Kundenrezension

118 von 125 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nikon D610 versus D7000, ein kleiner Erfahrungsbericht, 25. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nikon D610 SLR-Digitalkamera (24,3 Megapixel, 8,1 cm (3,2 Zoll) Display, Full HD, AF-System mit 39 Messfeldern) nur Gehäuse schwarz (Elektronik)
Anfang 2012 habe ich mir eine Nikon D7000 zugelegt, da ich für den Bereich Konzertfotografie eine Kamera benötigte die auch bei wenig Licht noch akzeptable Bilder macht. Mit meinen vorhandenen Objektiven war ich an Nikon gebunden und da die Neue auch eine vernünftige Videofunktion haben sollte, kam zu diesem Zeitpunkt nur die D7000 in Frage (D600 & D800 waren noch nicht auf dem Markt, D700 hatte keine Videofunktion).

Die Nikon D7000 hat mich auf diversen Touren und großen Bühnen begleitet (zuletzt Max Herre, Klaus Doldinger, etc) und zusammen mit dem Nikon ED AF-S 80-200 00, 1: 2.8D ganz ordentlich gearbeitet.
Für die kleinen Clubs, Backstagebereiche und Tourdoku wo es oft deutlich weniger Licht hat, wünschte ich mir allerdings etwas mehr Lichtstärke und dazu benötigt man derzeit einen FX Sensor

Modellpolitik Nikon:
Was ich benötige, ist eine kleine und robuste DSLR, einfach und schnell zu bedienen, sowohl manuell als auch automatisch mit top Leistung im High Iso Bereich.

Leider bietet Nikon nichts was meinen Wünschen voll entspricht und am Ende ist ein Kauf ein Kompromiss.
- Die Nikon D4 ist einfach zu groß für Tourdoku und Backstage (und im Preis absolute Oberklasse)
- Die Nikon D800 hat deutlich zu viel Auflösung für diese Anwendung und die damit verbundenen Nachteile. Außerdem ist sie auch nicht gerade filigran.
- Die Nikon DF käme dem Ideal sehr nah, hätte sie die Funktionsvielfalt der D610 und die AF-Felder der D4
- Die Nikon D700 ist nur noch gebraucht zu bekommen und hält mit dem Sensor der D610 nicht mit.

Also entschied ich mich zu einer Nikon D610, da sie meinen Wünschen am Nächsten kam.

Nikon D610 vs. D7000
Die Nikon D610 fühlt sich nahezu wie eine Nikon D7000 an (ursprüglich schrieb ich exakt). Die wenigen Millimeter die die D610 größer ist erschließen sich mir kaum lassen sich aber nachmessen. Das überrascht, denn vor einigen Jahren noch war der Leistungwechsel auch in Größe und Gewicht fühlbar. Von DX auf FX war in etwa als wenn man von einer Bohrmaschine auf einen Hilti Bohrhammer wechselt…..das fühlte man nicht nur, das konnte man auch schon von Weitem sehen.

Bei der Nikon D610 kann man also nun behaupten, dass die inneren Werte zählen und auf die werde ich eingehen.
Wichtig für mich ist der High Iso Bereich und damit meine ich Iso 1600 – 6400 in Verbindung mit lichtstarken Objektiven.

Bei der Nikon D7000 habe ich bis ISO 1600 durchaus gute Bilder gemacht und ich finde, dass diese Kamera bis Iso 2000 ganz gut dabei ist – abhängig vom Licht.

Die meisten ISO Vergleiche im Internet finde ich nicht sehr praxisnah, da sehr oft bei Tageslicht oder weißem Licht die ISO hochgedreht wird. Die Ergebnisse sind bei vielen Kameras durchaus gut, was sich schlagartig ändert, wenn man auf warmes Licht mit hohem Rotanteil geht (Glühlampen, Kerzen).

Auf der Bühne und in Clubs habe ich es oft mit diesem Licht zu tun und daher zeige ich einen Vergleich der beiden Kameras bei Glühlampenlicht (Bilder in Orinalgröße sind auf meinem BLOG zu sehen, einfach bogenheimer.wordpress googeln). Anhand der Aufnahmen kann sich jeder selber ein Bild über das Rauschverhalten der beiden Kameras unter gleichen Aufnahmebedingungen machen.

