erfüllt ist? Das Hier und Jetzt zu genießen mag egoistisch klingen, doch wenn die Zukunft der letzten Menschheit nicht darin bestehen kann, sich fortzupflanzen, dann sollte doch dem vorhandenen Lebenden der Raum für eine andere Zukunft gegeben werden. So zerstört man die existierende Generation durch seelische Qualen, ohne einen Lichtblick auf Glückseligkeit. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ - dieses „Motto“ macht sich nicht nur diese fiktive Obrigkeit zu Nutzen, nicht selten, wird mit der Hoffnung der Menschen auch in unserer Welt gespielt und fast immer, ist die Zielerreichung in jeder Hinsicht damit gesichert. Denn: „Nur durch die Hoffnung bleibt alles bereit, immer wieder neu zu beginnen.“ (Charles Péguy)

Auch der Protagonistin Kira ist dieses Dilemma mehr als bewusst und ihr gesamtes Inneres sträubt sich gegen die Vorstellungen des Systems. Für sie gilt nur eines: keine Therapie – keine glückliche Zukunft. Sie setzt alles daran ein Mittel gegen das RM-Virus zu finden und wirft dabei nahezu ihr ganzes Leben weg. Sie ist sehr zielbewusst, strebt vehement und beharrlich dem einen Zweck entgegen, diese überlebensnotwendige Therapie für ihre Spezies zu finden. Sie war mir sofort sympathisch. Schon sehr schnell wurde klar, dass sie eine sehr intelligente und zielstrebige Person ist. Mit scharfer Logik und einer stark ausgeprägten Empathie für ihr Umfeld, schlägt sie sich in dieser schweren Zeit durch so manches Hindernis und legt ihr gesamtes Herzblut in die „Rettung der Welt“. Für den Moment klingt dies durchaus abgehoben und unwirklich. Eine 16-jährige Jungmedizinerin rettet die Menschheit mit der fixen Idee einer Therapie gegen einen Virus, der seit über 10 Jahren ununterbrochen von Spezialisten erforscht wird. Größenwahnsinn würde diese Vorstellung sehr gut treffen. Doch der erste Schein trügt. Kira erkennt in den Grundfesten des Systems Lücken und betrachtet das Ganze mit einer Art Emotionalität, die sie zu neuen Ufern treibt. Man möchte ihr folgen, man möchte ihr vertrauen. So ging es mir die ganze Zeit. Sie bricht aus der exakt vorgegeben Geschichte aus, lässt andere Meinungen und Wege zu, erkennt Abweichungen und folgt der Logik, die sich unweigerlich auftut. Manchmal erkennt man erst die Wahrheit, wenn man den Blickwinkel einer anderen Person zulässt. Wer oder was diese Erkenntnis bei Kira ausgelöst hat, solltet ihr unbedingt selbst lesen!!!
Es gibt noch weitere wunderbare Charaktere, die die Geschichte abrunden und absolut lesenswert machen. Von systemtreuen „Dienern“, über Menschen, die es einfach hinnehmen, wie es ist, bis hin zu Verrätern und Rebellen. Jeder hat seine Aufgabe und Dan Wells ist es gelungen an jeder kleinsten Tat einen Aufhänger für das große Ganze zu finden und diese zu einer echten Dystopie der Superlative zu formen. Ich mochte jede einzelne Zeile.

FAZIT
Eine absolut lesenswerte und tolle Dystopie. Ich war von Anfang bis Ende wie gebannt und total begeistert. Dieses Zukunftsszenario birgt nicht nur jede Menge Wahrheit für unsere Welt, sondern viel mehr noch: Stoff zum Nachdenken. Inmitten dieser unglaublich nervenaufreibenden und mitreißenden Story findet man zudem noch wahnsinnig authentische und tiefgründige Charaktere, geformt durch einen wirklich besonderen Schreibstil. Mich hat die Geschichte absolut bewegt und in ihren Bann gezogen. Ich bin jetzt schon furchtbar gespannt auf Teil 2, vor allem auch wegen diesem fiesen Cliffhanger. Möge er bald kommen!!!
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