Wie erhofft und auch wie zu erwarten hat die D610 deutlich niedrigeres Rauschen bei hoher ISO und vorallem im kritischen warmen Licht. Mit Capture NX2 lässt sich durch sehr vorsichtiges Entrauschen eine weitere Verbesserung erzielen. Das neue Tool “Entrauschen 2013″ lässt Helligkeitsrauschen und Farbrauschen separat reduzieren.

Bildvergleich ISO 100
Doch wie verhalten sich die beiden Kameras im “normalen” Iso Bereich, also ausserhalb der Extrembereiche.
Zu diesem Zweck habe ich versucht einen annähernd gleichen Bildausschnitt zu wählen.
Objektiv, Blende, etc. sind identisch (Bilder auf meinem BLOG, bitte bogenheimer.wordpress googlen)

Schaut man sich die Ergebnisse an, so wirkt die Nikon D7000 etwas schärfer und die D610 geht etwas verhaltener ran. Schärft man dann vorsichtig nach, merkt man dass bei der D7000 schon leichtes Rauschen beginnt während die D610 etwas mehr Reserve hat.

Bedienbarkeit:
Die Bedienbarkeit ist bei beiden Kameras nahezu identisch. Ein paar kleine Unterschiede sind vorhanden wie z.B. das Ein- und Auszoomen, sowie die Videotaste. Alles andere lässt sich individuell und identisch einstellen und ich empfehle in diesem Zusammenhang unbedingt einen Blick in das Handbuch.

“Unter der Haube” verstecken sich bei der D610 ein paar weitere Features (Zeitrafferaufnahmen, etc.) auf die ich nicht näher eingehe, da sie für mich nicht kaufentscheident waren.

Ich persönlich schätze die relativ kleinen, leichten Bodys während andere Fotografen schwere, große Kameras bevorzugen. Wem die D610 zu klein ist, kann sie mit einem Handgriff “aufblasen”.

AF Felder
Die Nikon D610 verfügt über das gleiche AF Modul wie die Nikon D7000. Das führt bei der D610 zu einer geringeren Abdeckung im Sucher, ein Thema, das oft und kontrovers diskutiert wird.

Natürlich hätte ich mir auch ein AF Modul wie bei der D800 gewünscht, aber das gibt es halt bei der D610 nicht und das die D800 für meine Fotografie nicht in Frage kommt, hatte ich ja bereits angedeutet.
Ist man recht nah am Motiv z.B. bei Portraitaufnahmen, dann sind die engen AF Felder unbedenklich. Nimmt man etwas Abstand, dann merkt man beim Oberkörperportrait, dass man kein AF Feld auf ein Auge legen kann, man muss also Schwenken. Das ist abgeblendet kein Problem, bei Blende 1.8 wird es dann aber schon schwierig, da man sich beim Schwenken schnell eine Unschärfe einfängt.

Ich finde das jetzt nicht dramatisch, da ich als Analogfotograf auch beim Mittelformat nur ein Af Feld im Zentrum habe, aber ein Komfortverlust ist es.

Fazit:
Mein Fazit ist das eines Praktikers fernab jeglicher Laborwerte.
Ich finde dass die Kameras im Bereich 100-800 ISO so dicht beisammen liegen, dass die Unterschiede bei Präsentationen im Internet (Foren) oder auch bei Ausdrucken in normaler Größe nicht gesehen werden. Geht es dann in die Bereiche hoher ISO Werte, so liegt der FX Sensor der D610 sehr deutlich vorn.

Neben diesen High Iso Eigenschaften ermöglicht der FX Sensor auch eine geringere Tiefenschärfe (bei gleicher Brennweite) als ein DX Sensor, was von Portraitfotografen als vorteilhaft angesehen wird.

Nicht zu vergessen wäre der größere Sucher den ein FX Sensor mit sich bringt,

Meine Erwartungen an die D610 (High Iso Performance, geringere Schärfentiefe als DX, größerer Sucher) haben sich erfüllt.

Ob sich ein grundsätzlicher Wechsel von D7000/D7100 auf D610 für den Amateur jedoch lohnt, hängt im Wesentlichen davon ab was sie/er fotografiert.

Wer nicht im High Iso Bereich unterwegs ist und nicht die knappe Tiefenschärfe sucht, könnte nach einem Wechsel entäuscht sein, da er im Normalbereich keine Unterschiede in der Bildqualität feststellen wird.

Bildmaterial:
Die Konzertaufnahmen auf meiner Webseite sind alle mit der D7000 gemacht (bitte einfach Bogenheimer googlen)
Vergleichsbilder in voller Auflösung zu diesem Erfahrungsbericht gibt es auf meinem Blog (bitte bogenheimer.wordpress googlen).

Bewertung:
Ich bewerte mit 5 Sternen, da die Kamera meine Erwartungen voll erfüllt (jedoch nicht alle meine Wünsche)

Juri Bogenheimer, 12.2013
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Kommentare


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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.12.2013 09:15:38 GMT+01:00
Bueffel meint:
Toll, danke für die hilfreiche Rezension. Sie berichten unaufgeregt über das, was wirklich zählt: der Einsatz in der individuelle Praxis. Und da schlägt sich die 610 offenbar prima, wie ich immer wieder lese. Ihre Beschreibung hebt sich erfrischend ab von der sehr akademischen Labormesswertdiskussion in der Presse. Und theoretische Daten nutzen im Alltag genau garnichts.

Veröffentlicht am 29.12.2013 12:40:46 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.12.2013 12:41:46 GMT+01:00
Dr. W. meint:
Die D610 fühlt sich definitiv nicht exakt wie die D7000 an. Der Größenunterschied zwischen der D7000 und der D610 ist ungefähr so groß wie der von der D610 zur D800. Die D610 ist rd. 1 cm in der Breite und rd. 1 cm in der Höhe größer. Außerdem ist sie um ca. 0,5 cm dicker und ca. 70 g schwerer. Ergonomisch hält man die D610 m.E. deutlich besser der Hand als eine D7000. Einer der Hauptkritikpunkte an der D7000 war ja immer, dass das Kameragehäuse ergonomische Defizite aufweist und der Griff etc. eben einen Tick zu klein geraten sind. Dies wurde bei der D610 besser gelöst, so dass die Kamera wirklich ausgezeichnet in der Hand liegt. Was bei beiden Kameras wirklich sehr ähnlich ist, das ist das Grunddesign mit den Bedienelementen. Der optische Sucher und das Pentaprisma der D610 sind jedoch nicht unwesentlich größer als bei der D7000 oder auch der D7100.

Veröffentlicht am 29.12.2013 12:40:48 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 29.12.2013 12:42:26 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.12.2013 16:07:21 GMT+01:00
Dr. W., in der Tat gibt es einen Größenunterschied, den man messtechnisch feststellen kann.
Für die Mathematiker unter uns streiche ich mal das Wort "exakt".

Ich habe nun beide Kameras neben mir liegen und ich behaupte immer noch, dass die beiden Modelle sehr sehr ähnlich sind. Aus den rd. 1cm den Sie beschreiben, werden messtechnisch dann nur noch einige mm.

Ob man die Kamera nun ergonomisch besser in der Hand hält, hängt ja im Wesentlichen von der Handgröße ab und ist somit subjektiv. Wem die D7000 immer zu klein war, der wird über die 7 mm mehr nun auch nicht in Jubel ausbrechen.

Ja, auch der Sucher der D610 ist größer und das ist ja einer der Unterschiede zwischen FX und DX.
Im Übrigen zeigt der Vergleich zwischen D7000/7100 und D610 sehr gut die wesentlichen Unterschiede zwischen DX und FX nämlich:
- größerer Sucher
- Höhere Lichtempfindlichkeit
- Möglichkeit der geringeren Schärfentiefe

Gruss

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.12.2013 09:18:38 GMT+01:00
Dr. W. meint:
Stimme mit Deiner Beurteilung nun vollkommen überein. Schön, dass Du den Vergleich mit der D7000 bzw. D7100 (DX) vorgenommen hast. Mein Vergleichsmaßstab war ja immer die größere D800.

Veröffentlicht am 23.04.2014 21:47:20 GMT+02:00
RFK meint:
Mit dem af muss man im live view nicht schwenken sondern kann exakt den messpunk einstellen. Ist möglicherweise einen test wert.
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